Die dunkle Stimme der Schuld von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2009 unter dem Titel Dismantled, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei rororo.
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New York: Harper, 2009 unter dem Titel Dismantled.
ISBN:
978-0061689338. 422 Seiten.
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Reinbek bei Hamburg: rororo, 2010.
Übersetzt von Sabine Maier-Längsfeld.
ISBN:
978-3-499-25316-4. 508 Seiten.
'Die dunkle Stimme der Schuld' ist erschienen als
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In Kürze:
Die College-Studenten Winnie, Tess, Suz, Henry und Spencer sind unzertrennlich. Ihre Leiden-schaft: die Kunst. Ihre Philosophie: Grundlagealler Kreativität ist die Zerstörung. Ihr Ziel: nicht nur die Kunst, sondern auch die Welt zu verändern. Bald schon geraten ihre Experimente außer Kontrolle. Mit schrecklichen Konsequenzen. Und als eine von ihnen stirbt, schließen die Übrigen einen Pakt des Schweigens. Doch jemand scheint ihr dunkles Geheimnis zu kennen.
»Dismantled« = demontiert. So nennt sich der dritte Roman von Jennifer McMahon, der im Rowohlt Taschenbuch Verlag in der Übersetzung von Margarete Längsfeld und Sabine Maier-Längsfeld als Die dunkle Stimme der Schuld den Weg zum deutschsprachigen Thriller-Leser findet.
Und wie schon in den Vorgängern Das Mädchen im Wald und Insel der verlorenen Kinder spielt der Roman in zwei Zeitebenen. Damals waren fünf junge Kunststudenten der Meinung, das wahre Kunst nur aus der Zerstörung von Bestehendem entstehen könne. Folgerichtig nennen sie sich fortan »Die barmherzigen Demontisten« und lehnen sich, nicht immer ganz legal, gegen das sogenannte Establishment auf. Ihr Hauptquartier finden sie in einer abgelegenen Waldhütte an einem See.
Anführerin des rebellischen Haufens ist Suz, eine charismatische junge Frau, die jeden beeinflussen und verführen will und damit auch das Leben und die Liebe ihrer Freunde zu zerstören droht. Tess, die sich davor fürchtet, mixt einen Drogencocktail, der Suz beim Schwimmen im See gemeinsam mit einem Steinschlag auf den Kopf den Garaus macht. Die Vier versenken Suz in der Seemitte und beenden das Leben in der Hütte und nehmen sich gegenseitig das Versprechen ab, darüber Stillschweigen zu bewahren.
Gegenwart: Henry und Tess haben geheiratet. Henry leitet einen Malerbetrieb und Tess macht Bedarfskunst, die sie auf dem Markt verhökert. Beide haben sich auseinandergelebt und nur die gemeinsame Tochter hält die Verbindung noch zusammen. Emma, ist kein »normales« Kind. Sie ist völlig introvertiert, hat einen unsichtbaren Freund namens Danner und zählt mit Vorliebe in Neuner-Sprüngen. Aber sie spürt die Trennung zwischen ihren Eltern, schnüffelt in deren Vergangenheit und findet alte Unterlagen der Demontisten. Gemeinsam mit einer Freundin sendet sie an Winnie und Spencer eine Postkarte, um die Gruppe wieder auferstehen zu lassen …
Jennifer McMahon hat ihren Roman wieder auf völlig gestörten Typen aufgebaut. Der Sumpf des Alltagslebens mit der Erinnerung an damals, eine verkorkste Ehe, ein alkoholsüchtiger Vater und das psychisch noch schlimmer angeknackste Kind, das eigentlich in eine geschlossene Anstalt gehört, sind keine Zutaten, die Die dunkle Stimme der Schuld zu einem rechten Lesevergnügen werden lassen. Obwohl die Autorin die Spannung beständig anhebt, so dass man doch wissen will, was hinter diesen verrückten Dingen steht, kann man über die handelnden Personen nur den Kopf schütteln.
Wenn eine Handlung so unglaubwürdig präsentiert wird, dass man fast schon von einem Fantasy-Thriller sprechen möchte, sollte wenigstens die eine oder andere Person halbwegs normal handeln. Tut es aber in diesem Buch überhaupt nicht. Henry baut sich einen Einbaum im Schuppen, schmökert heimlich in alten Tagebüchern und besäuft sich dabei und hat nebenbei Angst, dass seine Tochter schwimmen geht, weil er im Traum gesehen hat, wie sie ersäuft. Tess verschließt ihre Augen vor der Tatsache, dass ihr Kind völlig durch den Wind gedreht ist, bastelt in ihrem Atelier an seltsamen Kunstwerken. Spencer hat sich das Leben genommen und Winnie taucht plötzlich auf, läuft in Suz alten Klamotten und mit deren Perücke herum und bezieht die alte Hütte. Und so nebenbei versucht noch ein Detektiv die Hintergründe zu durchleuchten.
Wem das noch nicht genug an Verrücktheiten ist, der wird an dem dritten Roman der Amerikanerin sicherlich seine Freude haben. Wer mit so durchgeknallten Szenarien nichts am Hut hat, der lässt besser die Finger davon.
Wolfgang Weninger, Juli 2010
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| Laura Kulmer zu »Jennifer McMahon: Die dunkle Stimme der Schuld« | 15.11.2010 |
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| Kate zu »Jennifer McMahon: Die dunkle Stimme der Schuld« | 26.09.2010 |

