Gluthitze von Joe R. Lansdale

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Leather Maiden, deutsche Ausgabe erstmals 2011 bei Golkonda.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Texas, 1990 - 2009.

  • New York: Knopf, 2008 unter dem Titel Leather Maiden. 287 Seiten.
  • Berlin: Golkonda, 2011 Gauklersommer. Übersetzt von Richard Betzenbichler.
  • Berlin: Suhrkamp, 2013. Übersetzt von Richard Betzenbichler. 300 Seiten.

'Gluthitze' ist erschienen als

In Kürze:

Beruflich und persönlich gescheitert kehrt Cason Statler, Veteran des ersten Irak-Kriegs und einst vielversprechender Journalist, als menschliches Wrack in seine Heimatstadt Camp Rapture zurück. Er trinkt zu viel, kann sich nicht damit abfinden, dass ihm sein Freundin den Laufpass gegeben hat, und versinkt in Selbstmitleid. Um wieder auf die Beine zu kommen, tritt er bei der Lokalzeitung eine Stelle als Kolumnist an. In den alten Notizen seiner Vorgängerin stolpert er über den unaufgeklärten Fall einer Studentin, die im Jahr zuvor spurlos verschwunden ist. Statler sieht die Chance, sich wieder einen Namen zu machen, und greift die Geschichte auf. Doch damit sticht er in ein Wespennest.

Das meint Krimi-Couch.de: »She builds you up to just put you down, what a clown – \'cause everybody knows, she’s a femme fatale« 91°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

Camp Rapture, mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Kahlschlag. Cason Statler kehrt zurück in seine Heimatstadt. Der desillusionierte Irakveteran und Pulitzer-Preis-Nominierte tritt eine Stelle bei der örtlichen Tageszeitung an. Einen lockeren Job als wöchentlicher Kolumnist. Die Arche Noah, Stammzellenforschung, Tarzan und Caroline Allison halten Cason auf Trab. Vor allem die blonde Schönheit Caroline, die eines Tages spurlos verschwand. Er will sie zum Teil einer kleinen Serie machen und steckt plötzlich mitten im tiefsten Schlamassel. Als wäre sein Leben mit einem Übermaß an Alkohol, Kriegstrauma, einer verkorksten Liebesbeziehung und der Erkenntnis, dass der Weihnachtsmann keine real existierende Persönlichkeit ist, nicht schon schwer genug. Statt in Ruhe seinem Job nachgehen zu können, bekommt er es mit Erpressung, bestialischen Morden und perfiden Planspielen zu tun. Mittendrin sein Bruder Jimmy. Bald gerät nicht nur seine Familie, sondern auch die neue Frau an seiner Seite, Kollegin Belinda, in Gefahr. Was für ein Glück, dass Cason dank seiner Kriegserfahrungen einen Psychopathen kennt, der seine Gegner noch toppen kann. Man muss halt nur wissen, welches Ufer am Rand des Wahnsinns das mit den größeren Überlebenschancen ist. Und an dem sich ein Rest von Menschlichkeit finden lässt.

Gauklersommer. Das klingt nach Ray Bradbury trifft Stephen King in Joe Lansdales literarischer Kleinstadt-Heimat Camp Rapture. Weit gefehlt. Das Buch treibt die bekannten Muster des gewählten Genres auf die Spitze; nur einen Hauch von der Parodie entfernt, werden sie dann gebrochen. Cason Statler ist der neo-klassische Held des hardboiled Romans. Ein versoffener Zyniker, Ex-Kriegsteilnehmer, beruflich gescheitert und jetzt darauf aus, seine berufliche und moralische Integrität wiederzugewinnen, indem er sich in den einen Fall verbeißt, der seinem Leben wieder Sinn gibt. Wer jetzt Kenntnis mimend abwinkt, fällt auf einen Erzähler rein, der viel zu versiert und originell ist, als dass er einen altbackenen Stoff derart unreflektiert übernehmen würde. Cason ist auch kein Weltkriegs- oder Vietnamveteran; er kämpfte im Irak und hält sich trotz kurzer Schlaglichter merkwürdig bedeckt, was seine Kriegserlebnisse angeht. Ja nichts konkretes, sondern eine Darstellung wie sie seit dem ersten Irakeinsatz in den Medien gang und gäbe war. Kurze Blicke auf´s Töten und Getötet werden, beiläufig, fast aus Zufall entstanden und an der Zensur vorbei geschmuggelt. Inhaltlich oder gar kritisch kann so gar keine Aufarbeitung möglich sein. Statler wird so eher zum Teil einer Verdrängungsmaschinerie als zum therapiebedürftigen Traumapatienten. Zudem war er bereits als Zivilist, von klein auf, ein dezenter Zwangsneurotiker, dessen Neurosen sein Leben stärker beeinflussen als seine Kriegserlebnisse.

Nicht nur hier entsteht ein Bruch mit den sattsam bekannten Protagonisten anderer PI- und Journalisten-auf-kriminalistischem-Jagdausflug-Romanen. Cason hat eine Familie, die sich liebevoll um ihn kümmert und ihm eine wahre Stütze ist. Solange, bis er feststellt, dass sein Leben auf Messers Schneide stabiler ist, als das seines anscheinend wohl saturierten Bruders Jimmy, dem er den Arsch retten muss. Und auch seine zwanghafte Sehnsucht zur Ex-Geliebten Gabby hat einige Widerhaken. So richtig klar wird nicht, warum Gabby jedes Mal ausflippt und mit dem Anwalt droht, wenn Cason sich ihr nähert. In den kurzen Momenten, die ihr gehören, lässt Lansdale ganz unaufdringlich den Schluss zu, dass sie ihrerseits Cason ausgenutzt hat. Begehrt als smarter Footballspieler der örtlichen High School, fallen gelassen, sobald er die Ortsgrenze hinter sich ließ. Kein feiner Zug, der andererseits höchst fragwürdig werden lässt, weshalb Cason sich so verzweifelt an Gabby klammert. Bleibt zu hoffen, dass Belinda es richten wird. Da sind wir guter Dinge.

Nicht zu vergessen: Cason hat seinen möglichen Anspruch auf den Pulitzer-Preis nicht vergeigt, weil er einer jener integeren Journalisten ist, denen jegliche Konsequenz für eine gute Story egal ist, sondern weil er gleichzeitig mit der Ehefrau und Stieftochter (erwachsen) seines Chefs vögelte.

Diese Art Erwartungshaltungen aufzubauen, sie scheinbar auch zu erfüllen, um ihnen dann genüsslich den Boden unter den Füßen zu entreißen, durchzieht den ganzen Roman. Am faszinierendsten ausgeführt an zwei prägenden Nebenfiguren.

A: Booger. Der Sidekick. Wir kennen sie. Manchmal heißen sie Hawk, Max oder Bubba. Gut, Jack Reacher hat und braucht keinen. Aber Cason Statler kommt er zupass. Und Booger ist schon so einer. Dagegen ist Dennis Lehanes Bubba der freundliche Babysitter von nebenan. Booger foltert, Booger tötet. Aber nicht, weil er es im Dienst der Gerechtigkeit tut, sondern weil es ihm Spaß macht. Von den Psychopathen der Gegenseite unterscheidet ihn lediglich, dass er entschieden hat, seinen Kriegskameraden Cason unter seine Fittiche zu nehmen. In den Booger-Sequenzen erreicht Lansdale die (scheinbar) amoralische Konsequenz eines Rex Miller. So sehr man sich wünscht, dass Cason seinem Ziel näherkommt, so sehr bleiben die Mittel strittig, die er zur Erreichung ausübt. Der Erfolg wird ihm rechtgeben. Und Boogers Schlüsse sind so logisch, eindeutig nachvollziehbar wie Menschlichkeit verachtend. Cason folgt ihnen ohne große Gegenwehr. Die Hölle, das sind die anderen? Darüber kann Booger nur müde lächeln. Hölle ist das, was Spaß macht.

B: Caroline Allison. Die Femme Fatale. Ein Bild, gesehen durch die Augen der Menschen, die sie kannten. Cason begibt sich auf die Suche und stößt auf eine Biographie wie ein schwarzes Loch mit hoher Anziehungskraft. Ohne real aufgetreten zu sein, prägt Caroline den Roman, macht die Bewegungen der Menschen, die sie verfolgen zu ihren eigenen. Die Citizen Kane des Kriminalromans. Doch jenseits von Rosebud wartet die ein und andere böse Überraschung. Killing Time.

Gauklersommer funktioniert als ironischer Kommentar und spannender Roman. Joe R. Lansdale weiß, wo es wehtut und er weiß, wo man Spaß machen kann. Was grafische Gewalt angeht, ist das Buch geradezu dezent. Es beschreibt die Auswirkungen und Möglichkeiten, suhlt sich aber nicht in Eingeweiden. Haben Autor und Text auch nicht nötig. Lansdale ist ein höchst effektiver Erzähler, der genau weiß wie weit er aberwitzige Situationen und Charaktere treiben kann, ohne dass ihre Glaubwürdigkeit, bzw. die gesamte Lektüre, die Waage zwischen Komik und Grauen verliert. Nahezu beiläufig baut er einprägsam Themenkomplexe wie Rassismus, politische Willkür und religiösen Fanatismus ein, ohne sich zu überheben. Und alleine für eine Nebenfigur wie den Polizeichef Camp Raptures, der von sich behauptet ein lausiger Polizist zu sein, und der seiner ursprünglichen Karriere als Literaturwissenschaftler nachtrauert, würden andere Autoren ihre Schreibhand verkaufen.

»Literatur war mein Hauptfach an der Uni. Ich hätte dabei bleiben sollen. Dann wäre ich jetzt an irgendeiner Universität und würde Jugendliche unterrichten, die meinen Vorträgen gebannt folgen würden. Ich könnte Collegestudentinnen unter den Rock schauen und den kleinen Pelz in ihren Höschen bewundern, und ich könnte Reden halten. Das macht mir nämlich Spaß, und ich bin ein guter Redner. Alles andere kann mir meinetwegen gestohlen bleiben. Ich bin nicht für die Polizei geschaffen. Aber verraten sie das nicht dem Stadtrat. Ich brauche den Job. Meine Frau und Kinder essen gern.« [S. 175f., am Rand eines mit Blut getünchten Tatorts]

Einmal mehr zeigt sich Lansdale als grandioser Autor vordergründig funktionierender Spannungs- und Unterhaltungsliteratur, deren Subtext aber eine Menge über das Leben zwischen gestern und morgen zu erzählen hat. Auch wenn es verpönt scheint: Nachdenken ist angesagt. Denn dann winkt manchmal Erkenntnis. Joe R. Lansdale weiß und kann beides.

»Für mich ist die Menschheit wie ein schmarotzender, hungriger Köter ohne Zuhause, der permanent über den Highway trottet, immer hin und her. Früher oder später erwischt ihn ein Auto.«

 

Jochen König, September 2011

Ihre Meinung zu »Joe R. Lansdale: Gluthitze«

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Uwe zu »Joe R. Lansdale: Gluthitze« 03.06.2017
Kann hier nicht jemand diesen letzten unsäglichen Kommentar dieser Laura Woods hier rausnehmen? Der hat ja nu garnix hier zu suchen. Ich will dieses Buch vielleicht lesen, interessiere mich für die Rezension und finde dann sowas.
Ich habe schon einige Lansdale-Romane gelesne, und war von den meisten hellauf begeistert. Aber es war auch der ein oder andere sehr schwache Roman dabei. Darum informiere ich mich gerne vorher.
Laura Woods zu »Joe R. Lansdale: Gluthitze« 23.04.2017
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Marius zu »Joe R. Lansdale: Gluthitze« 08.07.2013
Der Stich ins Wespennest

Derb, brutal und spannend – das sind die Adjektive, die das Buch „Gluthitze“ von Joe R. Lansdale wohl am besten beschreiben. Bereits 2010 unter dem Titel „Gauklersommer“ erschienen hat sich der Suhrkamp-Verlag die Rechte für das Taschenbuch gesichert und dieses nun unter einem weniger verräterischen Titel publiziert.

Wie bereits bei „Kahlschlag“, dem ersten von Lansdale im Suhrkamp-Verlag erschienen Roman, stellt sich wieder ein einzelner Protagonist einem ganzen System entgegen, um für Gerechtigkeit und Wahrheit zu kämpfen. Diese Verbindung kommt nicht von Ungefähr, schließlich ist Cason Statler der Urenkel der in „Kahlschlag“ agierenden Sunset Jones, die schon vor Generation im texanischen Kaff Camp Rapture ein Verbrechen aufdeckte. In „Gluthitze“ ist es nun an Cason, die Familientradition zu wahren und dem Bösen den Kampf anzusagen.
Dieser kehrt aus dem Irak-Krieg zurück und findet bei der örtlichen Dorfgazette eine Anstellung als Kolumnist, wo er schnell seinen Riecher beweist. Statler, früher einmal für den Pulitzer-Preis nominiert, klemmt sich hinter die Geschichte der verschwundenen Caroline, über deren Verbleib sich das Dorf ausschweigt. Schon bald pflastern Gewalt und Leichen den Weg zur Wahrheit, den Cason unbeirrt beschreitet..

„Gluthitze“ ist ein typischer Lansdale: Wie immer in Texas angesiedelt erzählt der amerikanische Autor von einer bigotten Gesellschaft und skrupellosen Morden, charakterisiert einen gescheiterten Reporter und blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft. Leider zählt die Geschichte nicht zu den stärksten Romanen, die Lansdale vorgelegt hat. Der Plot ist zumindest in den ersten Teilen reichlich übersichtlich und lässt einiges an Finesse vermissen, ehe er im letzten Drittel noch einmal aufdreht. Auch kann die Sprache und die Zeichnung der Charaktere von „Gluthitze“ nicht immer überzeugen – zu derb und brutal sind manche Passagen und Protagonisten geraten.
Dennoch ist es für mich unerklärlich, warum ein fantasievoller und sprachmächtiger Autor wie Lansdale nach wie vor eher Krimikennern als der breiten Masse ein Begriff ist. In seinen Werken beweist er – mal stärker, mal eher weniger – wie bunt und aufregend Kriminalliteratur sein kann. Zwar mag „Gluthitze“ nicht Lansdales Meisterwerk sein, spannend und originell ist das Buch doch zumeist und passt nicht nur vom Titel her hervorragend zum Sommer und sorgt für einige spannenden Stunden in der Hitze!
Peter J. Kraus zu »Joe R. Lansdale: Gluthitze« 14.02.2012
Joe Lansdale lebt in Nacogdoches, East Texas, und niemand auf dieser Welt beschreibt die Eigenheiten East Texas' wie Joe. Niemand. Die Menschen dort gelten als bigott und unkultiviert. Die Kleinstädte dort sind ausgedörrt, langweilig, von Tannenwäldern umgeben. Jeder Ort hat seine Kirchen, seine Kulte und seine gun shops - so ziemlich in gleicher Anzahl. Die örtliche high school liefert ganzjährig Amateursport, im drive-in treffen sich Teenager bei Coke und hamburger, die wichtigsten Meldungen der örtlichen Wochenzeitung berichten vom rekordverdächtigen Flussbarsch, den neuesten Gewaltverbrechen und den Bemühungen der Ortsverwaltung, der Abwanderung der Jugend ins nahe Dallas oder Houston entgegenzuwirken.

Und Mord. Nicht häufig, aber doch viel zu oft. Mord aus Habgier, Mord aus Eifersucht, Mord aus Spass am morden. Da meldet sich Joe Lansdale zu Wort, das ist Joes Metier, das kann er wie kaum jemand. Und weil er so gern darüber schreibt, weil er in einer ausgesprochen gefährlichen Gegend lebt, einer, deren Gewaltverbrechensquote die der USA ums Doppelte übersteigt, geht er ins Detail. Da wird die Gesellschaft kritisch untersucht, ihre Eigenheiten und ihre unterm netten, grinsenden Äusseren brach liegende Grausamkeit, ihre Vorliebe fürs Alte Testament (und ihre Verachtung des Neuen).

Im Originaltext seines Gauklersommer beschreibt Joe die Verschwundene, um die es geht, so: A face like that could make a priest quit fucking choirboys. Wer in East Texas wohnt und sich das traut, der hat echten Mut. Joe Lansdale ist immer lesenswert. Egal, was er schreibt, es stimmt einfach alles. Ich lebe ein paar Autostunden entfernt von Nacogdoches, in einer ähnlichen Gegend, ich schreibe ebenfalls, und ich gäbe mein linkes Ei für ein Viertel seines Mutes und ein Zehntel seines Talents.

Urteil? Lesen. Und nach und nach alles kaufen, was Joe Lansdale geschrieben hat.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
RiaKlug zu »Joe R. Lansdale: Gluthitze« 19.01.2012
Als ich das Buch am Ende zuklappte, war ich hin und hergerissen.
Ich fange mit dem Positiven an, und das ist nicht wenig.
Lansdale verfügt über eine flotte Schreibe mit starken Dialogen und knackigen Metaphern. Davon macht er ausgiebig Gebrauch.
Seine Figuren sind fast alle mit überzeugender Tiefe ausgestattet, ihre Handlungen nachvollziehbar und stimmig.
Nach einem gemächlichen Aufgalopp, in dem ich mich mehrmals fragte, warum die Geschichte scheinber ziellos dahin maändert, wird es in der zweiten Buchhälfte auch noch richtig spannend. Die geschilderten Grausamkeiten dazu sind starker Toback.
Für mich ebbte die Spannung in dem Moment spürbar ab, als klar wurde, dass die Verbrechen ein solitäres Ganzes bilden, welches nur auf der kriminelle Energie von 3 Personen wuchert. Die Auflösung findet somit statt, bevor die Übeltäter zur Strecke gebracht sind. Diese finalen Sequenzen sind dann nichts Herausragendes mehr.
Davon war ich dann doch etwas enttäuscht, denn zwischendurch schien es auf weit gestreute Verschwörungen und Intrigen hinauszulaufen. Das hätte auch viel besser gepasst.
Etwas unangenehm fielen mir daneben einige Passagen zu Beginn auf. Dort entwickelt die Story Längen, weil der Autor Hintergrundinformationen innerhalb weniger Seiten an die Leserin verklappt.
Ist man aber darüber hinweg, kann man sich am sprachlich eloquenten Stil erfreuen, der mit so wenigen kommentierenden Sprechworten auskommt, dass sie an einer Hand abzuzählen sind. Das ist höchst ehrenwert, wenngleich unklar bleibt, wie sich die Meriten zwischen Autor und Übersetzer verteilen. Im Idealfall gleichermaßen und das möchte ich gerne unterstellen.
Fazit: Gute Unterhaltung mit kleinen Schönheitsfehlern.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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