Argwohn von Jenk Saborowski

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2014 bei Piper.
Folge 3 der Solveigh-Lang-Serie.

  • München: Piper, 2014. ISBN: 978-3-492-30420-7. 496 Seiten.

'Argwohn' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Als Hauptkommissar Paul Regen im Isartal ein formalingetränktes Bein findet, ist er alarmiert: Bei der letzten Kriminologenkonferenz wurde von zwei ähnlichen Fällen in England und Italien berichtet. Zwei mögen Zufall sein, drei niemals. Agent Solveigh Lang und ihr Team finden im Lauf ihrer Ermittlungen heraus, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der sich ein besonders perfides Spiel ausgedacht hat. Solveigh muss die Spielregeln durchschauen, um diese grausame Partie zu stoppen &

Das meint Krimi-Couch.de: »Mafiosi und ein Monster in Menschengestalt« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

An drei verschiedenen Punkten in Europa entwickeln sich Kriminalfälle, die erst viel später zusammen gehören werden. Kommissar Paul Regen wird in München zu eher langweiliger Arbeit abgeschoben, aber ein abgetrennter Arm, der in der Isar gefunden wird, entwickelt sich durch seine Hartnäckigkeit zu einem brisanten Fall. Deutlich spektakulärer ist der Bombenanschlag auf die Zentrale der europäischen Polizei ECSB im niederländischen Amsterdam. Solveigh Lang hat Glück, sie ist zu der Zeit nicht im Gebäude. Aber am Sammelpunkt angekommen muss sie mit ansehen, wie weitere ihrer Kollegen im Kugelhagel der hinterhältigen Angreifer sterben. Erste Ermittlungen zeigen, dass ein Verräter dafür verantwortlich ist, den Mördern und ihrer Bombe so problemlos Zugang zur Zentrale der Polizeieinheit zu verschaffen. Die Überlebenden müssen sich nun reorganisieren  und schnell den Maulwurf finden. Ganz im Osten von Europa träumen derweil zwei junge Mädchen vom Glanz und Glamour des Westens  und fallen so auf eine üble Menschenhändlerbande herein. Statt der versprochenen Modeljobs sind die beiden plötzlich auf einer Reise ins Ungewisse.

Protagonisten fallen aus der Norm

Jenk Saborowski hat mit seinem dritten Roman über Solveigh Lang und ihre Kollegen abermals einen spannenden und gut lesbaren Thriller vorgelegt. Und auch in Argwohn zeigt er eine gute Portion schwarzen Humor – seine Protagonisten sind wie gewohnt recht außergewöhnlich. Es handelt sich überwiegend um Personen, die irgendwie aus der Norm fallen. Das beginnt bei seiner Haupt-Protagonistin  und endet bei ihrem im Rollstuhl sitzenden Superhirn-Kollegen noch lange nicht. Mit den bekannten Akteuren kommt man allerdings besser zurecht, wenn man die Vorgänger-Bände »Operation Blackmail« und »Biest« bereits gelesen hat, aber man kann auch mit Argwohn einsteigen, denn Saborowski beschreibt alle Protagonisten ausführlich. Dennoch baut einiges auf der Vergangenheit auf, da muss sich der Leser dann hineindenken.

Handlungsstränge laufen lange parallel

Die Orientierung wird in diesem Buch insgesamt sehr leicht gemacht, denn die zuweilen recht kurzen Abschnitte haben jeweils Angaben zu Ort und Datum  was ich persönlich außerordentlich schätze. Denn gerade in Thrillern mit nebeneinander herlaufen Handlungssträngen verliert man ansonsten schnell die Übersicht  diese Gefahr ist bei Jenk Saborowski nicht gegeben, trotz aller Dynamik, die seine Erzählungen an den Tag legen. Die Spannung wird vor allem dadurch ständig gesteigert, dass die Handlungsstränge so lange parallel laufen. Man fragt sich von Beginn an, wie der Autor das zusammen führen will, ohne sich allzu sehr zu verbiegen. Es gelingt ihm wirklich gut, mehr sei hier nicht verraten. Natürlich steht Solveigh Lang deutlich mehr im Fokus, aber auch ihr Münchener Kollege Paul Regen hat als Nebenfigur einen wichtigen Part zu absolvieren. Wobei der knorrige Ermittler mit seiner Kollegin ein hervorragendes Duo bildet  die Dialoge der beiden sind genial.

Zwei große Themen werden verarbeitet

Der Autor zeigt in seinem Thriller einmal mehr, dass er ein Faible für moderne Ermittlungstechniken hat. Die Spezialisten der europäischen Polizei nutzen alles was der Markt hergibt, wobei es meist egal ist, ob diese Dinge legal oder doch eher verboten sind. Dem steht dann natürlich Paul Regen gegenüber, der sich noch der guten alten Polizeiarbeit bedient, also eher traditionelle Ermittlungsmethoden kultiviert. Augenzwinkernd lässt Saborowski hier kritische Untertöne einfließen, was seinen Roman noch lesenswerter macht. Interessant sind auch die beiden großen Themen, die hier verarbeitet werden. Es geht um den immer schwieriger werdenden Kampf gegen das organisierte Verbrechen, der zuweilen in einen Krieg ausartet. Und es geht um Menschenhandel in vielfältiger Form  was für die betroffenen Frauen nicht immer in einem Bordell enden muss, wie wir in diesem Roman lernen. Aber das ist dem dramatischen und dynamischen Finale des Romans vorbehalten. Jenk Saborowski ist ein Meister der Hochspannung, der auch gute Dialoge und nachvollziehbare Plots zu Papier bringt. Mal wieder ein Autor, bei dem man sich wirklich auf das nächste Buch freut.

Andreas Kurth, Juli 2014

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Margot zu »Jenk Saborowski: Argwohn« 26.01.2015
Ach ja, wäre es doch nur so einfach, milliardenschwere Mafiastrukturen zu zerstören!,Und Solveig Lang ist überall dabei .egal ob bei einer Hausdurchsuchung oder beim twittern. Das alles hat mit Realität nichts zu tun-ist aber sehr spannend und macht einfach nur Spaß.es ist mein erstes Buch dieses Autoren, macht aber neugierig auf mehr.
Baerbel82 zu »Jenk Saborowski: Argwohn« 21.02.2014
Aller guten Dinge sind drei

ARGWOHN ist bereits der dritte Fall für die toughe Agentin Solveigh Lang, genannt Slang. Dennoch handelt es sich um einen eigenständigen Roman, der auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Das Buch gliedert sich in drei Teile und gleich drei spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen. Zwei mögen Zufall sein, drei niemals. Worum geht es?
Moldawien, Anfang Juni 2013: zwei Freundinnen träumen von einer Modelkarriere in Europa und fallen schließlich skrupellosen Menschenhändlern in die Hände. Was passiert mit Lila und Ioana?
Portugal, etwa zur gleichen Zeit: ein geheimnisvoller Mann ist auf der Suche nach einer Königin für ein ganz spezielles Spiel. Wer ist dieser Psychopath?
Amsterdam, am selben Tag: auf die Zentrale der Europapolizei ECSB wird ein Anschlag verübt. Viele von Slangs Kollegen sterben. Ihr Chef, Will Thater, ist schwer verletzt, ihr Partner, Eddy Rames, wird vermisst. Wer ist der Verräter? Und was steht in Wills Akte „ELMSFEUER“?
Wie immer bei Jenk Saborowski, spielt die Geschichte in einem sehr überschaubaren Zeitraum, in diesem Fall knapp drei Monate. Viele Ortswechsel und kurze Kapitel sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum fulminanten Showdown.
Selbstverständlich werden alle Handlungsstränge letztendlich schlüssig zusammengeführt. Aber es bleiben auch ein paar Punkte offen, so dass meine Neugier auf eine baldige Fortsetzung schon jetzt geweckt ist.
Seit „Operation Blackmail“ bin ich ein großer Fan dieser packenden Reihe um die ungewöhnliche Heldin Slang. Mit ARGWOHN habe ich zudem einen neuen Freund gefunden: Paul Regen. Von Beruf ist er Hauptkommissar am bayerischen LKA in München, aber seine eigentliche Berufung ist Zyniker.
Neben Action und Spannung zeichnen erfrischende Dialoge mit viel Wortwitz Jenk Saborowskis Romane aus. Pathos und Kitsch, wie in US-amerikanischen Thrillern oft üblich, finden sich bei ihm zum Glück nicht.
Erneut hat der Autor auch gewissenhaft und fundiert recherchiert. Es ist diese Mischung, die den Erfolg von Jenk Saborowski ausmacht: aktuelle Themen, authentische Figuren und außergewöhnliche Schauplätze.

Fazit: Ganz großes Kino, bitte mehr davon! Fünf-Sterne-Plus!
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