Das erste der sieben Siegel von John F. Case

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel The First Horseman, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: USA, Spitzbergen, Russland, Nordkorea, 1990 - 2009.

  • New York: Fawcett Columbine, 1998 unter dem Titel The First Horseman. 325 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1999. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. 349 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2001. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 3-404-14565-8. 426 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2002. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 3-404-25917-3. 426 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2004. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 382897466X. 349 Seiten.

'Das erste der sieben Siegel' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Drei unheimliche Ereignisse in ganz unterschiedlichen Erdteilen: Ein brutaler Doppelmord in New York, ein Bombenangriff auf ein Dorf in Nordkorea, geöffnete Gräber auf einer norwegischen Insel. Der Reporter Frank Daly vermutet einen Zusammenhang und beschließt, der Sache nachzugehen. Nach und nach durchbricht er die Mauer des Schweigens und kommt einer fanatischen Geheimorganisation auf die Spur.

Das meint Krimi-Couch.de: »Von Nordkorea zum großen Showdown in New York« 70°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Eine der großen Ängste unserer heutigen Zivilisation schürt John F. Case in »Das erste der sieben Siegel«, nämlich die Bedrohung der Menschheit durch biologische Kampfstoffe. Leider können wir nicht beurteilen, für wie realistisch seine erdachte Handlung zu halten ist. Oder sollte man besser sagen, zum Glück können wir es nicht? Zumindest erscheint das Szenario gerade aufgrund der politischen Ereignisse in letzter Zeit gar nicht mal so abwegig und so wirkt das Buch – auch wenn man es als reinen Unterhaltungsroman liest – doch sehr beklemmend.

Von Nordkorea über Russland nach Spitzbergen und quer durch die Vereinigten Staaten führt der Autor den Leser, um schließlich in New York zum großen Showdown auszuholen. Dadurch, dass Case zunächst verschiedene Handlungsstränge beginnt, die sich erst langsam zu einer Einheit fügen und auch den Protagonisten erst spät zu erkennen gibt, braucht der Leser einige Zeit, um sich einzulesen.

Im Prolog wird ein amerikanisches Ehepaar brutal ermordet. Dann wird Nordkorea zum Schauplatz. Ein Kriegsveteran beobachtet, wie das Militär sein Dorf abriegelt, nachdem dort eine Epidemie ausgebrochen ist. Als er mit Entsetzten sieht, wie das Dorf durch eine Bombardierung mitsamt seinen Bewohnern ausgelöscht wird, flieht er über die Grenze nach Südkorea. Die amerikanischen Behörden bekommen daraufhin Wind von der Sache. Aufgrund der Aussagen des Augenzeugen muß es sich bei der Krankheit der Dorfbewohner um die 1918 aufgetretene spanische Grippe gehandelt haben, die seinerzeit innerhalb eines Jahres zwanzig bis dreißig Millionen Menschen dahingerafft hat. Die Amerikaner fürchten nun, dass die Nordkoreaner durch Genmanipulation ein Virus erschaffen haben, um es gegen die Vereinigten Staaten als Waffe einzusetzen. Da man zur damaligen Zeit noch keine Viren sichtbar machen konnte, existiert auch in den Labors kein Virus der spanischen Grippe und man hat demzufolge keine Möglichkeit, einen Impfstoff zu entwickeln.

Doch dann erfährt die CIA vom Antrag eines Biologen auf Finanzierung eines Forschungsprojektes, das kürzlich abgelehnt wurde. Dabei handelt es sich um ein von Dr. Kicklighter und seiner Mitarbeiterin Anne Adair geplantes Unternehmen, die auf Spitzbergen die Leichen von Bergarbeitern bergen wollen, die an der spanischen Grippe starben und seit 1918 im ewigen Eis begraben liegen, wodurch das Virus erhalten geblieben sein muß. So dürfen sich die Wissenschaftler nun also doch zusammen mit Vertretern von CIA und FBI auf den Weg in den Norden machen, um die Leichen unter größten Sicherheitsmaßnahmen in die Vereinigten Staaten zu bringen.

Der Journalist Frank Daly, der an einem Artikel über Grippeviren arbeitet und die Expedition begleiten soll, trifft aufgrund widriger Wetterverhältnisse nicht rechtzeitig zum Ablegen des Eisbrechers ein. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als in Hammerfest auf die Rückkehr des Schiffes zu warten und sich dort über die Ereignisse informieren zu lassen. Doch die Crew wird nach ihrem Eintreffen sofort weggebracht, und keiner will mit Daly reden. Als er einen FBI-Agenten erkennt, der die Gruppe begleitet, ist ihm klar, dass sich auf Spitzbergen Unerwartetes ereignet haben muß. So beginnt er auf eigene Faust mit Nachforschungen, die ihn in Lebensgefahr bringen.

Mit einer ausgewogenen Mischung von Erzählung und Dialogen in einfacher Sprache ist der Roman sehr flüssig zu lesen. Die wenigen Längen bleiben auf den Anfang der Handlung beschränkt. Die Charaktere werden detailliert dargestellt, liegen jedoch – wie bei ähnlichen Thrillern üblich – weitgehend im Schwarz-Weiß-Raster fest. Natürlich ist das Buch nicht ganz frei von Klischees und selbstverständlich darf auch die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen. Die Richtigkeit der medizinischen und technischen Ausführungen kann ich zwar nicht nachvollziehen, jedoch sind sie detailliert und interessant und klingen glaubhaft.

Die Spannung steigt, nachdem die Handlungsfäden nach und nach alle verknüpft sind. Dabei hat der Leser, auch wenn sich ihm nicht gleich alles offenbart, gegenüber dem Protagonisten immer einen kleinen Wissensvorsprung. Der Schluß ist ordentlich, wenn er einen auch nicht gerade vom Hocker reisst. Schwierigkeiten, das Buch mal beiseite zu legen, hatte ich zu keinem Zeitpunkt.

»Das erste der sieben Siegel« ist kein absoluter Knaller, doch allemal gute Unterhaltung. Sicher, man hat schon bessere Bücher mit ähnlicher Thematik gelesen, doch bietet John F. Case solide Kost, einen noch nicht so ausgelutschten Plot, der in sich schlüssig und ohne gravierende logische Fehler ist. Liebhaber von Apokalypsen werden sicher auf ihre Kosten kommen.

Ihre Meinung zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel«

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Klaus zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 27.05.2011
Sehr gute Unterhaltung, das Lesen hat mir viel Spaß gemacht und Kurweil beschert.

Es ist beängstigend, was Biowaffen anrichten können und ich hoffe, daß niemals "Schurkenstaaten" oder Terroristen solche Waffen besitzen.

Die waffentechnischen Fehler am Ende des Buches (MG 22 mm) führe ich auf Unwissenheit des Übersetzets zurück. Im Original steht vermutlich Kaliber 22, was 0,22 Zoll bedeutet (5,56 mm). Die heute übliche Militär- und Polizeimunition.
Bei 22 mm wäre es bereits eine richtige Kanone und kein Gewehr mehr.Ich fand das Buch prima, noch einen Hauch besser als "Im Schatten des Herrn" und es mit habe 95° bewertet.
Alexandra zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 23.08.2009
Nach dieser Lektüre wirft die sogenannte "Schweinegrippe" ganz neue Fragen auf und man mag gar nicht zuende denken, wo diese Krankheit eigentlich herkommen mag!
Inzwischen mein dritter Roman von Mr. Case, den ich sehr gerne gelesen habe. Interessante Schauplätze, etwas Wissenschaft, ein "irrer" Sektenführer, der die Welt retten will...
Sehr gute Unterhaltung, mindestens 80 Grad.
queenodt zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 07.02.2009
Prinzipiell interessantes Thema, aber von der Schreibe zu langweilig dargestellt. Speziell durch die ersten 150 Seiten musste ich mich quälen... Der Ablauf der Story (Recherche, Gefangennahme, Flucht et. ist einfach schon zu sehr ausgelutscht, da hätte man kreativer sein können.) Case hat schon wesentlich bessere Bücher geschrieben. Ich empfehle eher "Die Schatten des Herrn"
WelpeMax zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 28.07.2008
Super Thriller!

Wer erinnert sich nicht an das Virus H5N1 --> Vogelgrippe nun kommen Politiker her und erzählen wie harmlos alles sei und das keine Gefahr für die Bevölkerung besteht ... es ist nicht unrealistisch das Viren mutieren und wenn man bedenkt das H1N1 = spanische Grippe ist wird die Sache schon interessant, wenn man weiß das die Viren mutieren dann ist das in dem Moment zwar eher an der Hysterie angelegt, aber es ist im Rahmen der Möglichkeit und die sollte man nicht unterschätzen und vor den Hintergrund ist das Buch nämlich absolut genial und definitiv kein unmögliches Szenario! Ich bin begeistert 100°
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Uwe zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 23.06.2008
kleiner Tip für alle, die Schatten des Herrn noch nicht gelesen haben. Zuerst diesen hier lesen und dann Schatten .

Dann sieht man das ganze anders.
Habe gerade auch das Gemini Ritual gelesen. Wieder ein Top Roman von John F. Case
Anja S. zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 30.11.2006
Vollste Zustimmung: "Der Schatten des Herrn" ist viiiel besser.
Dieser Thriller hier ist nicht schlecht, so ganz spannend und liefert fuer einige Stunden ordentliche Unterhaltung, aber er hat mich nicht vom Hocker gehauen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Juliane zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 31.08.2006
Dieses Buch sollten sie unbedingt lesen. john F. Case hat wieder einmal bewiesen, dass er großes Talent hat. ich habe bisher alle seiner Romane gelesen und kann guten Gewissens behaupten, dass er mehr drauf hat als ein Dan Brown. "Das erste der sieben Siegel" ist um ein vielfaches spannender und fesselnder als "Sakrileg".
sie sollten es nich versäumen, also auf in den nächsten Buchhandel, kaufen und lesen, sie werden es nicht bereuen.
Walti zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 30.11.2004
Na ja, im grossen und Ganzen finde ich die Story sehr interessant; doch war ich froh als das Buch zu ende war. Mir scheint besonders das zeitweilige desinteresse des FBI doch etwas konstruiert um Frank in den Mittelpunkt zu stellen. Dies ist mein erstes Buch von John Case aber er scheint bei weitem nicht an Jan Guilloud oder gar Tom Clancy heranzukommen. Trotzdem kann ich dieses Buch jedermann empfehlen. Langatmige Beschreibungen, abwechselnd mit Spannung.
Bort(Ö) zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 10.08.2004
Hi, die ersten ca. 100 Seiten haben mich nicht so vom Hocker gehauen aber ab dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, Meine Empfehlung:Im Schatten des Herrn
Mogli zu »John F. Case: Das erste der sieben Siegel« 05.07.2004
hallo, also ich fand das Buch auch ganz gut. Hab es in wenigen Tagen durchgelesen und das will was heißen.
Aber wie "sin Nombre" schon sagt:
"Der Schatten des Herrn" ist einiges spannender.

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