Die Toten wecken von John Dickson Carr

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1937 unter dem Titel To Wake The Dead, deutsche Ausgabe erstmals 1962 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1930 - 1949.
Folge 9 der Dr.-Gideon-Fell-Serie.

  • London: Hamilton, 1937 unter dem Titel To Wake The Dead. 301 Seiten.
  • Bern; Stuttgart; Wien: Scherz, 1962 Der magische Stein. Übersetzt von Maria Meinert. 191 Seiten.
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1978 Der magische Stein. Übersetzt von Maria Meinert. ISBN: 3-502-50636-1. 174 Seiten.
  • Köln: DuMont, 2003. Übersetzt von Monika Schurr. ISBN: 3832183213. 283 Seiten.

'Die Toten wecken' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

London, Anfang der Dreißiger Jahre: Der Krimischriftsteller Kent hat gewettet, dass er sich ohne einen Cent von Südafrika bis zum Royal Scarlet Hotel am Picadilly Circus durchschlagen kann. Er trifft sogar einen Tag zu früh dort ein – und stirbt fast vor Hunger. Was kann schon passieren, wenn er sich unter Angabe einer falschen Zimmernummer ein Frühstück erschleicht? Einiges: In 'seinem’ Zimmer findet sich die Leiche einer toten Frau.

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mase zu »John Dickson Carr: Die Toten wecken« 18.09.2008
Carr verlangt dem Leser viel Mitarbeit ab. Jede Menge Personen, Zeugen sowie Verdächtige, müssen zugeordnet werden und deren verwandtschaftliche Bande sollte man sich auch einprägen. Wie ein Lehrer erzählt Carr dem Leser ein bis zweimal was Sache ist, dann muss der Stoff sitzen. Genauso verhält es sich beim Tathergang. Das Grundkonstrukt der Tat wird erzählt und das sollte der Leser sich verinnerlichen, denn darauf wird ständig aufgebaut und durch neue Aspekte aus neuen Zeugenaussagen ausgeschmückt. Mein Tipp: Das Buch ab und an zur Seite legen und nochmals im Kopf alles repetieren, denn es kommt auch noch der örtliche Lageplan dazu, denn schliesslich lesen wir hier einen Locked-Room Krimi, der sich dann in einen lupenreinen Whodunit wandelt. Doch hier ist Carr so gut und lässt die Skizze des Tatorts abdrucken, so dass wir immer wieder zurückblättern können.

Ist man willig das zu tun dann erwartet den Leser ein wunderbares Meisterwerk. Beim lesen ist man auf demselben Wissensstand wie die Ermittler und ist quasi aufgefordert selbst den Fall durch die eigenen Ermittlungen zu lösen. Durch die konstruktiven Fallbesprechungen von Fell und Hadley wird der Leser involviert.

Es fasziniert mich welche Intelligenz dahinter steckt, einen solch verzwickten Fall zu konstruieren, der völlig ohne die Effekt haschende Worte eines Thrillers auskommt und trotz nüchterner gediegener Sprache spannend und geheimnisvoll ist.

Einfach und genial.

PS: Wer ist Doyle und Sherlock Holmes? Lest Carr mit seinem Dr. Gideon Fell.
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jens Holzgrefe zu »John Dickson Carr: Die Toten wecken« 14.07.2004
Ich mag Carr´s Romane fast durchweg, und auch dieser begann wieder großartig mysteriös: eine erwürgte Frau in einem Schrankkoffer, ein verschwundenes Armband, ein Paar nicht zueinander passende Schuhe vor der Hotelzimmertür und der derbe Scherz des Mörders unter das "Bitte nicht stören"-Schild "Tote Frau" zu schreiben geben Rätsel auf, darunter natürlich auch wieder die schon fast klassische Frage bei Carr´s Geschichten: "Wie entkam der Mörder eigentlich vom Tatort?". Trotzdem kann ich diesen Krimi nur mit 76° bewerten, da Carr diesesmal gegen das von ihm selbst propagierte Fairnissprinzip verstoßen hat und dem Mörder Hilfsmittel an die Hand gab, von denen weder der Leser noch der Detektiv (auch wenn Carr das behauptet) etwas hätte wissen können und die obendrein sehr abwegig erscheinen. Aber der Großteil der Auflösung ist logisch und glaubwürdig, also stellt das nur eine geringe Schmälerung des Wertes dieses Buches da.
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