Das Geständnis von John Grisham

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel The Confession, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 2010 - heute.

  • New York: Doubleday, 2010 unter dem Titel The Confession. 418 Seiten.
  • München: Heyne, 2011. Übersetzt von Oliver Neumann. ISBN: 978-3-453-26659-9. 528 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2011. Gesprochen von Charles Brauer. ISBN: 3837109038. 6 CDs.

'Das Geständnis' ist erschienen als Hardcover Hörbuch

In Kürze:

Travis Boyette, ein rechtskräftig verurteilter Sexualstraftäter, der mehr als sein halbes Leben hinter Gittern verbracht hat, gesteht einen Mord, für den ein anderer verurteilt wurde: Donté Drumm. Dieser sitzt seit acht Jahren in der Todeszelle und soll in genau vier Tagen hingerichtet werden. Ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Als der gebrechlich wirkende Mann in seinem Büro auftaucht, kann Reverend Keith Schroeder nicht ahnen, dass diese Begegnung sein Leben für immer verändern wird. Der Mann, der sich als Travis Boyette vorstellt, bittet um ein Gespräch. Er sei sterbenskrank und wolle vor seinem Tod sein Gewissen erleichtern. Schroeder erkennt schnell, dass es dem Mann um mehr geht als um bloße Seelsorge. Doch als Boyette weiterspricht, verschlägt es dem Reverend die Sprache. In allen Einzelheiten gesteht Boyette eine Tat, für die er nie belangt wurde: die Vergewaltigung und den Mord an der siebzehnjährigen Nicole Yarber. Das Mädchen war vor Jahren verschwunden, ihr Leichnam wurde nie gefunden. Trotzdem kam es zu einer Verurteilung. Ein damaliger Mitschüler Nicoles, der Afroamerikaner Donté Drumm, wurde kurz nach seiner Verhaftung für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. In vier Tagen soll Donté Drumm hingerichtet werden. Reverend Keith Schroeder steht vor der Herausforderung seines Lebens.

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Melanie de Niccolo zu »John Grisham: Das Geständnis« 21.05.2012
Grishams Romane werden immer düsterer. Vermutlich als Pladoyer gegen die Todesstrafe geplant enthüllt das Buch Grishams finstere Seele. Fast alle Akteure des Buches sind rücksichtslose Egoisten, die für einen kleinen persönlichen Gewinn ihren Mitmenschen grossen Schaden zufügen. Leidet Grisham an beginnender Altersparanoia? Wie finster werden seine nächsten Bücher?
Katrin zu »John Grisham: Das Geständnis« 08.02.2012
Ich bin normalerweise nicht der grosse Fan von diesen Schwarz / Weiss und Todesstrafe-Krimis, aber aus irgendeinem Grund habe ich das Buch doch gekauft und VERSCHLUNGEN.

Es ist kein einfaches Buch, aus zwei Gründen nicht:

1. Es ist eben nicht die sterotype Schwarz / Weiss Malerei, sondern zeichnet, gerade gegen Ende, ein sehr differenziertes Bild von beiden Seiten, die im Grunde doch auf einer Seite stehen. Das Buch zeigt die Grautöne zwischen den Fronten und regt den Leser zum Reflektieren an.

2. Es ist nicht einfach zu lesen, weil einen die Geschichte, sowohl vom Opfer als auch von Donte Drumm nicht einfach loslässt. Ich war zwar schon immer Gegner der Totesstrafe, aber nach diesem Buch, kommt einem nur noch das kalte Grausen, wenn man daran denkt. Es lässt einen nicht los und es ist das erste Buch, von dem ich nachts geträumt habe.

Grisham führt dem zum Teil absurden "Rechts"system eine Spiegel vor. Unfassbar. Die Personen sind sehr gut herausgearbeitet und am Ende kann man nichts anderes als eine Gewisse Bewunderung empfinden für die Personen, deren Heldentat manchmal nur darin besteht, die Wahrheit zu sagen oder eben zu erkennen, dass auch ein Angeklagter ein Mensch ist und Rechte hat.

Das Buch endet mit einer Versöhnlichen Note. Auch, wenn es nicht so endet, wie ich es erhofft hatte. Die Realität holt die Hauptpersonen ein.
blaue Blume zu »John Grisham: Das Geständnis« 30.01.2012
Diesen Kriminalroman kann man nicht einfach lesen und dann weglegen, nein, so wie wir es von John Grisham gewöhnt sind, rüttelt es auf und man muss sich die Frage stel-len, sollten Todesurteile überhaupt erlaubt sein. Aber nicht nur das diese Frage im Raum steht, John Grisham hat für seinen Schauplatz den Bundesstaat Texas ausge-sucht und das natürlich nicht umsonst, denn gerade in diesem Bundesstaat werden die meisten Urteile vollstreckt. Seit 1976 hat der Bundessaat Texas insgesamt 400 Hinrich-tungen vollstrecken lassen (Stand 2007). Texas ist nicht umsonst der mit Abstand füh-rende Bundesstaat mit den meisten Vollstreckungen, vor allem bei Afroamerikanern wird dafür gesorgt, dass die Betroffenen zum Tode verurteilt werden, indem man in der Jury Menschen sitzen lässt, die überwiegend rassistisch eingestellt sind. Aber nicht genug: Was sehr erschreckend ist, dass vor allem im Bundesstaat Texas die Befürworter fun-damentalistische Christen sind, genau jene, die sich gerne auf die Bibel berufen und dabei das Neue Testament gerne außer Acht lassen, obwohl schon in den zehn Gebo-ten geschrieben steht: Du sollst nicht töten. Das scheint für diese Christen nicht zu gel-ten. Einer davon war George W. Bush. „George W. Bush hatte als Gouverneur von Te-xas Begnadigungssuche fast durchgehend abgelehnt. Nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten nominierte er zwei Bundesrichter, die die Todesstrafe befürworten: John Roberts und Samuel Alito. Roberts wollte die Möglichkeiten, in Todesstrafenfällen an den Obersten Gerichtshof zu appellieren, einschränken. Alito ersetzte eine Vorgängerin, deren Stimme früher gelegentlich den Ausschlag gegen Todesstrafen gab. Liberale Ju-risten fürchten daher Mehrheitsentscheidungen des Gerichts für von ihm zu entschei-dende Hinrichtungen in den nächsten Jahrzehnten. (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe#Vereinigte_Staaten).
Natürlich kann man einwenden, dass wir dieses Problem in der BRD nicht haben und ich sage: zum Glück, aber bei bestimmten Verbrechen gibt es genug Deutsche, die das Todesurteil gerne einfordern, ohne zu berücksichtigen, dass es Fehlurteile auch in unserer Justiz geben kann und auch immer wieder gibt.
John Grisham gelingt es eindrucksvoll aufzuzeigen, wie viel ein Menschenleben in Texas wert ist (nämlich nichts), er zeigt, wie die Maschinerie der Gerichte arbeiten, ja, er führt sie vor, denn obwohl das Oberste Gericht informiert ist, dass es um den Beweis geht, dass sie den Falschen verurteilt haben, lassen sie dieses Gesuch wegen zehn Minuten (man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Z E H N Minuten) zu spät kommen, diese Möglichkeit platzen. Dieser Roman zeigt aber auch, was für ein Auf-wand begangen wird, um eine Hinrichtung durchführen zu können und da scheint jedes Mittel recht zu sein, kein Geld wird gescheut, um die Gegner auszuschalten.
Dieser Kriminalroman ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe und all jene, die nach der Einführung einer Todesstrafe in der BRD brüllen, sollten zuerst diesen Roman lesen (und natürlich auch alle anderen).
Robert zu »John Grisham: Das Geständnis« 07.11.2011
Keith Schroeder, ein Pastor, wird von Travis Boyette, einem Schwerverbrecher besucht. Dieser Mann hat ein dunkles Geheimnis und will es loswerden. Was er zu erzählen hat erschüttert jeden der es hört. Denn ein Unschuldiger, Donte Drumm, sitzt wegen diesem Verbrechen im Gefängnis und wartet auf seine Todesstrafe. Es sind nur noch ein paar Tage bis zur Vollstreckung. Der größte Feind ist und bleibt die Zeit!!
Zudem ist Donte auch noch ein Schwarzer und das kommt in Texas nicht sehr gut an. Ein großes Problem kann dadurch entstehen und hängt wie ein Damoklesschwert über allen:
Rassenunruhen!!
Das Buch ist sehr gut geschrieben und je mehr man sich in die Materie Todesstrafe hineinversetzt umso mehr fragt man sich ob der Mensch das Recht hat auf Kosten des Staates zu töten. Wo darf die Grenze gezogen werden?
Die Story dürfte bestimmt nicht jeden kalt lassen.
Jeder der Grisham mag wird hier auf seine Kosten kommen!
baiba zu »John Grisham: Das Geständnis« 10.07.2011
Das Buch beginnt rätselhaft und es wird sehr schnell enorm fesselnd. Der Autor versteht es, den Leser gefühlsmäßig in seinen Bann zu ziehen. Jeder gerechtigkeitsliebende Europäer, dem die Todesstrafe fern liegt, wird kaum nachvollziehen können, was sich in den USA abspielt. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit sich diese story der Realität in den USA,speziell Texas, angenähert hat. Aber davon abgesehen würde ich sagen: das Buch hat spannende Elemente, aber es wird zu stark polarisiert zwischen Gut/Böse, Schwarz/Weiß, Anhängern und Gegnern der Todesstrafe. Die Position Grishams zu diesem Thema wird sehr schnell klar...
Für mich ein interessantes Thema, aber zu klischeehaft aufgearbeitet und emotinal total überfrachtet. Schade.
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