Verstummt von Karin Slaughter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel Triptych, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Georgia / Atlanta, 1990 - 2009.
Folge 1 der Will-Trent-/-Atlanta-Serie.

  • New York: Delacorte Press, 2006 unter dem Titel Triptych. 512 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2009. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3-7645-0266-9. 512 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2010. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3-442-37221-8. 527 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2008. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3866048955. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2010. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3837104435. 6 CDs.

'Verstummt' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Selbst der erfahrene Detective Michael Ormewood vom Atlanta Police Department ist schockiert, als er die ermordete junge Frau in ihrem Blut vor sich sieht. Wie gelähmt starrt er auf die Tüte in seinen Händen, die ein Kollege ihm zugeworfen hat. Sie enthält ein Beweisstück – die Zunge des Opfers. Das Werk eines krankhaften Serientäters? Alles deutet darauf hin. Michael sieht sich daher gezwungen, mit Special Agent Will Trent zusammenzuarbeiten, einem undurchsichtigen Mann, dem er instinktiv misstraut. Und mit der Polizistin Angie Polaski, die verdeckt ermittelt und früher seine Geliebte war – bevor sie sein Feind wurde. Nur wenige Stunden nach Auffinden der Leiche verschafft sich das Böse dann Zutritt zu seinem eigenen Haus. Und es sieht ganz danach aus, als ob das Geheimnis hinter all dem Wahnsinn untrennbar mit Michael verknüpft ist. Längst Vergangenes sickert in die Gegenwart, wie Gift in seine Adern …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein totes Buch, kalt und leblos wie die Opfer« 15°

Krimi-Rezension von Jochen König

1985 wird die 15-jährige Mary Alice Finney in Atlanta vergewaltigt, verstümmelt und ermordet. Als mutmaßlicher Täter wird John Shelley, ein als Drogenfreak und Sonderling bekannter Jugendlicher aus der Nachbarschaft, verhaftet und zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 2006 wird die Leiche der Prostituierten Aleesha Monroe entdeckt – ebenfalls vergewaltigt und mit abgebissener Zunge. Als noch zwei fast zu Tode geprügelte Teenager mit den gleichen Verstümmelungen auftauchen, bekommt der ermittelnde Detektiv Michael Ormewood Unterstützung durch den Agenten des »Georgia Bureau of Investigation« (GBI) Will Trent.

Außerdem mischt die Undercover-Polizistin Angela Polaski mit, Kurzzeitaffäre von Ormewood, sowie eine Mixtur aus bester Freundin und großer Liebe Trents. Zudem kennt sie John Shelley, der mittlerweile aus der Haft entlassen, nach Atlanta zurückgekehrt ist und einige unangenehme Entdeckungen machen muss. Denn, oh Wunder, könnte es sein, das man damals den Falschen verhaftet hat, und der wahre Täter unbemerkt all die Jahrzehnte weiter gemordet hat? Als die junge Nachbarin Ormewoods, mit herausgetrennter Zunge und vermutlich erschlagen, in ihrem Garten aufgefunden wird, nimmt die ganze Angelegenheit sehr persönliche Züge an, deren schmerzhafte Auswirkungen nicht nur Angela am eigenen Leib erfahren wird.

»De mortuis nil nisi bene« heißt es, »nur wohlwollendes über die Toten«. Jetzt folgt die berühmte Ausnahme. Verstummt ist ein totes Buch, so kalt und leblos wie die Opfer, die beständig vorgeführt, aber nie beklagt werden. Hier ist alles nur Attitüde, blankes Posieren, ein lausiges Spiel mit falschen Gefühlen und wohldosiert eingesetzten Brutalitäten, die aber nicht mal provokant wirken. Slaughter hat keine Geschichte, die sie erzählen kann oder will, sie erschafft nur Sequenzen, die auf den bloßen Effekt hin ersonnen sind. Das wäre vielleicht annehmbar, wenn sie einen kleinen, schnellen Thriller vorlegen würde, der spannend unterhält. Aber Verstummt ist weit davon entfernt, will viel mehr und scheitert kläglich.

Jede Hauptperson bekommt eine Biographie, die Tiefe vortäuschen soll, aber nichts als abstruse Hochstapelei bietet. Beispielhaft am GBI-Agenten Will Trent zu sehen: Der arme Kerl ist nicht nur ein malträtiertes Waisenkind, sondern auch noch Analphabet. Schafft aber immerhin seinen Doktor – u.a. dank seiner aufopferungsvollen Dauerfreundin Angela – und wird leitender Agent einer Bundesbehörde. Das ist so glaubhaft wie die Geschichte vom fliegenden Eichhörnchen, das Tschaikowskis Nussknacker-Suite pfeifen konnte.

Verstummt ist das Äquivalent zu einer jener Freak-Shows, die noch weit bis ins letzte Jahrhundert hinein menschliche Deformationen als Kirmes-Attraktion vorführten. Selbst Pädophilie wird so zum Witzlieferanten: Michael Ormewood hat eine lieblose, aber für ihn befriedigende Affäre mit seiner Nachbarin Cynthia, die er gerne besucht, wenn »der Mann des Hauses« auf Geschäftsreise ist. Genüsslich wird die Situation auf die Spitze getrieben, bis es Zeit für die Pointe ist: Denn der Abwesende ist keineswegs Cynthias Gatte, sondern ihr Vater. Die junge Nachbarin ist knapp 15 als sie stirbt, und Ormewoods sexuelle Übergriffe dauern da bereits weit über ein Jahr an. Wer jetzt denkt, das Cynthia Interesse oder gar Mitgefühl bezeugt wird, der irrt. Sie bleibt eine kleine, lüsterne Lolita, deren Rolle im Buch es ist, über die Klinge zu springen, damit Ormewood in Bedrängnis gerät. Das ist so überflüssig wie unglaubwürdig und vor allem geschmacklos.

Außerdem gibt es nach Gottlos die nächste völlig dämliche Stolperfalle. Das vielleicht Erschreckendste daran: Wenn wir es nicht besser wüssten, könnten nicht nur die Passagen um Cynthia vermuten lassen, das Slaughter Frauen hasst. Denn sie müssen sich kreuzdämlich verhalten (Angela und die Katzenklappe) werden misshandelt, geschlagen, gefoltert, vergewaltigt und umgebracht. Selbst die weibliche Hauptfigur bekommt ihren Teil ab, bevor sie dumpf-brutal zurückschlagen darf. Allerdings nicht in einem Akt der Erlösung, sondern bestenfalls als gelangweilte Pflichtübung in Selbstjustiz.

Um auch hier vorzubeugen: In Verstummt wird keine Analyse gesellschaftlicher Zustände betrieben, Slaughters Panoptikum gestörter Charaktere ist erschreckend irreal und wenig authentisch geraten. Und gerade durch Angelas Beschreibungen ihres Undercover-Jobs wird man den Verdacht nicht los, dass vor allem Prostituierte ihr bemitleidenswertes Schicksal auch verdient haben. Was von dem gewollten Zynismus gestützt wird, dem beim Anblick einer zerschundenen Leiche nur wichtig ist, dass der Schambereich rasiert ist, ob die Brüste der Toten Implantate enthalten und man noch nach dem Todeskampf »ihre Spalte« sehen kann. Die uneingeschränkte Allianz sprachlichen und inhaltlichen Unvermögens.

Wenn man alles benennen wollte, was an Verstummt nicht stimmt, würde die Rezension sämtliche Rahmen sprengen. Deshalb nur noch ein paar kurze Verweise auf den eklatantesten Unfug: Ermittlungsarbeit findet praktisch nicht statt; sämtliche Ermittler sind so mit ihren privaten Belangen und Unzulänglichkeiten beschäftigt, dass sie es versäumen, den gröbsten Hinweisen nachzugehen. Alles, was sich entwickelt, passiert aus dümmsten Zufällen, oder völlig unbegründet. Es muss halt irgendetwas geschehen, damit der Roman seinem Ende entgegen rumpeln kann. Und gerade dort wird behauptet, aber nie belegt. Die Verhaltenswesen aller Protagonisten an ihren halbgaren Motivationen zu messen – viel Spaß dabei.

Die komplette Unlogik des Ganzen – wieso fällt niemand auf, dass die Morde mit dem ziemlich eindeutigen Profil weitergehen, während Shelley im Gefängnis sitzt? Dass der Modus operandi des mutmaßlichen Täters bei Cynthia ein anderer ist, als bei den restlichen Fällen, wird zwar benannt, spielt aber keine große Rolle. Dazu Wortspiele und Gags, die fast körperlich wehtun. Mein Favorit ist der Verweis Angelas auf Will Trents Geschlecht und sein Geschlechtsleben:

Wobei Sex nie einfach zwischen ihnen war. Will hatte nun wirklich die Ausstattung dafür, aber es war ein Riesenunterschied, ob man wusste, wie man einen Hammer halten muss und ob man damit auch bei jedem Schlag den Nagel auf den Kopf traf.

Verstummt ist ein Roman außerhalb der Grant-County-Reihe. Karin Slaughter hat die Chance nicht ergriffen, sich zu verändern. Der Roman besteht aus den gleichen Versatzstücken wie die Serie um Sarah Linton und »Chief« Tolliver. Eine an den Haaren herbeigezogene Rahmenhandlung dient als Sprungbrett für öde und völlig unglaubwürdige Beziehungsschlachten.

Es scheint zwar kaum möglich, aber Verstummt unterbietet seine Vorgänger deutlich. Mit Ausnahme von John Shelleys leidvoller Geschichte (den die Autorin im Verlauf des Romans aus den Augen verliert, bis er zum Schluss einen letzten Alibi-Auftritt hat) stimmt hier gar nichts mehr. Weder der zusammengestückelte Plot, der willkürlich dahinhoppelt wie ein blindes Karnickel mit arthritischen Gelenken, noch die gehaltlose Seelenlandschaft der Figuren, deren Lippenbekenntnisse nicht mal von einer durchschnittlichen Telenovela unterboten werden. Ein trostloses Buch.

Und warum all die vielen Zeilen, wo ein Wort genügt hätte, das mit »Sch« anfängt? Weil Verstummt die Bestseller-Listen wieder erklimmen wird, und das ganze als spannende Unterhaltung wahrgenommen wird, als Gänsehautschocker, der sich vorgeblich in die dunklen Bereiche der menschlichen Seele und Beziehungsgeflechte vorwagt. Dabei aber nichts als ein reaktionäres, schlecht konstruiertes Machwerk ist. Wie der hochtrabende Originaltitel verheißt, besteht es aus drei Teilen, die originellerweise (zumindest in der deutschen Bearbeitung) alle Verstummt heißen. Es wäre viel gewonnen, wenn sich der deutsche Titel nicht auf herausgebissne Zungen, sondern auf Frau Slaughters literarischen Output der Zukunft beziehen würde.

Besagtes Sch-Wort ist übrigens »Schrott«. Und nein, er eignet sich nicht zum Recyceln. Weil er das schon hinter sich hat.

Jochen König, Oktober 2008

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Liane zu »Karin Slaughter: Verstummt« 26.01.2012
Also, Ich bin nicht eurer Meinung!!
Das Buch war zwar zugegebenermaßen etwas Platt, jedoch mega spannend und nicht vorhersehbar bis zum Ende.
Die ekelhaften krassen Beschreibungen find ich persönlich toll! Ist eben Geschmackssache und bestimmt nicht Jedermanns Sache.
Also für Hartgesottene echt ein MUSS
Viel Spaß

PS:
Okay, die Logik ist zweifelhaft, die Charaktere jedoch Leitbilder starker und harter Männer! Sexy
Canis major zu »Karin Slaughter: Verstummt« 05.01.2012
Ich finde es witzig, daß das Buch hier so zerrissen wird. Ganz ehrlich: wenn ich einen 500-Seiten-Roman derart schlecht finde, lese ich nicht weiter, weil mir die Zeit zu schade dafür ist...dennoch scheinen es alle hier bis zur letzten Seite gelesen zu haben! So vorhersehbar scheint es ja dann doch nicht gewesen zu sein.
Zu Wills Karriere ist nur eines zu sagen: ich hatte einen guten Freund, der fast so legasthenisch war wie Will, auch der hat seinen Schulabschluß in einer ganz normalen Schule gemacht, eine Berufsausbildung (in einem Bürojob!) wurde hinterher sofort übernommen und sein Arbeitgeber weiß bis heute nicht (6 Jahre nach der Ausbildung!), daß er Legastheniker ist! Die wissen sich sehr gut zu verstellen und zu helfen. Ich hab es auch lange nicht gemerkt.
Manchmal schreibt das Leben die Geschichten und manchmal beschreiben Geschichten das Leben!
Michael zu »Karin Slaughter: Verstummt« 13.12.2011
Ich schließe mich vielen Kritikern hier an und sage auch, dass "Verstummt" ein verhältnismäßig schwaches Buch von Slaughter ist.
Trotz vieler Ungereimtheiten, Vorhersehbarkeiten und der exzessiv wiederkehrenden und gefühlt millionenfachen Beschreibungen von Vergewaltigung ist es trotzdem mitunter recht unterhaltsam.
Insgesamt komme ich nicht auf die oben von Herrn König vergebenen 15°, bei mir wären es 40°.
schroeder48 zu »Karin Slaughter: Verstummt« 08.11.2011
Ich muß da leider meinen vielen Vorrednern, die das Buch schlecht fanden und in Teilen auch der Rezension von Jochen König beipflichten.
Die Story ist absolut vorhersehbar, die Handlung nimmt erst gegen Ende etwas Fahrt auf und absolut irrationale Entwicklungen gepaart mit einem Beziehungsgefüge, das bestenfalls aus einer Daily Soap stammen könnte, machen das Buch nicht gerade zum Superthriller.
Vielmehr habe ich mich durch die zäh dahin holpernde Geschichte gequält und wenn man dann noch die Kommentare auf der Rückseite liest ".lesen Sie dieses Buch nicht, wenn es dunkel ist...oder wenn Sie allein sind, aber lesen Sie es", dann kostet mich das nur ein müdes Lächeln. Leider keine große Spannung, keine überraschenden Wendungen, so bleibt auch nur eine mäßige Bewertung 35° mit viel Wohlwollen und weil John Shelley so ein netter Kerl ist...
Jochen zu »Karin Slaughter: Verstummt« 29.08.2011
Liebe Elena, "Verstummt" ist die einzige Rezension, bei der ich bewusst "gespoilert" habe, bzw. die von Slaughter intendierte "Pointe" verraten habe: Die heiße Nachbarin und das fünzehnjährige Mädel sind ein- und dieselbe Person. Es gibt ikeinen eifersüchtigen Gatten. Ormewood hat Angst vor ihrem Vater. Slaughter schielt nur auf Aha-Effekte, die können so blöde sein wie sie wollen.

Und John Shelley hat Cynthia nicht umgebracht, sie ist einfach gestolpert. Karin S. legt ihrem Personal häufiger Stolpersteine (oder -drähte oder -rohre) in den Weg. Da kennt die nix.
Elena zu »Karin Slaughter: Verstummt« 22.08.2011
Hallo. Ich lese momentan dieses Buch, bin auch ein großer Slaughter Fan aber irgendwie irritiert mich diese Story. Ich bin bei Verstummt Teil II. Nach ewigem hin und her der John Shelly Geschichte, gehts jetzt bin Angie und Co. weiter. Was mich stutzig macht, ist die Tatsache, das auf der einen Seite John Shelly dieses Mädchen im Garten umgebracht hat ( zumindest war er schuld ) auf der anderen Seite kommt dann raus, das diese Person die Nachbarin von Michael ist. Er hat jedoch mit dieser geschlafen? Hat er jetzt mit einem Kind geschlafen oder was? Zum einen, eine fünfzehnjährige, zum anderen die Frau vom reichen Schnössel .. Ich verstehe das nicht. Lese das Buch noch zu ende, bin aber Hin und Her gerissen .
iwtumn zu »Karin Slaughter: Verstummt« 18.04.2011
Als ich das Buch gekauft habe, kannte ich Slaughter noch nicht. Und eigentlich besitze ich es jetzt auch nur weil ich den Namen der Autorin in Verbindung mit dem Genre so amüsant fand. Jedenfalls habe ich das Buch innerhalb von 3 Tagen gelesen. Was nicht daran liegt, dass das Buch so toll, spannend, packend war, sondern daran, dass ich wollte, dass dieser Albtraum so schnell wie möglich endet.

Ganz ehrlich, eine dermaßen schlechte Story in Verbindung mit einer dermaßen langweiligen Erzählweise ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Das Buch ist absolut unrealistisch, die Brutalität unnötig und die schlaflosen Nächte die ich mir erhofft habe, stellten sich nur ein, weil ich gewillt war diese Fehlinvestition hinter mich zu bringen.

Es mag schon sein, dass die Autorin normalerweise besser, oder spannender, oder realistischer schreibt, doch "Verstummt" wird ihr einziges Buch bleiben, dass ich von ihr lese. Tja.
buecherwurmchloe zu »Karin Slaughter: Verstummt« 05.04.2011
Bisher kannte ich nur die Grant County-Reihe und war da schon von den Büchern gefesselt.

Also ich fand "Verstummt" total spannend und habe es in einem Ritt verschlungen. Bisher kannte ich Will Trent noch nicht und habe nun (leider) mit dem 2. Teil angefangen.

Den Verriss von Jochen König kann ich nicht so ganz verstehen. Zu meinem Glück gebe ich nicht so viel auf Kommentare anderer - ich überzeuge mich selbst. Ich habe das Buch auch anderen empfohlen und die waren auch begeistert und konnten es nicht aus der Hand legen.
Aurore zu »Karin Slaughter: Verstummt« 04.12.2010
Ich war von "Verstummt" sehr enttäuscht. Die Story war irgendwie vorhersehbar und nicht wirklich spannend und das Ende nicht überraschend.
Finde bei dem Buch auch die übertriebene Beschreibung der Brutalität übertrieben und billig. Die grausigen Einzelheiten sind hier für mich nicht wichtig für die Handlung oder den Spannungsaufbau, sondern nur abartig.
Hatte das Gefühl es geht hier nur noch um Ficken und Verstümmeln und die Gründe hierfür werden überhaupt nicht hinterfragt oder näher beleuchtet.
Muss mich bei dem Buch echt langsam fragen ob die gute Karin ein wenig frauenfeindlich ist ;-)
Krimi-Mimi zu »Karin Slaughter: Verstummt« 22.11.2010
Das Buch habe ich in nullkommanix verschlungen, fand es spannend und bis zur letzten Seite unterhaltend. Die Kritik kann ich dennoch an einigen Stellen nachvollziehen. Wie Will Trent mit dieser wirklich heftigen Legasthenie beruflich soweit ohne die Hilfe von Dritten gekommen ist, ist in der Tat sehr unrealistisch. Auch die tatsächlichen Hintergründe der Taten und die Fixierung auf die Zunge bleiben schwamming.
Die Darstellung mit Michaels Nachbarin Cynthia hat mich hingegen wirklich weggehauen. Das war erzählerisch und dramaturgisch hervorragend.
Was bei Slaughter-Romanen zwangsläufig eintritt, ist die Abstumpfung. Auf jeder dritten Seite liest man über Gewalt und Missbrauch in einem grauenhaften Detaillierungsgrad – es ist schockierend, wie wenig schockiert man am Ende selbst noch ist.

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