Gefährliche Gewächse von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002
unter dem Titel Macaws of Death,
deutsche Ausgabe erstmals 2006
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Costa Rica, 1990 - 2009.
- Manitoba: Ravenstone, 2002 unter dem Titel Macaws of Death. 373 Seiten.
-
München: Goldmann, 2006.
Übersetzt von Berthold Radke.
ISBN:
978-3-442-73162-6. 381 Seiten.
'Gefährliche Gewächse' ist erschienen als
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In Kürze:
Tod im Dschungel Costa Ricas: Die Biologin Robyn Devara forscht mit einem Forscherteam nach einer unbekannten Papageienart. Dann aber stirbt einer ihrer Mitarbeiter an einem Skorpionbiss. Nur: in Costa Rica gibt es keine giftigen skorpione. Offensichtlich will jemand die Wissenschaftler aus dem Regenwald vertreiben. Nur warum? Kann Robyn ein weiteres Verbrechen verhindern?
Das meint Krimi-Couch.de: »Eine gute Idee abgewürgt«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Sie ist professionelle Ornithologin. Robyn Devara. Als solche wird sie von einem Vollzugsbeamten der CITES, einer Organisation zur Bekämpfung des Internationalen Handels von bedrohter Fauna und Flora, kontaktiert, denn es wurde beim Zoll eine Ladung seltener, toter Papageien gefunden. Einer davon ist ein Ara mit schneeweißer Brust, leuchtend rotem Kinnstreif und einem dunklen, purpurnen Rücken. Die oberen Armdecken sind von einem tiefgelben Band dekoriert. Und so einen Vogel hat Robyn bislang noch nicht gesehen, denn es gibt nur eine einzige, unbestätigte Erwähnung eines Forschers, der diese Prachtspezies irgendwo im Dschungel Costa Ricas entdeckt haben will. Aber dieser Forscher ist tot.
Robyn, die noch nie einen Regenwald betreten hat, ist alsbald auf dem Flug in den tropisch, heißen Süden, um dort ihr Team zu requirieren, das sie in das Dschungelcamp begleiten soll. Der ungleiche Haufen Forscher für das Freizeit-Team ist nicht gerade nach Robyns Geschmack, aber andere Mitarbeiter stehen nicht zur Verfügung. Und so sieht sich die Biologin nicht nur mit den Extravaganzen ihrer Mitreisenden konfrontiert, sondern auch mit der Tatsache, dass sie mit ihrem Einsatz im Regenwald zum Schutz der Aras auch dem organisierten Tierfang ein Dorn im Auge sein wird. Begegnungen mit Tercipelo-Lanzenottern, bissigen Fliegen, Steckmücken und riesigen Tausendfüsslern, undurchdringliche Wildnis und überall die dampfende Hitze …
Robyn hat es nicht leicht zu lernen, wie man sich im Dschungel bewegt. Und dann erkennt sie, dass hier auch noch Unbekannte am Werk sind. Wilddiebe? Goldschürfer? Und dann verschwindet auch noch der Führer und wird Tage später als verwesende Leiche mit Einschusslöchern im Hemd gefunden. Aber auch die seltene Araart wird endlich entdeckt und damit kommt die Furcht vor den Wilderern, denen in ihrer Profitgier auch weitere Menschenleben nichts bedeuten …
Karen Dudley, Biologin und Archäologin aus Winnipeg, hat bei btb ihren dritten Roman mit der Ornithologin Robyn Devara in der deutschen Übersetzung von Berthold Radke auf den hiesigen Buchmarkt geworfen. Das 382 Seiten dicke Buch braucht reichlich lange, bis es halbwegs auf Touren kommt. Es lebt von den Schilderungen der Dschungelatmosphäre und den Animositäten der Forscher untereinander, wird aber trotz zahlreicher hinterlistiger Attacken leider nicht sonderlich aufregend, wenn man vom Unterhaltungswert bissiger Ameisen im Schlafsack einer hübschen Frau absieht.
Die inhaltlichen Längen und die Schwankungen im Spannungsablauf können auch nicht durch eine ansonsten recht flotte Schreibweise und eine gute Charakterisierung der Personen kaschiert werden. Wie man solche Dschungelaction perfekt verarbeitet, zeigt etwa Douglas Preston in Der Codex, der die Regenwaldstimmung wesentlich intensiver zu Papier gebracht hat. Da sich trotz mehrfachen Tötungsdelikten eigentlich keine Ermittlungstätigkeit im Speziellen ergibt, bleibt für Gefährliche Gewächse höchstens eine Klassifizierung als mittelmäßiger Spannungsroman, der vom exotischen Ambiente lebt, nicht aber von einer kriminalistischen Handlung.
Aus der Thematik rund um den illegalen Handel mit wilden Tieren und Pflanzen hätte man mit Sicherheit eine wesentlich intensivere Story basteln können, die nicht nur so nebenbei auf die Problematik hinweist, sondern tiefer ins Geschehen eingreift. Die Kenntnis dazu müsste die Autorin auf Grund ihrer vormaligen Profession in jedem Fall haben und dies klingt in einigen guten Ansätzen auch sehr interessant an, wird aber dann durch Dialoge meist vorschnell abgewürgt.
Die (amerikanischen) Pressestimmen, die von einem »aufregenden, witzigen Kriminalroman« und von Charakteren mit »viel Witz, Humor und Charme« sprechen, kann ich leider nicht bestätigen, und wie weit sich der ansonsten sehr flüssig agierende Übersetzer Berthold Radke vom Originalwitz entfernt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Für hiesige Verhältnisse ist diese deutsche Erstveröffentlichung jedoch keinesfalls überdurchschnittlich witzig oder charmant. Und warum man den aussagekräftigen Originaltitel Macaws of Death (»Aras des Todes«) in Gefährliche Gewächse umgesetzt hat, wird wohl ein Geheimnis des Verlages bleiben.
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| Lilo zu »Karen Dudley: Gefährliche Gewächse« | 27.05.2010 |
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