Das schwarze Blut von Jean-Christophe Grangé

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel La Ligne Noire, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Paris, Kambodscha, Malaysia, Thailand, 1990 - 2009.

  • Paris: Albin Michel, 2004 unter dem Titel La Ligne Noire. 544 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2006. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 978-3-431-03676-3. 544 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2008. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 978-3-404-15808-9. 541 Seiten.
  • Köln: Bastei Lübbe, 2011. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 978-3-404-27065-1. 541 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2006. Gesprochen von Joachim Kerzel. ISBN: 3-7857-3126-4. 6 CDs.

'Das schwarze Blut' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Marc Dupeyrat ist Journalist bei einem Pariser Boulevardblatt. Schon immer übten Morde eine seltsame Faszination auf ihn aus. Sein neuester Fall ist die Geschichte des Serienmörders Jacques Reverdi, der in Südostasien mehrere junge Frauen umgebracht hat und nun in Malaysia auf sein Todesurteil wartet. Der ehemalige Weltmeister im »free-diving« verweigert jede Aussage – eine Herausforderung für den Sensationsreporter Dupeyrat. Mit einer Finte gelingt es ihm Kontakt aufzunehmen: Er bedient sich der Identität einer fiktiven, jungen Frau, die angeblich eine Magisterarbeit über die Psychogramme von Mördern schreibt. Reverdi fängt Feuer und lässt sich auf einen Briefkontakt ein. Er verliebt sich in »Elisabeth« und bittet um ein Foto. Ohne zu Zögern schickt Dupeyrat das Bild des Fotomodells Kadidscha, einer Bekannten. Als er genug Material für sein Buch zusammen hat, das in Frankreich ein Bestseller wird, bricht er den Kontakt zu Reverdi ab. Doch Reverdi gelingt unerwartet die Flucht aus dem Gefängnis: Er kommt nach Paris und sucht »Elisabeth«/Kadidscha, deren Gesicht überall in Paris auf Werbeplakaten zu sehen ist. Und für Dupeyrat und Kadidscha beginnt ein Albtraum …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein phantastischer Thriller, der über 500 Seiten absolut zu Schaudern lehrt!« 80°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Dass der Franzose Jean-Christophe Grangé zu den ganz Großen der aktuellen Thriller-Szene gehört, steht außer Frage. Schon sein Erstling, Der Flug der Störche, beindruckte durch beinharte Action, außergewöhnliche Schauplätze und eine immense Spannung. Die purpurnen Flüsse, Der steinerne Kreis und Das Impererium der Wölfe standen dem in nichts nach.

Doch war in allen seiner Romanen eine Schwäche mehr als deutlich: Grangé kriegt einfach keinen überzeugenden Schluss hin. Zu abgedreht wie im Showdown des Steinernen Kreis, etwas wirr wie bei den Purpurnen Flüssen. Deswegen war die Frage bei seinem neuen Werk, Das schwarze Blut, folglich gar nicht mal, ob er mit seinem Plot fesseln, sondern ob er ein glaubwürdiges Finale finden kann. Um es vorweg zu nehmen: Nein. Wieder einmal eine Wendung zuviel, die zwar überraschen, aber nicht wirklich überzeugen kann. Bis dahin ist dem Franzosen aber ein bemerkenswerter Roman geglückt.

Ein abgetauchter Serienmörder 

Im Dschungel Südostasiens wird der berühmte Freitaucher Jacques Reverdi festgenommen, völlig benommen in einer kleinen Hütte, die förmlich mit Blut überschwemmt ist. Ganz offensichtlich ein bestialischer Mord, den Reverdi begangen hat. Die Leiche neben ihm legt ein stummes Zeugnis seiner Greueltaten ab. Im Gefängnis in Malaysia wartet Reverdi, dem noch weitere Morde angekreidet werden, auf seinen Prozess und die kaum vermeidbare Hinrichtung.

Ortswechsel. Paris. Hier wohnt und arbeitet der Krawall-Reporter Marc Dupeyrat, ein Ass auf seinem Gebiet. Serienmörder sind sein ganz besonderes Faible und Reverdi die große Geschichte. Doch wie soll er an den Killer herankommen, der jedes Interview, jede Nachfrage konsequent verweigert? Der Geistesblitz: Dupeyrat will ihm schmeicheln und da Reverdi ein bekannter Gigolo ist, versetzt sich der Pariser Journalist in die junge und selbstverständlich absolut fiktive Studentin  Elisabeth und beginnt, dem Mörder im malayischen Knast Briefe zu schreiben. Und tatsächlich: Reverdi steigt ein, lotst »Elisabeth« von Paris auf die »schwarze Linie«, die er in ganz Südostasien gezogen hat und die ein blutiges Ritual nach dem anderen ziert.

Dupeyrat recherchiert so im Länderdreick Thailand-Kambodscha-Maylasia und wittert den großen Coup: Was keiner bisher verstanden hat – warum Reverdi seine Opfer ausbluten lässt, was ihn dazu treibt -, wird dem Journalisten immer deutlicher. Und dabei verschwimmt vor seinen Augen, in welcher Gefahr er schwebt. Ein Reverdi hinter Gittern, kurz vor der Hinrichtung, lässt sich nicht so leicht hintergehen. Und die Rache droht blutig zu werden …

Eine latente, brodelnde Spannung 

Obwohl der ganze Plot ein bisschen an den Dialog zwischen Hannibal Lecter und Clarice Starling aus Das Schweigen der Lämmer erinnert – Reverdi ist wie Lecter zwar ein Serienmörder, der vor keiner Abscheulichkeit zurückschreckt, aber eben auch wahnsinnig intelligent – weiß Grangés Das schwarze Blut zu gefallen. Von Kapitel zu Kapitel brodelt eine latente Spannung, die auf ihre Eruption wartet. Ein Thrill, der das Buch zu einer wahrlich ungemütlichen Lektüre werden lässt. Das ist ganz großes Psycho.

Die exotischen Schauplätze, die Dupeyrat bereist, schildert der Franzose in teils wunderschönen Bildern, zeigt Kontraste zwischen dem Tiger-Staat Malaysia und dem arg vom Bürgerkrieg gebeutelten Kambodscha auf, entführt den Leser in den alltäglichen, brutalen Darwinismus eines südostasiatischen Gefängnisses. Das gelingt Grangé äußerst eindrucksvoll und muss herausgehoben werden, gehen diese Darstellungen doch über den eines Durchschnitts-Thrillers meilenweit hinaus.

Schreibt Grangé über sich selbst? 

Auch die Charaktere sind Grangé gut gelungen. Der vom Leben sicherlich nicht verschonte Marc Dupeyrat, der sein Seelenheil im Skandal-Journalismus sucht. Der charmante Serienkiller Reverdi mit einer Biographie, die einen schaudern lässt. Fein gesponnen, gut durchdacht – Das schwarze Blut ist keinesfalls alltäglich und gerade die Parallelen des Journalisten Dupeyrat zum Journalisten Grangé stechen hervor. Beide haben auf ihren Recherchen den halben Erdball bereist und – eine nette Idee – Dupeyrat fängt an, wie sein Erfinder Thriller zu schreiben! Ist der Dupeyrat im Roman gar der Autor des Buches selbst? Der Spiegel, der Grangé den heutigen Journalisten vorhält, wirft jedenfalls ein erschreckendes Bild zurück.

Jean-Christophe Grangé beweist mit Das schwarze Blut jedenfalls, dass er in der Riege der Thriller-Autoren ganz ganz oben mitschreibt. Immer wieder gelingen ihm phantastische Plots, nie wirkt das Ganze eingefahren, routiniert oder findet sich ein Schema F. Psycho-Thrill vom Feinsten. Nur hinterlässt auch Das schwarze Blut wieder einen faden Beigeschmack, wenn sich Grangé auf den letzten Seiten und insbesondere mit dem letzten Kapitel selbst überschlägt und der ein oder andere Salto in der Handlung besser im Kopf des Franzosen als im Roman geblieben wäre. Dennoch: Ein phantastischer Thriller, der über 500 Seiten absolut zu Schaudern lehrt! 

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quequeeg zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 03.08.2011
Ich fand "Das schwarze Blut"nicht schlecht.Die Schauplätze sind wie immer bei Grangé exotisch und in schöner Sprache beschrieben.Das "Ritual" in das man Schritt für Schritt eingeführt wird, erhält die Spannung das Buches über eine Weile aufrecht.Die Charaktere Reverdi und Kadidscha finde ich gelungen.Mark (besser gesagt Marks Vergangenheit), Reverdi in Paris und die ganze Sache in Catania sind dann zuviel!
Da hätte Grangé sich was anderes einfallen lassen sollen.
Aber alles in allem das einzige seiner neueren Werke das nochmals annähernd an die Klasse und Originalität seiner ersten zwei Bücher herankommt.
AM001 zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 11.03.2011
O.K.Kommentar zweiter Teil:Die ersten 203 Seiten sind zum einschlafen, aber ab Seite 204 wird es
stetig besser.Allso durchhalten, es lohnt sich vielleicht doch noch ;-)

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P.S. Wer hat sich denn diese Sache mit der Mindesteingabe von 300 Zeichen einfallen lasse?
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
AM001 zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 10.03.2011
Ich bin noch nicht ganz bis zum Schuß gekommen, aber ich kann jetzt schon sagen das Grangé absolut schon bessere Bücher geschrieben hat. Die ersten 200 Seiten sind sowas von langweilig, dass ich mich wirklich zwingen musste um weiter zu lesen. Das "Herz der Hölle" habe ich aber auch schon an die Seite gelegt und darum lese ich jetzt "Das schwarze Blut" zuende. Was ich langsam auch als total nervend empfinde sind diese ewigen Vergleiche von Stimmungen mit klassischer Musik. Mal ist ja o.k., aber langsam nervt es.

Dabei ist Grangé eigentlich einer lieblings Autoren. Der "Flug der Störche", "Die purpurnen Flüsse", "Das Imperium der Wölfe" und "Choral des Todes" waren wirklich gut.

Eine endgültige Bewertung kann ich noch nicht abgeben, da ich noch nicht ganz bis zum Schluß gekommen bin (mir aber schon denken kann wie es ausgeht). Ob ich das Buch noch einmal kaufen würde! Nach jetztigem Stand glaube ich nicht.
Nicole Z. zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 06.01.2011
Ich liebe dieses Buch "schwarzes Blut"! Es ist nun schon das 3. Buch von ihm, dass ich gelesen habe. Aber von diesem schwarzen Blut, habe ich sogar Albträume bekommen. Ich fand dieses Buch mal wieder außergewöhnlich. Schon allein der Blick in die Seele des Mörders. Auch als der Mörder dann seine Kinderheit erzählte. Gut der Schluss war nicht gut. Das haben hier schon einige geschrieben. Aber dieses Buch könnte man ohne frage als Film veröffentlichen. Auch das Buch"das Herz der Hölle" ist sehr lesenswert.

Ich las auch das Imperium der Wölfe von ihm, aber das war nichts für mich! Das könnte ich keinem empfehlen.

Nun habe ich gestern das neueste Buch von ihm angefangen. Mal sehen wie das ist.!
ria zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 30.11.2010
Ich habe vorher noch nie ein Buch von Grangé gelesen und nach "das schwarze Blut" werde ich auch nie eins lesen!!

Alles ist vorhersehbar und so viele Zufälle wie in diesem Buch gibts nie im Leben.

Ich habe selten so einen schlechten Thriller in den Händen gehabt und habe es nur zu Ende gelesen um zu erfahren ob die Geschichte am Schluss tatsächlich so ausgeht wie ich Sie schon nach der Hälfte des Buches "vorhergesehen" habe.
Susannah zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 02.11.2010
Reportert Dupeyrat sucht die Story seines Lebens. Er sucht das große Geld. Vor allem sucht er aber die Antwort auf die Frage nach dem Sterben. Er will in die Seele eines Mörders blicken, sein Denken verstehen - um seine eigenen Dämonen zu besiegen. Da kommt ihm Jacques Reverdi gerade recht: der Mörder sitzt in Südostasien im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Dupeyrat erfindet eine fiktive Frau, die mit Reverdi in engen Briefkontakt tritt. Doch die Spur, auf die Reverdi seine Elisabeth mitnimmt, geht bald viel tiefer, als Dupeyrat wollte ...

Das kann er besser, der Herr Grangé! Zwar zeichnet sich auch dieses Werk durch eine scharfe Sprache und einen düsteren Blick in die tiefsten Abgründe der Seele aus; doch anders als seine werke "Die purpurnen Flüsse" oder "Der Flug der Störche" bleiben einem die hiesigen Hauptfiguren fremd. Dupeyrat ist zu unsympathisch, zu wahnsinnig, um Zuneigung zu wecken. Diese Distanz führt leider dazu, dass einen das Werk seltsam unberührt lässt. Daran ändert auch der halsbrecherische Schluss nichts, der selbst für Grangé-Verhältnisse spleenig wirkt. Dennoch bekommt das Buch eine gute Bewertung: weil es sich nach wie vor von der großen Masse abhebt und Grangé auch in seinen schwächeren Werken vor allem eines kann: gruseln und erschaudern lassen!
schatzye zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 27.07.2010
Total spannend. Pervers. Ekelhaft.

Ein einfach super gutes Buch! Der Klappentext sagt zwar nicht alles über das Buch aus, aber es ist einfach noch besser!
An manchen Stellen ist das Buch zwar etwas langatmig, aber das muss ja irgendwie auch so sein. Ein Buch, in dem ununterbrochen Spannung ist, wirkt ja noch unrealistischer als Bücher oft sowieso wirken.
FAZIT: Unbedingt lesen und genießen!
Bio-Fan zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 17.11.2009
Grangé hat ja immer ausgefallene Plots und bis auf seine unverständlichen Ausrutscher wie die Herz-Ops im "Flug der Störche" oder das etwas gewagte Ende des "Steinernden Kreises" haben mir seine Romane recht gut gefallen.
Da fällt in meinen Augen "Das schwarze Blut" sehr deutlich ab. Mal abgesehen von der Tatsache, dass der Serienmörder Reverdi fast das ganze Buch über im Knast sitzt und sich nur ein Fernduell mit dem Reporter Dupeyrat liefern kann, besteht gerade dieses Duell (dieser Briefwechsel) aus so hanebüchenem Quatsch, dass man das Buch besser gleich zuklappt. Da soll ein hochintelligenter, mit allen Wassern gewaschener, aber auch ultra mißtrauischer Mann auf so dummes Geschwafel reinfallen. Schon allein die Diskrepanz zwischen schwedischem Namen und maghrebinischem Aussehen
des Lockvogels hätte ihm auffallen müssen, aber nein, er verliebt sich sogar noch in sie- das ist Schmierentheater.
Nimmt man noch den krampfhaften Versuch Grangés dazu, die Morde zu mystifizieren, hat man unterm Strich ein einziges Debakel.

Jean-Christophe, da warste mal besser.
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Christof R. zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 12.10.2009
Da ich nur das sicher stark gekürzte Hörbuch kenne kann ich kein Urteil über den Spannungsbogen des Buchs abgeben. Das Hörbuch selbst war recht spannend, was aber sicher zum großen Teil Joachim Kerzel zu verdanken ist. Die Story ist aber wahrhaft unterirdisch dämlich. Ich habe selten einen derart billigen und unglaubwürdigen Mist gelesen. Der Serienmörder Reverdi besitzt jedenfalls sowohl übermenschliche Kräfte, die Gabe der Allwissenheit und kann offensichtlich auch in die Zukunft sehen. So weiß er z.B. bei seiner Jagd auf Dupeyrat immer schon vorher, wohin dieser als nächstes gehen wird, was schließlich darin gipfelt, daß er ihn in einem Motel bereits erwartet welches dieser spontan und rein zufällig aufsucht. Der lächerliche Schluß wiederum war vom ersten Kapitel an vorhersehbar.
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pfeifer zu »Jean-Christophe Grangé: Das schwarze Blut« 28.07.2009
Habe meinen Sommerurlaub mit Grange verbracht. Erst "Das Herz der Hölle", dann das schwarze Blut". Als Theologie- Experte seit Dan Brown fand ich "Das Herz der Hölle" gut, aber halt ziemlich ausgelutscht. "Das schwarze Blut" jedoch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, es ist halt typisch für Grange, dass er lange Anläufe nimmt, dass bietet aber auch Platz, die handelnden Personen kennen zulernen und selber Spekulationen anzustellen. Das macht für mich den Reiz eines Thrillers aus, 90°!
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