Jefferson Bass

»Jefferson Bass« ist das gemeinsame Pseudonym von Bill Bass und Jon Jefferson.

William M. Bass (III.) wurde 1928 in Staunton (US-Staat Virginia) geboren. Er studierte Psychologie an der University of Virginia. Nach seinem Abschluss 1951 leistete Bass seinen Wehrdienst bei der US Army. 1953 ging er an die University of Kentucky und studierte Anthropologie; den Doktortitel in diesem Fach verlieh ihm 1961 die University of Pennsylvania.

Bass wechselte ins Lehrfach. Zwischen 1960 und 1971 lehrte er an der University of Kansas, bevor ihn die University of Tennessee die Leitung des Anthropologischen Fachbereichs übertrug. Bis zu seiner Emeritierung (1995) hatte Bass diese Position inne; darüber hinaus war er von 1992 bis 1994 Direktor des »Forensic Anthropology Center«. Zu seinen Arbeitsfeldern gehörte die berühmt-berüchtigte »Body Farm«, die Bass ab 1971 nahe Knoxville, Tennessee, einrichten ließ, um die Verfallsprozesse von Leichen, die den Elementen frei ausgesetzt sind, möglichst authentisch erforschen zu können. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse helfen bei der Untersuchung ungeklärter Leichenfunde, denen oft ein Verbrechen zu Grunde liegt.

Seine einschlägigen Kenntnisse ließen Bass zum oft frequentierten Berater des FBI avancieren, der an der Lösung zahlreicher Kriminalfälle beteiligt war. Vor allem dieser Aspekt seiner Forschertätigkeit (sowie natürlich sein Amt als Leiter der Body Farm) machten Bass für die Medien interessant. Das verstärkte sich 2003, nachdem Bass unter dem Titel »Deaths Acre« erfolgreich seine Memoiren (dt. »Der Knochenleser«) veröffentlichte. Er hatte sie gemeinsam mit dem Journalisten und Schriftsteller Jon Jefferson geschrieben

Mit Jefferson, der auch Dokumentarfilme dreht, hatte Bass bereits früher zusammengearbeitet, als dieser die Body Farm mit der Kamera besuchte . Nach seiner Emeritierung blieb Bass zwar weiterhin anthropologisch und forensisch tätig, begann aber auch, sein Wissen und seine bemerkenswerten Erfahrungen anderweitig zu vermarkten: Gemeinsam mit Jefferson als Co-Autor (aber wohl unter dessen federführender Leitung) verfasste Bass als »Jefferson Bass« eine Serie von Kriminalromanen um den forensischen Anthropologen Dr. Bill Brockton  die Verfasser machen keinen Hehl daraus, an welches reale Vorbild sich diese Figur anlehnt , der unter Einsatz jenes Leichenlabor-Ambientes, welches sich dank Patricia Cornwell, Kathy Reichs und »CSI« großer Publikumsbeliebtheit erfreut, eigentlich unmögliche Fälle löst, weil er bizarr zerfallenen Leichen die Geheimnisse ihres Ende und damit Hinweise auf den oder die Mörder entlocken kann. Private Schicksalsschläge des Helden und ein fester Stamm von Nebenfiguren sollen das naturwissenschaftliche Übergewicht der (ohnehin populär aufbereiteten) Fallgeschichten ausgleichen; wie so oft sind diese klischeereichen Segmente deutlich weniger gelungen als das ´Befragen´ besagter Leichen, was dem Erfolg der Serie indes keinen Abbruch tut.

Krimis von Jefferson Bass:

  • Dr. Bill-Brockton-Serie:
    • (2006) Anatomie der Schuld
      Carved in Bone
    • (2007) Bis auf die Knochen
      Flesh and Bone
    • (2008) Eine Hand voll Asche Rezension
      The Devil’s Bones
    • (2009) Todesstarre
      Bones of Betrayal
    • (2010) The bone thief
    • (2011) The bone yard
    • (2012) The bones of Avignon / The inquisitor’s key
    • (2013) Cut to the bone
    • (2013) Jordan’s stormy banks
    • (2014) The breaking point
    • (2016) Without mercy

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