Die falsche Spur von Karin Wahlberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel Sista Jouren, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei btb.
Ort & Zeit der Handlung: Südschweden, 1990 - 2009.
Folge 1 der Veronika-Lundborg-Westmann-und-Kommissar-Claes-Claesson-Serie.

  • Stockholm: Wahlström & Widstrand, 2001 unter dem Titel Sista Jouren. 384 Seiten.
  • München: btb, 2003. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 3-442-72927-0. 384 Seiten.
  • München: btb, 2004. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 3-442-73295-6. 383 Seiten.
  • München: btb, 2006. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-73516-7. 383 Seiten.
  • München: btb, 2008. Übersetzt von Holger Wolandt. ISBN: 978-3-442-73828-1. 383 Seiten.

'Die falsche Spur' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Als die Ärztin Veronika Lundborg-Westman an diesem Morgen ihren Dienst antritt, ahnt sie nichts von den Turbulenzen, die sie erwarten. In der Personaldusche liegt ihre Kollegin Maria Kaahn – ermordet. Kommissar Claes Claesson stößt schnell auf eine Fülle von Motiven. Das Opfer galt als Intrigantin mit einer Vorliebe für Affären. Bei den Frauen war sie unbeliebt, bei den Männern umso geschätzter, insbesondere bei dem verheirateten Oberarzt Ulf Nilsson. Als sich herausstellt, dass Maria schwanger war, entschließt sich Veronika, dem ratlosen Kommissar von einem seltsamen Vorfall zu berichten …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ziemlich banal« 43°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

»Eine Kleinstadt in Südschweden...«, so verheißungsvoll will der Klappentext auf den ersten Krimi der schwedischen Autorin Karin Wahlberg einstimmen. Da sie selbst in einem Krankenhaus arbeitete, wählte sie für den Schauplatz ihres Mordes ein ebensolches. Warum auch nicht? Das Konzept: »Schreibe über das, was Du kennst« ist schon etliche Male aufgegangen, aber es ist eben doch kein Erfolgsgarant. Zu oft verzetteln sich die Autoren in Details, die gar nicht von Interesse sind und die Handlung keinen Deut voranbringen, so auch hier.

Die Chirurgin Veronika Lundborg-Westman, geschieden und Mutter einer erwachsenen Tochter, also nicht mehr ganz taufrisch (so empfindet sie selbst), findet bei ihrem Dienstantritt am frühen Morgen die Leiche einer Kollegin in der Dusche. Einige der anwesenden Klinikärzte unternehmen einen erfolglosen Rettungsversuch, es ist jedoch alles zu spät. Der leblose Körper von Maria Kaahn wird in einen anderen Raum gebracht. Niemand ist auf die Idee gekommen, dass es sich um Mord handeln könnte, doch als genau das behandelt die Kriminalpolizei den Fall. Außerdem war das Opfer schwanger, doch ihr Ex-Mann wusste nichts von einer neuen Beziehung. Kriminalkommissar Claes Claesson hinterfragt die Beziehungen des Klinikpersonals untereinander. Was für ein Mensch war Maria Kaahn? Sie war bei den Männern sehr beliebt, selbst der Chef der Klinik konnte sich ihres Charmes nicht entziehen. Die Frauen äußern sich zunächst reserviert, aber nach und nach kristallisiert sich heraus, dass sie ihre Kollegin für arrogant hielten.

Alles schon mal da gewesen

»Die falsche Spur« weist einige Ähnlichkeiten mit Helene Turstens Krimi Der zweite Mord auf: Das Krankenhausmilieu, das Opfer und soweit ich mich erinnere sogar das Motiv. Nur dass Karin Wahlbergs Geschichte zwei Jahre nach dem eben genannten Göteborg-Krimi spielt. Beide Autorinnen statten ihre Geschichten mit vielen Details aus, wobei Karin Wahlberg noch mehr Plattitüden und Beschreibungen von Nebensächlichkeiten einbringt. Sie füllt Seiten mit Belanglosigkeiten, ohne das die Handlung nur einen Fingerbreit vorangetrieben wird.

»Jetzt erstand sie eine kirschrote, eine dunkelblaue und eine briefkastengelbe Primel.« (S. 62)

Wenn ich so einen Satz lese, fühle ich mich als Leser bevormundet; als würde der Autor an meiner Vorstellungskraft zweifeln. Ich weiß, wie rote, blaue und gelbe Primeln aussehen, einer weiteren Beschreibung bedarf es hier nicht. Dies ist aber nur ein Beispiel, jede Seite würde weitere bieten.

»Zum ersten Mal gestand sich Beata Molin dieses Gefühl ein, das wie das falsche Echo eines verstimmten Musikinstrumentes in ihr nachklang. Eine Disharmonie mit Akkorden der Einengung, vielleicht sogar Unfreiheit, hatte sich in ihre Beziehung eingeschlichen.« (S. 114) 

Story ohne Substanz

Jede neu auftretende Person wird eingeführt, als ob sie eine bedeutende Rolle übernehmen sollte, sogar die kleinste Krankenschwester. Würde man die Handlung auf die wesentlichen Bestandteile beschränken, wäre sie mindestens um die Hälfte kürzer. Tapfer lese ich weiter, weil doch noch etwas geschehen könnte, aber die Story ist absolut dünn, außer dem Tod der Ärztin passiert nicht, gar nichts.

Im Gegensatz zu Helene Tursten, die ihre Story mit ihren Detailbeschreibungen zumindest aufpeppt und es darüber hinaus doch versteht, eine gute Atmosphäre heraufzubeschwören, fehlt dem vorliegenden Buch jegliche Anziehungskraft. Nicht mal der ermittelnde Claes Claesson verfügt über ein scharfes Profil, da helfen auch die vielen Beschreibungen nicht. »Die falsche Spur« ist ein Krimi, den man gut auf dem Stapel ungelesener Bücher liegen lassen kann.

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Luzia zu »Karin Wahlberg: Die falsche Spur« 22.03.2009
Da ich selbst jahrelang im Spital gearbeitet habe, hat mich das Buch sehr gefesselt. Dei Krimihandlung ist nicht so spektakulär; aber die Beschreibung des Arbeitsalltags und all die Freuden und Fruste sind gut gelungen. Ich lese bestimmt noch weitere Bücher von Karin Wahlberg, ich will auch wissen, kriegt der Komissar die Ärztin oder doch nicht?
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Toyota zu »Karin Wahlberg: Die falsche Spur« 30.12.2007
Die Thematik des Klappentextes hat mich sehr angesprochen und am Anfang war es auch noch recht interessant geschrieben, aber die Spannung blieb leider etwas auf der Strecke, es wurden mehr die Alltagsdinge beschrieben und sich weniger auf den Mord an sich konzentriert.

Also kein Buch, was mich jetzt vom Hocker reißen würde. Es liest sich gut und fließend und ich habe es auch bis zum Schluß gelesen, aber zu meinen Favoriten gehört es nicht
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Nele Stratmann zu »Karin Wahlberg: Die falsche Spur« 12.05.2007
Bin erst jetzt auf Karin Wahlberg gestoßen und bin ganz froh, dass ich nach dem Lesen dieses Romanes sofort weitermachen und den nächsten lesen kann, da ich ein Doppelband erstanden habe.Es war allerdings nicht so, dass mich gleich die ersten Seiten gefesselt haben.ich musste mich ein wenig einlesen. Aber je mehr man über die Hauptakteure erfährt, umso mehr will man wissen , wie es weitergeht (entwickelt sich da was zwischen Kommissar und Chirurgin?!?) Jetzt bin ich ganz gespannt auf die Lösung des Falles.muss aber noch ein paar Seiten lesen !!!
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Thomas Müsse zu »Karin Wahlberg: Die falsche Spur« 10.07.2006
Ich finde die ganze Wahlberg-Reihe erfrischend normal und so unspektakulär, dass ich verstehen kann, dass hart gesottene und abgebrühte Krimi-Leser unterfordert sind. Meine Frau und ich freuen uns jedenfalls auf Band 5....
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Ulrike zu »Karin Wahlberg: Die falsche Spur« 07.05.2005
Dieser Krimi ist wenig spektakulär. Er beschreibt vielmehr den Arbeitsalltag in einem Krankenhaus und die meist sehr langatmige Ermittlungsarbeit der Polizei.
Und trotzdem hielt mich die Story fest und ich war sehr gespannt auf die Lösung.
Ich fand die Geschichte sehr realistisch und das Motiv sehr überzeugend.
Es geht auch ohne viel Action und konstruierte Stories.
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Petra zu »Karin Wahlberg: Die falsche Spur« 09.02.2005
Ich mag das Buch sehr. Es ist so herrlich normal - also wahrscheinlich nichts für Männer ! Auch wenn es manchmal dahindümpelt: gute Unterhaltung, aber kein typischer Krimi. Die nächsten beiden Bücher habe ich mir sofort gekauft.
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