Wilsbergs Welt von Jürgen Kehrer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Grafit.
Folge 19 der Wilsberg-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2012. ISBN: 978-3-89425-404-9. 192 Seiten.

'Wilsbergs Welt' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Wie denkt eigentlich der echte Georg Wilsberg über sein Filmdouble? Das erfahren Sie in Wilsbergs Welt, einer Geschichtensammlung über Wilsberg und den Rest der Welt. Alle Storys stammen aus der Feder des geistigen Wilsberg-Vaters Jürgen Kehrer und sind zum Teil noch unveröffentlicht und exklusiv für diese Sammlung geschrieben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Münsteraner Zwischenhappen« 52°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Acht Kurzgeschichten um Kehrers Paradedetektiv Georg Wilsberg und sieben Shortstories anderer Protagonisten hat der Grafit Verlag in einem 184 Seiten dünnen Büchlein zusammengefasst. Bis auf zwei Geschichten sind diese bereits anderswo veröffentlich worden und sollen nun als Ergänzung dienen, um Wilsberg nach achtzehn Romanen noch von einer anderen Seite zu zeigen.

Jetzt nachträglich die Figur des Georg Wilsberg von seinem Alter Ego dem Schauspieler Leonard Lansink zu trennen, ist auf Grund dessen markanter Darstellung nahezu unmöglich. Und so geistert auch beim Lesen dieser Kurzgeschichten immer das Filmdouble vor dem geistigen Leserauge und eine Trennung ist schier nicht vorstellbar. Wilsberg ist schlichtweg der knorrige und sympathische Kerl, auch wenn er das in diesen Geschichten stellenweise zu vermeiden sucht. Bauernschläue, gepaart mit richtiger Intelligenz, und nicht immer ganz rechtskonformen Ansichten lassen den Leser in allen Fällen Wilsberg so erleben, wie man es sich vorstellt. Dabei sind Spannung und Action eher Mangelware. Es herrschen Stimmungen und Bilder vor, die man in allen Bereichen nachvollziehen kann und die rundum leichten Spaß mit dieser Art Lektüre garantieren.

Auch die Erzählungen, in denen Wilsberg nicht vorkommt, sind weitgehend frei von großer Dramatik, aber immer mit einem Hauch Schlitzohrigkeit erzählt und von einem leichten Schmunzeln begleitet. Kehrer hat eine Sammlung ruhiger Bedtime-Stories zusammengestellt, die man ohne große Bemühungen konsumieren kann. Handwerklich gut gemacht, mit leichten Überraschungen gestrickt und vor Allem immer mit einem Augenzwinkern präsentiert, darf sich der Leser auf einen gemütlichen Leseabend vorbereiten. Die Wahrheit über Wilsberg erfährt man auch hier nicht, aber man muss ja auch nicht alles wissen, wenn es unterhaltend präsentiert wird.

Wilsbergs Welt ist absolut nicht der große literarische Wurf. Für Freunde des Münsteraner Detektivs ist es eine nette Ergänzung, aber wenn man die Kompilation nicht gelesen hat, hat man auch nicht viel versäumt. Hier wird einfach nur vermarktet, was ansonsten durch den Krimi-Rost gefallen wäre.

Wolfgang Weninger, Februar 2013

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Torsten zu »Jürgen Kehrer: Wilsbergs Welt« 18.07.2013
Ich fand es ziemlich enntäuschend.
Die Geschichten in "Wilsbergs Welt" waren allesamt so kurz, dass kein richtiges "Wilsberg-Feeling" aufkommen konnte - vielleicht geht das auch gar nicht in einer Kurzgeschichte.
Besonders enttäuschend war ja das ziemlich hervorgehoben beworbene Zusammentreffen von Wilsberg mit seinem "Darsteller". Da hätte Kehrer sicher mehr draus machen können.
Und auch die anderen Geschichten die das Büchlein auf eine annehmbare Länge aufstocken sollen sind eher durchschnittlich.
Das lohnt sich wirklich nur für eingefleischte Wilsberg-Fans um die Sammlung komlett zu haben.
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