Die Insel der verlorenen Kinder von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Island of lost girls, deutsche Ausgabe erstmals 2009 bei Rowohlt-Taschenbuch.
- New York: Harper, 2008 unter dem Titel Island of lost girls. 255 Seiten.
-
Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch, 2009.
Übersetzt von Barbara Ostrop.
ISBN:
978-3-499-24850-4. 329 Seiten.
'Die Insel der verlorenen Kinder' ist erschienen als
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In Kürze:
Als Ernestine entführt wird, sieht die einzige Zeugin untätig zu. Rhonda Farr glaubte, die Kleine kenne den Mann gut. Umso größer ist der Schock, als sie vom Kidnapping erfährt. An das traumatischste Erlebnis ihrer Kindheit erinnert – das Verschwinden ihrer besten Freundin Lizzy Shale -, sucht Rhonda nach Hinweisen. Und bald schon wird sie fündig: Ausgerechnet im Auto ihres Freundes Peter Shale findet sich eine von Ernies Haarspangen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Spannung wird gekonnt vernichtet«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Im Rowohlt Taschenbuch Verlag ist das zweite Buch der amerikanischen Autorin Jennifer McMahon Die Insel der verlorenen Kinder in der Übersetzung von Barbara Ostrop erschienen. Und nach den Vorschusslorbeeren, die man der Autorin nach ihrem Erstling Das Mädchen im Wald streute und gemäß dem Pressezitat aus Publisher’s Weekly: »Absolut unvergesslich! MacMahon baut eine Spannung auf, die messerscharf und betäubend zugleich ist.«, war die Erwartungshaltung natürlich hoch.
Die Geschichte spielt sich in zwei Zeitebenen ab. Die Vergangenheit beschreibt die Kindheit des unzertrennlichen Freundestrio Rhonda, Suzy und Peter, dass aber im Laufe des Erwachsenwerdens auseinander gerät. Im Jahr 2006 wird Rhonda als Erwachsene an ihre Freunde erinnert, denn vor ihren Augen entführt ein Mensch im Hasenkostüm die kleine Ernestine Fiorucci vor einer Tankstelle, während ihre Mutter Trudy im Tankstellenladen einkauft. Ernestine muss den Hasenmann gekannt haben, denn sie ging ohne jegliche Scheu mit ihm mit …und bleibt verschwunden.
Natürlich wird Rhonda dafür verantwortlich gemacht, dass sie ohne mit der Wimper zu zucken der Entführung zugesehen hatte. Sie selbst ist sich jedoch keiner Schuld bewusst, aber sie erinnert sich an damals, als sie selbst eine Affinität zu Peter Hase hatte. Und das war genau zu jener Zeit, als ihre Freundin Lucy plötzlich in selbstgewählter Stummheit versank, nachdem man zuvor erfolgreich Theater gespielt hatte. Lucy, die kein Wort mehr sprach, ständig nach Urin stank und die Welt um sich herum nicht mehr wahr nahm, bis sie eines Tages endgültig verschwand. Genau wie Ernestine. Und auch damals hatte Peter seine Hände im Spiel, genau wie heute.
Rhonda beginnt zu ermitteln. Zu viele Zeichen der Vergangenheit haben Parallelen ins Jetzt. Und je tiefer Rhonda zu graben beginnt, umso mehr grässliche Fakten kommen ans Tageslicht und belasten die Freunde von damals …
Jennifer MacMahon hat mit der Person der Rhonda so ziemlich die einzige Figur in diesem Buch geschaffen, die halbwegs normal erscheint, auch wenn sie gelegentlich leicht hysterisch überreagiert und im Laufe der Handlung in mehr Fettnäpfchen tritt, als es für einen einzelnen Menschen in so kurzer Zeit gut ist. Aber was soll man tun, wenn die restlichen Personen allesamt sture Hinterwäldler mit vorgefasster Meinung sind?
Die Hälfte der Geschichte spielt sich ohnehin im Kindheitsstadium ab, wo Rhonda offensichtlich das naivste Mädchen der Clique war, während alle anderen mit den Problemen ihrer Umwelt belastet wurden, weil sie das zwiespältige Leben der Erwachsenen viel deutlicher zu spüren bekamen.
Wie schon damals, so wird auch jetzt hinter vorgehaltener Hand getuschelt, aber man deckt sich gegenseitig und akzeptiert Halbwahrheiten. Der ländliche Intrigantenstadel will nicht sehen, was nicht sein darf, damals genau wie heute und so schützt das Schweigen aller den Täter. Dass es dabei leider gar nicht so spannend zugeht, wie die Vorberichte es erwarten ließen, ist ein weiterer Wermutstropfen im schlichten Aufbau dieser Geschichte. Immer dann, wenn ein Hauch Spannung aufkommt, weiß die Autorin ihn gekonnt zu vernichten, um mit einem Zeitsprung wieder in unspektakuläre Nebenfahrbahnen abzugleiten. Darüber hinaus erahnt man relativ bald, wo das Grundübel des Verbrechens an sich liegt und wird auch nicht mit großen Überraschungen bis zum eher faden Ende der Story belohnt.
Diese reichlich langatmige und verwirrend konstruierte Story kann in keiner Phase überzeugen. Sprachlich simpel gestrickt, ohne jeglichen Wortwitz, mit faden Dialogen und ohne das Vermögen Bilder zu schaffen, plätschert es ziemlich lustlos rund um die Insel der verlorenen Kinder.
Wolfgang Weninger, April 2009
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| holland13 zu »Jennifer McMahon: Die Insel der verlorenen Kinder« | 15.05.2010 |
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| shibuya zu »Jennifer McMahon: Die Insel der verlorenen Kinder« | 19.06.2009 |
| mam137 zu »Jennifer McMahon: Die Insel der verlorenen Kinder« | 04.06.2009 |
