Das Auge Gottes von Jill Gregory & Karen Tintori

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The illumination, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Rowohlt.

  • New York: St. Martin’s Press, 2008 unter dem Titel The illumination. 309 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008. Übersetzt von Anja Schünemann. ISBN: 978-3-499-24748-4. 413 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010. Übersetzt von Anja Schünemann. ISBN: 978-3-499-25464-2. 413 Seiten.

'Das Auge Gottes' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Während eines Einsatzes im Irak entdeckt die junge Reporterin Dana Landau im Wüstensand einen Lederbeutel mit einem Talisman. Sie hält ihn für ein wertloses Souvenir und schickt ihn ihrer Schwester Nathalie nach New York. Wenige Stunden später wird Dana in ihrer Wohnung brutal erschlagen. Als Nathalie davon erfährt, macht sie sich gemeinsam mit Danas ehemaligem Kollegen Jim D’Amato daran, das Geheimnis zu ergründen – und gerät schnell selbst in tödliche Gefahr …

Das meint Krimi-Couch.de: »Immerhin! Das Geheimnis des Amuletts lohnt die Lektüre« 70°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Im Wüstensand von Bagdad findet die TV-Reporterin Dana Landau ein Amulett, welches sie ihrer Schwester Natalie in New York zukommen lassen will. Die Existenz des Amuletts bleibt jedoch nicht unbeobachtet und kurze Zeit später wird Dana brutal ermordet. Ihr Kameramann Rusty, dessen Einsatzzeit im Irak abgelaufen ist, hat das Amulett jedoch mit zurück nach Amerika genommen und hinterlässt es dort für Natalie. Wenig später ist auch Rusty tot und Natalie wird überfallen. Der maskierte Täter hatte es offensichtlich nur auf den Anhänger abgesehen, doch mit Glück kann sie den Angreifer in die Flucht schlagen.

Fortan überschlagen sich die Ereignisse. Gemeinsam mit Danas Arbeitskollegen Jim D’Amato versucht Natalie herauszufinden, was es mit dem Amulett auf sich hat, denn ganz wertlos ist es offenbar nicht. Sein Gewicht und seine Größe lassen zudem den Schluss zu, dass sich innerhalb des Amuletts ein weiterer Gegenstand befinden muss. D’Amato schlägt ein Treffen mit einem befreundeten FBI-Agenten vor, doch auch dieses Treffen endet in einem Blutbad. Der FBI-Agent wird ermordet, ebenso zwei Agenten des US-Geheimdienstes NSU. Natalie und D’Amato bleibt nur die Flucht vor den Mördern, die der Kalifatengarde angehören, einem modernen und besonders effizienten Ableger von al-Qaida. Aber auch die rechtsextreme israelische Gruppe Schomrei Kotel ist hinter dem »Auge Gottes« her, denn wer dieses besitzt, verfügt über eine unglaubliche starke Waffe. So ist es kein Wunder, dass auch das FBI und CIA die Spur von Natalie und D’Amato verfolgen, die über Rom letztendlich bis nach Jerusalem führt. Denn das innere Geheimnis des »Auge Gottes« ist 3.000 Jahre alt und findet seinen Ursprung in der Schöpfungsgeschichte …

Schaltet man sein Hirn aus, ist der Roman richtig gut

Wenn der radikalste Nachfolger von al-Qaida, die extremste pro-israelische Gruppierung, die amerikanische National Security Unit (Geheimdienst neben der CIA) und ein religiöser Fanatiker hinter einem scheinbar harmlosen Amulett her sind und die Geschichte in Bagdad, New York, Rom und Jerusalem spielt, dann darf man sich auf einiges gefasst machen. So zum Beispiel auf eine Protagonistin, die hauptberuflich in einem Museum Ausstellungen organisiert und nach dem Tod ihrer Schwester zur Super-Nanny mutiert. Klar, dass auch einer der gefährlichsten Terroristen der Welt, der noch dazu über den »bösen Blick« verfügt, sie nicht abschrecken kann. So reist sie also mit einem Mann, den sie eigentlich gar nicht kennt, kurzerhand über die halbe Erdkugel, um das Geheimnis des Amuletts zu ergründen. Immer dicht gefolgt von den bereits genannten Gruppen, die auffallend gut über die jeweiligen Aufenthaltsorte der beiden Helden informiert sind.

Kalifatengarde, Schomrei Kotel, NSU und Mossad – da hilft oft nur Krav-Maga

Was folgt, sind endlose Verfolgungsjagden, diverse Schießereien und Prügelszenen bis hin zu einem atemberaubenden Finale. Bis dahin müssen sich unsere Helden manch’ unschöner Situation stellen, was nicht immer leicht fällt, da ihre Gegner mitunter skrupellos über Leichen gehen. Da ist es natürlich von Vorteil, dass sich Natalie mit Hilfe von Krav-Maga, einer israelischen Verteidigungstechnik, erfolgreich wehren kann.

Dan Brown trifft auf James Bond könnte man sagen und so funktioniert auch dieser Roman natürlich nur, wenn man am besten gleich auf Seite eins sein Gehirn auf Stand-by-Modus oder noch besser gleich ganz abschaltet. Nimmt man die hölzernen Figuren, die flachen Dialoge und die unrealistische Story – wie in diesem speziellen Thriller-Genre üblich – in Kauf, dann, ja dann, findet man eine Story die durchaus interessant ist.

Von der Genesis zum Silmarillon. Der religiöse und geschichtliche Hintergrund rechtfertigen die Lektüre

Das Autorinnenteam Jill Gregory und Karen Tintori haben einen abenteuerlichen Mix angerührt, der den Bogen ganz locker von der Genesis über den Talmud bis hin zu Tolkiens Silmarillon spannt. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen und immer dann, wenn mal nicht gerade verfolgt, gemordet und geprügelt wird, rechtfertigt der Roman das Weiterlesen. Das Geheimnis des »Auge Gottes« und die hierzu gegebenen Hintergrundinformationen sind nicht nur für religiöse oder geschichtsinteressierte Leser/innen recht spannend dargestellt. Völlig unverständlich ist daher, dass der rororo-Verlag bereits auf dem Buchrücken das Geheimnis des Amuletts verrät. Pfui!

Wer also die dargestellten Schwachpunkte ausklammert, findet einen Thriller, der sich angesichts seiner Thematik durchaus gut lesen lässt. Wer beispielsweise mit Dan Browns Illuminati zufrieden war, dem sei The Illumination (so der Originaltitel) empfohlen.

Jörg Kijanski, Januar 2009

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Anny zu »Jill Gregory & Karen Tintori: Das Auge Gottes« 22.04.2010
Auch für mich eine reine Enttäuschung... War ich vom "Buch der Namen" noch völlig begeistert kam ich hier nur in Wegschmeißstimmung.. Schade wenn man sich so auf ein Buch freud (man kennt die Autoren), dann aber die volle Breitseite an Fehlkauf abbekommt.Ob ich nochmal zugreifen würde, wage ich zu bezweifeln...
Ladina zu »Jill Gregory & Karen Tintori: Das Auge Gottes« 11.12.2009
Das Buch war ein spontan Kauf - und leider wohl auch ein fehl Kauf.

Hin und wieder ist die Geschichte spannend, aber im Grossen und Ganzen nicht empfehlenswert.

Mir war es zu viel Religion: Islam, Christentum und Judentum - zuviel aus der Bibel und zu "göttlich".

Die Helden Nathalie und D'Amato sind wirklich die Helden - ihnen fällt alles in den Schoss (zu viele Zufälle!!!) und sie befereien sich aus Gefangenschaften..Wie im echten Leben. :)
Bubu zu »Jill Gregory & Karen Tintori: Das Auge Gottes« 27.03.2009
Meinem Vorschreiber Thomas71 kann ich nun wirklich nicht gleichtun.

Der zufälliger Fund eines über 3.000 Jahre alten Atefakt und dessen Jagd, von Religiösen und Politischen Gruppierungen, darauf. Einfach brillant geschrieben. Geschichtliches gut und präzise und ohne langweiliges Seitenweises ausholen schnell erklärt. Die Abschnitte spannend und schnell erzählt. Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Wenn ein drittes buch der beiden rauskommt, ist´s auch schon meins.

90°.
Thomas71 zu »Jill Gregory & Karen Tintori: Das Auge Gottes« 02.12.2008
Extrem konstruiert, religöse Fanatiker aller Richtungen, Geheimdienste und sogar die US-Regierung kriegen innerhalb eines Tages mit, dass ein 3000 Jahre altes Artefakt, das seit der Zeit der babylonischen Gefangenschaft der Israeliten verschollen ist, wieder aufgetaucht ist und machen sich auf die Jagd danach. Eine toughe Archäologin und der ehemalige Chef ihrer ermordeten Schwester versuchen, das Rätsel zu lösen und zu verhindern, dass das Auge Gottes in die falschen Hände gerät. Einziger Lichtblick: Die Autorinnen verzichten auf die obligatorische Lovestory zwischen Heldin und Held. Ansonsten eine Ansammlung von mehr oder weniger gelungenen Actionsequenzen, die auch nicht wirklich lesenswert sind. Für mich ein aussichtsreicher Kandidat für den Titel "Flop des Jahres". 5°...
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