Das Gesetz der Familie von John Fusco

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel Paradise Salvage, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Nagel & Kimche.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Connecticut, 1970 - 1989.

  • Woodstock, NY: Overlook Press, 2001 unter dem Titel Paradise Salvage. 384 Seiten.
  • München; Wien: Nagel & Kimche, 2003. Übersetzt von Eike Schönfeld. ISBN: 3-312-00309-1. 443 Seiten.
  • München: dtv, 2005. Übersetzt von Eike Schönfeld. ISBN: 342320818X. 443 Seiten.

'Das Gesetz der Familie' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Der dreizehnte Sommer im Leben von Nunzio Paradiso beginnt damit, dass er im Kofferraum eines abgewrackten Pontiacs auf dem Schrottplatz seines Vaters eine Leiche findet. Pech nur, dass der Wagen samt Inhalt gleich darauf in die Presse wandert, denn in Little Italy ist nur ein toter Corpus auch wirklich delicti. Mit farbenprächtigem Ambiente und hinreißendem Witz entfaltet Fusco die Welt des »kleinen Stiefels« mitten in Amerika.

Das meint Krimi-Couch.de: »Unterhaltsamer Familienroman ohne großen Tiefgang« 70°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Bisher ist John Fusco nur als Drehbuchschreiber in Erscheinung getreten. Nun legt er seinen ersten Roman vor. Man musste deshalb befürchten, dass man einen verfilmbaren Krimi nach bester Hollywood-Manier zu lesen bekommt. Um so größer die Überraschung, dass »Das Gesetz der Familie« so völlig anders ist. Fusco zeigt sich als brillanter Erzähler, mitunter verlässt er dabei sogar den Pfad des Realismus und erinnert an große Schriftsteller wie Marquez.

Bei der Story, die Fusco aus der Sicht eines 13-jährigen Jungen erzählt, geht es zwar um eine Leiche, um Gangster und Betrug im großen Stil, doch ist der Roman nur in zweiter Linie Kriminalroman, vorrangig beschreibt der Autor die Geschichte einer Jugend und einer Stadt, in der Ende der 70er Jahre die verschiedensten Kulturen neben- und miteinander leben.

Mit 13 Jahren ist für den aus einer italienischen Familie stammenden Annunziato Paradiso, genannt Nunzio, die unbeschwerte Kindheit in der neuenglischen Kleinstadt Saukiwog Mills vorbei. Ab jetzt muß er im väterlichen Schrotthandel mitarbeiten. Im Familienbetrieb mit dabei ist außer seinem Vater Big Dan auch noch sein 19-jähriger Bruder Little Dan, und auch der Großvater hilft noch mit. Der Schock bei Nunzio sitzt tief, als er gleich an seinem ersten Tag im Kofferraum eines zu verschrottenden 73er Pontiac Bonneville eine männliche Leiche entdeckt. Vor Schreck erstarrt kann er nicht mehr verhindern, dass das Auto in die Schrottpresse wandert. So glaubt ihm außer seinem Bruder Danny keiner die Geschichte von dem Toten im Kofferraum.

Also machen sich die beiden Brüder auf eigene Faust auf. Um herauszufinden, wer der Tote ist, kontaktieren sie einen Verwandten, der aus unbekannten Gründen aus der Familie verstossen wurde, Nunzios Paten Angelo, einen ehemaligen Polizisten, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Zusammen mit einem Äffchen, das den Gelähmten betreut und der Taxifahrerin Johnny bilden die drei ein ungewöhnliches Team.

Doch auch unter den anderen Charakteren sind einige schräge Vögel zu finden. Mit viel Liebe zum Detail führt uns Fusco in die im Umbruch befindliche heruntergekommene Stadt ein. »Renaissance City« heißt das Projekt von Bürgermeister Longo, durch das Saukiwog Mills nach dem Niedergang der Messingindustrie wieder bessere Zeiten erleben soll. Sicher kein einfaches Unterfangen bei den vielen verschiedenen Gruppierungen, die in der Stadt leben. Die Italiener haben mit dem »kleinen Stiefel« ein eigenes Viertel geschaffen, aber auch Litauer und Puertorikaner sind zahlreich vertreten.

Nunzio sieht sich selber als Amerikaner, doch stehen die italienischen Traditionen der Familie im Vordergrund. Dies ist teilweise ganz interessant und auch amüsant, doch durch die außerordentlich detaillierte Beschreibung bringt Fusco leider einige Längen in das Buch.

Es wird an vielen Stellen deutlich, dass der Autor im Filmgeschäft zu tun hat. So nimmt er Anleihen an verschiedenen Mafia-Filmen und sorgt auch dafür, dass sein Roman zur Hommage an Robert de Niro und insbesondere dessen Film »Taxi Driver« wird.

»Das Gesetz der Familie« ist eine amüsante Erzählung zwischen Mafia-Thriller und Milieustudie mit viel Atmosphäre, bei der jedoch über weite Strecken die Spannung fehlt. Am meisten Spaß machen die flapsigen Dialoge und die amüsanten Randgeschichten. Doch nicht immer fügen sich alle Szenen harmonisch in die Handlung ein.

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Sylvia Benecke zu »John Fusco: Das Gesetz der Familie« 11.01.2010
Einfach sehr liebvoll im Detail dargestellt. Ich sitz hier im Nachtdienst und hab mir gerade mal so eben ganz allein n Ast gelacht. Einfach herrlich.
Dabei ist natürlich nicht zu vergessen , daß es ja wahrlich keine Komödie ist, aber die Charakter sind so gut vorstellbar, dass es ganz herzerfrischend ist. Ich finde auch nicht, dass keine Spannung da ist, es ist ja auch nicht nur Krimi.
Also unbedingt lesen...
Hans Günter Hambüchen zu »John Fusco: Das Gesetz der Familie« 22.09.2007
Super cool , super interessant , super lässig
super lustig , wenn er nicht gerade total
abgefahren und irre spannend ist.

Ich habe den cafe nero gerochen ,
habe die Pasta geschmeckt und mußte mir nach jedem Lesestop die Fingenägel vom
Moteroel befreien .

In meinen Kofferraum habe ich schon lange nicht mehr geschaut .

Bitte mehr , Herr Fusco !

Mit besten Grüßen


HG
dr.no zu »John Fusco: Das Gesetz der Familie« 18.08.2005
sehr kurzweilig+ spannend...und mit einigen lachern.....man merkt das fusco drehbücher schreibt, er hat eine sehr bildhafte sprache....
zum obigen kommentar "die spannung fehlt" : kann ich nicht bestätigen, da dieses buch eben kein reiner krimi ist, dennoch genügend spannung aufrecht erhält...reine "nur" krimi lesern dürfte es sicher nicht reichen, ich hingegen fand es sehr entspannend mal nicht "nur" einem mörder hinterherzurennen.
gefallen hat mir da vor allem die mischung roman/krimi und das in der welt der italienischen einwanderer...von meiner seite sehr zu empfehlen
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