Das Gemini-Ritual von John F. Case

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel The Murder Artist, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Scherz.

  • London: Heinemann, 2004 unter dem Titel The Murder Artist. 447 Seiten.
  • New York: Ballantine Books, 2004. 447 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2005. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 3-502-10100-0. 447 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2007. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3-596-16559-9. 447 Seiten.

'Das Gemini-Ritual' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Als Fernsehjournalist kennt Alexander Callahan jede Art von menschlichem Elend. Doch als seine sechsjährigen Zwillingssöhne Sean und Kevin aus einem Freizeitpark verschwinden, ist er auf einmal selbst betroffen. Die Spur führt zu einer Serie von Zwillingsentführungen. Die Polizei kommt nicht weiter – und für Callahan beginnt ein verzweifelter Wettlauf mit einem Monster, das für seine bestialischen Zwecke zwei genetisch identische Menschen braucht.

Das meint Krimi-Couch.de: »Die interessanten Ansätze über die Kunst der Magie und der Illusion verzaubern den Leser nicht« 60°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Alexander Callahan ist ein Aufdecker, also ein richtig harter Sensationsreporter, der überall seine Nase hinein steckt und deswegen auch nicht gerade beliebt ist und garantiert keinen Anspruch auf Freizeit hat. Nicht nur deswegen ist seine Ehe zerbrochen. Aber gelegentlich muss er sich doch die Zeit nehmen und mit seinen sechsjährigen Söhnen ein Wochenende verbringen. Obwohl er natürlich viel zu viel beruflich um die Ohren hat, muss er mit den Jungen den versprochenen Besuch in einem Vergnügungspark zum Thema Mittelalter wahr machen.

Und dort gibt es auch allerhand zu sehen und zu erleben. Gaukler, Ritter und sogar ein echtes Ritterturnier stehen auf dem Unterhaltungsmenü des Themenparks. Während des Ritterturniers verschwinden auf ein Mal die zwei Kinder. Callahan und der Sicherheitsdienst suchen alles ab. Auch die Polizei wird eingeschaltet. Eine großangelegte Suche beginnt, aber mehr als ein blutiges T-Shirt und einige Voodoo-Püppchen bringt der Polizeieinsatz nicht an den Tag. Zu guter Letzt mutmaßen die Ermittler sogar, ob Callahan nicht selbst hinter dem Verschwinden seiner Kinder steckt.

Endlos lange ziehen sich die Untersuchungen und langsam verlieren die Behörden und die Öffentlichkeit das Interesse. Nur Callahan verbeißt sich trotz aller Widrigkeiten an ähnlich gelagerten Fällen aus der Vergangenheit und findet dabei heraus, dass auch schon früher eineiige Zwillinge unter mysteriösen Umständen verschwunden sind. Und langsam ergibt sich bei den Recherchen ein Muster, aus dem sich ablesen lässt, dass Callahans Söhne vielleicht noch leben, doch es wird ein Wettlauf mit der Zeit …

John F. Case ist, wie seine Hauptfigur Callahan, von Beruf Enthüllungsjournalist. Case ist nur ein Pseudonym des Mannes, der schon in zwei Büchern das FBI und seine Machenschaften aufs Korn genommen hat. Mit seinem neuesten Thriller Das Gemini-Ritual, dessen amerikanischer Originaltitel The Murder Artist wesentlich sinnvoller zur Handlung passt, begibt er sich in die Welt der Illusionen und Magier, die für einen gelungenen Trick alles tun, und wenn im Endzweck der Tod des Mediums auf dem Programm steht.

Der im Scherz-Verlag erschienene 447 Seiten lange Schmöker kommt zwar recht schnell auf Touren, flacht aber nach erfolgter Entführung deutlich ab. Case beschreibt reichlich langatmig die seelische Pein eines Vaters, der um nichts in der Welt akzeptiert, dass die Suche nach den Söhnen vergebens sein sollte. Er überwirft sich mit der eigenen Ex-Frau und seinem Arbeitgeber, kratzt die letzten Moneten zusammen, um sich dubioser Informationsquellen zu bedienen, die ihn auf den richtigen Weg bringen sollen. Dass er sich dabei sogar lebendig begraben lassen muss, ist nur eine der unglaublichen Aktionen, die der unfreiwillige Held des Romans über sich ergehen lassen muss.

An der Übersetzung von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann gibt es nichts auszusetzen. Sie haben einen sehr flüssigen Schreibstil ins Deutsche transponiert, der kaum über Höhen und Tiefen verfügt, sondern handwerklich sauber dahin plätschert. Das große Manko dieses Thrillers ist das Fehlen richtiger Höhepunkte, die Spannung ist so neutral, wie das Lesen einer Tageszeitung. Erst gegen Ende kommt passable Action auf, die aber zu kurz abgehandelt wird und zu einem ziemlich abrupten Schluss führt.

Das Gemini-Ritual ist trotz guter Thematik nur ein 08/15-Roman geworden. Selbst der hartgesottene Thrillerliebhaber amerikanischen Schriftgutes wird an diesem Buch kaum besonderes Gefallen finden. Mehr als eine durchschnittliche Wertung hat sich der Autor hier leider wirklich nicht verdient. Die interessanten Ansätze über die Kunst der Magie und der Illusion können den Leser nicht genügend verzaubern, um die langweiligen Passagen über den suchenden Callahan zu überdecken.

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Regina zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 29.06.2013
Sorry, wenn ich nicht die fade Krankenhausbibliothek in Anspruch nehmen musste, wäre hierbei schon nach den ersten 50 Seiten Schluss gewesen. So hab ich tapfer durchgehalten.
Aber: Wo mein Vorredner Spannung gefunden haben will, ist mir unerfindlich. Die größte Schau ist in der Tat der phänomenale Schluss,
War das auch bloß Spaß?
Bertram Winkler zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 26.02.2013
Mit das Spannendste, das ich je gelesen habe.
Absolut empfehlenswert! Ich hab das Buch im Erscheinungsjahr gelesen. Es gehört zum Besten von John F.Case. Ich kann die Primärrezension hier nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach: Volle Punktzahl!
Ein Buch, das man an einem Stück durchliest. Zum Teil recht makaber, aber sensationell spannend.
Frauke. zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 11.09.2010
Ich liebe dieses Buch. Mehr kann ich dazu einfach nicht sagen. Ich habe es vor 2 Jahren zum Ersten mal gelesen (da war ich 14! ;) So viel dazu, dass die Kinder keine Bücher mehr lesen!) und seitdem schon bestimmt 10x. Ich finde es einfach so unheimlich spannend, jedes mal wieder. John Case ist ein wundervoller Autor. :)
obelixx05 zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 16.02.2010
Ich fand den Roman zum anfang etwas langatmig , bis Alex so anfing zu denken :) dann wurde es spannend und dann war leider schon schluss :( ein abruptes unbefriedigendes ende für meinen geschmack . Ich hätte zugerne noch erfahren ob man den Maertz (Grundstücksbesitzer) zur rechenschaft ziehen konnte und was nun seine zickige Noch-Ehefrau am schluss über die Lippen bekommen hat .. Ich lese gerne John Case :) und werde mir die fehlenden Titel auch noch besorgen
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexandra zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 17.06.2009
Gemini ist die lateinische Bezeichnung für das Sternbild der Zwillinge, also ist der deutsche Titel doch nicht so weit hergeholt. Was allerdings der Satz der Kritik auf der Einbandrückseite soll, bleibt schleierhaft; vermutlich hat hier jemand nicht aufgepasst und ein Buch verwechselt. Dort heißt es: "Case gelingt es erneut, das Unmögliche möglich erscheinen zu lassen. Mitten in die weltweite Diskussion um Genmanipulation platzt dieser verstörende Thriller."
Wie bitte? Mit Genmanipulation hat dieser Roman nun wirklich NICHTS zu tun. Also bitte nicht verwirren lassen.
Das Buch hat einen sehr interessanten Plot. Ich hatte vor einiger Zeit den Roman "Das Kabinett des Magiers" von Christopher Priest gelesen. Dadurch war mir relativ schnell klar, welche Möglichkeiten eineiige Zwillinge einem Zauberkünstler bieten können.
Die Romanfigur des Vaters Callahan ist sehr glaubhaft dargestellt, der Schluß ein wenig abenteuerlich, aber passend.
Ich werde weitere Romane von Case lesen.
Harald Sachs zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 25.01.2009
Ich bin nicht sehr ausdauernd beim Lesen und höre meist nach 20 Seiten wieder auf. "Das Gemini-Ritual" hingegen habe ich von der ersten Seite an verschlungen. Ich finde es ein hervorragend recherchiertes Buch, dass auch Kleinigkeiten wie das Geld, welches Callahan für seine Informationen benötigt, nicht außer acht lässt. Ok, der Action-Faktor ist vergleichsweise gering, aber dafür ist der Informationsgehalt um so größer und sehr glaubwürdig geschrieben. Der Schluss hätte allerdings etwas ausführlicher sein können, man hat ein bißchen das Gefühl, Case wolle das Buch endlich zu Ende bringen.

Für mich jedenfalls ein sehr empfehlenswertes Werk von Case, von dem ich sicherlich noch weitere Bücher lesen werde.
Dennis zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 08.07.2008
Fand das Buch sehr gut, auch wenn die Mitte eher langweilig gestaltet war die Idee an sich finde ich der Hammer, auch wenn man daraus sicher mehr hätte machen können. Auch das Ende ist ausbaufähig und zu abruppt, aber sonst super Thriller.

mfg Dennis
StillerSchatten zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 04.02.2008
Die Idee des Buches ist ja ganz nett und verspricht durchaus Spannung und ein weites Feld an Möglichkeiten, mal davon abgesehen, dass der Klappentext des Buches irgendwie etwas ganz Anderes vermittelt - jedenfalls ging es mir so, dass ich mir etwas anderes darunter vorgestellt habe.
Lesen kann man es echt gut, flüssig geschrieben man kommt schnell durch und hängt eigentlich nur in der Mitte mal fest, wenn die Schilderungen von einzelnen Reise- und Suchstationen des Vaters Überhand nehmen und man das Gefühl hat man bewegt sich im Kreis. Mittendrin ist es spannend und zum Ende hin möchte man einfach wissen, wie es ausgeht, auch wenn man schon ahnt, wie das Ende wird und es einen - zumindestens mich - sehr enttäuscht. Von der Spannung und dem einfach geschriebenen Stil mal abgesehen hat das Buch nämlich nicht wirklich viel mit der Realität zu tun. Das was sich abspielt wirkt so aufgesetzt und an den Haaren herbei gezogen, dass das Buch nicht wirklich punkten kann. Schade, das Thema an sich ist wirklich interessant!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
debbie1 zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 04.10.2007
Ich habe das Buch anfangs mit Spannung gelesen, die aber leider immer mehr abflachte, so dass ich schließlich ganze Abschnitte überlas. Der Schluss war dann schon voller Action, aber irgendwie total überzogen und unglaubwürdig. Man konnte sich so noch nicht einmal über ein gelungenes "Happy End" freuen.
Crazy zu »John F. Case: Das Gemini-Ritual« 04.10.2007
Also ich fand das Buch echt toll. Und dder Aspekt der Magie gefiel mir auch sehr gut.
Ist zwar das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, aber ich werde mir morgen noch weitere kaufen :)

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