Madame Terror von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006
unter dem Titel Madame Terror,
deutsche Ausgabe erstmals 2007
bei Piper.
Folge 11 der Coq-Rouge-Serie.
- Stockholm: Piratförlaget, 2006 unter dem Titel Madame Terror. 494 Seiten.
-
München; Zürich: Piper, 2007.
Übersetzt von Katrin Frey.
ISBN:
978-3-492-05109-5. 494 Seiten. -
München; Zürich: Piper, 2009.
Übersetzt von Katrin Frey.
ISBN:
978-3-492-25416-8. 494 Seiten.
'Madame Terror' ist erschienen als
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In Kürze:
Dieser Terrorangriff gegen Israel soll der größte der Weltgeschichte werden – so viel steht fest für die palästinensische Geheimdienstchefin Mouna al Husseini, genannt Madame Terror. Das technische Know-how holt sie sich bei den Russen: Gemeinsam wird ein gigantisches Atom-U-Boot entwickelt, mit dem sich die israelische Flotte ausschalten lässt. Doch auf der »U-1 Jerusalem« prallen die Mentalitäten von russischen und arabischen Besatzungsmitgliedern aufeinander, das Projekt droht zu kippen. Ein Oberbefehlshaber muss her, der weder Araber noch Russe ist. Es kommt nur ein Mann infrage, ein alter Freund von Mouna al Husseini: Carl Hamilton, der unter dem Namen Charles Hamlon seit Jahren inkognito in Kalifornien lebt …
Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Spiel mit großer Politik«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Wer den Klappentext zu Madame Terror für den Piper-Verlag verfasst hat, kann das Buch von Jan Oscar Sverre Lucien Henri Guillou, dass dieser 2006 als elften Band der Coq-Rouge-Serie verfasst hat, mit Sicherheit nicht gelesen haben. Denn Brigadegeneral Mouna al Husseine ist nur stellvertretende Geheimdienstchefin der PLO und als solche dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas direkt unterstellt. Unter ihrer Führung wird in Russland ein U-Boot entwickelt, dass keinerlei Atom-Waffen an Bord hat, allerdings über die beste Technik und die besten Torpedos verfügt, die je in einem U-Boot verfügbar waren. Denn Mouna will keinen Terrorakt setzen, bei dem Privatpersonen zu Schaden kommen könnten, sondern einen kriegerischen Akt gegen die israelische Regierung setzen.
Bei der Rekrutierung des U-Boot-Personals treten allerdings erhebliche Schwierigkeiten auf, weshalb Mouna ihren alten Freund und Weggefährten, den schwedischen Geheimagenten Graf Carl Hamilton alias Coq Rouge aktiviert. Dieser lebt unerkannt in Amerika, wo er durch ein Zeugenschutzprogramm des FBI nach den letzten neun Bänden untertauchen konnte. Hamilton wird zum Vizeadmiral der palästinensischen Flotte befördert und beginnt seine Mannschaft auszuwählen, zu drillen und auf den Weg nach Israel zu führen …
Guillou, der ehemalige Journalist, der wegen Spionage für zehn Monate in einem schwedischen Gefängnis inhaftiert war, spielt in Madame Terror, das von Katrin Frey aus dem Schwedischen übersetzt wurde, große Politik. Auf fast fünfhundert Seiten konfrontiert er seine erfundenen Figuren mit den politischen Machthabern von Wladimir Putin, George W. Bush bis Nelson Mandela und deren persönlichem Dunstkreis. Speziell der amerikanische Präsident und seine Verteidigungsstrategen Dick Cheney und Donald Rumsfeld bekommen hier ordentlich ihr Fett weg, nur Condoleeza Rice darf Hirn und Herz zeigen. Das dabei naturgemäß auch Tony Blair in Mitleidenschaft gezogen wird, darf nicht verwundern, während Putin alles absegnet und nichts weiß, eben ganz der ehemalige KGB-Offizier. Insofern zeigt sich der Autor in seinem Roman deutlich antiamerikanisch und entwickelt durch die Story eher proarabische Sympathien für die palästinensische Autonomieregierung unter Mahmut Abbas.
Dabei muss man jedoch deutlich feststellen, dass die vorliegende Geschichte eine Fiktion des Autors ist, denn ein futuristisches, sowjetisches U-Boot der Kursk-Klasse, das in der Lage wäre, die geschilderten Vorgänge zu absolvieren, gibt es bislang nicht.
Die erste Hälfte des Buches vergeht mit der Rekrutierung des wissenschaftlichen und technischen Personals bis zur Fertigstellung des U-Bootes. Dabei gelingt es dem Autor ganz ausgezeichnet und ohne langweilig zu werden, seine Figuren zu charakterisieren und die Spannung langsam zu steigern. Auch wer die vorangegangenen Bände mit Carl Hamilton noch nicht kennt, wird dabei problemlos in die Materie eingeführt.
Im zweiten Teil des Buches geht es dann richtig zur Sache. Der Leser bekommt packende U-Boot-Action geboten, aber die meiste Spannung entsteht durch die politischen Verwicklungen, in der sich mit Ausnahme der Fern-Ost-Staaten und der südamerikanischen Länder wohl die ganze Welt beteiligt. Natürlich darf auch ein erfundenes Statement von Frau Merkel nicht fehlen.
Guillou, der die Machenschaften der Nachrichtendienste und die Verhältnisse im Mittleren Osten aus eigener Erfahrung kennt, versteht es sprachlich ausgezeichnet, die Sichtweisen zu vermitteln, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass seine Wertschätzung nicht unbedingt der westlichen bzw. israelischen Politik gilt. Die Abgrenzung des Gedankengutes zwischen Terrorakt und kriegerischer Handlung mag durchaus ihre Berechtigung haben, zu verurteilen ist jedoch beides. Doch zur Legitimierung der handelnden Personen in diesem Klassethriller muss der Autor eine solche Unterscheidung treffen.
Grundlegend bekommt man mit Madame Terror eine spannende Agentenstory, weitab von James-Bond-Image oder Dirk-Pitt-Ambiente, die ihren besonderen Reiz aus der Tatsache zieht, dass alles genau so hätte kommen können, hätte Palästina eine Flotte mit einem Vizeadmiral Carl Hamilton und Putin ein U-Boot, wie die U1-Jerusalem.
Wolfgang Weninger, Dezember 2007
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| Ulli-und-keine-5-Tage zu »Jan Guillou: Madame Terror« | 05.10.2010 |
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| Peter Hahn zu »Jan Guillou: Madame Terror« | 14.12.2007 |
| DrWatson zu »Jan Guillou: Madame Terror« | 06.12.2007 |
| günter wagner zu »Jan Guillou: Madame Terror« | 06.12.2007 |

