Die bleiche Hand des Schicksals von Julia Spencer-Fleming

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Out of the Deep I Cry, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Knaur.
Folge 3 der Pastorin-Clare-und-Sheriff-Russ-Serie.

  • New York: Thomas Dunne Books, 2004 unter dem Titel Out of the Deep I Cry. 536 Seiten.
  • München: Knaur, 2007. Übersetzt von Frauke Czwikla. ISBN: 978-3-426-63537-7. 536 Seiten.
  • München: Knaur, 2009. Übersetzt von Frauke Czwikla. ISBN: 978-3-426-50459-8. 536 Seiten.

'Die bleiche Hand des Schicksals' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Als Dr. Rouse, der Chefarzt der renommierten Jonathan-Klinik, plötzlich spurlos verschwindet glauben die meisten Bewohner der kleinen Stadt Millers Kill im Norden des Staates New York an einen Racheakt. Denn kurz zuvor war der Arzt von einer wütenden Patientin angegriffen worde. Aber die Ermittlungen von Sheriff Russ Van Alstyne und Pastorin Clare Fergusson führen in die Vergangenheit. Das Duo deckt ein Verbrechen auf, das mehr als siebzig Jahre zurückliegt und lange Schatten auf die Gegenwart wirft.

Das meint Krimi-Couch.de: »Der Sheriff und die Pastorin« 45°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Während Sheriff Russ Van Alstyne und Pastorin Clare Fergusson im Staate New York bereits ihren fünften Fall geklärt haben, dürfen die Leser von Julia Spencer-Fleming nunmehr erst die dritte gemeinsame Ermittlung des ungleichen Paares miterleben, die als Die bleiche Hand des Schicksals vom Knaur Taschenbuchverlag veröffentlich wurde. Out Of The Deep I Cry" kommt in der Übersetzung aus dem Amerikanischen von Frauke Czwikla auf den Buchmarkt.

Der besondere Reiz dieser Serie liegt darin, dass der grummelige Sheriff und die naiv-raffinierte Pastorin unter anderen beruflichen Voraussetzungen ein Paar sein könnte, denn zwischen beiden knistert es unaufhörlich, wenn sie sich ihrer Profession widmen.

Julia Spencer-Fleming lässt den Leser gleich ordentliche Zeitsprünge vollführen, wenn der Sheriff als Jugendlicher im Jahr 1970 beim Angeln eine alte Frau vor dem fast sicher scheinenden Tod durch Ertrinken rettet.

Beim nächsten Sprung regnet es der Pastorin am Aschermittwoch so stark durchs Kirchendach, dass sie in der Kirche Eimer aufstellen muss. Zu all ihren Problemen kommt nun auch noch die Sorge, wie sie und ihre Kirchengemeinde das Geld auftreiben sollen, damit die desolate Konstruktion grundlegend erneuert werden kann.

Der nächste Zeitsprung bringt uns ins Jahr 1950. Die alte Mrs. Ketchem will ihr Vermögen dazu einsetzen und ein Krankenhaus zur Erinnerung an ihren verstorbenen Gemahl gründen und tut dies auch.

Zurück im Heute trifft die Pastorin vor der Karitativen Klinik Millers Kill eine Demonstrantin, die vehement gegen die Methoden des Klinikleiters Dr. Rouse protestiert, der angeblich wegen falscher Impfungen eine Mehrung der Krankheitsfälle an Autismus produziert hat. Clare Fergusson und Chief Alstyne müssen die junge Frau mit Gewalt davon abhalten, Dr. Rouse an die Gurgel zu gehen.

Doch das Krankenhaus bleibt nicht von schlechten Nachrichten verschont. Die großzügige Spende zur Erhaltung der Klinik soll gestrichen werden, damit die Kirche neu renoviert werden kann. Das haut den armen Doktor völlig von den Socken, aber wir sind mittlerweile erst auf Seite 132, ohne dass sonst etwas in dem kleinen Städtchen passiert.

Und die Autorin hüpft noch weiter in die Vergangenheit. Anno domini 1937 verschwindet jener Jonathan Ketchem, zu dessen Gedenken die Klinik errichtet wurde und seine Frau setzt alles daran, ihn für tot erklären zu lassen.

Beim nächsten Sprung ins Heute verschwindet dann am zweiten Fastensonntag plötzlich Dr. Rouse. Sein Wagen wird an einem Stausee gefunden, doch von ihm fehlt jede Spur.

Mittlerweile sind wir mit der Vorgeschichte auf Seite 170 angelangt. Julia Spencer-Fleming zieht die Story aus wie einen Strudelteig, aber die schmackhafte Fülle scheint sie vergessen zu haben. Die Pastorin hat noch immer keinen wintertauglichen Wagen und muss vom (verheirateten) Sheriff ständig daran erinnert werden, dass sie sich ordentlich warm anzieht und so nebenbei gelüstet den Sheriff auch in aller Ehre mächtig nach dem hübschen Kirchenweiblein, aber Die bleiche Hand des Schicksals will einfach nicht richtig ins Laufen kommen.

Auch wenn die verworrene Geschichte noch so leicht zu lesen ist und das sich gegenseitig anhimmelnde Ermittlerpärchen standhaft den Versuchungen zu widerstehen trachtet, reicht das noch lange nicht aus, um den gut versteckten Kriminalfall auf Touren zu bringen. Bei der Konstruktion der Geschichte, die an und für sich nicht uninteressant ist, muss sich der Leser erst durch den mühsamen Aufbau kämpfen, bis er die Zusammenhänge erfasst. Bei so viel Langatmigkeit schwindet die Leselust, ganz im Gegensatz zu Frau Spencer-Flemings Das weiße Kleid des Todes . Bislang konnte die Autorin den Level des Erstlings leider nicht halten und auch dieses Buch kann man getrost als gerade noch mittelmäßigen Durchschnitt ad acta legen.

Wolfgang Weninger, Oktober 2007

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Mariahsjack zu »Julia Spencer-Fleming: Die bleiche Hand des Schicksals« 29.09.2009
Man ist ja ja nach dem dritten Band schon sehr an die Charaktere gewohnt und da macht es auch gar nicht so viel, das es in diesem Band gar nicht so sehr Krimi ist. Zwar Spannend, aber wenig Blut und Mord :-)
Besonders gut gelungen ist (und mir persönlich gut gefallen) hat der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Wieder mal ein Buch was flüssig zu lesen ist und schon allein wegen der netten Charaktere Lust auf den nächsten Band macht.
HelgaR zu »Julia Spencer-Fleming: Die bleiche Hand des Schicksals« 24.08.2009
Diese Serie gehört ja zu den ruhigeren, wo nicht so viel Blut fließt, und trotzdem ist sie nach wie vor spannend mit sehr interessanten Fällen.

Sheriff Russ Van Alstyne und die Pastorin Claire Fergusson treffen auf eine Geschichte, die über siebzig Jahren zurückliegt und möglicherweise mit dem jetzigen Fall zusammenhängen könnte. Es wird daher immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit gewechselt und nach und nach wird das Geheimnis gelüftet.

Sehr spannend und trotzdem flüssig zu lesen. Die Personen sind mir ohnehin schon ans Herz gewachsen und werden mir immer vertrauter. Die Geschichte selbst finde ich sehr interessant und gut aufgebaut. Es bleibt spannend bis zum Schluss, lässt viele Möglichkeiten zu und kommt mitunter anders als man denkt. Eine Serie, an der man dranbleiben muss.
Londra zu »Julia Spencer-Fleming: Die bleiche Hand des Schicksals« 08.04.2009
Endlich der dritte Teil einer meiner Lieblingsreihen. Und auch wenn es hier nicht direkt um Mord und Totschlag geht, so ist die Story doch spannend bis zum Schluß. Die Zeitsprünge sind gut gesetzt und auch hier ist es wie so oft: die Geschehnisse in der Gegenwart lassen sich nur mit Betrachtung der Geschichte deuten. Dabei sind die Zeitsprünge aber nicht chronologisch, sondern es wird das erzählt, was für das Verständnis der Geschichte erforderlich ist. Auch dieses Buch führt die gute Reihe fort - und endlich gibt es auch Fortschritte bei Clare und Russ.
Namenlos2709 zu »Julia Spencer-Fleming: Die bleiche Hand des Schicksals« 08.07.2008
Mir hat das Buch, wie schon seine Vorgänger, gut gefallen.
Zugegebenermaßen ist die Story etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kann ihr doch recht einfach folgen.

Eine tolle Reihe. Interessante Charaktere in glaubwürdigem und gut erzähltem Setting. Auch der dritte Band enttäuscht nicht. Wie es wohl weiter geht mit Reverend Fergusson und dem Sheriff? Band vier ist schon geordert!
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clare1512 zu »Julia Spencer-Fleming: Die bleiche Hand des Schicksals« 08.10.2007
Leichte Kost.
Als Krimi würde ich es aber nicht bezeichnen. Familien-Saga, trifft mehr zu.
Spannung kommt erst gegen Ende auf, wenn sich das Familiengeheimnis lüftet.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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