Harter Schnitt von Karin Slaughter

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Fallen, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Blanvalet.
Folge 3 der Georgia-Serie.

  • New York: Delacorte, 2011 unter dem Titel Fallen. 387 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2013. Übersetzt von Klaus Berr. ISBN: 978-3-7645-0415-1. 512 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2013. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3837121895. 6 CDs.

'Harter Schnitt' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Manche Schuld verjährt nie Nach der Geburt ihrer Tochter Emma ist Faith Mitchell vom GBI zurück im Polizeidienst, und ihr Ermittlerinstinkt ist noch immer zuverlässig: Als sie eines Tages ihre Mutter nicht erreichen kann, die sich um Emma kümmern sollte, rast sie von der Arbeit nach Hause und findet ihre Tochter in einen Schuppen gesperrt, eine frische Blutspur an der Haustür, eine Leiche in der Kammer und zwei bewaffnete Männer im Schlafzimmer vor. Von ihrer Mutter  keine Spur &

Das meint Krimi-Couch.de: »Keine Blutsuppe im Menü« 64°

Krimi-Rezension von Almut Oetjen

Faith Mitchell, Agentin des Georgia Bureau of Investigation (GBI), fährt nach einer Weiterbildungsmaßnahme zur ihrer Mutter Evelyn, um Baby Emma dort abzuholen. Faith sieht an der Haustür einen blutigen Handabdruck, Emma ist im Schuppen, Evelyn verschwunden, im Waschraum liegt ein Toter, das Haus ist verwüstet und voller Blutspuren. Im Schlafzimmer findet Faith einen Asiaten, der einen Mexikaner mit einer Waffe bedroht. Dem Asiaten verpasst sie einen Kopfschuss, den fliehenden Mexikaner erwischt sie im Garten. Der Sterbende kann ihr nicht mehr sagen, wo ihre Mutter ist.

Amanda Wagner, stellvertretende Direktorin des GBI und Freundin Evelyns, die bis zu ihrer Pensionierung vor fünf Jahren den Rang eines Captain bei der Polizei von Atlanta innehatte, setzt Faiths Partner Will Trent auf den Entführungsfall an. Unter Verdacht gerät bald das ehemalige Team Evelyns, allesamt wegen Korruption verurteilte Mitarbeiter der Drogenabteilung. Während Faith Probleme hat, mit der Situation fertig zu werden, Will und Amanda ihren Spuren nachgehen, zieht Will Traumaspezialistin Dr. Sara Linton als Beraterin hinzu und vertieft die Beziehung zu ihr.

Serienzusammenführung

Karin Slaughter schreibt seit 2001 an der Grant County-Serie und seit 2006 an der Will Trent/Atlanta-Serie. Harter Schnitt vereint beide: Faith Mitchell und Will Trent aus der Atlanta-Serie, Sara Linton aus der Grant County-Serie.

Natürlich kann jeder Eintrag in einer dieser Serien von Karin Slaughter als eigenständiger Roman gelesen werden. Da die Autorin ihre Figuren jedoch weiterentwickelt, geht ein wenig verloren, wenn man die Vorgänger von Harter Schnitt nicht kennt. Will Trent ist ein Mann zwischen vier starken Frauen: Faith, Amanda, Sara und seiner Ehefrau Angie. Er selbst hat eine sehr harte Kindheit und Jugend hinter sich, leidet an Legasthenie und ist Sammler körperlicher und seelischer Verletzungen. Auch in Harter Schnitt wird die Romanze zwischen Will und Sara fortentwickelt. Sara hat eine starke Szene in der Konfrontation mit Angie, ihrer Konkurrentin um Will. Wie nahezu alle Mitwirkenden trägt natürlich auch Faith ihr Päckchen: als Teenager brachte sie zur Schande ihrer Familie Jeremy zur Welt, der nun das College besucht. Emmas Vater hat sie nie erzählt, dass der eine Tochter hat. Faith ist Diabetikerin und bringt Beruf und Privatleben mit Hilfe ihrer Mutter in eine Art Einklang.

Die Handlung wird von Samstag bis Montag mit abnehmender Seitenzahl erzählt. Der Samstag beansprucht rund 210 Seiten, der Sonntag rund 160, der Montag 90. Dann wird für den Schluss ein Sprung zum Donnerstag vollzogen, der mit knapp 30 Seiten der Tag ist, über den es am wenigsten zu berichten gibt, an dem immerhin aber ein wenig Romantik aufscheint. Die Ermittlungsarbeit wird prozedural geschildert, wobei in passenden Momenten andere Inhalte eingefügt werden, die beispielsweise Figuren über Erlebnisse aus der Vergangenheit mit mehr gestalterischem Fleisch versehen. Dies wirkt bisweilen gekünstelt (warum an dieser Stelle genau dieser Ausflug in persönliche Probleme?), geht jedoch oft stärker in die Tiefe als in anderen Kriminalromanen. So erfahren wir viel über die Schwierigkeiten beim Produzieren von Rührei unter der Bedingung einer Mordfallerörterung. Slaughter wartet mit einigen Hintergrundgeschichten auf, von denen am wichtigsten die ist, über die wir das Verbrechen besser verstehen.

Weniger zeigefreudig

Man ist ja oft schnell dabei, wenn Autoren gewalttätig in einem Buch oder Film zu Werke gehen lassen, Gewaltverherrlichung zu unterstellen. Und wenn das Werk dann noch wenig anspruchsvoll ist, gilt dies vielleicht auch für die Leser. Die dann irgendwann ob der ständigen Unterstellungen in Kritiken oder Kommentaren darauf hinweisen, dass das neue Buch von hier: Karin Slaughter nicht sehr anspruchsvoll ist, aber man gerne so etwas zwischendurch liest. Daraus kann sich dann eine mehr oder weniger befremdliche Diskussion entwickeln. Im angelsächsischen Sprachraum wird der Genuss solcher Werke als »forbidden pleasure« beschrieben. Das trifft es ganz gut: eigentlich sollte man das betreffende Werk nicht genießen, weil es auf das mögliche Vorliegen primitiver Rezeptionsinstinkte hinweist, aber …

Man weiß, was einen erwartet, man liest es, und stellt im Zweifel indigniert fest: schon wieder wie immer. Aber die Blutsuppe, die Genitalverstümmelungen, kurz: die Zeigefreudigkeit, und den Sexismus von beispielsweise Belladonna und Verstummt sucht man in Harter Schnitt vergebens. Natürlich geschehen auch hier seltsame Dinge; so vergewaltigt ein Mann zwei Mädchen und beißt ihnen die Brüste ab. Mithin geht es recht brutal zu. Und sprachlich anspruchslos. Und auf gelegentlich primitive Weise unterhaltsam.

Fazit: Der Mordfall wird sehr detailliert beschrieben, die Ermittlungen sind minutiös nachvollziehbar. Die Charaktere sind dreidimensional und haben ihre Macken. Nur etwas für Liebhaber von Karin Slaughters Büchern, oder für Leser, die sie als Grundlage für Kritik benötigen.

Almut Oetjen, September 2013

 

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Emilia zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 16.07.2015
Ich lese Karin Slaughter hauptsächlich, um die Entwicklung der jeweiligen Charaktere zu verfolgen und möglichst viel über ihre Hintergründe zu erfahren. Ich muss sagen, Wills Legastenie wird mir zu häufig thematisiert und auch dramatisiert- ich meine, wenn man damit solch eine Karriere hinlegen kann ;) Das Faith mit ihrem Diabetes überfordert ist, passt zu ihr, sie ist generell mit ihrem Leben überfordert, so what...
Was mich sehr freut ist die Annäherung zwischen Will und Sara, denn Sara ist mein Lieblingscharakter und ich freue mich, dass sie nun wieder voll involviert ist. Die Geschichte um Evelyn ist mal wieder übertrieben grausam und brutal, aber das passt ja zu Karins Stil, aber ich fand es auch sehr angenehm, dass endlich mal nicht sexuelle Gewalt und Motive im Vordergrund standen.Alles im allen aber unterhaltsam und ich freue mich nun auf "Bittere Wunden".

70 °
rolandreis zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 19.02.2015
Leider habe ich in diesem Buch die einstige Lockerheit, mit der die Autorin früher schrieb, erneut vermisst. "Harter Schnitt" war mir in der Mitte zu verwirrend, da zu viele Namen mit losen Enden auftauchen und alle nicht zur Kerngeschichte beitragen. Karin Slaughter hat für mich derzeit ihren Autorenzenith überschritten und wenn Sie so weiterschreibt, dann fällt sie bei mir aus meiner Autorenliste.
Edith Sprunck zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 05.11.2014
Ein nichtssagender Krimi, den ich trotzdem mit Spannung im Galopp gelesen habe. Temporeich, viel Action und immer wieder mal ein Überraschungsmoment dazwischen - bis auf das Ende. Da ist er denn doch ziemlich saftlos ausgeplätschert.
Da ich bislang alle Krimis von K.S. gelesen habe, lag diesmal mein Hauptinteresse bei den Figuren und ihrer Entwicklung. Ihre Darstellung und Interaktionen kamen nicht zu kurz, auch wenn sich wenig Neues ergeben hat. Da es sich um ausgeprägte Charaktere handelt, gebe ich die Hoffnung auf bessere Folgen nicht auf.
Edith Sprunck zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 05.11.2014
Ein nichtssagender Krimi, den ich trotzdem mit Spannung im Galopp gelesen habe. Temporeich, viel Action und immer wieder mal ein Überraschungsmoment dazwischen - bis auf das Ende. Da ist er denn doch ziemlich saftlos ausgeplätschert.
Da ich bislang alle Krimis von K.S. gelesen habe, lag diesmal mein Hauptinteresse bei den Figuren und ihrer Entwicklung. Ihre Darstellung und Interaktionen kamen nicht zu kurz, auch wenn sich wenig Neues ergeben hat. Da es sich um ausgeprägte Charaktere handelt, gebe ich die Hoffnung auf bessere Folgen nicht auf.
DaniArrow zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 14.04.2014
Ich kann die Kritik nur bedingt nachvollziehen. Ich habe bisher alle Teile der Grant County / Will Trent / Atlanta Reihen gelesen und finde dass "Harter Schnitt" eher als Zusammenführung dient. Die interessantere Handlung in dem Buch ist weniger der Fall um den es geht als dass Will und Sara zum ersten Mal den Mut finden, zu zeigen was sie für einander fühlen. Außerdem ebnet es den Weg für das nächste Buch, in dem es um Amanda Wagner und deren Vergangenheit geht. Karin Slaughter legt mit "Harter Schnitt" zwar (als einzelner Krimi gesehen) nicht ihr bestes Werk vor, aber eins das für die gesamte Storyline von Bedeutung ist. Und als Fan macht es einem sowieso Spass.
Juls zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 20.11.2013
Ich habe mich total auf diese Buch gefreut.

Leider ist die Spannung teilweise wirklich komplett weg und teilweise war es auch etwas mühselig weiter zu lesen.

Ich hätte mir eine bessere Mischung gewünscht aus dem "Liebesteil mit Sara und Will" und etwas mehr "Spannung" wie in den ersten Büchern mit Sara und Jeffry.

Mittlerweile habe ich Jeffry's Tod verdaut und könnte etwas mehr "Will u Sara" vertragen. :)

Aber so sind Geschmäcker nun mal verschieden.auf alle Fälle freue ich mich schon auf das nächste Buch!

Ich liebe die Bücher von KARIN SLAUGHTER !
Naddl zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 21.10.2013
Da ich Fan bin hab ich da eine ganz andere Meinung ! Ich war sehr begeistert,habe auf diese Buch hin gefiebert und bin nicht enttäuscht wurden.jetzt warte ich sehnsüchtig aufs nächste.wenn man alle Bücher von ihr gelesen hat will man ja wissen,wie sich die Charaktere weitere entwickeln.großes Lob an die Schriftstellerin !!!
funne zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 21.10.2013
Ich fand dieses Buch unglaublich langweilig. Es gab viel zu viele Dialoge, die sich ständig nur um das gleiche Thema gedreht haben. Immer neue Theorien des Tathergangs. Außerdem waren die Kapitel so lang, und da ich nicht mittendrin unterbrechen wollte, musste ich mich durchquälen, und es war wie gesagt ziemlich langweilig.
Ich würde sagen, das ist nur was für Fans dieser Autorin! Es war mein erstes Buch von ihr und ich bin mir nicht sicher, ob ich ein weiteres lesen werde.
Oldman zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 02.10.2013
Die permanente Psychologisierung der Protagonisten ist ermüdend und dient nur zur Seitenfüllung, kurz, sie geht zu Lasten der Story. Diese beginnt eigentlich sehr spannend, aber das Tempo wird ja immer wieder rausgenommen. Die Auflösung ist vollkommen daneben, das Motiv für die Taten absolut unglaubwürdig. Irgendwann geraten alle Vielschreiber an Ihre Grenzen, die Autorin nähert sich ihrer m.E. an. Das nächste Buch folgt sicher recht schnell, ob ich es mir dann noch antun werde weiß ich derzeit nicht.
Havers zu »Karin Slaughter: Harter Schnitt« 16.09.2013
Was mich an diesem Buch unglaublich genervt hat, ist die schlampige Übersetzung. Dass es im Deutschen keine Apfelsoße gibt, sollte jemand mit dieser Profession wissen und auch, dass das Apfelmus ist. Dann der Song von Ac/DC: mal heißt es Black in black, dann wieder - wie es korrekt wäre - Back in black.

Wenn man mit einer Autorin Kasse machen möchte, sollte man vielleicht einen Euro mehr in den Übersetzer investieren - das war definitiv mein letztes Buch von Karin Slaughter!

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 11.
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