Sense von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2000
bei Rotbuch.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ruhrgebiet, 1990 - heute.
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Hamburg: Rotbuch, 2000.
ISBN:
3-434-54029-6. 239 Seiten. -
Berlin: Aufbau, 2006.
ISBN:
978-3-7466-2161-6.
'Sense' ist erschienen als
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In Kürze:
Kristof Kryszinski geht der ehrenwerten Profession eines Privatdetektivs nach, hat jedoch seine guten Jahre bereits weit hinter sich gelassen, wenn er sie denn überhaupt je erlebt hat. Selbst etwas heruntergekommen, liebt er alte japanische Schrottkarren über alles, lehnt kaum einen kräftigen Schluck ab und sucht dringend Aufträge, denn Bargeld hat er seit einiger Zeit nur von weitem gesehen. So nimmt er, wenn auch völlig verkatert, den Auftrag an, den verschwundenen Sascha »Pascha« Sentz zu finden, einen steinreichen Betreiber von Spielautomatenhallen, der nach einem abendlichen Abkassieren seiner Einnahmen nicht zu Heim und Herd zurückgekehrt ist. Kryszinskis Arbeitsmethoden erweisen sich nicht gerade als konventionell. Jeder systematischen Suche abhold, verlässt sich der Detektiv lieber auf seinen »bewährten« Instinkt. Zusammen mit Freund Scuzzi, einem Italiener ohne Italienischkenntnisse, aber äußerst gewandt im Umgang mit der Halbwelt, macht er sich auf die Suche nach Sentz. Um gleich alles zu verbocken. Doch Freund Zufall hilft. Kryszinski spürt den Automatenkönig auf, um sich sogleich mit ihm zu besaufen und am nächsten verkaterten Morgen vor dessen Leiche zu stehen. Wie erklärt man diese Geschichte den beiden Bullen, die ihn ohnehin in die Pfanne hauen wollen. Um aus dieser verfahrenen Situation herauszukommen, bedarf es nun echter Klasse.
Danke, Aufbau-Verlag! Nach Prickel hat nun auch Sense bei dem Berliner Verlagshaus eine Neuauflage erfahren und so erhalten alle, denen bislang diese herrlich unorthodoxen Romane um eine Ruhrpott-Existenz auf direktem Wege in den Abgrund entgangen sein sollte, eine neue Chance, diese herrlich absurden Ganovengeschichten kennen zu lernen. Schnell wird man merken, dass eine Type wie Kristof Kryszinski ein absolutes Unikat in der deutschen Krimilandschaft abgibt – eines das man lieben will.
Gerade glaubte der Ruhrpott-Ermittler Kryszinski einen dicken Fisch an der Leine, da war seine Beute auch schon dahin. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn der gesuchte Sascha Sentz liegt am verkaterten frühen Morgen mit gebrochenem Genick in Kryszinskis Küche. Für diesen Fahndungserfolg kann er natürlich nicht die 20.000 DM Belohnung einkassieren. Zu dumm, dass sich der Detektiv dank eines Filmrisses an nichts mehr erinnern kann, was am Vorabend geschah. Für die Polizei wird er somit zum Hauptverdächtigen, auch wenn er mit dem gebrochenen Handgelenk unmöglich die Kraft für die Tat haben konnte. Man lässt ihn laufen, was ihm die Gelegenheit gibt, selbst die Ermittlungen nach dem wahren Mörder aufzunehmen.
Die Suche nach dem Pascha
Zunächst mal muss Kryszinski rekapitulieren: Da war der Auftrag von Vero, der attraktivsten Rechtsanwältin der nördlichen Hemisphäre. Er sollte den Gatten der Spielhallenkönigin, der auf seiner wöchentlichen Tour durch die Spielhallen mit 250.000,- DM Einnahmen spurlos verschwunden war, wieder auftreiben. Sascha »Pascha« Sentz ist aber allgemein auch als Zocker bekannt gewesen, weswegen Kristofs erster Weg zu seinem Dealer Scuzzi führte. Und der telefonierte gerade auch noch mit dem Pascha. Das Duo Infernale macht sich auf zu einer Verfolgungsjagd durch die Zockerhöllen des Ruhrgebiets und Kryszinski schafft sich in dieser Nacht Feinde. Aber er findet letztlich auch den Pascha …nur wer hat ihn dann in Kryszinskis Küche umgebracht?
Was Autor Juretzka seinen Lesern serviert ist eine unverblümte Kombination von Wortwitz und Sprachgewalt. Mit dem lakonischen Antihelden Kryszinski schickt er einen der außergewöhnlichsten Ermittler ins Rennen im Kampf für die Gerechtigkeit. Wo sonst kann ein Drogensüchtiger, dessen bester Freund zugleich sein Dealer ist, so viele Sympathien auf seine Seite bringen. Mit seiner unbekümmerten und teilweise sorglos naiven Weltsicht erhellen die Einsichten und Ansichten des Mühlheimer Detektivs, der als Ich-Erzähler auftritt, die Laune eines jeden Lesers. Seine Alkohol- und Kokain-Exzesse kann man einem Chaoten wie Kryszinski dank des Erzählstils nicht übel nehmen
Hinzu kommt eine runde Story, die alles an Spannung und Action aufweisen kann, was ein guter Krimi benötigt. Es gibt Schlägereien, Verfolgungsjagden in gestohlenen Autos, nächtliche Einbrüche und Observationen und schließlich einige überraschende Wendungen und Schlussfolgerungen. Zudem zeigt der Autor sein Können indem er seine sprachliche Begabung eigentlich in jedem Satz durchblicken lässt. »Sense«, das ist pure Unterhaltung von der ersten Seite an.
Thomas Kürten, August 2006
Das meinen andere:
»Juretzka ist der amerikanischte unter den deutschen Krimiautoren. Sein lakonisch präziser, fast immer witziger Stil, erinnert an Kinky Friedman oder Hunter S. Thompson.« (Die Welt)
»Der wahre Held dieses Ruhrpott Tangos ist die Atmosphäre. Juretzka kennt eben sein Milieu.« (Hamburger Abendland)
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|---|---|
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