Opernball von Josef Haslinger

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 1995. ISBN: 3-10-030053-X. 471 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 1997. ISBN: 3-596-13591-5. 471 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2002. ISBN: 3-596-50515-1. 471 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2003. ISBN: 3-596-50674-3. 471 Seiten.
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006. ISBN: 978-3866152311. 376 Seiten.

'Opernball' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Der Wiener Opernball: Walzertakt, Prunk, Prominenz und großer Medienrummel. Doch mit der Walzerseligkeit ist es mit einem Schlag vorbei. Eine rechtsradikale Terrorgruppierung richtet unter den Gästen ein brutales Massaker an. Die Fernsehkameras halten gnadenlos drauf, und das Blutbad unter Österreichs Prominenten wird weltweit live in die Wohnzimmer der Zuschauer gesendet. Ein Journalist, der die Übertragung koordinieren soll, muss auf den Bildschirmen mit ansehen, wie sein eigener Sohn zum Opfer des Verbrechens wird. Er will die Wahrheit wissen: Wer steht wirklich hinter diesem brutalen Anschlag? Welche Ziele verfolgt die Terroristengruppe mit ihren wirren Vorstellungen? Und wo war die Polizei?

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AU zu »Josef Haslinger: Opernball« 08.03.2015
Nach kurzem Vorgeplänkel wird ein Giftgasanschlag auf den Wiener Opernball aus Sicht des für die Übertragung verantwortlichen Regisseurs beschrieben, der seinen Sohn gerade erst als Kameramann bei seinem Sender untergebracht hat.Das Buch ist weitgehend nach Bändern aufgeteilt, Tonaufnahmen von Zeugenaussagen der Überlebenden und deren Angehörigen. Das im Klappentext angedrohte Blutbad hätte eine Menge Spielraum für Action vermuten lassen, so aber ist von einer auf die andere Minute der Saal übersät mit Leichen; die Fernsehkameras "halten gnadenlos drauf", weil nur die Regie das Bild abschalten könnte. Hier kommt der ehemalige Kriegsberichterstatter im Regisseur durch, der es gewohnt ist, mit schockierenden Bildern die abgestumpfte Zuschauergemeinde zu "unterhalten".
Der Focus wird nicht auf den Anschlag gerichtet - dieser verkommt geradezu zur Nebensache, so schlimm das Ganze auch sein mag - sondern auf das Drumherum, mit Vorgeschichte der überaus detailliert herausgearbeiten Charaktere. Das ganze Leben der zu Hauptdarstellern avancierten Personen wird vor dem Leser ausgebreitet, dies ist jedoch zum größten Teil für die Story völlig uninteressant: wüsste man nicht, worum es eigentlich geht, müsste man sich bis zu drei Vierteln des Buchs fragen, wohin die Reise eigentlich gehen soll.Selbst die Geschichte der Attentäter und was sie zu diesem Schritt bewogen haben mag bleibt mittelmäßig, den Rädelsführer mit seinen teilweise eher aus Langeweile handelnden Gefolgsleuten gar als "Terrorgruppierung" zu betiteln geht vielleicht etwas zu weit. Die rechtsradikale Gesinnung richtet sich gegen Mitbürger mit Migrationshintergrund, der Opernball ist ein willkürliches Ziel, um ein Zeichen zu setzen - doch niemand erfährt, wofür oder wogegen.
Willkürliche Sprünge nicht nur zwischen den Zeugenaussagen, sondern auch zu vergangenen und gegenwärtigen Vorkommnissen (nicht: Handlung!) verwirren den Leser mehr, als es der Geschichte zuträglich ist. Von Spannung keine Spur, man kennt ja schon Täter, Opfer und Attentat aus nicht enden wollenden Beschreibungen.
Der Stil mit den Zeugenaussagen ist eher ungewöhnlich und sicherlich hervorragend interpretiert, reicht aber für mich als Leser nicht, um dem Ganzen mehr als 3 von 5 Sternen zu geben.
Es hat bisher noch kein Buch gegeben, das ich nicht zu Ende gelesen habe. Um das auch in Zukunft sagen zu können, habe ich mich auch hier durchgekämpft.Alles in Allem: verschenkte Möglichkeiten und ein Beispiel, wie ein reißerischer Klappentext zum Kauf verführen kann.
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