Tödlicher Pfad von Jon Evans

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Dark places, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei dtv.

  • London: Hodder & Stoughton, 2004 unter dem Titel Dark places. 374 Seiten.
  • New York: Dark Alley, 2004. 374 Seiten.
  • München: dtv, 2005. Übersetzt von Bela Stern. ISBN: 3423244364. 374 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Bela Stern. 374 Seiten.
  • München: dtv, 2006. Übersetzt von Bela Stern. ISBN: 978-3423209151. 374 Seiten.
  • [Hörbuch] München: audio media, 2008. Gesprochen von Michael Schwarzmaier. gekürzt. ISBN: 3868044590. 6 CDs.

'Tödlicher Pfad' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

In einem verlassenen Dorf am Annapurna-Massiv in Nepal entdeckt Paul Wood die Leiche eines ermordeten Trekkers, der obendrein brutal entstellt wurde: Aus den Augen des Toten ragen zwei Schweizer Armeemesser. Die nepalesische Polizei ist an der Aufklärung des Falls nicht interessiert, da man andere Touristen nicht verschrecken will. Doch für Paul stellt die Entdeckung des Toten ein grauenhaftes Déjà-vu dar: Vor zwei Jahren wurde seine Freundin Laura während einer Backpacker-Expedition in Kamerun auf exakt dieselbe Weise umgebracht. Aber was haben zwei Morde miteinander zu tun, die auf verschiedenen Kontinenten verübt wurden? Über ein Internet-Forum informiert Paul andere Backpacker über den Fall – und erhält eine Antwort von einem anonymen User, der sich »Der Stier« nennt und behauptet, der Mörder zu sein. Paul recherchiert weiter, doch hat er keine Ahnung, dass er einer Verschwörung auf die Spur gekommen ist, die jedes menschliche Vorstellungsvermögen übersteigt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Gelungenes Thriller-Debüt in einmaligem Ambiente« 70°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Balthazar Wood, genannt Paul, ist mit dem Rucksack im Annapurna-Massiv in Nepal unterwegs. In einem kleinen, verlassenen Bergdorf sitzt am Wegrand eine Leiche, der man nicht nur den Schädel eingeschlagen hat, sondern auch in jedes Auge ein Schweizer Militärtaschenmesser gestochen hat. Und genau diese ungewöhnliche Verzierung einer Leiche kennt der vielgereiste Mr. Wood schon. Denn in der Wüste Kameruns hat er vor Jahren seine Freundin mit aufgeschlitztem Bauch und ebensolchen ausgestochenen Augen gefunden.

Zurück in Kalifornien macht sich der inzwischen arbeitslose IT-Profi Balthazar daran, Motiv und Täter zu finden. Er checkt das Internet solange, bis er auf die Spur des Mörders kommt, den er in jedem Fall kennen sollte, weil er in der Reisegruppe in Kamerun dabei gewesen sein muss. Der Killer nennt sich »Der Stier« und über ein Internetforum für Backpacker kündigt er weitere Untaten an. Balthazar Paul Wood findet heraus, wo sich der Unbekannte aufhält und reist ihm nach, denn er will dem perversen Unhold das Handwerk legen. Dabei wird er von der hübschen Talena Radovich, Webredakteurin und Autorin, tatkräftig unterstützt und auch auf seine Freunde von der Kamerunreise kann er bei seinem Rachefeldzug zählen.

Was hier in wenigen Worten reichlich spannend klingt, hat Jon Evans, selbst IT-Profi und Weltenbummler, über weite Strecken packend im Thriller »Tödlicher Pfad« umgesetzt. Die Landschaft Nepals, Kameruns, Balis und Tunesiens bildet einen kompakten Hintergrund zu einer Handlung, die nur durch die übertrieben beschriebenen Internetrecherchen gestört wird. Obwohl diese für den gesamten Ablauf von größter Wichtigkeit sind, findet Evans nicht unbedingt die beste Form, diese dem Leser zu vermitteln, so er nicht selbst über Einiges an Computerwissen verfügt.

Wie der Hauptakteur darüber hinaus handelt, ist für Otto Normalverbraucher kaum nachvollziehbar und gelegentlich haarsträubend. Das macht zwar zum Einen den Reiz dieses Buches aus, das Bela Stern sehr flüssig übersetzt hat. Zum Anderen beschleicht den Leser allerdings das Gefühl, dass hier Gleiches mit Gleichen in einer Form vergolten wird, die vom ethischen Standpunkt aus, nicht akzeptabel sein sollte.

Über weite Strecken macht das Thriller-Debüt des jungen Kanadiers, der in San Francisco lebt und arbeitet, auf den 375 Seiten Lesespaß und bietet harmlose Spannung. Die detaillierten Schilderung der landschaftlichen Gegebenheiten in den extremsten Winkeln von fünf Kontinenten sind für den Leser aus der Sicht des Rucksacktouristen sehr abwechslungsreich und anschaulich geschildert. Die körperlichen Strapazen bei Bergwanderungen in fünftausend Meter Seehöhe oder auf den staubigen Wüstenpisten Afrikas geben der Story ein einmaliges Ambiente und sind der eigentliche Star dieser Geschichte, deren Akteure leider nicht ganz das selbe Niveau erreichen. Die Zeichnung der Charaktere fällt ziemlich dürftig aus, auch die eingeflochtene Liebesgeschichte kommt eher halbherzig zustande. Für ein Erstlingswerk liest sich das Buch allerdings nicht schlecht und man kann durchaus eine Leseempfehlung abgeben, vor allem wegen der Exotik der Handlungsorte.

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raha49 zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 27.08.2011
Spannend? naja, wer das Buch als spannend erwähnt, hat noch nichts spannendes gelesen. Wegen der guten Rezessionen habe ich das Buch gekauft, aber meiner Meinung, war das ein Fehlgriff.
Arg gestrickte Geschichte mit unglaublichen Zufällen, wie beschrieben, nichts für mich. Nach Harlan Coben,Jeffery Deaver, Lee Child, Don Winslow, ist Jon Evans nur drittklassig, sorry
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
Christian Weber zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 11.07.2011
Habe das Buch vor längerer Zeit gelesen und war sehr beeindruckt. Handwerklich sehr gut gemacht, interessanter Ansatz , das exotische Setting tut sein Übriges. Die Handlungen des Protagonisten kann ich indes völlig nachvollziehen. Die Schweine haben immerhin seine Freundin auf dem Gewissen, und ermorden von der Anonymität des Netzes geschützt gewissenlos eine Menge unschuldiger Menschen. Er versucht sie zu stoppen, und die Art und Weise ist in diesem extremen Fall meines Erachtens völlig legitim. Aber das hat ein gutes Buch ja auch an sich: Es bietet Raum zum Nachdenken, lässt sich nicht einfach in eine Schublade stecken. Empfehlung.
Frank zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 08.01.2008
Feines Buch.
Der Hauptpluspunkt sind natürlich die Schauplätze - sehr interessant. Die Geschichte geht straight voran, verwickelt sich aber das ein oder andere Mal in zu detaillierte Erklärungen bezüglich der Internetrecherche. Das sei dem Mann aber verziehen, die orginelle Handlung + die bereits erwähnten exotischen Schauplätze verbunden mit einer sehr "flotten" Schreibe gleichen das locker aus. Blutpreis liegt bereit - ich bin gespannt.
85%.
frolleinvomamt zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 27.07.2007
Habe es mit nicht allzu großer Erwartung angefangen, und dann wurde es dermaßen spannend ...
Die Idee fand ich klasse.
In der Mitte wurde es ein bisschen verschwurbelt, aber der Showdown in Marokko hat es dann wieder in Schwung gebracht.
Solche Krimis mag ich: Wenn außer Spannung noch viel Recherche dazu kommt :-)
Sandra Wypich zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 12.03.2007
Sehr gelungenes Debut, obwohl ich kein
Computerfreak bin habe ich mich absolut nicht gelangweilt, oder etwas nicht verstanden. Dieses Buch ist meinem Mann und mir in unserem Lieblingsbuchladen von einem sehr netten Verkäufer empfohlen worden und wir sind beide begeistert, was mir besonders gefallen hat, die Hauptperson wird absolut menschlich, also wie du und ich dargestellt. Kein Superheld, einfach nur Mensch, mit allen Vor- und Nachteilen.
Sehr lesenswert, nochmals ein Dank an den netten Verkäufer.
tini zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 17.12.2005
Dieses Buch war für mich nur mäßig spannend eine ganz andere Art des Thriller aber dennoch lesenswert aber das
wie eben schon erwähnte Internet suchen, war interessant und erklärt geschrieben, konnte man schon wie das Internet manchmal nicht so sicher sein kann.
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Renate zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 11.09.2005
Ich war selbst mehrfach im Himalaya auf Trekkingtour und Bali kenne ich auch gut, daher hat mir dieser Krimi mit seinen realistischen Bescreibungen ganz besonders gut gefallen. Das Buch war obendrein noch ausgesprochen spannend.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schmidt Christian zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 05.08.2005
Ein wahnsinnig spannendes Buch.Konnte am Wochenende nichts unternehmen,da mich das Buch auf die coutch fesselte.Auch als man schon wusste,wer der Täter war verlor das Buch nicht an Spannung.Sehr empfehlenswert.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Silke Schröder zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 19.05.2005
Wie sein Held Paul Wood, ist der Autor selbst ein wandernder IT-Spezialist. Und gleich sein erster Roman ist eine packende und mitreißende Reise in die Tiefen des Netzes und die Abgründe der Welt. Statt detailverliebter Tourenberichte für Insider zu schreiben, hat der Autor hier seine eigenen Erlebnisse sehr publikumswirksam und spannend verpackt. Trotz vereinzelter logischer Brüche verliert sein Roman nie den Spannungsbogen. Seine Recherche im Internet ist auch für Amateure verständlich und fesselnd. Zwar ist die Idee vom Serienkiller im Netz nicht neu, wird hier aber so realistisch erzählt, dass es einen schaudert. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht sein letzter Roman ist.
CBG zu »Jon Evans: Tödlicher Pfad« 05.05.2005
Sehr spannend und auch ein origineller Plot (spielt im Globetrotter und Internetmilieu), allerdings sind die Details von Paul's Computersuchen zu ausgewaltzt (ziehen sich seitenlang hin) und die Liebesgeschichte von Paul und Talena ist auch nicht sehr glaubwuerdig geschrieben. Hat mir aber trotzdem sehr gut gefallen.

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