Tödliche Fluten von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Shadow Men, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Knaur.
- New York: Dutton, 2004 unter dem Titel Shadow Men. 261 Seiten.
- München: Knaur, 2005. Übersetzt von Helmut Splinter. 338 Seiten.
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In Kürze:
Alles fängt mit einem uralten Fall an: 1923 verschwinden ein Vater und seine beiden Söhne spurlos in den Everglades. Für den Bau der ersten Straße durch die Sümpfe hatten sie sich als Arbeiter verpflichtet – ein Höllenjob. Jahrzehnte später findet ihr Enkel in einer verstaubten Kiste bisher unentdeckte Briefe der drei Männer. Sie schildern brutale Arbeitsbedingungen und unmenschliche Schinderei, ein Dasein als Sklaven. Die Nachforschungen der Angehörigen stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Privatdetektiv Max Freeman soll Licht in die Sache bringen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Besser zum Erstling greifen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Anno domini 1923. Der Tamiami Trail wird durch die Sümpfe Floridas gebaut. Das unwegsame Gelände durch die Everglades fordert den Menschen, die hier in der Hoffnung auf das große Geld am Straßenbau beschäftigt sind, das Letzte ab. Auch Cyrus Mayes und seine beiden Söhne schuften wie Zwangsarbeiter. Die körperlichen Strapazen und die unmenschliche Behandlung sind jedoch zu viel für sie. Sie flüchten. Doch das kann die Baugesellschaft nicht zulassen, und ein gedungener Killer beendet die Flucht mit drei Schüssen.
Achtzig Jahre später findet der Urenkel von Cyrus Mayes in der Aussteuertruhe seiner Urgroßmutter Briefe, und er möchte die Wahrheit wissen, weshalb er sich an den Anwalt Billy Manchester wendet. Dieser hat schon in zwei früheren Fällen mit dem Ex-Polizisten und nunmehrigem Privatdetektiv Max Freemann zusammengearbeitet und auch für diese Recherchen zieht er wieder den ortskundigen Ermittler zu Rate. Freeman lebt nach seiner Kündigung im Polizeidienst mitten in einer Hütte in den Everglades, die nur mit einem Kanu erreichbar ist und nur wenige Annehmlichkeiten des modernen Lebens bietet. Und auch in dieser Hütte scheint er nicht sicher zu sein, denn irgendjemand versucht, das von Sümpfen umgebene Einsiedlerdomizil abzufackeln.
Max Freeman und Billy Manchester versuchen zu eruieren, welche Baufirmen vor achtzig Jahren als Bauträger fungiert haben und ob deren Nachfolgefirmen noch Personalakten von damals in ihren Archiven haben. Doch die Rechtsanwälte dieser Unternehmen sehen das gar nicht gerne und versuchen ihrerseits, jegliche Ermittlung zu unterbinden. Max Freeman bleibt nichts Anderes übrig, als den alten Sumpfhaudegen Nate Brown zu aktivieren, der sein Leben lang das Überleben in der unwirtlichen Atmosphäre praktiziert hat und jeden Fleck innerhalb der Mangrovenwälder kennt. Unter Einsatz ihres Lebens beginnen Max und Nate die Spurensuche in den tödlichen Fluten …
Jonathon King führt uns in »Tödliche Fluten« zum dritten Mal in die fremde und unwirtliche Welt der Everglades und auch das Team um Max Freeman hat sich nicht geändert. Schon in der Rezension von Kings Erstling »Das Messer im Sumpf« hat unser Rezensent Peter Kümmel angemerkt, dass der Roman vor allem von den ungewöhnlichen Schauplätzen lebt und die unheimliche Atmosphäre der Everglades einen starken Kontrast zum amerikanischen Großstadtleben bietet. Daran hat sich auch in diesem Nachfolger nichts geändert. King lässt seine Hauptdarsteller wieder munter in den Sümpfen hantieren.
Bei den Verfolgungsjagden in den Sümpfen wird Jonathan King allerdings zum Wiederholungstäter und viel mehr als diese feuchten Actionsequenzen hat der Autor dann auch nicht zu bieten, denn die Handlung ist auf Grund dessen, dass der Übeltäter von Beginn an bekannt ist, zwar logisch durchgezogen, aber weder überraschend, noch besonders originell. Als spannungsführende Elemente bleiben also doch nur die gefährlichen Sumpfpassagen mit dem Haudegen Nate Brown und die bieten nicht wirklich Neues. Würde man jedoch gerade diese packend geschilderten Abenteuerelemente weglassen, bliebe kaum etwas übrig, was das Lesen dieses Romans rechtfertigen könnte.
»Tödliche Fluten« ist ein handwerklich sehr ordentlich nachgelegter Thriller, der alle Merkmale aus »Das Messer im Sumpf« aufweist, aber spannungsmäßig leider nicht im selben Ausmaß an das schreiberische Debüt des Autors heran kommt. Dieses Buch ist absolut kein Muss für den Thrillerfreund, aber wer an den Vorgängern Gefallen gefunden hat und Lesespaß am schaurigen Ambiente in den Sümpfen findet, der wird sich auch diese durchschnittliche Lektüre aus dem Knaur Taschenbuchverlag nicht entgehen lassen. Wer mit Jonathan King noch keine Bekanntschaft geschlossen hat und dies tun möchte, der sollte besser zum Erstling greifen.
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| Daniel zu »Jonathon King: Tödliche Fluten« | 06.05.2008 |
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| Kerstin zu »Jonathon King: Tödliche Fluten« | 29.02.2008 |
| Humam Bourzoufi zu »Jonathon King: Tödliche Fluten« | 24.01.2006 |
