Das Schweigen von Jan Costin Wagner

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Eichborn.
Ort & Zeit der Handlung: Skandinavien / Finnland / Turku, 1990 - 2009.
Folge 2 der Kimmo-Joentaa-Serie.

  • Frankfurt am Main: Eichborn, 2007. 283 Seiten.
  • München: Goldmann, 2009. ISBN: 978-3-442-45917-9. 283 Seiten.
  • [Hörbuch] Frankfurt am Main: Lido, 2007. Gesprochen von Matthias Brandt. ISBN: 978-3-8218-5457-1. 4 CDs.

'Das Schweigen' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Verbrechen kehrt zurück Ein Mädchen verschwindet – genau an der Stelle, an der vor dreiunddreißig Jahren ein anderes Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Das Verbrechen verstört nicht nur Polizei und Öffentlichkeit, sondern auch einen der beiden damaligen Täter …Niemand weiß besser als Kimmo Joentaa, wie es sich anfühlt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Wenn die Angst der Gewissheit weicht, dass der andere fort ist. Für immer. Deshalb hütet sich der Kriminalkommissar aus Turku davor, den Eltern von Sinikka Vehkasalo zu widersprechen. Ihnen die Hoffnung zu nehmen, dass ihre Tochter noch leben könnte. Auch wenn er es besser weiß. Wissen muss. Denn die Parallelen sind zu offensichtlich. Wenn dreiunddreißig Jahre nach dem ungeklärten Mord an einem jungen Mädchen an genau der gleichen Stelle ein anderes Mädchen unter ähnlichen Umständen verschwindet, muss es einen Zusammenhang geben. Denkt nicht nur Kimmo, sondern auch sein in den Ruhestand verabschiedeter Kollege Ketola. Getrieben von der Hoffnung auf späte Antworten, nimmt er die Fährte seines ungelösten Falles wieder auf. Die beiden damaligen Täter beginnen, sich gegenseitig zu belauern. Und für einen von ihnen wird die Reise in die eigene Vergangenheit eine gnadenlose Auseinandersetzung mit der lange verdrängten Verantwortung... 

Ihre Meinung zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen«

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Peter Faesi zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 23.09.2015
Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, dass auch Krimis Modeströmungen unterliegen. Vergessen wie der Hulahop-Ring sind Conan Doyles Herrenhäuser oder die eingeschneiten Berghütten der Christie. In Mode ist seit längerem die Kombination von aktuellen Verbrechen mit längst verjährten. In diesen Romanen obliegt den Detektiven jeweils eine doppelte Aufgabe: Klärung des aktuellen Falles (nachvollziehbar) und unendlich umfangreiches Stöbern in vergilbten Akten und erst noch in einer Zeit ohne Computer und Internet (unvorstellbar). Wagner schiesst in seinem Roman von 2007 den Vogel ab: 33 Jahre (in Worten: dreiunddreissig) zwischen dem Mord an Pia Lehtinen und dem Verschwinden von Sinnika Vehkasalo! Könnte Wagner nicht stimmungsvoll und spannend schreiben und hätte der Roman nicht am Ende der glücklicherweise nur 280 Seiten Überraschungen zu bieten, wir würden den Autor wegen massloser Zeit-Überdehnung vor Gericht stellen. So aber lesen wir gebannt und interessiert und hoffen einfach, dass als nächstes nicht etwa ein Fall von 2015 mit dem Tod Tutanchamuns 1323 v. Chr. in Verbindung gebracht wird.
Marv zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 22.06.2011
Jan Costin Wagners ‚Das Schweigen‘ ist ein durchweg stimmiger, ruhiger und fesselnder Roman. Er lebt weniger von der Handlung als von der Beschreibung der Figuren. Zum einen von einem ausgeschiedenen Kommissar, der sich von einem ungelösten Fall nicht losmachen kann, von einem aktiven Kommissar, der die Trauer über den Verlust seiner Frau nicht abschütteln kann, von einem Täter, dessen Gewissen ihn nicht loslässt und von der Mutter eines Opfers, die auch 33 Jahre danach keine Ruhe gefunden hat. Das Verschwinden eines jungen Mädchens, genau an der Stelle, an der vor 33 Jahren ein anderes Mädchen ermordet wurde wird zum Auslöser, einer spannenden Geschichte in der die genanten Personen aufeinandertreffen. Das ganze wird von Wagner in einem ruhigen und leisen Stil erzählt, und dennoch ist die Geschichte intensiv, berührt und fesselt den Leser. Ein atmosphärisch dichter Roman, jedoch aufgrund der düsteren melancholischen Grundstimmung eher was für die Wintermonate oder, um einmal einen zutreffenden Klappentext zu zitieren: ‚Ein grandios komponierter Roman über Sühne, Verlust und Verbrechen, ein spannender Krimi und ein literarischer Glücksfall gleichermaßen‘
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Christian zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 28.02.2011
Eismond hatte mein Interesse an Wagner geweckt, und "Das Schweigen" hat meine Erwartungen noch deutlich übertroffen.
Erzählerisch ist das Buch ganz große Klasse, die schnell wechselnden Perspektiven geben dem Leser Einblick in mehrere komplizierte, höchst interessante Personen. Den beiden hauptsächlich ermittelnden Kommissaren kommt man sehr nah (für die Person des Kimmo ist es sehr vorteilhaft, auch Eismond gelesen zu haben). Die "Täter" und ihr Umfeld bekommen ebenfalls ein klares Profil, das auf völlig unterschiedliche Art auch die psychischen Probleme beschreibt, die mit Verarbeitung/Verdrängung der Taten einher geht. Und nicht zuletzt sind auch die "Opfer" bzw. die ihnen nahe stehenden Personen so dargestellt, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann.
Dass sich der klassische Krimi-Plot nach und nach auflöst, kommt der Qualität der Erzählung ebenso zugute, wie die Tatsache, dass am Ende eben nicht die absolute Gerechtigkeit steht. Der Ausgang der Geschichte hinterlässt beim Leser ambivalente Gefühle. Leichte Kost ist es auch deshalb sicher nicht.
Für all das braucht Wagner für das alles nicht einmal 300 Seiten, so dass der Roman an keiner Stelle langatmig wird und durchaus an einem Tag verschlungen werden kann.
mylo zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 26.01.2010
Es ist mein zweites und mit Sicherheit nicht letztes Buch von Jan Costin Wagner. Es ist das zweite der Kimmo Joentaa Reihe und hat mir fast noch besser gefallen wie Eismond. Hier wird Spannung sehr gut geschrieben mit immer wieder interessanten Personen. Der inzwischen pensionierte Ketola kommt einem erst jetzt so richtig nahe.
Ein deutscher Autor mit finnischen Romanen - mir gefällt’s, lest selbst, ich gebe diesmal sogar 90 Punkte.
A-Long-Way-Down zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 21.12.2009
"Das Schweigen" ist nach "Eismond" mein zweites Buch von Jan Costin Wagner und meine Begeisterung aus dem ersten Fall von Kimmo Joentaa wurde hier noch mal gesteigert.
Hier stimmt nicht nur die Story mit all seinen Rätseln und seiner Spannung. Bei Jan Costin Wagner bekommen die einzelnen Charaktere einen solchen "Tiefgang", dass es einfach unheimlich Spass macht an dieser Reihe weiterzulesen.

Das Buch ist als ganzes zwar äußerst melancholisch und insbesondere die Trauer von Polizeiinspektor Kimmo Joentaa um seine verstorbene Frau erzeugt doch sehr viel Schwermut, aber wem beispielsweise Kurt Wallender gefallen hat, der oder die wird sicherlich aus dieses Buch gerne lesen.
schalk zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 08.10.2009
An die unterkühlte Erzählweise muss man sich gewöhnen ( ich wollte nach dem Prolog schon aufgeben ), aber wenn man sich drauf einlässt ( hab ich dann getan ), wird man richtig gut und faszinierend unterhalten. Dies ist ein sehr gelungenes Beispiel, wenn man den Unterschied erklären will zwischen einem buch, das bereits in deutsch verfasst und einer Übersetzung aus dem englischen.

wunderbar...
buchente zu »Jan Costin Wagner: Das Schweigen« 21.08.2007
Mein erstes aber definitiv nicht letztes Buch von Jan C. Wagner. Bei der Buchbestellung zeigte sich die Fachkraft des Buchhandels skeptisch, ich jedoch erfreute mich beim lesen einer jeden Seite.
Dieses Buch kann ich nur wärmstens empfehlen, es ist dermaßen beeindruckend geschrieben und erzählt eine Geschichte, deren Inhalt den geneigten Leser von Seite zu Seite neu überrascht und neu fesselt.

Wahrlich ein reines empfehlenswertes Lesevergnügen!
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