Der Schlüssel zu Rebekka von Ken Follett

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1981 unter dem Titel The Key to Rebekka, deutsche Ausgabe erstmals 1981 bei Lübbe.

  • London: Hamilton, 1981 unter dem Titel The Key to Rebekka. 311 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 1981. Übersetzt von Bernd Rullkötter. ISBN: 3-7857-0304-X. 333 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 1984. Übersetzt von Bernd Rullkötter. ISBN: 3-404-10481-1. 381 Seiten.
  • Herrsching: Pawlak, 1990. Übersetzt von Bernd Rullkötter. ISBN: 3881997318. 333 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2011. Gesprochen von Christoph Wortberg. ISBN: 3-7857-4454-4. 4 CDs.

'Der Schlüssel zu Rebekka' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein authentischer Spionagefall, ein rasanter Handlungsablauf und eine ungewöhnliche erotische Dreiecksbeziehung ergeben einen Roman von dramatischer Dichte.

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Stefan83 zu »Ken Follett: Der Schlüssel zu Rebekka« 26.08.2013
Selbst der allergrößte Lesemuffel wird wohl schon mal seinen Namen gehört haben – Ken Follett. Seit Mitte der 70er Jahre steht der walisische Autor in den Augen vieler stellvertretend für opulent-epische historische Romane und rasante Agenten-und-Spionage-Thriller, wobei gerade im letztgenannten Genre seine Fans schon fast ein Jahrzehnt (der letzte Spannungsroman war „Eisfieber“, erschienen 2004) vergeblich auf Nachschub warten. Zu dieser festen Anhängerschaft zähle ich mich, mittlerweile, nicht mehr, haben doch Schriftsteller wie John le Carré, Eric Ambler oder Ross Thomas ihm in meiner persönlichen Bestenliste längst den Rang abgelaufen. Denn bei aller zweifelsfrei verdienten Anerkennung für Folletts Ausnahmestellung – er zählt in Bezug auf die Auflage und den Umsatz derzeit zu den international erfolgreichsten Schreiberlingen – in Punkto literarischer Qualität kann er nicht nur den oben genannten Kollegen kaum das Wasser reichen.

Geschuldet ist dies dem einfachen und allgemeinverständlichen Satzbau, durch den seine Romane zwar problemlos in viele Sprachen übersetzt werden können, gleichzeitig aber auch an stilistischer Substanz und Tiefe einbüßen. Als Resultat daraus wirkt Folletts lässige Feder oftmals platt, haftet den Werken ein wenig der Geruch des Groschenromans an. Ein Geruch, über den gerade der viel lesende Krimi-Gourmet die Nase rümpfen dürfte, weshalb ich zur Lektüre seiner frühen Bücher rate, bei denen der Waliser noch allein verantwortlich zeichnete – wohingegen heute ein Team aus mehreren Mitarbeitern, das so genannte Follett-Office, die komplette Recherchearbeit übernimmt. Der Autor ist mittlerweile nur noch für den reinen Akt des kreativen Schreibens zuständig. 1981, im Jahr der Veröffentlichung von „Der Schlüssel zu Rebecca“, war das noch reine Zukunftsmusik, Follett trotz des Erfolgs von „Die Nadel“ alles andere als etabliert. Und vielleicht dadurch auch mehr fokussiert?

Fakt ist: Im Gegensatz zu so seelen- und ideenlosen Büchern wie „Die Tore der Welt“, die ihren Auftragsarbeitcharakter nicht verhehlen können, macht Follett, vielleicht auch wegen der damals noch geringeren Erwartungen an ihn, bei „Der Schlüssel zu Rebecca“ noch Spaß. Ein für mich mehr als ausreichender Grund, um diesen Spionageroman nochmal aus dem Regal zu kramen. Der Inhalt sei kurz angerissen:

Nordafrika, Frühsommer 1942. Seit einiger Zeit bringt Rommels Armee die alliierten Streitkräfte in arge Bedrängnis. Gegen die schnellen Vorstöße und Schwenkbewegungen seines gefürchteten „Afrikakorps“ scheint es kein probates Mittel zu geben, der Fall Ägyptens an die Deutschen nur eine Frage der Zeit. Doch auch diese kämpfen mit Problemen. Nachschub kommt nur langsam und über viel zu weite Strecken an die Front. Und auch die Lufthoheit hat man längst an die Briten und ihre Verbündeten verloren. Der Agent Alexander Wolff, halb Araber und halb Deutscher, soll durch Weitergabe wichtiger Informationen das Vordringen seiner Landsleute beschleunigen, die Waagschale zugunsten der Achsenmächte kippen und den Weg nach Kairo für Rommel freimachen. Doch bereits bei seiner heimlichen Einreise durch die Wüste im Süden Ägyptens unterläuft ihm ein folgenschwerer Fehler. Einen neugierigen englischen Soldaten muss er mit dem Messer töten – und von jetzt an ist die Jagd auf ihn eröffnet.

William Vandam, Mitarbeiter der britischen Spionageabwehr in Kairo, erkennt die Handschrift Wolffs wieder und ist sich bald sicher, dass es sich bei dem von ihm in der Stadt vermuteten Spion und dem Messermörder aus dem Süden um ein und dieselbe Person handelt. Doch wie kann er seinem gewieften Gegner das Handwerk legen? Ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Und der Sieger gewinnt nichts geringeres als die Schlacht um Nordafrika...

Wen bei der Lektüre dieser Kurzbeschreibung ein gewisses Déjà-vu-Gefühl beschleicht, hat wohl bereits zuvor Folletts „Die Nadel“ gelesen, sind doch die Parallelen zwischen den Romanen mehr als offensichtlich. Insbesondere was die Bedeutung des Wirkens des deutschen Spions angeht, der in beiden Werken den Fortlauf des Krieges entscheidend verändern kann, dabei aber aufgrund der Reize des weiblichen Geschlechts vom ursprünglichen Pfad abgelenkt wird. So banal das klingt und so offensichtlich die Gemeinsamkeiten sind - „Der Schlüssel zu Rebecca“ krankt dennoch in keinster Weise an langatmigen Passagen und Vorhersehbarkeit. Ganz im Gegenteil: Ken Follett gelingt eine temporeiche Mischung aus Wendungen und Kehren, bei der sich die Rollen zwischen Jägern und Gejagten ständig abwechseln und gleichzeitig auf das stereotype Gegenüberstellen von Gut und Böse verzichtet wird. Wenngleich man mit Alexander Wolff einem eiskalt-berechnenden und überzeugtem Nazi über die Schulter schaut, so widersteht Follett dennoch der Versuchung in der üblichen klischeehaften Art und Weise der Engländer zu zeichnen. Diese werden selbst auffallend kritisch betrachtet. Vor allem was den Umgang mit der arabischen Bevölkerung Ägyptens angeht, unter der sich viele befinden, die sich einen Sieg der Deutschen und damit die Befreiung von der britischen Herrschaft herbeisehnen.

Follett gibt diese Mischung aus Misstrauen, Furcht und Hass äußerst plastisch wieder, erweckt mit bildhaften, aber dennoch nie zu detaillierten Darstellungen das Kairo der 40er Jahre zum Leben, wodurch der Roman, dem es ansonsten an Tiefgang doch erheblich mangelt, unheimlich an Atmosphäre gewinnt. Staubige Gassen, schattenspendende Palmen, überfüllte Basare. Als Leser ist man von Beginn an mittendrin, kann man, auch dank der doch sehr unterschiedlichen Protagonisten, ins Milieu eintauchen und diese Zeitreise aus mehreren Blickwinkeln verfolgen. Dabei verzichtet der Autor auf nähergehende Erläuterungen und Erklärungen, nutzt nur soviel vom historischen Kontext, wie für den Rahmen seiner von ihm erzählten Geschichte notwendig ist. Das sei erwähnt, da besonders Kenner der Militärhistorie hier und da sicher Fehler und Ungereimtheiten finden werden. Sei es im zeitlichen Ablauf der Schlachten oder in den eigentlichen Gründen für die Siege und Niederlagen der Kontrahenten.

So ist „Der Schlüssel zu Rebecca“ auch kein Spionage-Thriller der „So-ist-das-damals-gewesen“-Kategorie, sondern vielmehr ein Vertreter des „So-hätte-es-sein-können“. Und obwohl die Realität dann oftmals spannender ist als die Fiktion, kann doch Folletts Version der Ereignisse ebenfalls punkten und für einige Stunden ans Buch fesseln. Trotz einiger Logikschlaglöcher liest sich der Roman auch heute noch glaubwürdig, bleibt das Handeln der Charaktere nachvollziehbar genug, um nicht andauernd die Nase rümpfen zu müssen.

„Der Schlüssel zu Rebecca“ ist ein äußerst kurzweiliges, phasenweise sogar sehr spannendes, taktisches Wechselspiel zweier ebenbürtiger Gegner, das zwar in vielen Dingen oberflächlich bleibt, aber dennoch nur schwer aus der Hand zu legen ist. Ein abenteuerlicher Ausflug mit einem Schuss „Casablanca“-Flair, der sich hinsichtlich erotischer Szenen, trotz gegenteiliger Werbung auf dem Buchrücken, für Follett-Verhältnisse noch angenehm zurückhält. Gute, solide Unterhaltung, die nicht mehr sein will. Und eins der besseren Bücher des walisischen Vielschreibers.
geroellheimer zu »Ken Follett: Der Schlüssel zu Rebekka« 26.09.2007
Ein wirklich guter und spannender Spionage Thriller der einen mitreißen kann, besonders weil man dem "Helden", eigentlich ein eiskalter Bösewicht, mitunter durchaus wünscht das er zumindest das Ende erlebt.
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