Die rote Spur des Zorns von Julia Spencer-Fleming

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel A Fountain Filled With Blood, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.
Folge 2 der Pastorin-Clare-und-Sheriff-Russ-Serie.

  • New York: Thomas Dunne Books, 2003 unter dem Titel A Fountain Filled With Blood. 320 Seiten.
  • München: Knaur, 2006. Übersetzt von Stefan Troßbach. ISBN: 978-3-426-62834-8. 496 Seiten.
  • München: Knaur, 2008. Übersetzt von Stefan Troßbach. ISBN: 978-3-426-50101-6. 494 Seiten.

'Die rote Spur des Zorns' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze: 

Es ist Sommer in der kleinen Stadt Millers Kill im Norden des Staates New York. Ein neues Verbrechen lässt aus der wachsenden Zuneigung von Clare Fergusson, der couragierten Pastorin und Ex-Helikopterpilotin, und Sheriff Russ Van Alstyne erst einmal nichts werden. Ein Arzt und mehrere andere Männer wurden brutal zusammengeschlagen und dann grausam ermordet. Sind es Verbrechen aus Hass, oder ist es kalte Berechnung? Augenscheinlich geht es in großem Maßstab um Grundstücksspekulation und lukrative Bauaufträge. Russ möchte Clare diesmal aus dem Fall heraushalten, doch das entspricht nicht Clares Temperament. Sie lässt sich nicht beirren und ermittelt auf eigene Faust …

Das meint Krimi-Couch.de: »Heiliger Strohsack« 68°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Julia Spencer-Fleming hebt sich zumindest durch eine Tatsache aus der Masse der amerikanischen Krimiautoren heraus. In ihrer Protagonistin vereint sie zwei ungewöhnliche Berufe, die nicht nur auf den ersten Blick nichts gemeinsam miteinander haben. Mittlerweile ist der zweite Band »Die rote Spur des Zorns« in deutscher Übersetzung erschienen.

Clare Fergusson, die Pastorin der Episkopalkirche von Millers Kill, fünfunddreißig Jahre alt, in ihrem früheren Leben Hubschrauberpilotin bei der Army, ist scheinbar nicht ausgelastet mit den Problemen ihrer Schäfchen, denn sie betätigt sich nebenberuflich noch als Amateurdetektivin, nicht nur, weil sie den Polizeichef des Ortes so attraktiv findet. Nebenbei bemerkt: Dieser ist leider verheiratet, aber die Frau taucht nur in Erzählungen auf. Leser, die auf eine Verbindung der beiden hoffen, haben also keine schlechten Karten.

Umweltsünden allerorten

In Millers Kill herrscht große Aufregung, da erhöhte PCB-Werte im Fluss festgestellt wurden, die von den Anwohnern auf den Bau eines großen Freizeitbades zurückgeführt werden, das in der Nähe eines Steinbruchs entstehen soll, der in den siebziger Jahren als Giftmülldeponie genutzt wurde. Aber nicht nur die Umweltbedrohung erschüttert den kleinen Ort, sondern auch der Anschlag auf den Gerichtsmediziner Dr. Emil Dvorak, der auf seinem Heimweg von einem Abendessen mit Freunden brutal zusammengeschlagen wurde und nun schwer verletzt im Krankenhaus liegt.

Dass Dvorak homosexuell ist, wird von Chief Van Alstyne, dem Polizeichef, zunächst als nicht relevant eingestuft, doch weitere Anschläge auf Homosexuelle lassen etwas anderes vermuten. Die Öffentlichkeit darf seiner Ansicht nach nichts von diesem Zusammenhang erfahren, wohingegen Clare anderer Ansicht ist. Beide Vorfälle, die Anschläge und die Proteste der Umweltschützer werden miteinander verbunden, als einer der Teilhaber der ausführenden Baufirma ermordet im Park aufgefunden wird. Auch Bill Ingraham ist/war homosexuell.

Nicht Fisch, nicht Fleisch – nicht skurril genug

Die Hauptcharaktere sind zwar recht sympathisch geschildert, aber manchmal wirken sie zu unecht, z.B. wenn Clare sich von einem Vordach herabhangelt, nur um nicht beim Schnüffeln erwischt zu werden, wenn sie auf einer Party die Leute aushorcht und dabei einige Drinks zuviel genießt, wenn Chief Van Alstyne seine eigene Mutter bei einer Demonstration verhaften lässt oder wenn Clare beim Showdown einen gewagten Hubschrauberflug unternimmt. Die Übertreibung der Charakterzeichnung ist jedoch nicht stark genug, um als richtig skurril zu gelten, wie es die Amerikanerin Charlotte MacLeod mit ihrer College-Serie sehr erfolgreich praktizierte.

All das kann man noch als typisch amerikanisch abtun und dennoch gut unterhalten werden. Doch auch was Frau Spencer-Fleming dem Leser mit den Anfängen der Story verspricht, kann sie leider nicht halten. Mindestens 100 der rund 500 Seiten sind überflüssig und eine Straffung zugunsten der Spannung hätte dem Plot sehr gut getan. So dümpelt die Erzählung nur dahin, ohne dass groß etwas passiert. Fast scheint es, als seien die Anschläge und der Mordfall nur Staffage, um die Beziehungskiste der beiden Hauptpersonen zu entwickeln. Bei dem Tempo, das die beiden vorlegen, wird man allerdings noch weitere zehn Bände abwarten müssen und fühlt sich in diesem Punkt an Ann Grangers Mitchell & Markby Reihe erinnert.

»Die rote Spur des Zorn« ist ein Buch, das den Untertitel ´Amnesie garantiert’ verdient. Kaum hat man es zugeklappt, fragt man sich, was man da eigentlich gelesen hat.

Ihre Meinung zu »Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Mariahsjack zu »Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns« 06.09.2009
Leider fand ich den zweiten Band nicht ganz so gut wie den ersten, was aber nicht an der Story lag. Viel mehr fand ich das Buch noch schlimmer in die länge gezogen als das erste. Manche Passagen waren meiner Meinung nach zu ausgeschmückt und eher etwas langweilig.
Aber dennoch lässt sich das Buch flüssig und schnell lesen und von daher ist man auch durch die langweiligen Passagen schnell durch :-)
Alles in allem aber spannend und auf jeden Fall sehr sympatische und interessante Charaktere die einem schon ans Herz wachsen und lust auf den Dritten Band machen. Also für Fans von Serien: Ran die Spencer-Fleming-Bücher ;-)
Rolf.P zu »Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns« 13.02.2009
Die rote Spur des Zorns lässt sich sehr flüssig lesen.
Wie bereits in Ihrem ersten Buch stellt Julia Spencer-Fleming auch diesmal die Menschen in den Vordergrund. Die gemeinsame Geschichte von Clare Fergusson und Russ van Alstyne, die im ersten Buch (Das weiße Kleid des Todes) begann, wird weitererzählt.
Durch die einfühlsame Darstellung der Charaktere hat man fast das Gefühl, ständig mit vor Ort zu sein. Die Spannung wird in dem Krimi langsam aufgebaut und der Leser wird bis zum Schluss nicht enttäuscht.
Das Tolle an diesem Buch ist nicht unbedingt die Krimihandlung, sondern vielmehr das Aufeinandertreffen der, doch sehr unkonventionellen, Pastorin und des etwas kantigen Polizisten. Ich persönlich habe die beiden mit ihren Ecken und Kanten im Verlauf der beiden bisherigen Bücher wirklich lieb gewonnen und freue mich schon auf den nächsten Roman!

Ich habe dies zwar nicht als "das spannendsten Buch, das ich je gelesen habe" empfunden, aber dennoch würde ich es mit gutem Gewissen weiter empfehlen.
HelgaR zu »Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns« 27.12.2007
Auch dieser 2.Fall hat mir wieder gut gefallen, obwohl die Serie nach wie vor zu den ruhigeren gehört. Es werden Männer überfallen und auch ermordet, die außerdem, wie sich herausstellt, homosexuell sind. Es geht auch um eine Giftmülldeponie, angeblich ist der Fluss verseucht und es soll dort auf einem Grundstück ein großes Bauprojekt entstehen.

Niemend weiß, womit die Morde zu tun haben und Sheriff Russ Van Alstyne muss in alle Richtungen ermitteln. Natürlich ist auch die Pastorin Clare Fergusson wieder mit dabei und ich habe beide schon sehr ins Herz geschlosssen. Wie gesagt, kein extrem aufregender Krimi, sondern eher einer von der ruhigeren Art, aber trotzdem sehr interessant und ich werde an der Serie dranbleiben.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Marion zu »Julia Spencer-Fleming: Die rote Spur des Zorns« 14.11.2006
nach das weisse kleid des todes hab ich die rote spur des zorns direkt verschlungen.

spencer-fleming schreibt humorvoll und spannend. ihre charaktere sind interessant und vielschichtig. vor allem clare und russ sind sehr sympathisch, haben aber durchaus auch ihre ecken, kanten und schwächen.

manchmal erscheint mir die geschichte etwas übertrieben (zb der hubschrauberflug allgemein), aber da frau spencer-fleming es versteht, bücher zu schreiben, fällt das nicht wirklich ins gewicht

kam es nur mir persönlich so vor oder wurde clare in diesem buch attraktiver beschrieben als im ersten? (nicht, dass das für die geschichte tatsächlich von interesse wäre).

da die übersetzungen vermutlich noch auf sich warten lassen, werde ich mir einmal ein original zu gemüte führen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Die rote Spur des Zorns

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: