Das Imperium der Wölfe von Jean-Christophe Grangé

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel L´Empire des Loups, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 1990 - 2009.

  • Paris: A. Michel, 2002 unter dem Titel L´Empire des Loups. 456 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2004. Übersetzt von Christiane Landgrebe. ISBN: 3-431-03182-X. 446 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2005. Übersetzt von Christiane Landgrebe. ISBN: 3-404-15411-8. 446 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2009. Übersetzt von Christiane Landgrebe. ISBN: 978-3-404-77345-9. 446 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008. Gesprochen von Joachim Kerzel. ISBN: 3-7857-3525-1. 6 CDs.

'Das Imperium der Wölfe' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Im Pariser Türkenviertel, wo illegal eingeschmuggelte Arbeitskräfte unter unmenschlichen Bedingungen schuften, geschehen drei bestialische Morde. Die Opfer: weiblich, rothaarig, vollschlank – und nicht gemeldet. Die Tat eines wahnsinnigen Serienmörders? Oder stehen die Morde in einem größeren Zusammenhang? Zwischen Paris und Istanbul, zwischen Neurologen, die Experimentiermasse für Gehirnmanipulation suchen und den »Grauen Wölfen«, einer skrupellosen türkischen Mafia-Vereinigung, die kriminelle Geschäfte riesigen Ausmaßes betreibt, bewegt sich Grangés neuer Mega-Thriller – beklemmend nah an der Realität und von haarsträubender Spannung.

Das meint Krimi-Couch.de: »Brutal wie die purpurnen Flüsse, doch bei weitem nicht so fesselnd« 75°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Wie schon in seinem Thriller »Die purpurnen Flüsse« lässt Jean-Christophe Grangé lange Zeit zwei Handlungsstränge unabhängig voneinander nebeneinander verlaufen, um diese erst sehr spät zu vereinen. Gut gemacht, dass er nicht ständig hin und her springt, sondern jeweils lange Abschnitte bringt.

Anna Heymes, die Ehefrau eines hohen Pariser Polizeibeamten, zweifelt an ihrem Verstand. Nicht nur, dass ihr das Gesicht ihres eigenen Mannes zuweilen fremd ist, auch ihr Gedächtnis spielt ihr merkwürdige Streiche. Mit der Erklärung eines Neurologen, dass ein Teil ihres Gehirns nicht mehr richtig arbeitet, gibt sie sich nicht zufrieden. Als sie vermutet, dass man sie manipulieren will, forscht sie nach, ob das Gesicht ihres Mannes chirurgisch verändert wurde. Ihr Schrecken ist groß, als sie entdeckt, dass ihr eigenes Aussehen verändert wurde. Sie muß wissen, was mit ihr passiert ist. Gemeinsam mit der Psychiaterin Mathilde macht sich Anna daran, ihre Vergangenheit zu erforschen.

Bestialische Morde und brutale Polizeibeamte

Im anderen Handlungsstrang werden wir wieder frappand an die »purpurnen Flüsse« erinnert durch bestialische Morde und brutale Polizeibeamte. Im Pariser Türkenghetto wurden innerhalb weniger Monate drei durch Folterungen grausam zugerichtete Frauenleichen gefunden. Alle drei Frauen waren rothaarig und sahen sich ähnlich. Da sie sich illegal in Frankreich aufhielten, wurden sie nicht vermisst und keiner kennt sie. Der junge Polizist Paul Nerteaux wird mit dem Fall betraut. Ohne Zustimmung seiner Vorgesetzten reaktiviert er den als brutal und korrupt bekannten Jean-Louis Schiffer aus dem Ruhestand, der sich im Türkenviertel auskennt wie kein anderer. Die Zusammenarbeit der beiden gestaltet sich schwierig, denn Paul kann sich mit den harten Ermittlungsmethoden seines Kollegen, der gleich das Heft in die Hand nimmt, nicht so recht anfreunden.

Mit dem »Imperium der Wölfe« begibt sich Grangé keinesfalls ins Tierreich. Denn bei den »schwarzen Wölfen« handelt es sich um eine politische Gruppierung in der Türkei, die ihre Ziele mit terroristischen Mitteln zu erreichen versuchen. Grangé versucht, deren Ideologie dem Leser nahe zu bringen, doch tut er sich ein wenig schwer damit. Da Schiffer in der Wahl seiner Mittel wahrlich nicht zimperlich ist, sind die beiden Ermittler schon bald auf der Spur der »schwarzen Wölfe«. Bisher hat die Gruppe wohl dreimal die falsche Frau erwischt, doch wer ist die Frau, die wirklich umgebracht werden soll?

Akribischer Aufbau des Plots, eine meisterhafte Erzählweise

Grangé hat seine Stärken und die liegen im akribischen Aufbau seines Plots und seiner meisterhaften Erzählweise. Der französische Autor vermag mit seinen Worten zu spielen und seinen Protagonisten Tiefgang zu verleihen. Doch konzentriert sich Grangé hier zu wenig auf seine Stärken. Und so geht im Zuge einer bei weitem zu blutrünstigen Handlung zu vieles verloren, was den an sich gut erdachten Plot ausmacht. Das Tempo, was der Autor zu Beginn vorlegt, kann er hier nicht über die gesamte Handlung hinweg halten. Und so geht auch einiges von der gut aufgebauten Spannung verloren, nachdem der Leser die ersten klärenden Zusammenhänge verkraftet hat. Der Showdown in der Türkei ist recht enttäuschend. Überhaupt scheint der Schluß seiner Bücher der Schwachpunkt des Autors zu sein, denn so richtig überzeugen konnte er damit bisher noch nie.

Grangé ist kein Schreiber, der eine Beziehung zwischen dem Leser und seinen Protagonisten aufbaut, obwohl seine Figuren sehr vielschichtig sind und sehr detailliert eingeführt werden. Auch emotional haben sie sehr viel zu bieten. Doch bereits aus früheren Romanen des Autors weiß man, dass man oft nicht allzu lange Gelegenheit hat, sich an seine Protagonisten zu gewöhnen.

Neugier auf unbekannte Handlungsorte und Darsteller

Daß er keinen Serienhelden erdacht hat, gibt Grangé dafür die Gelegenheit, immer wieder völlig unabhängig voneinander neue Ideen für seine Stories zu erarbeiten und dadurch Neugier auf unbekannte Handlungsorte und Darsteller zu schaffen.

Eine raffinierte Story ist ihm auf jeden Fall wieder gelungen und man gewinnt wieder neue Einblicke in die Mentalität eines Volkes, dessen festgefügte Strukturen für Außenstehende nur schwer zu erkennen und fast gar nicht zu durchbrechen sind.

Ihre Meinung zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe«

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JaneM. zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 28.07.2009
Ein Thriller mit Gänsehautgarantie! Etwas schade ich fand ich es, dass die anfangs fesselnde paranoide (oder doch nicht?) Stimmung von Anna später fast ins Abstruse abdriftete. Der Handlungsstrang der Hirnmanipulation ist schon ein bisschen zu abgedreht- und verliert damit, zumindest für mich, auch das Grauen.
Trotzdem ein gutes Buch, das besonders durch die für Grange typische nicht vorhandene Trennung zwischen Gut und Böse besticht.
Rolf.P zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 26.02.2009
Jean-Christophe Grangé sagt auf seiner Homepage "DAS NORMALE BÖSE INTERESSIERT MICH NICHT" und das trifft auf seinen neuen Krimi zu.
Wer "Der Flug der Störche" und "Die Purpurnen Flüsse" gelesen hat, der weiß, dass es wohl kein anderer Autor so gut beherrscht Brutalitäten spannend und ekelerregend zu beschreiben. Wenn es darum geht, den Leser dazu zu bringen, angewidert die Mundwinkel zu verziehen, kann Grangè niemand das Wasser reichen.
Auch in seinen Vorgänger-Romanen sparte Grangé schon nicht mit blutrünstigen Details, allerdings nähert er sich diesmal schon beinahe Brett Easton Ellis`schen Ausmaßen! Ich hatte das Gefühl: jedes Mal ein bisschen mehr! Ob das unbedingt notwendig ist?
Die Spirale von Monstrositäten und Abstrusitäten, die sich allmählich auftun, hat Grangé in meinen Augen dann aber doch stark überdreht, die Handlung weist einige Logiksprünge auf, so manche Entwicklung wirkt stark an den Haaren herbeigezogen, Charakterzeichnung findet hauptsächlich klischeehaft statt, und zum Ende hin wurden eher lieblos Zufälle aneinandergeklatscht.
Unangenehm sind mir in diesem Buch auch die vielen misslungenen Metaphern aufgefallen, die sicher nicht alle auf die Übersetzung zurückzuführen sind, sowie die bei Grangé leider obligatorischen, viel zu detaillierten Gewaltszenen.
Das Buch beginnt fulminant spannend, jedoch hört das bei der Hälfte des Buches auf, weil man sich ab hier den Rest der Handlung leider selber zusammenreimen kann. Das Ende fällt dann leider rasant ab und es werden, für meine Begriffe, langatmige Geschichten erzählt.

Teilweise etwas arg an den Haaren herbei gezogen, aber im Großen und Ganzen ein solider Thriller.
tedesca zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 28.08.2008
Ein superspannender Krimi, düster und gewalttätig, nichts für schwache Nerven. Interessant ist die Darstellung der Pariser Türken-Mafia, die, wie ich gelesen habe, durchaus auf der Realität basiert. Etwas weit hergeholt und sehr vereinfacht erscheint mir hingegen die psychische Manipulation von Anna, da würde wahrscheinlich jeder Wissenschaftler laut aufschreien.

Das Buch bietet immer wieder Überraschungen, mit denen man einfach nicht gerechnet hätte und nimmt laufend neue Wendungen. Die Charaktere sind stark und unabhängig, gewinnen noch mehr durch die wunderbare Stimme von Joachim Kerzel. Etwas ungewohnt ist allerdings der häufige Wechsel der Perspektive. Grangé baut hier über einen längeren Abschnitt (etwa die Hälfte des Buches) Identifikationspersonen auf, die er dann wieder fallen läßt und andere, die zunächst nur in Nebenrollen in Erscheinung traten, ins Rampenlicht rückt.

Ein spannender Thriller, der ja auch hervorragend verfilmt wurde - Jean Reno at his best!
Fatul zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 27.08.2008
Für mich war das der bisher schwächste Grangé. Zwar ist die Erzählweise gewohnt flüssig, aber sowohl die Charaktere als auch die Story haben mich im Laufe des Buches immer weniger angesprochen. Zu den Protagonisten konnte ich überhaupt keine Beziehung aufbauen, die Todesfälle haben mich nicht weiter berührt und der Schlußteil war einfach schwach. Insgesamt für mich nur maximal Durchschnitt
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
frolleinvomamt zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 16.05.2008
Ich fand die erste Hälfte sehr spannend.
Von der Leseerwartung her war klar, dass die beiden Handlungsstränge zusammmengeführt werden müssen, und eben darauf hab ich dann gewartet.
Einige Logikfehler fand ich verzeihlich.
Aber mal wieder passt das Ende nicht zum Rest der Geschichte (hat mich auch bei den "Flüssen" sehr gestört). 90% düster und brutal, am Ende Voodoo.
buchblock.com zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 17.03.2008
2003 kam das Buch „Das Imperium der Wölfe“ in die Buchläden. Es ist das insgesamt vierte Werk vom französischen Journalist und Autor Jean-Christophe Grangé.

Dieses Buch weist zwei intensive Handlungsstränge auf. Der Eröffnende dreht sich um Anna Heymes, eine französische Frau, die in einem Süßwarenhandel als Verkaufskraft arbeitet. Sie ist mit dem im Innenministerium angestellten Laurent Heymes verheiratet. Ein Mann, den sie glaubt, sehr zu lieben. Bis diese Störungen auftreten. Immer öfter überfallen sie Blackouts in denen Anna ihr Mann komplett Fremd ist.

Das Ehepaar sucht einen Spezialisten auf. Doktor Ackermann, ein aus dem Elsass stammender Neurologe, soll sich ihrer annehmen. Er führt einige Tests durch und schlägt letzten Endes eine Gehirnbiopsie vor. Anna findet diese Idee nicht gut. Sie flüchtet und stellt ihrerseits Ermittlungen an. Sie lernt daraufhin eine Psychiaterin kennen, die ihre eigenen Probleme mit sich rumträgt.

Der zweite Handlungsstrang dreht sich um die Serienmorde im 10. Arrondissement von Paris, das auch Klein-Türkei genannt wird Drei Frauen werden getötet und auf bestialische Weise verstümmelt. Das Interessante am Ganzen: Alle Frauen sehen sich ähnlich. Paul Nerteaux nimmt sich diesem Fall an, kommt jedoch nicht weit, wenngleich er Vermutungen hat, die am Ende ihrer Richtigkeit zeugen sollen. Nichtsdestotrotz sucht er Rat beim – eigentlich schon pensionierten – Ex-Polizisten Jean-Louis Schiffer. Er gilt als Experte des 10. Arrondissements.

Dieses Buch beginnt spannend, man will es geradezu verschlingen. Vor allem der Handlungsstrang rund um Anna Heymes ist gut und interessant geschrieben

Dazu geht Grangé sehr genau auf alle wichtigen Personen ein. Paul, der seinen Vater früh verlor und sich schuldig an seinem Tod fühlt. Genau aus diesem Grund schlägt er eine Karriere als Polizist ein. Schiffer, der berühmt, aber auch berüchtigt ist. Ein exzellenter Polizist, der aber selber auch jede Menge Dreck am Stecken hat und nebenbei Türkenfeindlich ist, was Paul missfällt.

Es kommen noch einige Figuren vor, die ebenfalls ihre Geschichte zu erzählen haben.

„Das Imperium der Wölfe“ ist in der dritten Person geschrieben, bis auf ein Kapitel, wo Grangé in die erste Person wechselt. Am Ende des Kapitels erfährt der Leser auch wieso.

Wie erwähnt beginnt das Buch fulminant spannend. Jedoch hört das bei der Hälfte des Buches auf, weil man sich ab hier den Rest der Handlung leider selber zusammenreimen kann. Das Ende fällt dann leider rasant ab und es werden, für meine Begriffe, langatmige Geschichten erzählt.

Dennoch ist dieses Buch empfehlenswert, weil es ein Thriller ist, der wirklich ein Thriller ist. Die Handlung wird detailliert beschrieben, ebenso die Personen und die Umgebung. Dass die Morde für den Leser grauenvoll erscheinen, macht das Buch nur noch besser. Eben ein typischer Grangé.
Sarah zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 11.02.2008
Also ich fand den Krimi eigentlich total spannend.Doch das Ende musste meiner Meinung echt nicht sein.Ich habe mit einem schöneren Ende gerechnet,aber naja ein HappyEnd hätte es nicht sein müssen.
udo knietsch zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 30.12.2007
ich habe diese buch gekauft, weil ich keinen lesestoff hatte. nach den ersten seiten fühlte ich mich an den "pakt der wölfe" und "die purpunen flüsse" einnert.
toll, aber verwirrend geschrieben. dies meine ich, der die woche indestens 500 - 1000 seiten liest, meist aber fantasie oder sf.
brutal, offen, blutig, aber auf der anderen seite auch sentimental und flüssig erzählt.
ich freue mich auf die fernsehübertragung.
gowron zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 30.10.2007
Hallo,

wer "Die purpurnen Flüsse" schon verworren fand, sollte von "Das Imperium der Wölfe" am besten gleich die Finger lassen. Grangé liefert eine Vielzahl von Charakteren, deren Intentionen teilweise bis zum Ende des Werkes nicht wirklich deutlich werden. Zudem baut er eine rekordverdächtige Zahl von unerwarteten Wendungen in die Handlung ein, die stellenweise doch sehr verwirren, auf mich aber vor allem auch manchmal recht unglaubwürdig wirkten.

Grundsätzlich ist die Handlung spannend, wenn auch an vielen Stellen ziemlich brutal und blutig. Das Buch lässt sich flüssig lesen. Wirklich überzeugt hat es mich aber - wie auch die spätere Verfilmung - nicht.

Fazit: Leicht überkonstruierter Thriller, der mit zahlreichen überraschenden Wendungen aufwarten möchte, dabei aber manchmal den Fokus auf das Wesentliche verliert.

Viele Grüße,

Gowron.
Claudinsche zu »Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe« 20.10.2007
Ab und an ziemlich eklig, aber dafür nicht so spannend. Hatte mir mehr von diesem Buch versprochen. Was sich seitenweise manchmal in die Länge zog, waren die sehr detaillierten Erzählungen der Hinrmedizin, wie man was am besten macht und und und . Zum Schluß, finde ich auch, das alles holterdipolter ging. Schade.
Gegen *Flug der Störche* kommt bisher kein anderes Buch von Grangé gegen an.

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