Das fünfte Zeichen von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003
unter dem Titel Marekors,
deutsche Ausgabe erstmals 2006
bei Claasen.
Folge 5 der Harry-Hole-Serie.
- Oslo: Aschehoug, 2003 unter dem Titel Marekors. 489 Seiten.
-
Berlin: Claasen, 2006.
Übersetzt von Günther Frauenlob.
ISBN:
978-3-546-00397-1. 489 Seiten. -
Berlin: Ullstein, 2007.
Übersetzt von Günther Frauenlob.
ISBN:
978-3-548-26725-8. 506 Seiten.
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[Hörbuch] Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2006.
Gesprochen von Heikko Deutschmann.
ISBN:
3899032586. 6 CDs.
'Das fünfte Zeichen' ist erschienen als
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In Kürze:
Seit seine Kollegin Ellen bei einem Einsatz getötet wurde, steckt Harry Hole, Hauptkommissar der Osloer Polizei, in einer Krise. Als er wiederzu trinken beginnt, wendet sich auch seine Freundin Rakel von ihm ab.Schließlich steht seine Entlassung aus dem Polizeidienst bevor. Doch dann geschehen in Oslo drei spektakuläre Morde, und Hole bekommt eine letzte Chance. Den grausam zugerichteten Frauen fehlt jeweils ein Finger, undan den Tatorten findet sich immer ein Pentagramm, das auf weitere Opfer hinweist. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Die Ermittlungen gehen nur zäh voran, bis der Täter plötzlich einen Fehler macht …
Das meint Krimi-Couch.de: »Harry Hole säuft sich um Kopf und Kragen«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten
Ein Tropfen Blut kämpft sich durch eine Ritze im Fußboden, durch altes Mauerwerk und schließlich durch den Deckenputz der darunter liegenden Wohnung, ehe er von dort nach unten fällt. Wie lange kann man sich über diesen Vorgang wohl auslassen? Vier Zeilen sagen sie? Das hätte ich ja schon beinahe geschafft, nein, das ist zu wenig. Vier Sätze? Nun, da hätte so mancher erfolgreiche Autor schon so seine Schwierigkeiten. Vier Absätze? Hört, hört! Aber wenn ein Schriftsteller so richtig warm geschrieben ist, dann schafft er vielleicht noch ein wenig mehr. Also, wer traut sich? Wie lange kann man über so was Banales schreiben? Was sagen sie? Vier Seiten? Ja, Jo Nesbö schafft es, diesen faden Teig über fast vier Seiten auszurollen. Und viel schlimmer noch, sein Roman Das fünfte Zeichen beginnt mit diesem zähen Kampf eines Tröpfchen Bluts, durch das die Sommerferien bei der Osloer Polizei erheblich durcheinander gewürfelt werden. Zum Glück bleibt diese Passage die einzige Qual, die Nesbö auf rund 490 Seiten seinen Lesern zumutet.
Katz- und Mausspiel eines psychopatischen Serienmörders?
Harry Hole ist am Ende. Der alkoholkranke Kommissar ist in ein so tiefes Loch gefallen, dass ihm selbst seine besten Freunde nicht mehr bei der Suche nach einem Ausweg helfen wollen. Die Suche nach dem Schuldigen am Tod seiner Kollegin Ellen hat ihn in den vergangenen Monaten vollkommen eingenommen. Alles sprach gegen seinen Kollegen, den Musterknaben Tom Waaler, allerseits geliebt und von seinen Vorgesetzten hoch geschätzt. Aber außer Indizien hatte Hole nichts in der Hand. Niemand wollte Harry Glauben schenken.
Nun, mitten in der Ferienzeit, muss Hole mit Waaler zusammen an einem Fall arbeiten, der es in sich hat. Ein Serienmörder bringt seine Opfer nach Muster um. Harry, der als einziger schon Erfahrung mit einem Serienmörder hat (in Der Fledermausmann) hat von seinem Vorgesetztem Möller eine Gnadenfrist von drei Wochen erhalten, ehe dieser über den urlaubenden Kriminaldirektor Harrys Kündigung aussprechen kann. Der neue Fall ist für Harry wieder einmal ein Rettungsseil, an dem er sich aus seiner Alkoholsucht befreien kann, um sich wieder einmal in die Arbeit zu stürzen. Waaler, der von Harrys drohendem Dienstende weiß, nutzt die Zusammenarbeit, um Harry ein zweideutiges Angebot zu machen, auf das sich Harry zunächst nicht einzulassen scheint.
Dicht erzählte nordische Krimikunst
Abgesehen von dem schon eingangs erwähnten, verkrampften Einstieg, liefert der Norweger Nesbö wieder einen perfekt konzipierten und ungemein unter die Haut gehenden Roman um den Alkoholiker Harry Hole, der an seinem kriminalistischen Genie zerbricht. Für Außenstehende ist schwer zu beurteilen, ob ein Charakter wie der von Harry Hole authentisch entworfen wurde, ob die Sucht Alkohol durch die Sucht Arbeit ersetzt werden kann und umgekehrt. Auf jeden Fall ist Hole eine ungemein faszinierende, fesselnde Person, die durch den fortwährenden Kampf gegen sich selbst tendenziell die Gemüter spalten kann. Love him or hate him. Schwarz oder Weiß. Halb schwanger gibt es nicht. Als Leser steht man Harry Hole beinahe so hilflos gegenüber wie ein Angehöriger einem realen Alkoholiker: den nächsten Schritt kann man nicht bestimmen. Und so zehrt schon allein der Kampf des Protagonisten gegen den Alkohol an den Kräften des Lesers.
Und dann dieser verzwickte Mordfall. So ausgeklügelt wie Nesbö seine Morde konstruieren kann, darf sich der Krimigourmet wieder einmal alle Finger ablecken. Es gehört mit zu dem besten, was in diesem Jahr auf den Deutschen Krimimarkt gekommen ist, wie der Autor schließlich sogar den aktuellen Fall und den alten Fall, an dem Harry Hole seelisch zu zerbrechen droht, miteinander verknüpfen kann, ohne dabei zu sehr aufgesetzte Zufälle zu bemühen. Erdiges Handwerk präsentiert hier Jo Nesbö. Obwohl es sich inzwischen ausgemankellt haben dürfte und der skandinavische Krimi in den Regalen der Buchhandlungen tendenziell auf dem Rückmarsch ist (der für 2007 angekündigte nächste Wallander-Roman kann dies wieder umkehren) setzt der Norweger Jo Nesbö nach den hochwertigen Vorgängerromanen auch mit seinem Roman Das fünfte Zeichen ein absolutes Glanzlicht.
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| Dr.Dieter Rohnfelder zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 14.02.2010 |
|---|---|
| mg11 zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 08.01.2010 |
| dieschlaue zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 04.01.2010 |
| theili zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 10.06.2009 |
| Rolf.P zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 30.04.2009 |
| Schrodo zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 06.08.2008 |
| Patrick zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 21.05.2008 |
| Taennsche zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 12.05.2008 |
| kamocolo zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 14.10.2007 |
| daniel zu »Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen« | 04.10.2007 |
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