Psychopath von Keith Ablow

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Psychopath, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.

  • New York: St. Martin’s Press, 2003 unter dem Titel Psychopath. ISBN: 0312266715. 323 Seiten.
  • München: Goldmann, 2004. Übersetzt von Ute Thiemann. ISBN: 3-442-45714-9. 336 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Ute Thiemann. ISBN: 3-442-46130-8. 382 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Ute Thiemann. ISBN: 978-3-442-46469-2. 382 Seiten.
  • München: Goldmann, 2008. Übersetzt von Ute Thiemann. ISBN: 978-3-442-55530-7. 382 Seiten.

'Psychopath' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die Highways von Amerika sind sein Jagdrevier, seine Opfer wählt er mit der Intuition eines perfekten Menschenkenners; seine Spur verliert sich im Nichts. Mindestens vierzehn Menschen hat der Highway Killer bereits auf dem Gewissen, und noch immer tappt das FBI im Dunkeln. Schließlich soll Frank Clevenger, ein Psychiater, den Beamten helfen. Doch je weiter Clevenger in die Psyche des Täters vordringt, umso gefährlicher wird es für ihn selbst.

Das meint Krimi-Couch.de: »Das Psychiaterduell« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Sein Name ist Jonah Wrens. Er ist der Psychopath. Und er weiß genau, was im Kopf eines solchen Menschen vorgeht. Denn er ist selber einer der fähigsten Psychiater. Nur sich selber kann er nicht helfen. Dabei möchte er so gerne geheilt werden.

Den Begriff »Psychopath« kennt der Normalbürger eigentlich nur aus Kriminalromanen und -filmen und stellt sich darunter einen durchgeknallten Massenmörder vor. Die Psychopathie ist eigentlich die Bezeichnung für eine Persönlichkeitsstörung, die aufgrund charakterlich-konstitutioneller Gründe zu einer Anpassungsstörung führt, unter der sowohl der »Psychopath« als auch die Umwelt zu leiden haben.

Kein typischer Serienkiller-Krimi

Psychopathen bevölkern vor allem die amerikanische Krimiszene in den letzten Jahren über alle Maßen. Dabei geht es meist darum, einen Massenmörder unschädlich zu machen. Keith Ablow, der selber Psychiater ist und auch bereits Fachbücher zu diesem Thema veröffentlicht hat, hat mit seinem Roman, den er ungeniert einfach »Psychopath« betitelt hat, ein Werk vorgelegt, das man nicht in diese Schiene einordnen kann. Denn ihm geht es darum, beide Seiten der Krankheit zu zeigen. Nicht nur darum, wie die Umwelt zu leiden hat, sondern auch darum, wie der Kranke selber unter seinem Zwang, Böses zu tun, leidet.

Bereits ab der ersten Seite kennt der Leser Jonah Wrens, den Psychopathen, den Highwaykiller. Zwölf Leichen hat man bereits gefunden entlang der Highways quer durch die Vereinigten Staaten. Wie viele es noch sind, ist ungewiss. Allen Opfern wurde die Kehle durchgeschnitten. Der Killer macht sich keine große Mühe, die Opfer zu verstecken oder Spuren zu verwischen.

Für Jonah Wrens ist es wie ein Zwang. Er will nicht töten, sondern die Menschen verstehen, ihre Ängste und Sorgen teilen. Er kommt mit ihnen ins Gespräch, und meist vertrauen sie sich ihm an. Doch sie sind nicht ehrlich zu ihm, und das duldet er nicht. Jeder Mord tut ihm leid, doch er kann einfach nichts dagegen tun.

Miese Tricks des FBI

Wrens arbeitet als Vertretung in verschiedenen Krankenhäusern. Nirgends bleibt er länger als ein paar Wochen, denn er kommt nicht zur Ruhe, muß umherziehen. Seine Kindheit war bestimmt von der Liebe zu seiner Mutter und den Schlägen des sadistischen Vaters.

Auch sein Gegenspieler Dr. Frank Clavenger, forensischer Psychologe, wurde als Kind vom Vater geschlagen und verachtet. Doch nachdem er in seiner Jugend Drogen- und Alkoholprobleme überwunden hatte, wurde er zum hochgeachteten Mediziner, der den Behörden im Kampf gegen kranke Verbrecher hilft.

Das FBI sichert sich erst mit miesen Tricks Clavengers Zusammenarbeit im Kampf gegen den Highwaykiller. Denn dieser hat wichtigere Dinge zu tun, muß er sich doch um seinen Adoptivsohn Billy kümmern. Auch Billy hatte unter einem sadistischen Vater zu leiden und flüchtet sich in die Welt der Drogen. Er weiß, dass er es bei seinem neuen Vater gut hat und daß dieser seine Sorgen und Nöte versteht, doch er muß erst lernen, seine Zuneigung und Liebe zu zeigen.

Öffentliche psychotheraputische Behandlung

Als der Highwaykiller Clevenger aber in einem öffentlichen Brief direkt anspricht, gibt Clevenger dem FBI seine Zustimmung. Er sieht seine Aufgabe nicht darin, den Mörder dingfest zu machen, sondern er will versuchen, ihn von seinem Zwang zu heilen. Doch das FBI spielt weiter unfair.

Nun kommt es zum öffentlichen Duell. Über eine Zeitung kommunizieren die beiden hochintelligenten Psychiater in psychotherapeutischen Briefen. Doch Clevenger weiß nicht, dass der Killer bereits direkten Kontakt zu ihm aufgenommen hat.

Trotz ständig wechselnder Betrachtungsperspektiven fällt es leicht, dem Geschehen zu folgen. Zwar ist die Handlung nicht frei von Brutalität, doch wird diese hier nur als Mittel zum Zweck und nicht der Schockeffekte wegen verwendet. Ablow geht es vordergründig um eine medizinisch korrekte Darstellung und die Beschreibung der Denkweisen der handelnden Personen. Dabei berücksichtigt er auch Clevengers durch die Probleme mit seinem Adoptivsohn sowie eine Liaison mit einer FBI-Agentin eigene angespannte Situation. So wirkt dieser nicht wie der typische amerikanische Serienkiller-Jäger, sondern bleibt ein Mensch, der gelegentlich unsicher wirkt.

Einer der wenigen wirklichen Psychothriller

Der Killer ist nicht »Das Böse«, sondern wird, wenn er nicht gerade davon besessen ist, jemanden zu töten, als liebevoller Mensch geschildet, der sich gut in andere hineinversetzen kann und für jeden die richtigen Worte findet.

»Psychopath« ist kein Krimi herkömmlicher Art, in dem nach Spuren gesucht wird und die Ermittler Zug um Zug voran kommen, sondern einer der wenigen Romane, der dem oft zu Unrecht vergebenen Prädikat »Psychothriller« wirklich gerecht wird. Er bietet über weite Strecken Hochspannung, obwohl der Täter bereits von Anfang an bekannt ist.

Ihre Meinung zu »Keith Ablow: Psychopath«

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Rodney zu »Keith Ablow: Psychopath« 20.10.2011
einfach nur gut. Ich habe es allen meinen Bekannten Freunden Arbeitskollegen etc. empfohlen, die sich für diese Richtung Thriller interessieren !!! Bislang fanden alle dieses Buch hervorragend. Wir (die obigen) lesen viel in diese Richtung, aber nur weniges ist wirklich so überzeugend. Freue mich schon auf das nächste Buch. Also lesen & fesseln lassen.
simsa zu »Keith Ablow: Psychopath« 16.11.2010
„Psychopath“ war mein erstes Buch von Keith Ablow, aber es hat mich nun so neugierig gemacht, dass ich mir auch die anderen Bücher von ihm notiert habe.
Es geht um einen Highwaykiller, der seit längerer Zeit Unruhe in den USA stiftet. Im ganzen Land werden immer wieder neue Opfer gefunden, die mitten auf dem Highway umgebracht wurden. Ein Muster gibt es nicht und bisher hat das FBI nicht den leisesten Anhaltspunkt.
Endlich habe ich mal wieder einen Thriller gelesen, der mich überzeugt hat. Keith Ablow schafft es, eine ganz bestimmte Atmosphäre zu schaffen. Denn in diesem Buch ist dem Leser die ganze Zeit über bekannt wer der Killer ist. Man verfolgt seinen Weg sowohl auf als auch nach der Arbeit und beim Morden. Außerdem lernt man das Ermittlungsteam rund um Frank Clevenger kennen, der im Moment genügend eigene Probleme hat, sich dem Fall aber nicht entziehen kann.
Diese Faktoren, dass es niemand unbekanntes gibt, machte das Lesen für mich wirklich spannend. Denn was treibt den Killer an und warum kann er sein Wesen so wandeln?
„Psychopath“ ist wirklich empfehlenswert und auch wenn es nicht das erste Buch der Reihe ist, so kann man ihm doch gut folgen und hat keine Probleme mit der Geschichte. Also lesen
Meike zu »Keith Ablow: Psychopath« 27.10.2010
Dieses Buch ist wirklich toll! Man findet super und schnell in die Story. Genial geschrieben!Ich konnte es nicht mehr weg legen, egal ob in der Bahn oder im Bett! Zumal man sogar etwas in solch eine Psyche eintauchen kann. Es werden auch keine Fragen mehr offen gelassen, was die Aufklärung betrifft!
Einfach FESSELND!
Toyota zu »Keith Ablow: Psychopath« 20.09.2009
Das 2. Buch das ich von Ablow gelesen habe, war grandios. Von der ersten bis zur letzten Seite Spannung. Teilweise etwas brutal geschrieben, aber das passt zu diesem Thriller. Auch hier wird wieder die Psyche des Menschen unter die Lupe genommen und man bekommt es mit der Angst zu tun, wenn man sieht, was alles aus einem Menschen werden kann, der in seiner Kindheit wenig bis keine Liebe erfahren hat. Ein hochintelligenter einfühlsamer Mann wird zur Bestie dadurch.
picatcho zu »Keith Ablow: Psychopath« 04.03.2009
Super Buch. Man muss sich nicht lange in die Gecshichte einlesen. Ab der ersten Seite gehts voll ab! Der Autor ist vom Fach ( Psychiater) und das merkt man auch. Sensationell wie Krankheitsbilder, psychotische Denkweisen, angewandte Therapien, Gesprächsführung, Medikamentennamen welche verwendet werden etc. etc. beschrieben werden.
Ablow nimmt den Leser mit an die Schauplätze und in die kranke Gedankenwelt des "Psychopaten".
Spannendes Buch, absolut lesenswert!
Vanessa.Schneider zu »Keith Ablow: Psychopath« 17.07.2008
Super Buch, habe das Buch auch nur durch Zufall als Mängel-Exemplar gekauft und daher waren meine Erwartungen eher niedrig.
Meine Erwartungen wurden dann sowas von übertroffen... Echt ein tolles Buch, was ich nicht mehr aus der Hand gelegt habe.
Die psychologischen Hintergründe haben mich besonders fasziniert, nur zu empfehlen!
Janine zu »Keith Ablow: Psychopath« 08.07.2008
Hab dieses Buch "blind" gekauft und aus einem Berg reduzierter Bücher gegriffen.
Ich muss sagen - die story ist einer der BESTEN und mitreissendsten in die ich je eingetaucht bin!! Keith Ablow hat mich mit seinem psychologischen Feingefühl absolut beeindruckt, und ich habe mir (in den USA) als Folge die komplette Frank Clevenger Reihe gekauft! Bin mit "Denial" fast durch, und es ist mindestens genauso spannend!! FANTASTISCH!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Coy zu »Keith Ablow: Psychopath« 27.04.2008
Also das Buch an sich ist eigentlich ganz gut , nur die endlosen Passagen sind ziemlich Öde und das Ende kann man vergessen!(ich sage nur Bilderbuchende)

Trozdem kann man es lesen.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Heaven23 zu »Keith Ablow: Psychopath« 06.03.2008
ich habe es schon vor ewigen zeiten gelesen. Und heute wieder gefunden in meinem alten Zimmer ! erstklassig der Stil von Keith Ablow und nachdem ich dies wieder in den Händen hielt, werde ich mir sicher noch weitere Bücher von ihm zulegen !
Amouna zu »Keith Ablow: Psychopath« 21.01.2008
Ich fand das Buch sehr gut, bis zur letzten Seite war der Spannungsbogen ununterbrochen, allerdings fand ich sowohl Inhalt als auch das Ende persönlich als bedrückend. Das Buch stellt die eigene Voreingenommenheit in Frage, von mir 90°.

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