Dunkle Gewässer von Joe R. Lansdale

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel Edge of dark water, deutsche Ausgabe erstmals 2013 bei Tropen.

  • New York: Little, Brown and Co., 2012 unter dem Titel Edge of dark water. 292 Seiten.
  • Stuttgart: Tropen, 2013. Übersetzt von Hannes Riffel. ISBN: 978-3-608-50131-5. 320 Seiten.

'Dunkle Gewässer' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Sue Ellen findet, dass ihre tote Freundin May Lynn etwas Besseres verdient hat. Wenn schon kein Filmstar aus ihr wird, wie sie sich immer erträumte, soll wenigstens ihre Asche in Hollywood verstreut werden. Beim Durchsuchen von May Lynns Habseligkeiten stößt sie mit ihren Freunden Terry und Jinx auf einen Hinweis, der sie zur Beute eines Banküberfalls führt. Zusammen mit Sue Ellens labiler Mutter flüchten die drei Freunde Hals über Kopf mit dem Floß in Richtung Süden. Habgierige Verwandte und der wenig gesetzestreue Constable hängen sich sofort an ihre Fersen. In Panik geraten die Flüchtenden jedoch erst, als sie merken, dass der sagenumwobene Killer Skunk ebenfalls hinter ihnen her ist. Dem wahnsinnigen Fährtenleser ist angeblich noch nie jemand entkommen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Schlangen, Strudel und echte Mistkerle« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Der Oberlauf des Sabine River in Ost-Texas ist eine trostlose Gegend. Die Heranwachsenden hängen ihren Träumen nach, so auch Sue Ellen und ihre Freundin May Lynn, die eines Tages nach Hollywood gehen möchte. Als dann ihre Leiche beim Fischen aus dem Wasser gezogen wird, bekommt sie jedoch nur ein trostloses Begräbnis. Sue Ellen und ihre Freunde sind jedoch der Meinung, May Lynn habe es verdient, dass wenigstens ihre Asche in Kalifornien verstreut wird – wenn sie denn schon kein Filmstar mehr werden kann. Zusammen mit ihren Freunden Terry und Jinx durchstöbert Sue Ellen die Hinterlassenschaft ihrer toten Freundin, und die Jugendlichen stoßen auf eine Art Schatzkarte. May Lynns toter Bruder hat einst gestohlenes Geld vergraben, das sie jetzt ausbuddeln. Nachdem sie May Lynns Leiche exhumiert und verbrannt haben, setzen sich die drei Freunde mit der Asche und dem Geld im Gepäck auf ein Floß, um nach Süden zu fliehen – begleitet von Sue Ellens höchst labiler Mutter, die ihrem Elend ebenfalls entkommen will. Schon bald hat das Quartett einige Verfolger auf den Fersen, darunter der legendenumwobene Killer Skunk – der seinen Opfern angeblich die Hände abhackt.

Dunkle Gewässer war für mich der erste Roman von Joe R. Lansdale, aber ich muss gestehen, der Autor hat mich mit seiner Erzählweise sofort gefesselt. Wie einige seiner Bücher spielt auch dieser Krimi in Texas, in diesem Fall im östlichen Grenzgebiet zu Louisiana. Die Geschichte ist anrührend, faszinierend, spannend und macht am Ende wirklich nachdenklich. Denn Lansdale erzählt hier nicht nur von Mord und Totschlag, Diebstahl und anderen Verbrechen, sondern er schildert überaus eindringlich harte Schicksale einfacher Menschen, die teilweise unter die Haut gehen. Man muss ein wenig nachdenken, um sich zu erschließen, in welcher Zeit der Roman spielt, aber das ist kein Manko.

Die ziemlich skurrile Geschichte beginnt mit einem Szenario, das schon für Gänsehaut sorgt. Die Jugendlichen sind dabei, als die Leiche ihrer Freundin unter wenig schönen Umständen aus dem Wasser gezogen wird. Und dann präsentiert Lansdale gleich noch einige der Schurken des Buches. Da ist der korrupte und im Grunde kriminelle Constable Sy, da ist Sue Ellens Vater Don und weitere zwielichtige Figuren. Alle hängen an der Flasche, alle schlagen sich irgendwie durchs Leben, und alle sind völlig perspektivlos. Dem wollen die jungen Leute entgehen, und zugleich glauben sie, ihrer toten Freundin etwas schuldig zu sein.

Und so verfestigt sich die Idee, die Leiche auszugraben und zu verbrennen. Die Schilderung dieser makabren Aktion ist schon ein Meisterstück an sich, und in diesem Stil geht es während der gesamten Geschichte weiter. Die Schatzkarte führt das Trio auf einen Friedhof, und zuvor erleben die drei Freunde bereits einige düstere Momente im Haus von May Lynns Familie. Im Grunde ist es eine eher schlichte Geschichte, die Lansdale da zu Papier gebracht hat, aber er entpuppt sich als großartiger Erzähler. Denn man lernt als Leser viel über Texas. Hier geht es nicht um die staubige Gegend, in der Viehzüchter ihre Herden einst über Stacheldrahtzäune gejagt haben, um diese wieder einzuebnen. Sondern Lansdale siedelt seine Geschichte an der Grenze zu Louisiana an, und dort riecht es nach Verfall, Sumpf und Trostlosigkeit. Der Sabine River ist eben nicht der Mississippi, sondern im Oberlauf ein eher trübes Gewässer – und das entpuppt sich als prägend für den Verlauf der Handlung.

Denn da wird reichlich im Trüben gefischt, einzig die drei Jugendlichen und die sie begleitende Mutter von Sue Ellen stemmen sich gegen diesen Verfall und die Perspektivlosigkeit. Es wird noch richtig brutal im Laufe der Geschichte, der Autor baut hervorragend Spannung auf. Ob man ihn, wie offenbar bereits häufig geschehen, mit dem großen Mark Twain vergleichen kann und darf, mögen kundigere Experten beurteilen. Der Kampf zwischen den Guten und den Bösen wird von Lansdale jedenfalls lebensnah und authentisch geschildert. Und seine Figuren, auch wenn sie teilweise eher im Hintergrund bleiben, wie der von Legenden umwaberte Skunk, sind schon recht einprägsame Charaktere.

Das Buch hat »nur« 320 Seiten – das ist auch genug, denn bei der intensiven Erzählweise steht mehr drin, als bei anderen Autoren auf doppelt so vielen Seiten. Dunkle Gewässer ist ein Roman zum Genießen, nicht zum schnellen »weglesen«. Und es ist ein Buch, das man durchaus mehrmals genießen kann, um alle Nuancen komplett zu erfassen.

Andreas Kurth, April 2013

Ihre Meinung zu »Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer«

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Meni77 zu »Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer« 31.12.2017
Mein erster Roman von diesem Autor und ich bin wirklich neugierig auf ihn geworden. Sein Schreibstil ist genau was ich manchmal suche, schnell und kompromisslos. Die Story fließt in dunklen Gewässern stetig dahin, seine Protagonisten waren mir sympathisch und die schwarze Freundin zum Teil sehr witzig. Der Schluss war zwar nicht überragend weil vorhersehbar, ich vergebe aber sehr gute 85Grad
tassieteufel zu »Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer« 12.02.2014
Die 16jährige Sue Ellen zieht beim Angeln am Sabine River mit ihren Freunden Terry und Jinx ihre Freundin May Lynn tot aus dem Wasser, an ihre Füße ist eine Nähmaschine gebunden und offensichtlich ist sie schon länger tot. Sue Ellens Vater und sein Kumpel wollen die Leiche am liebsten sofort wieder ins Wasser werfen, denn so eine Leiche bringt nur Ärger und tot ist sie ja ohnehin schon. Doch der herbeigerufene Constable unternimmt nichts und May Lynn landet in einem Armengrab. Ihre 3 Freunde finden jedoch, dass sie etwas Besseres verdient hat und wollen die Asche der Freundin nach Kalifornien bringen, da es ein Traum der Toten war, nach Hollywood zu gehen und Schauspielerin zu werden. In den wenigen Habseligkeiten der Toten finden die 3 Freunde eine Art Schatzkarte, May Lynns ebenfalls toter Bruder hatte Banken ausgeraubt und scheinbar seine letzte Beute versteckt. Nachdem sie das Geld gefunden haben, graben sie May Lynn aus, verbrennen die Leiche machen sich mit ihren wenigen Habseligkeiten im Gepäck mit einem alten Floß flußabwärts auf den Weg. Zu den 3 Jugendlichen hat sich Sue Ellens Mutter gesellt, die seit Jahren von einem dubiosen Allheilmittel abhängig ist und nun endlich ihrem gewalttätigen Ehemann entfliehen will. Doch schon bald sind ihnen Sue Ellens Onkel und der geldgierige Constable Sy auf den Fersen und auch der Vater von May Lynn, der meint das Geld gehöre ihm, hetzt ihnen den verrückten Killer Skunk auf den Hals.

Joe R. Lansdale zeichnet ein düsteres, trostloses und deprimierendes Bild einer Zeit, die vermutlich genauso erbärmlich und aussichtslos war: die 30ger Jahre des letzten Jh. in den USA. Dass das Buch in dieser Zeit spielt, ist zunächst nicht klar ersichtlich, erst beim Lesen der Lebensumstände und wenn man einige Details zusammenfügt, wird klar, dass es hier um die Zeit der großen Depression geht. Das Leben ist hart und entbehrungsreich, geprägt von Armut, Arbeitslosigkeit, Alkoholismus und Rassenhass. Die Zukunft für die 3 Jugendlichen ist vollkommen aussichtslos. Sue Ellen muß Nachts mit einem Holzscheit unterm Kissen schlafen, um ihren Vater notfalls abwehren zu können, der schwule Terry ist ständigen Repressalien ausgesetzt und kommt mit seinem Stiefvater nicht zurecht und die dunkelhäutige Jinx hat in Osttexas ohnehin keine guten Aussichten. Die Schicksale der Hauptfiguren und der Nebencharaktere die ihren Weg kreuzen, schildert der Autor intensiv und eindringlich, vieles davon geht wirklich unter die Haut ohne allerdings rührselig zu wirken und als Leser bekommt man hier einen in großen Bildern geschilderten Eindruck der damaligen Zeit und der Lebensumstände.

Der Storyverlauf, der mich zunächst an die Abenteuer von Huckleberry Finn erinnerte, steigert sich aber rasch zu einer wahren Odyssee und einem Alptraum aus Mord und Totschlag, das war für mich recht überraschend, da ich nach dem Einstieg in das Buch eigentlich etwas ganz anderes erwartet hatte. Der Spannungsaufbau ist dadurch sehr gelungen und steigert sich stetig bis hin zum etwas offenen Ende.
Die Figurenzeichnung wirkt auf den ersten Blick recht schwarz-weiß, die Schurken sind wirklich übel, an ihnen ist kein guter Zug zu finden und gerade der Hände abhackende Killer Skunk ist eine wirklich unheimliche Gestalt, bei der erst so nach und nach offenbart wird, das sie wirklich real ist. Doch gerade die Hautcharaktere machen eine Entwicklung durch, die nachvollziehbar ist und auch wenn man nicht alle Handlungen und Taten gutheißen kann, so erscheinen sie doch glaubwürdig.

FaziT: eine großartige Geschichte über Verfall und Resignation, aber auch übers Aufbegehren und Ausbrechen aus einem trostlosen, aussichtslosen Leben. Die Geschichte bevölkern schillernde, bizarre Gestalten, die man gerade durch ihre Skurrilität geradezu vor sich sieht. Zartbesaitet sollte man allerdings nicht sein, denn es geht ganz schön brutal zur Sache!
Insgesamt eine geradlinig und schnörkellos erzählte Geschichte, die Lust auf mehr von diesem Autor macht!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
anyways zu »Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer« 21.08.2013
May Lynn Baxter ist tot. Vor den Augen ihrer Freunde, dem schwulen Terry, der Schwarzen Jinx und der sechzehnjährigen Sue Ellen wird sie aus den schlammigen Tiefen des Sabine gezogen. Der grausige Fund wurde nur entdeckt da Sues Vater und dessen Bruder, Fische unbedingt mit grünen Walnüssen fangen mussten. Nun hängt die Leiche, beschwert mit einer Singer im Netz ,und ihre drei Freunde können gerade noch verhindern, dass sie sofort wieder in ihr nasses Grab zurückkehrt, denn die beiden Männer sind nicht scharf auf solcherlei Umstände, auch der hinzugerufene Constable hat sich seinen Feierabend nicht "so" feuchtfröhlich vorgestellt. Obwohl offensichtlich ein Verbrechen an der schönen May begangen wurde, wird sie nur einen Tag später im Armengrab beigesetzt, Untersuchungen gibt es nicht.
Ihre Freunde sind schockiert und beschließen Mays sterbliche Überreste nach Hollywood zu bringen, denn da wollte die Schöne hin, raus aus ihrem Osttexanischen Gefängnis, raus aus der Trostlosigkeit, rein ins Rampenlicht. Zu den drei ungleichen Freunden gesellt sich noch Sues Mutter , gemeinsam flüchten die Vier nicht nur aus der Trostlosigkeit ihrer bisherigen Existenzen, sondern auch vor wütenden Familienmitgliedern und einem sagenhaften Killer der in den Flusswäldern lebt. May hat etwas hinterlassen das den Freunden die Reise über Gladewater nach Hollywood ermöglicht, leider wissen auch die Verfolger worum es sich handelt.

Bizarr trostlos, deprimierend und düster waren meine ersten Gedanken. Die Geschichte der Jugendlichen ist geprägt von Gewalt und Zukunftslosigkeit. Da ich lange keinen Hinweis auf den zeitlichen Rahmen in diesem Roman fand, ordne ich ihn in die Mitte des letzten Jahrhunderts ein. Also irgendwann zwischen den 1930er – 1950er Jahre. Das erklärt für mich am besten die depressive Grundstimmung des Buches. Dort war der Rassismus gegen Schwarze und Gewalt an Frauen und Kindern recht ausgeprägt in der amerikanischen Bevölkerung, zumal dort wo eine Anbindung an größere Städte fehlte. Mich hat die Geschichte sehr gefesselt. Ein Road Trip der anderen Art. Gefallen hat mir der sehr intensive Schreibstil des Autors, er wirkt einfach und vermittelt trotzdem recht eindrücklich sowohl die charakterlichen Feinheiten der Protagonisten, die Gewalttätigkeiten der ( fast) isoliert lebenden Flussbewohner als auch die Darstellung der Flora rings um den Fluss. Der Killer Skunk und die später im Buch erwähnte alte Frau, waren mir an der einen oder anderen Stelle ein wenig zu übertrieben dargestellt und deshalb unglaubwürdig. Trotzdem eine faszinierende Geschichte ein wenig skurril aber spannend und interessant.
Smith zu »Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer« 10.08.2013
Dunkle Gewässer

Joe R. Lansdale



Dieses Buch ist das erste Werk, das ich von Lansdale gelesen habe und ich war richtig überwältigt. Es ist ein grandioser Trip in eine dumpfe, brutale Welt, die es so nicht mehr gibt, der wir aber in Büchern und Filmen ab und zu noch begegnen. Texas in den dreißiger Jahren, das erbärmliche Leben der armen Landbevölkerung, deren Moral so heruntergekommen ist wie ihre schäbigen Behausungen. Sue Ellen und ihre Freunde finden im Fluss eine Mädchenleiche sowie einen Goldschatz und machen sich auf den Weg in die lang erträumte Freiheit. Per Floß, wie fünfzig Jahre vorher Huckleberry Finn. Sie werden auf ihrer Reise von einer Gruppe skrupelloser Typen verfolgt und einer durchgeknallten, mordlustigen Bestie namens Skunk. Dabei ereignen sich viele absurde Momente und man wird als Leser mit reichlich Splatterszenen konfrontiert, die hart an die Grenze gehen. Mit der Abbildung von Realität hat es der Autor aber weniger, ihm geht es vor allem um einen aberwitzigen und sehr komischen Blick in eine archaische Gesellschaft, den er mit vielen literarischen Verweisen auf Mark Twain, William Faulkner und anderen Autoren gespickt hat. Wobei es dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut, wenn man diese Hinweise nicht wahrnimmt. Dafür sorgt nicht zuletzt die 16-jährige Sue Ellen, die uns als Ich-Erzählerin durch die Geschichte führt, und die man für ihre herzerfrischende Sicht auf das Leben als Leser einfach lieben muss. Ein wahres Meisterwerk.
c-bird zu »Joe R. Lansdale: Dunkle Gewässer« 21.02.2013
Es ist ein schlimmer Tag für die 16jährige Sue Ellen, als sie beim Fischen mit ihrem Vater ihre Freundin May Linn aus den Fluten des Sabine Rivers ziehen muss. Noch schlimmer als die Zeiten, in denen Sue Ellen aufwächst. Ost-Texas, die Zeit der großen Depression. Die meisten Männer sind dem Alkohol verfallen und Prügel für die Ehefrauen gehört schon fast zur Tagesordnung. Während die Erwachsenen die Leiche May Linns am liebsten zurück in den Fluss befördern würden, findet Sue Ellen dass May Linn, die eigentlich immer ein Filmstar in Hollywood werden wollte, etwas Besseres verdient hat. Wenigstens ihre Asche soll dort verstreut werden und so macht Sue Ellen gemeinsam mit ihrer dunkelhäutigen Freundin Jinx und ihrem besten Freund Terry an die Ausgrabung der Leiche. Dabei stoßen sie auf eine Schatzkarte, die die Freunde zu Geld aus einem Banküberfall kommen lässt. Doch auch andere habgierige Verwandte sind hinter dem Schatz her. Begleitet von Sue Ellens Mutter machen sich die vier mit einem Floß auf den Weg. Eine spannende abenteuerliche Reise beginnt und wird zu einer gefährlichen Flucht, denn auch der Killer Skunk ist hinter ihnen her. Und bisher hat er seine Opfer alle bekommen…
Dunkle Gewässer ist ein grandioser Abenteuerroman, der die Geschichten von Tom Sawyer und Huckleberry Finn fast in den Schatten stellt. Durch seinen besonderen Erzählstil schafft es Joe R. Lansdale der oftmals düsteren und traurigen Atmosphäre dennoch eine heitere Seite abzugewinnen. Seine Vergleiche sind wahre Meisterstücke, egal ob es sich dabei um „so selten wie getaufte Klapperschlangen“ oder „ihr Gesicht sah aus wie poliertes, blutüberströmtes Mahagoni“ handelt. Und genau diese Vergleiche, von denen das Buch nur so strotzt, markieren die Sprache von Lansdale und machen ihn so unverwechselbar. Die Charaktere in dem Buch sind stark gezeichnet und wirken daher schon fast überzogen. Joe R. Lansdale lässt hier Gut gegen Böse antreten, ein Zwischending gibt es nicht.
Das Buch ist äußerst spannend geschrieben, die Beschreibungen sind sehr bildhaft und man kann sich sehr gut in die Geschichte hineinversetzen. Auch wenn es so manche blutige und rohe Szene gibt, insgesamt ist es einfach ein ganz tolles Buch, das ich nur empfehlen kann.
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