Engelsfürst von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006 bei Knaur.
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München: Knaur, 2006.
ISBN:
978-3-426-63252-9. 452 Seiten. -
Augsburg: Weltbild, 2008.
ISBN:
978-3828979413. 452 Seiten.
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[Hörbuch] Berg: Lagato, 2006.
Gesprochen von Olaf Pessler.
ISBN:
3938956186. 6 CDs.
'Engelsfürst' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein hoher Kleriker kommt einem ungeheuerlichen Skandal auf die Spur: Im Vatikan werden Gelder im großen Stil veruntreut, offenbar mit dem Segen eines Würdenträgers. Der Kleriker vertraut sich der Journalistin Elena Vida an – und wird kurz darauf ermordet aufgefunden. Elena gerät unter dringenden Verdacht. Dann sterben weitere hohe Geistliche auf unheimliche Weise: Sie verbrennen von innen heraus. Um Elena zu retten, nimmt sich Alexander Rosin, der ehemalige Schweizergardist, des Falles an – und findet heraus, dass es um viel mehr geht als Geld: Fast alle Toten gehörten den sogenannten Engelssöhnen an, Nachfahren der Engel, zu denen auch der Papst zählt. Es scheint, dass der uralte Kampf zwischen Gut und Böse in eine neue Phase getreten ist …
Das meint Krimi-Couch.de: »Reihenweise Mörder und Ganoven unter den Kutten der Kleriker«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Elena Vida, die unerschrockene Vatikanournalistin ist unterwegs zu einem Treffen mit Monsignore Picardi, dem Stellvertretenden Direktor der Vatikanbank, der sie in das verlassene und abgelegen liegende Kloster Sant´Anna bestellt hat. In dem finsteren Gemäuer wird Elena niedergeschlagen und der Geistliche brutal ermordet. Und prompt glaubt die Polizei, dass Elena die Mörderin ist.
Ihr Ex-Freund, der ehemalige Schweizergardist Alexander Rosin, der jetzt bei Elena das Journalistenhandwerk lernen soll, wird in den Vatikan zitiert. Er, der nachweislich von einem Erzengel abstammt, hat schon früher Erfahrung mit den bösen Mächten gemacht, denen das Christentum in seiner heutigen Form ein Dorn im Auge ist. Die gegenwärtig regierenden Päpste Custos und Lucius benötigen seine Hilfe, denn einer der führenden Geistlichen, Kardinal Mandume, hat sich in Nichts aufgelöst. Sein Körper ist auf unerklärliche Art durch innere Selbstverbrennung zu Asche verbrannt. Und dies scheint nicht das erste Mal zu sein, dass solches im Vatikan passiert. Gleichzeitig wird auch ein Journalistenkollege Alexanders Opfer von Attentätern, denn er wollte Alexander spektakuläre Hinweise liefern.
Gleichzeitig befindet sich der Sohn von Papst Lucius, Enrico Schreiber, in einem Kloster in den Bergen. Er will sich in der Abgeschiedenheit von den Träumen heilen, die ihn allnächtlich quälen. Unter der Leitung des Abtes Tommasio erkennt er aber recht bald, dass seinen Träumen Begebenheiten zu Grunde liegen, die vor zweitausend Jahren ihren Ursprung hatten. Und nur wenn er sich diesen Träumen stellt und den Kampf mit der Vergangenheit aufnimmt, wird er die Realität erkennen. Eine Realität, die ihn, seinen Vater und die gesamte katholische Kirche gefährdet …
Nach Engelspapst und Engelsfluch hat der Bestsellerautor Jörg Kastner mit dem soeben im Knaur-Verlag erschienenen »Engelsfürst« seine vatikanisch, mystische Thrillerserie fortgesetzt. Das 452-Seiten-Werk knüpft dort an, wo der »Engelsfluch« aufhört. Konnte man »Engelsfluch« als weitgehend eigenständigen Roman betrachten, so werden im neuen Buch allerdings so viele Querverweise dazu gezogen, dass es für den Leser deutlich verständlicher ist, wenn er sich die Vorgeschichten zu Gemüte führt.
Jörg Kastner schreibt in altbewährter Manier locker und leicht, ohne den Leser mit zu vielen kirchlichen Details über die Vatikanstrukturen zu langweilen. »Engelsfürst« hat die gleichen Qualitäten, wie seine Vorgänger, wobei die zahlreichen Fantasyelemente aus »Engelsfluch« diesmal wesentlich spärlicher eingesetzt wurden, ganz kann man darauf jedoch nicht verzichten, denn die Geschichte um die angeblich schon zerstörte Kirchengruppierung Totus Tuus verlangt in ihrer Handlung fast zwingend danach, um den steten Kampf zwischen den Erzengeln Uriel und Luzifer zu verdeutlichen.
Der Autor lässt die Handlung rund um den Vatikan und im Kloster in den Bergen parallel laufen und springt erzählerisch kräftig schon nach kurzen Passagen hin und her, was gelegentlich wirkt, als hätte er das Buch als Drehbuch konzipiert und müsste Werbepausen im Privatfernsehen einschieben. Dennoch bleibt er dabei von Anfang an auf spannendem Niveau, auch wenn der Ausgang im Verlauf der Geschichte sehr stark vorhersehbar ist und den Leser nicht überraschen kann.
Die Personen sind im Grunde genommen bekannte Sympathieträger mit allen ihren menschlichen Schwächen, Konflikten und Liebeleien, auch wenn manche von ihnen mit übernatürlichen Kräften gesegnet sind. Die Zeichnung der Charaktere ist gelungen, egal ob gut oder böse, und auch bei der Identifizierung der guten und schlechten Personen braucht sich der Leser nicht anzustrengen.
Der »Engelsfürst« hat mit einer Kriminalgeschichte nicht das geringste zu tun, auch wenn unter den Kutten der Kleriker reihenweise Mörder und Ganoven zu finden sind. Das Buch ist ein gut gemachter Spannungsroman, das in erster Linie Liebhaber des mittlerweile deutlich überstrapazierten Begriffs Vatikanthriller ansprechen wird, mit seinen Fantasyelementen aber auch Freunde des mystischen Genres zufrieden stellen kann.
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| Ticva zu »Jörg Kastner: Engelsfürst« | 19.05.2010 |
|---|---|
| Alex. zu »Jörg Kastner: Engelsfürst« | 16.12.2006 |
| Svenne zu »Jörg Kastner: Engelsfürst« | 16.08.2006 |


