Eisfieber von Ken Follett

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Whiteout, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • London: Macmillan, 2004 unter dem Titel Whiteout. 393 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 2005. Übersetzt von Till R. Lohmeyer & Christel Rost. ISBN: 3-7857-2220-6. 464 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Till R. Lohmeyer & Christel Rost. ISBN: 978-3828986909. 477 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. Übersetzt von Till R. Lohmeyer & Christel Rost. ISBN: 978-3-404-15668-9. 461 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2005. Gesprochen von Franziska Pigulla. ISBN: 978-3-7857-3046-1. 6 CDs.

'Eisfieber' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Oxenford Medical ist eine kleine pharmazeutische Firma in der Nähe von Edinburgh. In ihrem Forschungslabor gilt die höchste Sicherheitsstufe. Doch dann geschieht das Unvorstellbare. Ein Trio skrupelloser Gangster verschafft sich Zutritt zum Hochsicherheitstrakt. Ihr Ziel: ein Behälter mit einem tödlichen Virus. Toni Gallo, die junge Sicherheitschefin von Oxenford Medical, hat im Moment ganz andere Sorgen. Sie muss sich um ihre alte Mutter kümmern, ihr Ex-Freund macht Schwierigkeiten, und ein aufdringlicher Reporter folgt ihr auf Schritt und Tritt. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und so macht sich Toni mitten in der Nacht auf den Weg. Es geht um ihren Job, um die Firma und um noch viel mehr. Stanley Oxenford, der Firmengründer, hat Haus und Hof verpfändet, um das Anti-Virus zu entwickeln. Miranda und Olga, seine erwachsenen Töchter, gieren nach dem großen Geld. Nigel, Elton und Daisy, die Diebe, wollen das Virus zu ihrem unbekannten Auftraggeber bringen, ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen. Und zwischen allen steckt Kit, Stanleys missratener Sohn, der seine Spielschulden begleichen muss und bereit ist, dafür Kopf und Kragen zu riskieren. Alle Wege führen zusammen im Landhaus der Familie in der schottischen Einöde, während über den Highlands ein Schneesturm von ungeahnten Ausmaßen heraufzieht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Terrorismus mit Biowaffen oder Familiendrama?« 70°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

In der Nacht zu Heiligabend herrscht höschste Alarmstufe bei Oxenford Medical, einer schottischen Firma, die Impfstoffe entwickelt. Antonia »Toni« Gallo ist seit kurzem Sicherheitschefin und hat als solche den Ehrgeiz, alles menschenmögliche zu tun, um Gefahren fernzuhalten. Keiner nimmt also die Sache ernster als sie selber, als zwei Proben aus einer neuen Experimentierreihe fehlen, die höchster Geheimhaltung unterliegen. Natürlich kann es dafür eine harmlose Erklärung geben. Vielleicht hat einfach jemand vergessen, die Entnahme zu protokollieren. Doch solche Ausreden lässt Toni nicht zu. Alle Mitarbeiter, die Zugang zum Hochsicherheitslabor haben, werden, wenn es sein muß, mitten in der Nacht in ihrem Urlaub kontaktiert. Schließlich bleibt nur noch ein Techniker übrig. Er wird in seinem Haus aufgefunden, aus Nase und Ohren blutend. Kurze Zeit später stirbt er. Man stellt fest, dass er ein Versuchstier aus dem Labor mitgenommen hat und sich an ihm mit einer tödlichen Krankheit infizierte.

Diese Episode ist jedoch nur die Vorgeschichte zu einem Ereignis, dass zu einer der größten Katastrophen des Landes führen kann. Denn skrupellose Verbrecher planen einen Coup, für dessen Ausführung sie sich der Hilfe von Kit Oxenford, dem Sohn des Firmeninhabers, bedienen. Dieser wurde nach einem von Toni Gallo entdeckten Betrug aus der Firma entlassen, hat hohe Spielschulden und ist auf seinen alten Herrn nicht mehr gut zu sprechen. Um so erstaunter ist der Vater, dass Kit gemeinsam mit der ganzen Familie das Weihnachtsfell im Landhaus in Steepfell verbringen will, nichts davon ahnend, dass dies Kit nur als Alibi dienen soll.

Doch von Anfang an klappt nichts so, wie es soll. Aber nicht nur bei der vierköpfigen Verbrecherbande geht Schritt für Schritt alles schief, auch auf Seiten des Gesetzes gibt es Überraschungen zuhauf. Hauptschuldiger daran ist ein Schneesturm, der über Schottland tobt und die Straßen an Weihnachten zunehmend unpassierbar macht. Dies führt schließlich dazu, dass es die Verbrecher schließlich auch nach Steepfell verschlägt, wo es in den Morgenstunden des 1. Weihnachtsfeiertages zum großen Showdown kommt.

In gewohnt rasantem Tempo lässt Ken Follett seinen Lesern wieder mal keine Atempause. Die Handlung von nicht viel mehr als zwei Tagen – und vor allem Nächten – wird auf den 460 Seiten im Stundentakt aus wechselnden Perspektiven und mit zahlreichen Ortswechseln erzählt.

Trotz allem kein Follett von gewohnter Art und gewohnter Qualität. Dazu bleibt der britische Thrillerautor hier viel zu oberflächlich. Angekündigt ist Ken Folletts »Eisfieber« als Wissenschaftsthriller, doch zwischen die Thrillerhandlung versucht Follett noch ein Familiendrama einzubetten, bedient sich dazu jedoch viel zu eindimensionalen Charakteren. Einem alternden begehrten Witwer, dessen Ferrari origellerweise blau ist. Dem egoistischen Sohn, der beleidigt ist, als Papa kein Geld mehr rausrücken will. Den beiden Töchtern, die Angst um ihr Erbe haben, als Toni dem verwitweten Vater Avancen macht. Brutale Verbrecher, die den Grips nur in den Muskeln stecken haben, ihre Gefangenen aber nicht töten, da sonst das Buch zu Ende wäre. Ein in seiner Ehre verletzter Ex-Freund, der es der Verflossenen gerne heimzahlen möchte, ein typischer Reporter, und, und, und …

Nach den ersten Pannen ist dem Leser schnell klar, wie es weiter geht und die Handlung ist viel zu vorhersehbar. Neben zwei kriselnden Ehen hat der Autor auch noch gleich zwei Liebesgeschichten eingebaut, die mit dafür sorgen, dass der Schluß doch allzu weichgespült ist.

Verblüffend: der Mangel an Mobiltelefonen. Entweder verlegt oder mit leerem Akku. 17- und 15-jährige Jugendliche im Jahr 2004, die kein Handy besitzen, obwohl die Eltern vermögend sind. Nicht sehr glaubhaft, aber zwingend notwendig, damit die Spannung aufrecht erhalten werden kann.

Doch selbst ein schwacher Follett ist besser als so mancher Thriller. Spannend ist der Roman allemal und vermag mit Sicherheit gut zu unterhalten, vor allem, wenn man die Muße findet, ihn in Echtzeit zu lesen. Wiederholungen in seinen Themen kann man Follett schon gar nicht vorwerfen. Doch alle weiteren Gedanken an die Handlung sind vergeudet und überflüssig, auch wenn das aktuell brisante Thema Terrorismus mit Biowaffen Stoff für mehr bieten könnte.

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Mike Pape zu »Ken Follett: Eisfieber« 07.06.2012
Es ist mir völlig unverständlich, wie man diesem Buch noch etwas Positives abgewinnen soll. Die Handlung ist stümperhaft zusammengebastelt, einzelne Handlungsstränge sind völlig unpassend, es wirkt, als hätte Follet einen Thriller und einige Beziehungsdramen zwanghaft zusammengefügt.
Die Charaktere sind nicht nur eindimensional, sondern meist absolut unglaubwürdig. Am besten ist hier noch Stanley Oxenford dargestellt. Aber sein Sohn Kit zum Beispiel: In guten finanziellen und familiären Verhältnissen mit tollen Eltern und recht guten Geschwistern aufgewachsen, hat er sich zu einem spielsüchtigen, hasserfüllten Kriminellen entwickelt. Und trotzdem hat er es geschafft, quasi ganz nebenbei, noch ein genialer, renommierter IT-Experte zu werden. Wie soll das zusammenpassen? Dann der Streit zwischen Tony und ihrem neidischen Ex-Ehemann ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Woher komt um Himmels Willen sein Neid oder Haß? Warum wehrt Tony sich nicht? Dieses nicht enden wollende zähe Ausweichen von ihr liess mir beim Lesen die Galle hochkommen. Dann muß sie auch noch ihre Mutter aus dem Heim abholen und zum Labor mitnehmen. Was hat die Dame da zu suchen?Dann noch dieser künstlich in die Handlung eingebaute Reporter. Er taucht mitten im Schneesturm an Weihnachten auf, hat auch noch einen Welpen als Geschenk dabei. Jetzt hat Tony ihre Mutter und einen Welpen, einen dämlichen Ex-Mann und einen skrupellosen Reporter am Hals, und soll doch eigentlich einen Einbruch in ein BSL-4 Labor aufklären (Biogefahr, die höchste existierende Sicherheitsstufe, mal auf der Zunge zergehen lassen). Kurz, dieser ganze Schlamassel hat den Effekt, daß die eigentliche Haupptsache, nämlich der (auch noch sehr dilettantisch geschilderte) Diebstahl eines gefährlichen Virus, vollkommen untergeht und verwischt und mit ihm die Wirkung des Buches. Fazit: Das war das zweitschlechteste Buch, daß ich je gelesen habe (Bis Seite 320). Ken Follet ist für mich NO-GO!
Ken Follet zu »Ken Follett: Eisfieber« 21.05.2012
Also es ist so .
Das Buch ist sehr dick aber spannend!
Ich persönlich finde das buch gut weil es dick ist und ich ken follet mag, nunmal heiße ich so und ich habe eigentlich keine ahnung was ich schreiben soll und daher tippe ich sinnlos auf der tastatur herum. Es gefällt mir so gut, dass ich in deutsch eine 3 stündige buchvorstellung mavhe, also muss das buch schon sehr gut sein, ansonsten könnte ich es ja nauch nicht mögen, kurze rede langer sinn ;D;Dich finde das buch gut, weil - lest den text einfach wieder von vorne dann versteht ihr meine Argumente, dieses buch zu lesenEISFIEBER
goldtoepfchen zu »Ken Follett: Eisfieber« 22.01.2012
Ich war entäuscht. Ich bin schärferes, verworreneres, undurchsichtigeres von Follet gewohnt. So unkritisch und langweilig.
Gut das ich es als Hörbuch nur geliehen hatte. Gekauft hätte ich es mir sicher nicht. Da ist ja mancher Tatort komplizierter und spannender. Einfach zu wischiwasche. Und mit der nette Teeniegeschichte wäre es sicher besser es als Jugendbuch zu vermarkten.
Mcduck zu »Ken Follett: Eisfieber« 19.12.2011
es ist mit Abstand eines der schlechtesten Bücher, die ich seit längerem gelesen habe. Die gesamte Story ist so etwas von vorausschaubar klischeehaft. Ich habe einzelne Kapital überschlagen und doch nichts verpasst. Ken Follett ist sonst wirklich ein guter Autor, deshalb kann ich nicht verstehen wie man so zusammenschreiben kann.
Malue zu »Ken Follett: Eisfieber« 06.10.2011
Eisfieber gehört für mich zu den Büchern von Follet der Kategorie , na ja geht so, schade diese Storry ist ehrlich gesagt keine die einen beim Lesen fesslet , doch es ist sicherlich auch eine Geschmacksache, für mich war dr Film auch nicht besser, Follet hat schon bessere Bücher Geschrieben.

Dennoch aber fand ich es erschreckend wie man in so einem Hochsicherhits Labor an das Virus kommen kann.
Bl4ck-Widow zu »Ken Follett: Eisfieber« 27.04.2010
Also Ken Folletts Buch "Eisfieber" ist alles andere als ein Wissenschaftsthriller nur weil dort ein Virus (Madoba 2) dort auftaucht. Ich bin wahrlich kein Realismusverfechter, aber bei diesem Buch häufen sich einfach zuviele Zufälle und wer die kriminelle Energie aufbringt ein todesbringendes Virus zu stehlen, schreckt auch nicht vor Mord zurück an einer Familie ! Letztlich bleibt aber alles Geschmackssache, was aber für mich bleibt ist das es ein kurzweiliges spannendes Buch ohne viel Tiefgang war !
PORDAGE zu »Ken Follett: Eisfieber« 30.01.2010
Ich kenne nur den Film und nicht die Literaturvorlage. Vielleicht ist das von Vorteil, vielleicht aber auch von nachteil gewesen für mich. Letzteres werde ich erst herausfinden, wenn ich das Buch -natürlich in der Originalsprache- gelesen haben werde. Die Verfilmung hat mir persönlich nicht gefallen. Alles sieht sehr künstlich aus: angefangen vom Schnee bis hin zu manchem Fehlgriff, was die Besetzung der Schauspieler angeht. Last but not least erinnerten mich die Dialoge gelegentlich an Rosemunde Pilcher Sets. Die Verfilmung leidet geradezu an mancher Oberflächlichkeit, wie man es gern im Fernsehen macht: entweder grobe Gewalttätigkeiten, Grausamkeiten oder triefend schlechte Lovestories und schlechte oder besser ungeeignete Schauspieler. Hoffentlich ist die Literaturvorlage besser.
Axel zu »Ken Follett: Eisfieber« 29.01.2010
Gestern habe ich mir die Verfilmung angesehen, schade um meine Freizeit. Bei dieser Story kann ich allemal auf dieses Buch verzichten. Natürlich werde Einige sagen, dass das Buch viel interessanter und spannender ist (das stimmt für viele Beispiele von Literaturverfilmungen). Nur hierbei handelt es sich ja nicht um Literatur.Die eigentliche Frage,worin überhaupt die Notwendigkeit besteht, in einem Labor Viren und dann die entsprechenden Gegenmittel zu entwickeln,außer im Streben nach Profit,bleibt natürlich von Herrn Follett unbeantwortet.Dass der Besitzer nun auch noch sein persönliches Vermögen für die Pharmafirma eingesetzt hat...,mir kommen die Tränen.
Deshalb 0°!
Merlin zu »Ken Follett: Eisfieber« 02.07.2009
ich habe das buch am anfang nicht so gemocht, das passiert mir hin und wieder bei follett. aber man muss die ersten 50 seiten durchhalten, dann wird es dafür umso spannender. vielleicht lag es aber auch daran, dass eigentlich schon feststand, wer die bösen und die guten sind. aber spannend war es. ich gebe dem buch 80°. ich hoffe nur, die verfilmung, die ja kommen soll, wird kein flopp. wäre schade für das buch.
muprl zu »Ken Follett: Eisfieber« 28.02.2009
Was haben bloß alle für ein Problem mit dem "Handyproblem"? Das scheint ja ein "Tick" von Follett aber auch von seinen Lesern zu sein. Da kann man doch echt drüber hinwegsehen! Es sei denn man ist ein gestrenger Realismusverfechter. Das bin ich nicht, und wenn es der Handlung oder der Atmosphäre dient, dann kann ein Autor von mir aus auch den Eifelturm nach Paris versetzen oder Johannes als Maria Magdalena interpretieren. Und beim besagten "Handyproblem" muss man doch echt sagen, dass das der Atmosphäre und der Spannung sehr zuträglich ist. Solche klaustrophobischen Szenierien, wie das einsame, eingeschneite Haus, sind zwar nicht ganz neu, aber hier doch sehr gekonnt umgesetzt. Ich fand das wirklich sehr, sehr spannend.
Ich kann auch nichts schlechtes daran finden, ein Familiendrama mit einzubetten - fleißige Krimileser und -gucker wissen doch, dass ein Großteil der Morde innerhalb der Familie passiert. Das stört absolut nicht in der Handlung, bereichert sie eher noch. Die Liebesgeschichte ist nett, ich freu mich über so etwas. Erhöht den Reiz, finde ich.
Allerdings stimmt es, dass "Eisfieber" als "Wissenschaftsthriller" nicht wirklich funktioniert. Diese Etikettierung führt in die Irre und lässt etwas anderes erwarten, als man dann tatsächlich vorgesetzt bekommt. Das führt natürlich zu Enttäuschungen.
Da sieht man mal wieder, wie wenig irreführende Werbung am Ende bringt.

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