Die Braut im Schnee von Jan Seghers

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Wunderlich.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt, 1990 - 2009.
Folge 2 der Robert-Marthaler-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2005. ISBN: 3805208081. 448 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007. ISBN: 978-3-499-24700-2. 477 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007. ISBN: 978-3-499-24281-6. 477 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2005. Gesprochen von Miroslav Nemec. Regie: Franziska Paesch. 4 CDs.

'Die Braut im Schnee' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Eigentlich sollte der 12. November ein fröhlicher Tag für Kriminalkommissar Robert Marthaler werden, denn nach drei Jahren soll Tereza aus Madrid nach Frankfurt zurückkehren. Am Nachmittag will er sie am Flughafen abholen. Aber gleich morgens wird er an einen Tatort gerufen. Eine junge Frau ist ermordet worden. Der Anblick ihrer Leiche macht es offensichtlich: auf dem Weg zum Tod ist sie durch ein Martyrium gegangen. Marthaler und seine Kollegen sind fassungslos. Und sie ahnen, hier kommen sie mit der üblichen Ermittlungsroutine nicht weiter. Weil das nagelneue Polizeipräsidium in der Adickesallee gerade unter Wasser steht, zieht das Team um Marthaler in ein altes Bürgerhaus um. Zwischen Umzugskisten und fluchenden Möbelpackern müssen sie einen der schwierigsten Fälle der Frankfurter Kriminalgeschichte aufklären. Und Robert Marthaler hat noch ein paar Probleme mehr zu lösen. Über den schrecklichen Frauenmord hat er vergessen, Tereza abzuholen. Nun meldet sie sich nicht bei ihm, ist wie vom Erdboden verschluckt. Seinem Team wird ein junger Polizist zugeteilt, mit dem Marthaler noch eine alte Rechnung offen hat. Und als er auf einer Pressekonferenz einen mehr als berechtigten Wutanfall bekommt, hat das Konsequenzen. Der einzelgängerische, unbequeme Kommissar, der seinem Chef schon lange ein Dorn im Auge war, wird vom Dienst suspendiert …

Das meint Krimi-Couch.de: »Frankfurt zum Zweiten« 86°Treffer

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Krimi-Couch-Volltreffer November 2005

Frankfurt in der Gegenwart: eine Stadt, die in der Kriminalstatistik unseres Landes weit vorne liegt. Jan Seghers alias Matthias Altenburg schickt in seinem zweiten Krimi »Die Braut im Schnee« wieder den etwas kauzigen Mitarbeiter der Frankfurter Kriminalpolizei ins Gefecht, der so manchen Kritiker zu einem Vergleich mit Schwedens größtem Exportschlager Kurt Wallander inspirierte. Ob gerechtfertigt oder nicht, eines haben die beiden gemeinsam: Die Arbeit nimmt soviel Raum ein, dass das Privatleben ein wenig ins Hintertreffen gerät. So vergisst Robert Marthaler glatt, dass er seine Freundin Tereza, die nach drei Jahren aus Madrid zurückkehrt, vom Flughafen abholen wollte.

Der Fall einer toten Zahnärztin kommt ihm dazwischen, die auf eine schamlose Weise vor ihrem Haus quasi in Szene gesetzt wurde. Kampfspuren deuten darauf hin, dass ihr Mörder sie durch das ganze Haus gejagt hat, bevor er sie tötete. Die Suche nach dem Motiv im Leben von Gabriele Hasler verläuft zunächst ergebnislos, die Frau lebte scheinbar recht zurückgezogen und ihr Verlobter, der am Tag nach dem Mord angereist ist, hat ein Alibi.

Marthaler will über das Zahnmedizinische Institut der Uni eine Studienfreundin von ihr ausfindig machen, um mehr über sie zu erfahren. Mehrmals versucht er, Stefanie Wolfram in Darmstadt telefonisch zu erreichen und als in der Wohnung endlich jemand den Hörer abnimmt, hört er Schüsse am anderen Ende der Leitung. Sofort setzt er sich ins Auto und fährt zum Tatort. Es stellt sich jedoch heraus, dass das Opfer nicht die Gesuchte war. Sie hatte ihre Wohnung untervermietet und befindet sich zur Zeit auf einer Weltreise. Aber jemand scheint ihm extrem dicht auf den Fersen zu sein und Stefanie Wolfram scheint etwas zu wissen, was für die Lösung des Falles wichtig sein könnte.

Die Durchleuchtung von einschlägig bekannten Sexualstraftätern bringt den Kommissar und seine Truppe nicht voran, doch sein Chef ist anderer Meinung und hat seinen Verdächtigen schnell gefunden. Bei einer Pressekonferenz kommt es zum Eklat als Marthaler ihm öffentlich widerspricht mit der Konsequenz, dass er beurlaubt wird …

Hier stimmt alles

Ein großes Lob verdient der Autor für seine Darstellung von Robert Marthaler. Schon auf den ersten Seiten ist er einem sofort sympathisch, seine Figur wirkt lebensecht und nah und bei der Schilderung der Charakterzüge wird nicht übertrieben. Man muss den etwas eigensinnigen Typen einfach gern haben. So kann er z.B. dem Neuen Polizeipräsidium gar nichts abgewinnen und bringt seinen Chef dazu, ihn und seine Mitarbeiter als Außenposten in eine alte Villa auszuquartieren, bis die baulichen Missstände im Büro behoben sind.

Der Schreibstil ist, wie im ersten Krimi Ein allzuschönes Mädchen auch, prägnant und eindringlich. Die Sätze sind oft kurz, aber nicht zu kurz, und die Geschichte ist nicht nur gut erzählt, sondern auch sehr gut zu lesen. Wenn ein Buch das Prädikat atmosphärisch dicht verdient, dann gehört »Die Braut im Schnee« eindeutig dazu. Das Buch packt auf eine ruhige Art, anders als ein Thriller. Die Story ist spannend und hat ein überraschendes Ende. Zwar hat man irgendwann eine Vorahnung, doch Jan Seghers gelingt es, dem Leser noch ein Schnippchen zu schlagen.

Die Glaubwürdigkeit wird insgesamt noch durch die stimmige Schilderung von Frankfurt unterstrichen. Liegt es daran, dass ich Frankfurt kenne? Mag sein, aber umso besser vermag ich zu beurteilen, ob es passt. Und das tut es!

Es ist an der Zeit, Abbitte leisten, denn im Nachhinein empfinde ich meine Kritik am ersten Buch von Jan Seghers als etwas zu kleinlich. Die Auflösung hatte die ansonsten gute Beurteilung ein wenig getrübt, was jedoch nun fast vergessen ist: Das Buch hallt nach. Nicht der erste Eindruck zählt, sondern ob man sich nach einem Jahr noch daran erinnert und ob man positiv Gefühle damit verbindet.

Hier stimmt nun alles: Held, Stil, Story, Spannung, Ende. Ich bin mir sicher, ich werde mich auch noch in einem Jahr an dieses Buch erinnern und es mit Freude weiterempfehlen.

Sabine Reiss, November 2005

Ihre Meinung zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee«

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trafik zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 17.02.2016
Auch ich fand den zweiten Band dieser Buchserie ausgezeichnet.
Nachdem ich den ersten Band gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich weiterlesen soll. Aber es hat sich gelohnt.
Natürlich ist der Kommissar gewöhnungsbedürftig. Mit der Zeit wird er ja schon so richtig sympatisch.
Werde den dritten Band sicherlich weiterlesen.
Edith Sprunck zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 17.09.2014
Der Autor nimmt Fahrt auf. Im Gegensatz zum ersten Buch der Serie mit Kommissar Marthaler fand ich diese Folge von Anfang bis Ende spannend und flüssig geschrieben, mit allem, was zu einem guten Krimi dazu gehört. Tote ja, aber wenig Blut, dafür um so mehr Rätsel raten. Und ein Kommissar von der "alten Sorte", umgeben von einem jüngeren, charakterlich bunt gemischten Team.
Begleitet wird die Handlung von einer unaufdringlichen Liebesgeschichte, die sensibel und feinsinnig dargestellt wird.
neuer fan zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 08.03.2014
Nachdem ich das 1. Buch von Jan Seghers "Ein allzu." gelesen hatte, habe ich mich sehr auf "Die Braut." gefreut. Der/die Täter/in war mir leider schon recht früh erahnenderweise bekannt und auch die unprofessionelle Vorgehensweise des Kommissars fand ich sehr schade, da dies - in Wirklichkeit - m. E. so einfach nicht vorkommt. Kein Wunder, dass das Ende so ist, wie es ist. Hmm . das 3. und 4. Buch mit Kommissar Marthaler werde ich im Moment nicht lesen.
Liesel Glaesel zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 17.05.2013
Das Buch ist spannender, als der Titel verspricht. Hatte eigentlich nur mit dem Krimi - lesen angefangen, weil nichts gescheites im Fernsehen war. Konnte das Buch nicht mehr weglegen und habe die Nacht durchgelesen. Kommissar Marthaler und sein Team wächst einem sofort ans Herz - sehr sympathisch - und seine Ermittlungen nachvollziehbar. Locker zu lesen, da er neben "seinem Fall" auch noch seine "private Romanze" in dem Krimi mitbeschrieb und nicht nur "Fakten" für seinen FALL sammelte. Eine gelungene Mischung also. Bin nach diesem ( meinem ersten Krimi von ihm ) ein echter "Jan Seghers" - Fan geworden !
lilalu zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 15.12.2011
In der Schule würde man dem Autor ins Zeugnis schreiben: "Er hat sich sehr bemüht, konnte jedoch trotz aller Anstrengungen den Anforderungen nicht genügen."
Das Buch ist tatsächlich bemüht. Der Autor hat holzschnittartige Sätze, die er immer und immer wieder verwendet. Die Sprache ist unkreativ und abgehackt, dauernd geht es um die persönlichen Befindlichkeiten, Liebesgeschichten oder Ess- und Diätgewohnheiten eines dicklichen Kommissars, der eigentlich ganz sympathisch rüberkommt, letztlich aber schrecklich unprofessionell und psychologisch blind arbeitet. Das schreit teilweise zum Himmel und beleidigt die Intelligenz des Lesers!
Der Täter? Nun ja - der war mir ab Seite 242 bekannt. Und das Buch hat 477 Seiten. Insofern ist es auch mit der Spannung nicht so wahnsinnig weit her. Insgesamt ein gut gemeintes - und über weite Strecken schlecht gemachtes - Buch. Schade!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Thomas Ziebell zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 11.10.2011
Ein klasse Krimi, anspruchslos aber spannend erzählt mit einem menschlichen Protagonisten, von dem man im Buch viel privates erfährt, was dem Roman gut tut. Realistischer Polizeialltag ist es sicher nicht was hier geschildert wird, die Polizei wird wohl kaum ohne Durchsuchungsbefehl in Wohnungen Verdächtiger einbrechen und versuchen allein oder zu zweit Schwerkriminelle zu verfolgen, aber egal. Wers einfach nur unterhaltsam mag sollte, bevor er den xten Schwedenkrimi liest, zugreifen und einen deutschen Autor unterstützen.
Kblitz zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 10.12.2010
Wenn man den ersten Roman gelesen hat,
und mit dem Ermittlerteam vertraut ist, bekommt man Lust auf den nächsten Roman. Man wird nicht enttäuscht. Die Story ist spannend. Auch wenn man im ltzten Viertel ahnen kann, wer der Täter sein kann. Erinnert mich eher an Nesbo als an Mankel. Ich finde dass im Roman auch persöhnliches vorkommen sollte, finde den Kommisar Marthaler sympathisch, da er auch öfter Fehler macht.
Ben zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 24.03.2010
Jan Seghers Marthaler verfügt über einen vorbildlichen Seelenverwandten:
Kurt Wallander.

Dieser Umstand stößt einem zeitweise etwa sauer auf...
Dennoch lassen sich die Romane mit einer gewissen Spannung lesen.
Stellenweise dürfte jedoch ein wenig mehr Tiefgang erlaubt sein...
Das die Vorgehensweisen mit tatsächlicher Polizeiarbeit nichts zu tun haben, stellen wir hinten an-Diese würde die Leser in der Regel eh nicht interessieren..
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 05.09.2009
Viel, viel besser als das "allzu schöne Mädchen"! Diesmal ist der Plot nachvollziehbar, und die Story ist spannend (der "Live-Mord "am Telefon!), die Ermittlungen durchaus realistisch - und Kommissar Marthaler ist eine Hauptfigur, die Appetit auf mehr macht. Daher sehr empfehlenswert, 85 Grad. Freue mich schon auf die Lektüre der "Partitur des Todes".
Taennsche zu »Jan Seghers: Die Braut im Schnee« 24.07.2009
Nachdem ich das Vorgänger-Buch richtig gut fand kam nun das Zweite von Jan Seghers dran. Leider konnte er sein Nieveau nicht halten, Sehr ausuferndes Erzählen von (privaten) Details, die den Text zäh und uninteressant wirken ließen.
Am Anfang des Buches erzielte Jan Seghers eine recht hohe Spannung, leider konnte er diese nicht halten oder in einen "runden" Spannungsaufbau überführen.
Wie ich gerade sehe gibt es bereits ein drittes Buch mit Marthaler, bleibt abzuwarten (und vielleicht auszuprobieren) ob er dabei wieder an Fahrt gewinnt.

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