Der Engelsfluch von Jörg Kastner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: Italien, 1990 - 2009.

  • München: Droemer, 2003. ISBN: 3-426-19673-5. 491 Seiten.
  • München: Knaur, 2005. ISBN: 3-426-62785-X. 491 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2005. ISBN: 3828975534. 491 Seiten.
  • München: Knaur, 2007. ISBN: 978-3-426-63588-9. 491 Seiten.

'Der Engelsfluch' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Übersinnliche Gaben und alte Prophezeiungen, die auf Wesen zurückweisen, die wir »Engel« nennen, sind die verborgenen Triebfedern dieses Spannunsromans über kirchenpolitische Machtkämpfe und Verbrechen. Nach der Rettung des Engelspapstes Custos vor der Verschwörung des Geheimordens Totus Tuus kommt es zur Spaltung der katholischen Kirche: In Neapel residiert als Gegenpapst Lucius IV., über den dunkle Gerüchte im Umlauf sind und der aus der nördlichen Toskana stammen soll. Hier, im alten Siedlungsgebiet der Etrusker, will die Vatikanjournalistin Elena Vida über seine Vergangenheit recherchieren. Sie stößt auf Menschen mit magischen Fähigkeiten und erfährt von mysteriösen Weissagungen. Gleichzeitig wird ihr Freund Alexander Rosin, der aus der Schweizer Garde ausgeschieden ist und für Elenas Zeitung arbeitet, von Papst Custos gebeten, der Polizei bei der Aufklärung einer Reihe von grausamen Mordfällen zu helfen. Die Opfer, allesamt Geistliche, standen mit der vatikanischen Glaubenskongregation und dem päpstlichen Geheimarchiv in Verbindung. Alexander und Elena geraten bei ihren Nachforschungen in Lebensgefahr, und eine alte Warnung vor dem Erbe der Etrusker scheint die ganze Menschheit zu bedrohen: Wer den Schlaf der Engel stört, beschwört das Verderben!

Das meint Krimi-Couch.de: »Dieser Roman kann sich mit jedem amerikanischen Thriller messen.« 92°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Ein Priester wird in seiner kleinen Kirche in Trastevere ermordet und ans Kreuz genagelt. Ein Anderer wird gnadenlos in seinem Taufbecken ersäuft. Die Vatikanjournalistin Elena Vida und der ehemalige Schweizergardist Alexander Rosin, nach seinem Ausscheiden aus der Garde jetzt ebenfalls beim »Messaggero di Roma« beschäftigt, beginnen Informationen zu sammeln. Auch der Klerus gibt sich bestürzt und Papst Custos bittet Rosin als profunden Kenner der vatikanischen Gegebenheiten die Polizei zu unterstützen, da diese Morde möglicherweise von Insidern begangen wurden. Und auch die Theologiewissenschafterin Vanessa Kern, die in den vatikanischen Archiven nach Unterlagen zu rätselhaften Erscheinungen sucht, läuft Alexander immer wieder über den Weg und macht sich verdächtig.

Da erreicht die katholische Christenheit die Hiobsbotschaft, dass sich reformunwillige Würdenträger der Kirche zur Heiligen Kirche des Wahren Glaubens zusammengeschlossen haben und mit Lucius IV. in Neapel einen Gegenpapst ausgerufen haben.

Zur gleichen Zeit kommt der junge Anwalt Enrico Schreiber, geplagt von einem schlimmen Alptraum, in dem ihm möglicherweise Luzifer erscheint, aus Deutschland nach Pescia in der nördlichen Toskana, um im kleinen Bergdorf Borgo San Pietro, in dem seine Mutter geboren war, nach seinen Wurzeln zu suchen und dabei vielleicht die Identität seines wirklichen Vaters zu eruieren. Elena Vida, die hier gerade auf Recherche ist, schließt sich ihm an und gemeinsam versuchen sie, die Menschen aus dem Dorf zum Sprechen zu bringen. Doch diese denken gar nicht daran, ihr Geheimnis um die versteckt liegenden etruskischen Gräber preis zu geben. Elena wird schwer verletzt und fällt ins Koma.

Und so beginnen sich die Wege von Alexander Rosin, Vanessa Kern, Enrico Schreiber und Elena Vida zu kreuzen und zu einem gemeinsamen Schicksal zu verweben, überschattet vom Damals, vom Heute und auch vom Morgen.

Jörg Kastner hat mit »Der Engelsfluch« nach seinem erfolgreichen Bestseller Der Engelspapst ein weiteres Mal das Duo Rosin und Vida in einem Thriller um Klerus und Geheimbünde, Macht und Intrigen im Vatikan auf Aufklärungsjagd geschickt. Um dieses Buch zu lesen, muss man jedoch den Vorreiter nicht kennen, denn es handelt sich um eine abgeschlossene Geschichte, die auch den amerikanischen Reißern von Douglas Preston und Lincoln Child in Spannung und Dramatik um nichts nachsteht.

Interessant ist der direkte Vergleich mit dem 2001 ebenfalls im Verlag Droemer-Knaur erschienenen Buch von Arnauld Delalande Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel, das im Wesentlichen die selbe Thematik zum Inhalt hat, mit dem »Engelsfluch« nicht im Geringsten mithalten kann. Beide Bücher befassen sich mit dem Machtkampf innerhalb des Vatikanstaates, beide Bücher bedienen sich im Aufbau der Handlung historischer Grundzüge und beiden Büchern ist auch ein kleiner Anteil an Fantasyelementen nicht fremd. Während dies bei Delalande jedoch aufgesetzt wirkt, als wäre dem Autor zum Handlungsfortlauf nichts eingefallen, kann Jörg Kastner damit punkten, dass die Traumsequenzen sich als logisches Muss in die Gesamtgeschichte einfügen.

Dass Herr Kastner darüber hinaus seine Rechercheaufgaben mit Bravour erledigt hat, ist ein weiterer Pluspunkt für diese packende Geschichte, die von den ersten Seiten an konsequent Spannung aufbaut und bis zum Ende tadellos durchhält, und dies auch für Leser, die mit Kirche und Gott nichts am Hut haben. Wer an Umberto Ecos Name der Rose Gefallen gefunden hat, dem kann dieses Buch bedenkenlos ans Herz gelegt werden, wobei mir persönlich der Schreibstil von Jörg Kastner mit Abstand besser gefällt, denn trotz der verwendeten historischen und theologischen Termini bleibt »Der Engelsfluch« in jeder Phase ausgesprochen leicht lesbar.

»Der Engelsfluch« ist ein Paradebeispiel, dass man auch in Deutschland einen Thriller von Format unters Lesevolk bringen kann, und nicht immer ins Ausland schielen muss. Dafür haben sich Jörg Kastner und Droemer eine absolute Höchstwertung verdient!

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Ticva zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 29.04.2010
Im zweiten Teil der Engels-Trilogie geht es um eine Spaltung der katholischen Kirche sowie eine uralte religiöse Sekte der Etrusker.
Während sich in Neapel ein Gegenpapst aufstellen lässt, werden in der Gegend um Rom Priester ermordet.
Ob das alles irgendwie zusammenhängt?

Mit den Protagonisten Alexander und Elena aus dem ersten Band beginnt die Geschichte. Aber schon bald ging jeder einen eigenen Weg, da sie im Zusammenhang mit dem Gegenpapst recherchieren musste und Alexander von der Polizei und dem Vatikan hinzugezogen wurde, um bei der Aufklärung von Priestermorden zu helfen.
Es kam ziemlich bald eine weitere Figur in den Mittelpunkt. Enrico, ein deutscher Rechtsanwalt mit Wurzeln in Italien, kam in die Toskana, um mehr über seine verstorbene Mutter und deren Vorfahren zu erfahren.
Dazu hatte er seit seiner Kindheit einen Alptraum, der ihn regelmäßig verfolgte und in Italien an Stärke zu gewinnen schien.
Seine Mutter gab ihm auf ihrem Sterbebett ein Reisetagebuch von einem Urahnen aus dem Jahre 1805. Dieser Bericht ist kapitelweise in die Handlung eingeflochten und erzählte von einem Vorfahren der eine Stätte der Etrusker fand, die angeblich eine übernatürliche Macht in ihren unterirdischen Gängen bündeln soll.

Es war von Anfang bis Ende eine Grundspannung vorhanden, die zwischendurch kurze Anstiege hatte und zum Schluss einem Höhepunkt zustrebte.
In diesem Roman ging es etwas mehr um Mystik als im ersten Teil. Träume, Visionen, heilende Kräfte - alles hatte mit Engelserscheinungen zu tun, die im Laufe der Geschichte aufgedeckt wurden.

Auch in diesem Band hatte ein spezieller Orden wieder einmal seine Hände im Spiel, der den Gegenpapst für seine Machtspielchen missbrauchte.
Die Figuren wurden wieder gut vorgestellt und es wurde auch eine kurze Zusammenfassung vom ersten Teil der Trilogie in die Geschichte eingeflochten. Dadurch könnte man diesen Thriller auch ohne den Vorgänger genießen.

Wie auch in dem Vorgänger "Engelspapst" ist die Schreibweise von Jörg Kastner ausschmückend und detailreich. Jedoch wurde es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Berichte des Reisetagebuchs wie auch die eigentliche Handlung beinhalteten durchweg eine Mischung aus Spannung und örtlichen Beschreibungen.

Diese Trilogie gefällt mir von Roman zu Roman besser. Der Autor weiß, wie man den Leser fesselt und trotz des voluminösen Umfangs der Bücher in seinen Bann zieht!
Dieses Werk bekommt, wie sein Vorgänger, die volle Punktzahl, fünf Sterne.


Die Engels-Trilogie:
1. Engelspapst
2. Engelsfluch
3. Engelsfürst
Barbara zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 22.01.2010
Dieses Buch war ja so zu sagen eine Fortsetzung den Buches "Engelspapst", wobei man sagen muss, das der "Engelsflüch" ein eigenständiges Buch.
Der Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen, denn man verstand dann auch die Zusammenhänge des vorhergehenden Buches und wie es dann mit den Figuren weiter ging. Ich las das Buch mit Spannung, aber als die Figur des Enrico Schreiber auftauchte gefiel mit das Buch nicht mehr. Danach war es sehr mühsam das Buch zu lesen und Alexander die eigentliche Figur kam meiner Meinung nach ein wenig in den Hintergrund. Das Ende zieht sich dahin und als es dann dazu kam den Engelsflüch zu erwecken, war die Geschichte plötzlich vorbei, ich finden das das Ende dann zu schnell abgebrochen wurde.
Mir persönlich gefiel "Engelspapst" besser als dieses Buch und ich überlege noch ob ich "Engelsfürst" lesen soll, denn die Handlung ist nicht gereade ansprechend, vorallem geht es wieder um Enrico Schreiber.
Aber im Großen und Ganzen ist dieses Buch auch ok.
Leselady zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 03.05.2009
Gut,das Buch hätte einige Seiten weniger haben können,
weil doch immer wieder ziemlich viele ausschweifende Erklärungen darin vorkommen,die nicht unbedingt hätten sein müssen.Aber wenn man mal die ersten 150 Seiten gelesen hat,dann geht es wirklich spannend und interessant weiter und man kann es kaum noch aus der Hand legen.Ein Mysterythriller halt,aber da ich genau solche liebe,gibt es von mir 80©.ich würde es durchaus weiter empfehlen,zumindest an jene,
die das Mysteriöse lieben ;-)
Leselady zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 04.05.2008
Gut,das Buch hätte einige Seiten weniger haben können,
weil doch immer wieder ziemlich viele ausschweifende Erklärungen darin vorkommen,die nicht unbedingt hätten sein müssen.Aber wenn man mal die ersten 150 Seiten gelesen hat,dann geht es wirklich spannend und interessant weiter und man kann es kaum noch aus der Hand legen.Ein Mysterythriller halt,aber da ich genau solche liebe,gibt es von mir 80©.ich würde es durchaus weiter empfehlen,zumindest an jene,
die das Mysteriöse lieben ;-)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alex. zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 16.12.2006
Auch der Nachfolgeroman vom Engelspapst hat mir weitgehend gefallen. Leider ist dem Autor die Verbindung Geschichte und Vatikan misslungen. Die Story ist meiner Meinung nach in Ordnung.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
trinä zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 25.10.2006
Auf Empfehlung habe ich gerade den Engelsfluch gelesen. Für meinen Geschmack ist die Handlung zu weit her geholt, zu unrealistisch und sehr dünn. Eigentlich mag ich mystische Geschichten gern aber das war dann doch zu schwach. Langer Aufbau und dann ein viel zu schnelles und oberflächliches Ende.

Ich würde das Buch leider nicht weiterempfehlen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dr. Svenja Schmidt zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 04.03.2006
Das Buch Engelsfürst ist das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Sprachlich eine Katastrophe, inhaltlich dünn, mit minimalem Rechercheaufwand zusammengezimmert. Ein Buch für die Kategorie "Bücher, die die Welt nicht braucht". Geschrieben nur um den schnelle Euro zu machen. Nicht empfehlenswert !
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
annika989 zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 07.04.2005
Ich habe erst " Engelspapst" und dann "Engelsfluch".
Schon im ersten Teil muß man sich mit teils sehr fantasievollen Handlungssträngen abfinden, aber bei Engelsfluch nehem diese leider Überhand. Nicht desto Trotz ist das Buch unterhaltsam und spannend, aber eben sehr unrealistisch.
Wer daran Spaß hat, dem sei das Buch empfohlen.
egal zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 24.01.2005
Ich habe zuerst den Engelsfluch gelesen (aufgefallen in der Buchhandlung meines Vertrauens bei den Neuerscheinungen) und war absolut begeistert - Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite.

Jetzt bin ich gerade den Engelspapst am Lesen - nicht minder spannend...
Casaubon zu »Jörg Kastner: Der Engelsfluch« 16.09.2004
Im Gegensatz zum ersten Buch "Der Engelpapst" ist diese Fortsetzung einfach nur schlecht. Hier mußte auf Biegen und brechen ein zweiter Band zu, was zu einem schludrigen Stil führt. War der Engelspapst noch ein Buch, das ich verschlungen habe, so schleppt sich der Engelsfluch nur so dahin. Eine wirre Handlung, zahlreiche Ungereimtheiten und die spürbare Unlust des Autoren beim Schreiben verderben die Lust am Lesen. Altpapier!
0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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