Die purpurnen Flüsse von Jean-Christophe Grangé

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Les rivières pourpres, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: französische Alpen, 1990 - 2009.

  • Paris: Albin Michel, 1997 unter dem Titel Les rivières pourpres. 394 Seiten.
  • München: Ehrenwirth, 1998. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 3-431-03543-4. 394 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2000. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 3-404-14403-1. 413 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2001. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 3-404-14530-5. 413 Seiten.
  • Augsburg: Bechtermünz, 2001. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 382890436X. 413 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2002. Übersetzt von Barbara Schaden. Sonderausgabe. ISBN: 3-404-25918-1. 413 Seiten.
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 978-3866152595. 330 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe Stars, 2006. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 978-3-404-77077-9. 413 Seiten.
  • Berlin: Springer, 2011. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 978-3942656078. 372 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2004. Gesprochen von Joachim Kerzel. ISBN: 3-7857-1379-7. 6 CDs.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2009. Gesprochen von Joachim Kerzel. ISBN: 3-404-77076-5. 6 CDs.

'Die purpurnen Flüsse' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

In der kleinen Universitätsstadt Gernon bei Grenoble wird die grausam zugerichtete Leiche des Bibliothekars Rémy Callois entdeckt. Der ermittelnde Kommissar glaubt zunächst an einen Ritualmord, bis ganz in der Nähe ein weiterer Toter gefunden wird: der Krankenpfleger Philippe Sertys. Gezielt gelegte Spuren haben die Polizei zu ihm geführt...
Zur gleichen Zeit versucht ein Inspektor in einem französischen Provinznest, das rätselhafte Verschwinden eines zehnjährigen Schülers aufzuklären. Als sich herausstellt, dass beide Kriminalfälle im Zusammenhang stehen, beginnt eine Fieberhafte Spurensuche. Bald ist klar, dass die zwei Toten keineswegs unschuldige Opfer waren, und die ´purpurnen Flüsse´ erweisen sich als Chiffre für ein furchtbares Verbrechen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Grangé kann nicht nur unterhalten, sondern auch hervorragend schreiben« 96°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Viel Zeit nimmt sich Jean-Christophe Grangé, um den Leser in zwei zunächst völlig unabhängige Handlungsstränge einzuführen. Viel Zeit – das heißt jedoch nicht zwangsläufig langatmig; ganz im Gegenteil: Action von der ersten Seite an. Beide Stränge sind zudem mit jeweils einem harten und eigenwilligen Protagonisten ausgestattet, die trotz oder vielleicht sogar wegen ihrer nicht ganz gesetzeskonformen Ermittlungsmethoden und wegen ihres aufbrausenden Temperaments sofort die Sympathie des Lesers gewinnen können.

Protagonist Nummer Eins ist Kommissar Pierre Niémans, einer der bekanntesten Polizisten Frankreichs, der Action einem Schreibtischjob vorzieht und dessen Temperament ein wenig zu oft mit ihm durchgeht. Als er nach einem Fußballspiel in Paris einen brutalen Mord zwischen rivalisierenden Fan-Gruppen beobachtet, stellt er den Täter, schlägt diesen bis zur Unkenntlichkeit zusammen und kann gerade noch davon zurückgehalten werden, ihn vorsätzlich zu erschießen. Dies bringt ihm ein Ermittlungsverfahren ein. Da kommt Niémans eine Abordnung in die Universitätsstadt Guernon in den Bergen in der Nähe von Grenoble gerade recht. Dort hat ein grausamer Mord die gesamte Universität in Aufruhr versetzt und deren Direktor setzt alles daran, den Fall aufzuklären, eher er allzu hohe Wellen schlägt. Der Uni-Bibliothekar Rémy Callois wurde aufs Grausamste gefoltert, ermordet und sein Leichnam in einer nur schwer zugänglichen Felsspalte aufgehängt.

Protagonist Nummer Zwei ist der maghrebinische Polizeileutnant Karim Abdouf, mit seinen Rastalocken nicht gerade als Polizist erkannbar, der nach seiner Jugend, die er mit Autoknacken verbrachte, im Gegensatz zu den meisten seiner Freunde noch die Kurve gekriegt und die Seiten des Gesetzes gewechselt hat. Seinen Eigensinn hat er jedoch nicht verloren und da er große Probleme hat, sich unterzuordnen, ist er schließlich in dem kleinen Provinznest Sarzac gelandet. Der Fall, mit dem er zu tun hat, scheint ungleich weniger eindrucksvoll, doch wesentlich mysteriöser zu sein. In die Grundschule des Ortes wurde eingebrochen, gestohlen wurde jedoch, wie es scheint, überhaupt nichts.

Auch auf dem Friedhof geschah ein ähnlich seltsamer Einbruch. Eine Gruft wurde aufgebrochen, doch auch hier scheint nichts zu fehlen. Dabei handelt es sich um das Grab von Jude Itéro, einem Jungen, der vor 14 Jahren im Alter von 10 Jahren gestorben ist. Von dort führt Karim der Weg wieder zurück zur Schule, um nachzuforschen, was es mit diesem Jungen auf sich hat. Und nun entdeckt er, was gestohlen wurde. Sämtliche Unterlagen der Jahrgänge, in denen sich Informationen über Jude Itéro hätte befinden müssen, sind verschwunden. Auch weitere Nachforschungen, z.B. bei einem Fotografen, ergeben, dass es keinerlei Spuren vom Leben des kleinen Jungen gibt. Es scheint, dass jemand ganze Arbeit geleistet hat, um alles, was auf dessen Leben oder Tod hinweisen könnte, sorgfältig zu tilgen.

Zunächst scheinen die beiden Handlungsstränge völlig unabhängig voneinander zu sein, dann erkennt zunächst der Leser selber und erst später die Beteiligten erste Zusammenhänge. Der Weg zur Herkunft des kleinen Jungen führt Karim über Umwege bis nach Guernon, wo sich die beiden Protagonisten finden und gemeinsam versuchen, die Rätsel aus der Vergangenheit mit denen der Gegenwart in Einklang zu bringen und zu lösen.

Jean-Christophe Grangé hat mit Die purpurnen Flüsse einen von Anfang an superspannenden Thriller geschaffen, der es fast unmöglich macht, das Buch auch nur einen Moment lang zur Seite zu legen. Zu rätselhaft bleibt das Geschehen, jeder Ansatz von Hinweisen wirft wieder neue Fragen auf. Sehr intelligent und Schritt für Schritt baut der Autor seinen Plot auf und immer wieder neue überraschende Wendungen sowie Querverbindungen sorgen für unverhohlenes Lesevergnügen. Dazu muß man feststellen, dass der Schreibstil des Franzosen ganz hervorragend ist. Obwohl sehr leicht lesbar, ist das Buch sprachlich erste Sahne. Grangé formuliert seine Sätze mit reichem Wortschatz, so dass alles sehr bildhaft und gut vorstellbar beschrieben ist. So schafft er eine Atmosphäre mit bedrohlicher Stimmung.

Dazu reichlich Dialoge, die lebensecht klingen und das Buch zu einem Pageturner werden lassen. Grangé zeigt sich hier als ein Autor mit einer unglaublichen Fantasie, die bis über den Rand des Vorstellbaren hinaus geht, aber dennoch gerade noch im Rahmen des eventuell Möglichen bleibt. Leichte Verwirrungen, die man beim Lesen bekommt, sorgen dafür, dass man auch nicht allzu oberflächlich über das Buch hinweg liest.

Auch die Charaktere haben klare Konturen, sind detailliert und vielschichtig aufgebaut. Die beiden Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten sind wahrlich keine Standard-Ermittler mit den üblichen Moralvorstellungen eines guten Polizisten und die Nebenstarsteller ergänzen die rätselhafte Handlung ganz hervorragend. Grangé liefert hier vielen amerikanischen Thrillerautoren ein gutes Beispiel, wie man ohne Klischees auskommen kann.

Im Prinzip gibt es bei diesem Thriller nichts zu kritisieren, nicht mal die relativ weit hergeholte Auflösung des Falles. Denn ich sage immer: ein Unterhaltungsroman muß nicht zwangsläufig realistisch und glaubhaft sein, denn er soll primär gut unterhalten und spannend sein, dazu logisch aufgebaut sein. Und dies alles ist hier zu 100% erfüllt. Zudem bietet der Autor eine ungewöhnliche Geschichte und keine 08/15-Kost.

Ein geniales Buch, dass man sich nicht entgehen lassen sollte. Bezogen auf seine Brutalität auch keine leichte Kost. Aber keinesfalls damit anfangen, falls man in den nächsten beiden Tagen etwas Wichtiges vor hat.

Peter Kümmel, Juli 2003

Das meinen andere:

»Mit ´Die Purpurnen Flüsse´ hat Jean-Christophe Grangé hohe Maßstäbe in der europäischen Thrillerliteratur gesetzt.« (Hamburger Abendblatt)

»Wer einen fesselnden Krimi sucht, der nicht mit Null-acht-fünfzehn-Themen Spannung erzeugt, für den sind «Die purpurnen Flüsse» von Jean-Christophe Grangé ein Volltreffer. Es ist alles drin: Ein spannender Plot, geniale Ermittler, viele Überraschungen. Doch trotz aller Brutalität ist es kein Gruselschocker.« (Westdeutscher Rundfunk)

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Marc 83 zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 07.09.2011
Das Buch ist hervorragend. Definitiv einer der besten Thriller euopäischer Herkunft und so völlig anders als die ganzen nordeuropäischen Krimis. Aber: wer sich das Hörbuch anhört beim Autofahren, der wird freiwillig zum Verkehrshindernis und fährt riesige Umwege.
Und als kleine Zugabe ist ver Sprecher die deutsche Synchronstimme zu Jean Reno - dem Hauptdarsteller im Film.
Ich kenne Film, Buch und Hörbuch ... Hörbuch ist die beste Alternative
John67 zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 08.12.2010
Was für ein Buch und ich bin froh, dass ich den Film nicht kenne und somit keinen Vergleich ziehen muss. Von der ersten bis zur letzten Minute spannende Unterhaltung!! Besonders gut gefällt mir wie es Grange gelingt, die beiden Handlungsstränge zusammenwachsen zu lassen.
Nur mit dem Finale hapert es mal wieder etwas bei Herrn Grange, da fehlt es dann immer ein wenig an Durchhaltevermögen, was auch schon bei den Störchen zu bemängeln war.
Trotzdem: Empfehlenswert
Fanny zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 01.12.2010
Habe das Buch als Hörbuch nebenbei beim Nähen gehört.
Ich hatte vorher noch nie von dem Buch oder Autor gehört, und ich muss zugeben, dass ich überrascht bin!
Als ich den Titel gelesen habe, dachte ich erst, dass die Geschichte histprisch oder langweilig wäre. Aber im Gegenteil.
Natürlich ist die Brutalität, die Grangé beschreibt, nichts für jedermann, mir persönlich hat es aber nicht viel ausgemacht.

Die Art, wie er die Handlungsstränge verlaufen lässt, erst nebeneinander, und sie ganz spät zusammenführt, finde ich beeindruckend, wenn sie auch zwischendurch etwas verwirrend sein können.

Auch die Auflösung des Plots kommt unerwartet, genau, wie ein guter Krimi meiner Meinung nach sein soll!

Alles in allem: Sehr gutes Buch, ich kann es nur weiterempfehlen. 96°
Mistie zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 02.11.2010
Endlich habe ich es geschafft dieses Buch (in franz.) zu lesen - hatte nie die richtige Gelegenheit/Zeit dazu und habe mir deshalb auch versagt den Film anzusehen.
Leider hat das Buch meinen Ansprüchen nicht ganz genügen können: zuviel Brutalität (die zugrundliegende "Idee" hätte man bestimmt auch subtiler umsetzen könnne), zu amerikanisch (zwei aus der Rolle fallende Über-Ermittler) sowie zuviel unötige Action (als wäre Grangé von Anfang aus darauf ausgewesen ein Filmdrehbuch zu schreiben).
Nach meiner Überzeugung handelt es sich um einen aggressiven, kompromisslosen und gewaltätigen Krimi der ganz sicher spannend zu lesen ist aber mein Herz leider absolut nicht berührt hat!!! 72°
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Michael Albrecht zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 08.03.2010
Regelrecht enttäuscht-Habe mich auch aufgrund der vielen pos.Kritiken hier,anstecken lassen und das Buch gelesen.
Leider bleibt es sehr hinter den Bewertungen und Erwartungen zurück.
Es ist schon vom Zeitfenster her ungewöhnlich innerhalb von geschätzten 48h im Dienst einen Totschlag zu begehen und sofort in die fremde geschickt wird um dort einen brisanten Fall zu lösen.
Die parallele Handlung der Protagonisten ist zwar ok und spannend aber die letzliche Auflösung unwirklich und die Motive nahezu hanebüchen.

Fest steht man sollte sich nicht auf gute Rezensionen allein verlassen.
Susannah zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 19.02.2010
Was passiert, wenn man folgendes mischt? Eine einsame und unheimliche Gegend in Südfrankreich. Rätselhafte Morde mit verstümmelten Leichen. Geheimnisvolle Eliten an einerUniversität. Ein Bulle, der auch als Kleinkrimineller durchgehen könnte, und sicher kein Gentleman ist. Und noch ein Bulle, der cholerisch ist, zu Wutausbrüchen neigt und auch ansonsten alle Voraussetzungen eines unsympathischen Drecksacks erfüllt. Wir erhalten einen französischen Krimi der Extraklasse!!!

Jean-Christophe Grangé gibt uns zwei Hauptcharaktere an die Hand, die alles, nur keine Helden sind. Pierre Niémans, ein brutaler Schläger und Einzelgänger, wird mehr oder weniger strafversetzt, nach dem er einen Holligan halb tot geprügelt hat. Karim Abdouf, ein junger Franzose afrikanischer Abstammung, bricht Regeln wo es geht und fährt mit geklauten Autos. Und jeder hat seinen Fall. Anfangs ohne jeden Zusammenhang - doch die mysteriöse Spur der purpurnen Flüsse führt beide zusammen. Zu einer Geschichte voller Ungeheuerlichkeiten. Was,wenn mit den heutigen Methoden versucht wird, eine Superrasse zu züchten, wie Leni Riefenstahl sie in ihrem Olympia-Film zeigte: Stählern, sportliche Asse und doch intelligent und reich an Wissen. Mit beängstigenderDeutlichkeit führt uns Grangé vor Augen, wie die Ideen einiger weniger kranker Gehirne das Schicksal eines ganzen Dorfes auf den Kopf stellen - und wie ihnen das in barer Münze zurückgezahlt wird.

Grangé schreibt nüchtern,kalt, berechnend, anschaulich, nicht theatralisch. So ganz anders als in amerikanischen Krimis. Wir sehen den Fall durch die Augen der Polizisten - und besonders bei Niémans beginnt man, die Geschichte mit ähnlicher Kaltschnäuzigkeit zu betrachten. Was der Spannung keinen Abbruch tut, denn die hält Grangé aufrecht - bis zum furiosen Finale, das einene einfach so überrollt. Wie eine Welle in den purpurnen Flüssen, die alles bestimmen.

Freunde des französischen Krimis - Zugreifen!
tedesca zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 23.10.2008
Ein unglaublich spannender Thriller mit brisantem Inhalt. Die Geschichte gewinnt besonders durch die 2 Handlungsfäden, von denen man sich anfangs garnicht vorstellen kann, wie sie je zueinanderfinden sollen.
Unglaublich gut charakterisiert sind die beiden Komissare, die einander so ähnlich sind und in ihren Ermittlungsmethoden keinerlei Skrupel zeigen.

Die Morde sind grausam, das Buch ist nichts für Menschen mit allzu bildlicher Vorstellungsgabe, aber auch dieses scheinbar sinnlose Töten erhält durch die Auflösung beider Fälle ein nachvollziehbares Motiv in allen Details.

Für die Filme wurde die Handlung in 2 separate Stränge getrennt, was ich eigentlich schade finde, weil dadurch die Brisanz der Aussage etwas verlorengegangen ist, vor allem im 2. Teil. Grandios auf jeden Fall in der Hauptrolle beide Male Jean Reno.

Joachim Kerzel gibt diesem Hörbuch noch einen extra Kick, wie ja auch allen anderen Grangés.

90° von mir für einen Thriller der Extraklasse!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
krimileser26 zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 18.10.2008
Ist schon 10 Jahre her, als ich das Buch gelesen habe. Es steht seither in meinem "diese-Bücher-würde-ich-weiter-empfehlen-Regal". Es war super spannend. Der Film dazu war auch gut, allerdings liefert das Buch viel mehr Fakten und Inhalt und sollte keinem Krimifan verborgen bleiben.
Es ist ein dichtes Buch, das in seiner Handlung nicht abschweift. Das tut gut.

UNBEDINGT LESEN!
Emamju zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 11.08.2008
Die Spannung lässt anfangs etwas auf sich warten. Die Schnelligkeit der Handlung kommt auch etwas langsam in Fahrt.
Aber dan ist das Buch dafür an etlichen Stellen umso aufregender.

Der Schluss war leider nicht nach meinem Geschmack.

Zusammengefasst ist zu sagen dass das Buch definitv ein kurzweiliges Lesen bietet.
buchblock.com zu »Jean-Christophe Grangé: Die purpurnen Flüsse« 17.03.2008
Herbst 1996. Prinzenpark-Stadion. Pierre Niémans hat Dienst beim Champions League Spiel zwischen Saragossa und Arsenal. Als ein englischer Hooligan nach dem Spiel einen Mord begeht, nimmt Niémans die Verfolgung auf und verprügelt den Übeltäter im Stadion von Roland Garros. So beginnt der zweite Roman von Jean-Christophe Grangé.

„Die purpurnen Flüsse” hat zwei Handlungsstränge. Im ersten grübelt Pierre Niémans über eine Leiche, die im Gebirge von Guernon von der attraktiven Fanny Ferreira gefunden wird. Das besondere an der Leiche: Die Augen fehlen. Außerdem besitzt das Opfer keine Fingerabdrücke. Die mit Wasser gefüllten Augenhöhlen geben das nächste Rätsel auf. Dazu kommt, dass der Tote in Fötalposition gelagert wurde. Als eine zweite Leiche ohne Augen gefunden wird, ist klar, dass es eine Serie von Morden ist.

Karim Adouf lernt man im zweiten Handlungsstrang kennen. Er ist ein junger, unerfahrener Polizist. Früher hat er von Autodiebstählen gelebt; auch heute als Polizist schreckt er davor nicht zurück.

Er hat einen eher harmlos scheinenden Fall zu bearbeiten: In eine Gruft am Friedhof des kleinen Kaffs Sarzac wurde eingebrochen, doch nichts gestohlen außer ein Foto des 1982 verstorbenen Jude Itéro. Am selben Tag wird noch in einer Schule eingebrochen. Auch dort fehlen plötzlich alle Fotos des toten Jungen. Doch warum sollte jemand Fotos von einem Burschen stehlen, der seit 14 Jahren tot ist?

Das Buch fängt überraschend flott an, was man - vor allem wenn man das letztes Werk gelesen hat - von Grangé überhaupt nicht gewohnt ist. Auch „Das Imperium der Wölfe”, welches ja wie „Die purpurnen Flüsse” verfilmt wurde, fängt vergleichsweise langsam an. Auch ist es sehr flüssig geschrieben und man kommt kaum weg von dem Buch.

Die zwei Protagonisten sind interessant, wenngleich beide sehr zu Aggressionsanfällen neigen. Bei Niémans ist dies aber ausgeprägter, das erkennt man schon am Anfang des Buches. Der erfahrene Polizist hat vor nichts und niemandem Angst - außer vor Hunden. Deshalb sollte er im Verlauf auch einen kapitalen Bock schießen.

Karim Abdouf ist der junge, dynamische Neuling, der in den Tag hineinlebt. Den Araber mit seinen Dreadlocks und der bunten Mütze hält man zunächst nicht für einen Polizisten, doch er hat es faustdick hinter den Ohren und erreicht immer das, was er will.

Wie schon erwähnt ist das Buch von Anfang bis Ende spannend. Leider will Grangé es manchmal übertreiben. Glauben die beiden Ermittler bei einer Szene in eine Sackgasse zu rennen, finden sie am Ende doch noch einen entscheidenden Hinweis. Es wäre durchaus mal interessant gewesen, wenn die Polizisten eine falsche Entscheidung träfen. Vor allem bei Abdouf, der unerfahren ist, wäre das authentischer rübergekommen.Das Ende des Werks ist überraschend und sehr komplex. Als Leser weiß man bis zuletzt nicht, wer nun der Täter ist. Man hat gewisse Vorahnungen, aber ob die stimmen?

Fazit: Einer der besten Thriller des französischen Autor mit einem Spannungsbogen der enorm ist.

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