Alibi für einen König von Josephine Tey

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1951 unter dem Titel The Daughter of Time, deutsche Ausgabe erstmals 1959 bei Ullstein.

  • London: Peter Davies, 1951 unter dem Titel The Daughter of Time. 221 Seiten.
  • Berlin; Frankfurt am Main; Wien: Ullstein, 1959 Richard der Verleumdete. Übersetzt von Maria Wolff. 213 Seiten.
  • Zürich: Sanssouci, 1967. Übersetzt von Maria Wolff. 233 Seiten.
  • Zürich: Rio, 1995. Übersetzt von Maria Wolff. ISBN: 3952005991. 213 Seiten.
  • München: dtv, 1997. Übersetzt von Maria Wolff. ISBN: 3423200022. 220 Seiten.
  • München: dtv, 2000. Übersetzt von Maria Wolff. ISBN: 3423251697. 297 Seiten.

'Alibi für einen König' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

In England weiß man, dass Richard III. ein Schurke war. Eine Meinung, die sich immerhin 450 Jahre lang gehalten hat. Bis Inspektor Grant gelangweilt im Krankenhaus liegt und zufällig auf Richard III. stößt, dessen Physiognomie so gar nichts von einem Verbrecher zu haben scheint. Er fängt an, genauer zu lesen. Allmählich wird deutlich: Nicht Richard war das Scheusal.

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mysti zu »Josephine Tey: Alibi für einen König« 09.07.2011
Es gibt wenige Meisterwerke der Kriminalliteratur, die unzweifelhaft ihren Rang behaupten. Das mag für die großen Romane von Conan-Doyle, Sayers, Hammett gelten. Ohne Zweifek gehört "Alibi für einen König" dazu. Der Detektiv im Krankenbett, der einen historischen Fall aufklärt und eine eine historische Legende, die von niemand geringerem als Shakespeare verbreitet wurde auf Herz und Nieren prüft beschreitet Neuland der Kriminalliteratur und zugleich so klar und ohne Spekulation, dass dieser Roman schon zugleich unerreichbar ist. Dabei tut es nichts zur Sache, ob Tey historisch "Recht" hat. Es ist ein brilliantes Gedankenspiel und eine Reflexion über die angebliche Gewissheit dessen, was sowieso immer alle schon zu wissen meinen.
In Deutschland sind die wenigen Romane Teys viel zu wenig bekannt und doch besteht keine Frage, dass sie zu den allergrößten des Genres besteht.
Der "Hund der Baskervilles", die "Neun Schneider" und "Aufruhr in Oxford", der "Malteserfalke" und natürlich "daughter of time" und "Die verfolgte Unschuld", ebenfalls von Tey gehören zu den ganz großen Klassikern, denen mehr leser und wieder ein verlag zu wünschen wäre
Ulli zu »Josephine Tey: Alibi für einen König« 12.09.2005
Shakespeare war zunächst einmal Dichter zur Zeit von Elisabeth Tudor (und nicht Historiker) und wird daher kaum ein Werk schreiben, das schlechtes über deren Familie erzählt und zumal dessen Herrschaftsanspruch durch Heinrich VII. in Frage stellt. Das vielleicht kurz vorab.
Ich fand es spannend, auch durchaus losgelöst vom hier geschilderten Fall, wie Geschichte umgeschrieben werden kann. Und einen abgesetzten Herrscher zu diskreditieren, um einen neuen Herrscher glaubhaft zu machen, ist so einmalig nicht. Teys Argumente sind nicht immer stichhaltig, so verweist sie, meine ich mich zu erinnern, auf das sympathisch wirkende Porträt von Richard III. in der National Portrait Gallery, nur ist dieses Bild weit nach Richards Tod entstanden, mithin in der Regierungszeit der Tudors. Aber unabhängig davon: Als Lehrstück, wie Geschichte umgedeutet wird (u. a. früheren DDR-Bürgern durchaus vertraut), wie auch als Roman ausgezeichnet geschrieben und hochspannend.
RolfWamers zu »Josephine Tey: Alibi für einen König« 23.07.2005
Warum sollte Shakespeare nicht in EINEM Punkt der englischen Geschichte Recht haben?
Liebe Dana C.,nennen Sie einen (einen einzigen!) Historiker, der Shakespeares Version durch eine andere glaubhaft widerlegt. Na?
Der "Armchair Detective" ist natürlich keine historische Fachzeitschrift. Aber die Diskussion wurde auf sehr hohem fachlichem Niveau geführt. Dagegen gibt es in anderen Foren wesentlich unqualifiziertere Meinungen.
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Dana Carling zu »Josephine Tey: Alibi für einen König« 23.07.2005
Tey ist keinesfalls "wrong", das nur am Rande. Wer sich für die Hintergründe interessiert, sollte etwas mehr lesen als nur "Armchair Detective". Mittlerweile gibt es genügend Historiker, die Shakespeare's Version der Geschichte für völlig falsch erklären. Was nicht heißt, daß Ms. Tey's Version nun die richtige Lösung des Rätsels ist. Aber Shakespeare zum Experten für englische Geschichte zu erheben, ist nachgerade lächerlich, da er schon bei bekannten Daten und Fakten auch zu seiner Zeit vermeidbare Fehler macht.
Abgesehen davon ist "Alibi für einen König" gut geschrieben, und definitiv auch geeignet für Leser/innen, die keine Ahnung von englischer Geschichte haben. Ein schönes, typisch britisches Krimibuch.
RolfWamers zu »Josephine Tey: Alibi für einen König« 26.05.2005
Im "Armchair Detective" gab es in den 80 -er Jahren eine gelehrte Leser-Diskussion , die die Redaktion nach 2 Jahren so zusammen fasste: "Shakespeare is right and Tey is wrong". Das sollte man wissen, doch es stört den Lesegenuss bei diesem faszinierenden Buch überhaupt nicht.
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