Ausgesetzt von James W. Nichol

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Midnight Cab, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Kanada / Ontario / Toronto, 1990 - 2009.

  • Edinburgh: Canongate, 2003 unter dem Titel Midnight Cab. 432 Seiten.
  • München: Knaur, 2005. Übersetzt von Silvia Visintini. ISBN: 3-426-62828-7. 432 Seiten.
  • München: Knaur, 2006. Übersetzt von Silvia Visintini. ISBN: 978-3-426-63421-9. 426 Seiten.
  • München: Knaur, 2011. Übersetzt von Silvia Visintini. ISBN: 978-3-426-50880-0. 426 Seiten.

'Ausgesetzt' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Neben einer Landstraße in Ontario wird ein dreijähriger Junge ausgesetzt. Seine Mutter flüstert ihm noch zu, sich an einem Zaun gut festzuhalten – doch sie kehrt nie zurück. Mit neunzehn weiß Walker Devereaux immer noch nicht, wer er eigentlich ist. Außer einem Foto von zwei Mädchen und dem Brief eines Teenagers, die man damals in seiner Jackentasche fand, hat er keine Anhaltspunkte. Aber er gibt nicht auf. Walker will das Rätsel um seine Familie lösen – und kreuzt den Weg eines mörderischen Psychopathen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein gelungenes Thriller-Debüt« 82°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Es wird Zeit, in die Stadt zu ziehen, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Walker Devereaux, vor sechzehn Jahren an einer Landstraße ausgesetzt, hofft das Rätsel seiner Herkunft ergründen zu können. Er mietet sich in der Großstadt ein, nimmt einen Job als Taxifahrer an und beginnt seine Recherchen, denen nur ein Foto von zwei Mädchen und ein Brief zu Grunde liegen. Die im Rollstuhl sitzende Krista betreut den Taxifunk. Walker und Krista kommen sich näher und gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf, die durch einen Einbruch in Walkers Appartement und dem Diebstahl der einzigen Unterlagen gestört werden.

Bald weiß Walker zumindest den Familiennamen seiner vermeintlichen Eltern und er findet auch das Sommerquartier, an dem damals . …

Parallel dazu erzählt der Autor die Geschichte vom kleinen Bobby. Der Junge ist ein wenig seltsam im Kopf. Und im Zuge seiner pubertären Entwicklung bekommt er abartige sexuelle Phantasie, denen zu Folge er nichts Besseres zu tun hat, als andere Jungs zu malträtieren, um damit bei seinem Vater Aufmerksamkeit zu erregen. Auch wenn er dazu einen Jungen am nächsten Baum aufknüpfen muss und ihm die Bauchdecke aufschlitzt, bis die Gedärme heraus hängen . …

Walker verbeißt sich auf Teufel komm raus in seine Fantasien rund um seine Herkunft. Und dabei stört er die Kreise derjenigen empfindlich, die seine Vergangenheit und die Vergangenheit des perversen Bobby am Liebsten vergessen hätten.

James W. Nichol hat sein Thrillerdebüt »Ausgesetzt« nach einem der erfolgreichsten Hörspiele des kanadischen Rundfunks entwickelt und wurde dafür zum Crime Writer of Canada 2004 ernannt. Auf 427 Seiten hat der Knaur Taschenbuchverlag diese absonderliche Geschichte veröffentlich, bei der ein Waisenknabe nichts unversucht lässt, um hinter die Geheimnisse seiner Herkunft zu kommen.

Dieses Buch bietet von der ersten Seite an Spannung und das vor allem deshalb, weil Mr. Nichol zwei Handlungen parallel in kleinen Sequenzen ablaufen lässt, die sich für den Leser erkennbar ineinander verschlingen, für die handelnden Personen aber die meiste Zeit ein Rätsel bleiben. Und obwohl alles so offensichtlich zusammen läuft, hat James W. Nichol doch noch den einen oder anderen Überraschungspunkt inkludiert, damit die Suche nach dem Wer und Warum nicht langweilig wird.

In der Übersetzung von Silvia Visintini gibt es keine großen Schörkel. Der Psychothriller ist in reichlich kalter Manier erzählt, nur wenn Walker sich seiner behinderten Freundin nähert, kommt so etwas wie Wärme auf, allerdings nicht für lange Zeit. Abgesehen davon, dass sich solche Zustände hierzulande kaum ereignen könnten, spürt man zwischen den Zeilen deutlich die Weitläufigkeit der kanadischen Natur und die Trostlosigkeit der Großstadt, in die es Walker Devereaux verstößt. Die Beharrlichkeit des jungendlichen Helden und die beinharte Realität des Killers treffen nach langen Irrwegen aufeinander, wobei der Showdown nicht unbedingt das Highlight dieses Romans ist.

Grundsätzlich kann man für »Ausgesetzt« von James W. Nichol jederzeit eine Leseempfehlung vergeben. Das Buch ist reichlich spannend, hat eine Handlung, die nicht alltäglich ist, und kann mit seinem flüssigen Lesestils mit anderen Neuerscheinungen durchaus mithalten. Für ein Debüt im Krimibereich darf man den Psychothriller als gelungen bezeichnen und auf das nächste Werk von Mr. James W. Nichol gespannt sein.

Ihre Meinung zu »James W. Nichol: Ausgesetzt«

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Jai79 zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 09.10.2012
Die ersten zwei Drittel des Buches waren gut, wenn auch nie wirklich spannend. Dann wird alles immer etwas langfädiger, es kommen immer wieder völlig überflüssige Passagen vor und das Ende ist dann völlig unglaubwürdig. Aus dem Stoff hätte man mehr machen können. Ein Buch, das man durchaus lesen kann, aber sicher kein Muss.
Eckhard Siegert zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 23.02.2012
Ein sehr spannender Krimi, den ich als hörbuch kenne. Sehr gut die parallel erzählte Geschichte in Gegenwart und Vergangenheit. Auch Walkers Beziehung zu Christa wird behutsam erzählt. Doch immer wenn es zur Sache gehen soll, passiert etwas. Auch ich finde die Aussage problematisch, wie es sein kann, dass Walker sich in eine Behinderte verliebt.
Solche Einstellung ist sehr schlimm! Worüber sich Walker aber klar sein sollte, Krista ist sieben Jahre älter als er. Ob das eine Basis für eine dauerhafte Beziehung ist sei dahingestellt. In jungen Jahren geht das noch, aber wenn er 35 ist, ist sie schon 42. Doch ich schweife vom Roman ab. Lesen oder hören, es lohnt sich!
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
DocSnyder zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 16.02.2012
In den Bobby-Passagen hieß der junge Robert immer Bobby, in den Walker-Passagen, die ja chronologisch später spielen, heißt er Robert. Bobby ist im englischen ein Diminutiv des Namens Robert.

Der Kommentar weiter oben "Verstehe nicht wie Walker auf eine Behinderte stehen konnte" ist wohl selten dämlich. Unglaublich, so eine Äußerung.
littlemoondog zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 15.01.2012
ja die geschmäcker sind halt verschieden - wie aus den vorangegangenen kommentaren zu entnehmen ist-hier wird immer das haar in der suppe gesucht und wenn s gefunden wurde wird analysiert von wem es stammt und warum es ausgerechnet in diesem suppenteller gelandet ist. über das ende läßt sich ja streiten-doch wer ist schon mit dem ausgang einer story einverstanden-einfach guter lesestoff!
Alexander Wolf zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 27.11.2010
Ich fand das Hörbuch sehr gut! Es ist eine gut gelungene Verbindung zwischen einem Thriller und Lebensgeschichte. Ein schönes Buch über Freundschaft. Bei mir sind die handelnden Personen lebendig geworden. Gut fand ich die Zeitsprünge und die Erzählweise aus den Augen der verschiedenen Perspektiven.Toll!!!
Franziii zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 23.09.2010
Ich lese sehr viel & qerne...
Hab mir das Buch am Montaq schicken lassen von Weltbild. ich hab noch ein anderes bestellt "Die Therapie" aber das war vom Titel nicht so interessant wie dieses...
ich muss ehrlich saqen, dass ich selten mich in personen versetzen kann, von denen etwas in einem buch handelt.. aber diesmal war es echt so, dass ich richtiq mitfühlte& es so war, als ob ich unsichtabr wäre & in diesem buch qelandet wäre... :D

hab auch qleich mit dem Lesen anqefanqen & kam qar nicht mehr los von diesem Buch.
meine Freundinnen wunderten sich schon, denn es kam selten vor, das ich in den pausen weiter von meinen Büchern laß. aber bei diesem, musste es einfach sein.
Also spannunq pur.

Also an alle Lesefreaks :

Wenn ihr dieses Buch ließt, wärdet ihr euch über diese phantastische Spannunq wundern die es nur zu selten in Büchern qibt.
& viel spaß beim Rätseln
:)
eddyfine zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 08.06.2010
Sehr spannend, etwas krank für meinen geschmack. Das ende zu brutal, auch wenn ich nicht auf happyends stehe. War mir nicht sicher, ob ich das audiobook zu ende gehört habe. Verstehe nicht, wie walker auf ne behinderte stehen konnte. Möchte eigentlich solche romane meiden, da sie mich zu sehr belasten, den jungen mochte ich sehr.
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treehunter zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 26.05.2010
Hallo Caroline,
weiss ja nicht was du gehört hast, aber ich lese siet gut 30Jahren Thriller etc. Da ich viel im Auto unterwegs bin zum Teil auch als Hörbuch (und da ist einiger mIst auf den MArkt geschmissen worden...).Dieses Hörbuch hat mich umgehauen, die Story, die Haupt/Nebenpersonen, Erzählstränge...
Die Fahrt ist noch nie so schnell vergangen, habe bis zum letzten Wort mitgelitten.

Endlich mal ein Lichtblick, gerade auch in der Hörbuchlandschaft
Caroline zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 01.04.2010
Ich habe mir dieses Buch als Hörbuch zugelegt und hatte mir vorgenommen jeden Abend im Bett eine CD zu hören. Bin zur Zeit bei der vierten CD angekommen (von 8) und bisher schlief ich vor lauter Langweile immer vorzeitig ein.
Dies ist mir eigentlich noch bei keinem Hörbuch passiert und das heißt doch schon alles... Ich weiß nicht, wo in diesem Buch die Spannung liegen soll!
Aber ich gebe nicht auf und werde es bis zum Schluß anhören. Bis jetzt auf keinen Fall empfehlenswert.
Dürsin Kurt zu »James W. Nichol: Ausgesetzt« 16.10.2009
Es tut mir leid, vlt. liegt es auch an der Übersetzung ins Deutsche das ich diesem Buch nichts abgewinnen kann. Das Ende ist zu Plump zu schnell und einfach zu ersichtlich. Ich muss sagen, das mich der Autor an der Stelle zum Stutzen brachte als er dem Leser das Inzest-Thema aufs Auge drücken wollte, da hab ich für 20 Seiten das Buch spannend gefunden, aber sofort die Idee als "Falschen 50er" enttarnen können.

Irgendwie ist es ein Dilemma wenn man heut zu Tage beim Lesen mit denkt, die einzigen Autoren die mich bisher "Hinters Licht führen konnten", waren Val Mc Dermid in Echo einer Winternacht, Joy Fielding in Schlaf nicht wenn es dunkel wird, und Fitzek in seinen ersten 3 Büchern, auch Seelenbrecher fand ich gut, aber das Ende von Splitter war nach so einem rasanten und Spannenden Buch einfach zu Plump, naja ich will hier ja keine Buchempfehlungen abgeben das machen die Authoren hier schon ganz gut.

Der HAndlungsstrang um die an den Rollstuhl gefesselte Schönheit und den Hauptdarsteller ist ja noch erträglich, aber das ganze Drumherum was das Buch ausmacht, zog sich einfach nur wie Gummi.

Für mich hätten die unzähligen Bäume für diesen Buchdruck, definitiv nicht sterben müssen.

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