Töte mich von Jon Osborne

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel Kill me once, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 2010 - heute.

  • New York: Arrow, 2011 unter dem Titel Kill me once. 416 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2011. Übersetzt von Axel Merz. ISBN: 978-3-7857-6065-9. 348 Seiten.

'Töte mich' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Sei bereit. Sei schnell. Sei gnadenlos. Nathan Stiedowe hat einen Plan: Er will der perfekte Killer sein. Seine Vorbilder sind Meister ihres Fachs, kaltblütige Monster wie Charles Manson. Nathan ahmt ihre Taten nach und begeht die grausamsten Morde der Geschichte ein zweites Mal, jedoch ohne die Fehler zu machen, derentwegen seine Idole geschnappt wurden. Sein Meisterwerk soll eine Frau werden, die ihm vor vielen Jahren entkommen ist. Sie ist ein schwieriges Ziel, denn ihr Job ist es, Serienkiller zur Strecke zu bringen. Die FBI-Agentin Dana Whitestone steht in einer Blutlache. Vor ihr liegt der aufgeschlitzte Torso eines Mädchens. Der Cleveland-Slasher hat wieder zugeschlagen. Dieser Teufel ist der beste Killer, der Dana in ihrer Karriere begegnet ist, und Dana ist schon lange im Geschäft. Als junges Mädchen musste Dana mitansehen, wie ein Serienmörder ihre Eltern tötete. Die Jagd nach diesen Bestien wurde zu ihrem Lebensinhalt, und die Opfer besuchen Dana in ihren Träumen. Nur der Alkohol lässt ihre Schreie verstummen. Das Einzige, auf das sich Dana verlassen kann, ist ihr Jagdinstinkt. Und dieser Instinkt verheißt nichts Gutes. Denn der Killer hat jedem seiner Opfer einen Plastikbuchstaben in die Bauchhöhle eingenäht. Zusammengefügt ergeben sie ein Wort: D A N A.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schwacher Abklatsch von Mcfadyen.« 60°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Der »Cleveland-Slasher« treibt sein Unwesen und hat mit der achtjährigen Jacinda Halloway bereits sein fünftes Opfer gefunden. Dabei wird der gesuchte Serienmörder (Nathan Stiedowe) von einem waghalsigen Plan angetrieben. Er verübt die Morde bekannter Serienmörder ein zweites Mal, ohne dabei jedoch die Fehler seiner zweifelhaften Vorbilder zu wiederholen. Schließlich will er der Beste sein und in die Geschichte eingehen, bevor er sein eigentliches Ziel erreicht.

Dem brutalen Mörder auf der Spur ist vor allem FBI-Agentin Dana Whitestone, die es im Laufe ihrer noch relativ jungen Karriere schon weit gebracht hat. Doch dieses Mal kommen sie und ihre Kollegen immer einen Schritt zu spät, wobei sie vor allem damit zu kämpfen haben, dass der Täter an den Tatorten keinerlei Spuren zurücklässt. Recht spät erkennen die Ermittler einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Verbrechen und den Bezügen zu den alten Fällen, die jetzt mit äußerster Präzision kopiert werden. Und noch etwas wird immer deutlicher, dass es der Mörder auf Dana selber abgesehen hat …

Töte mich von Jon Osborne ist, um es vorweg zu sagen, ein simpler Abklatsch von Cody Mcfadyen. Parallelen sind nicht zu übersehen und wer auf Serienkiller-Thriller steht, mag hier vielleicht auf seine Kosten kommen. Leicht und zügig zu lesen ist der Plot auf jeden Fall und das mag für manchen Leser ja schon als Motivation genügen. Danach wird es dann aber schon kritisch. Bestens bekannte Bausteine werden lieblos aneinander gekleistert und so folgt eine Reihe brutaler Morde bis es zu einem Showdown kommt, der keinen Leser ernsthaft überraschen kann. Gut nur, wenn man ein paar dicke Logikfehler ignorieren kann, denn wie sonst ist es zu erklären, dass fünf junge Mädchen offensichtlich vom gleichen Täter ermordet werden und erst nach dem letzten Opfer eine Obduktion der ersten vier Mädchen erfolgt? Auweia.

Die Figuren sind allesamt erschreckend leblos, so dass man selbst mit der Protagonistin Dana Whitestone kaum mitfiebern kann. Sie musste als junges Mädchen erleben, wie ihre Eltern brutal ermordet wurden, ging daraufhin später zum FBI, wo sie seit geraumer Zeit als beste Ermittlerin gilt. Ähnlichkeiten mit Smoky Barrett, der Hauptfigur von Mcfadyen, sind ebenfalls offenkundig und dürften alles andere als zufällig sein. Nein, hier wurde recht munter kopiert und so überrascht es kaum, dass die Kopie nicht an das Original herankommen kann.

Dabei hätte die Idee des Plots, die Morde bekannter Serienmörder zu kopieren, durchaus das Zeug für einen spannenden Roman geboten. Tatsächlich ist jener Erzählstrang, in denen Nathan Stiedowe bei seiner Arbeit und deren Vorbereitung im Mittelpunkt steht, das interessanteste an dem Plot. Immerhin werden hierbei bekannte Verbrechen von Richard Ramirez, Dennis Rader, Richard Speck, David Berkowitz und – fast unvermeidlich – John Wayne Gacy nachgestellt. Dies ist nicht uninteressant, kann aber den ansonsten schwachen Plot nicht retten, der – arg konstruiert – schon allzu früh auf ein vorhersehbares Finale hinausläuft. Und wie schon bei Mcfadyen, muss auch hier die Protagonistin ordentlich einstecken. Doch Gewalt- und Mordexzesse allein sorgen nicht für spannende Unterhaltung.

Jörg Kijanski, Oktober 2011

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kianan zu »Jon Osborne: Töte mich« 14.01.2012
An und für sich spannender Krimi. Jedoch vom Aufbau sehr einfach und monoton aufgebaut. Das Buch besteht aus aufgereihten Kapiteln, in denen abwechselnd in einem Kapitel Jana sich wegen ihrer Kindheit schlecht fühlt und den Killer schnappen will und im folgenden Kapitel der Killer sich als perfekten Killer lobt und Wut auf Dana hat. Nur wenige Kapitel mit wirklich neuen Inhalten und der Entwicklung der Story. Darüber hinaus war die Story leicht zu durchschauen.
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