Die Wiege des Bösen von James Patterson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Cradle and all, deutsche Ausgabe erstmals 2000 bei Bechtermünz.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.

  • Boston: Little, Brown and Co., 2000 unter dem Titel Cradle and all. 325 Seiten.
  • Augsburg: Bechtermünz, 2000. ISBN: 3828968929. 333 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2001. Übersetzt von Karin Meddekis. ISBN: 3-404-14504-6. 350 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2006. ISBN: 978-3-404-77060-1. 332 Seiten.

'Die Wiege des Bösen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Mit diesem religiösen Thriller dringt Patterson in das Territorium von William Peter Blatty vor, dem Autor des Kultromans »Der Exorzist«. Und der Teufel tritt auch höchst persönlich auf – vielleicht nicht ganz sichtbar, aber immerhin. Diesmal geht es wieder um junge Frauen, genauer: Jungfrauen, die wie weiland Maria von Nazareth ohne Anlass schwanger geworden sind.

Das meint Krimi-Couch.de: »Armageddon mit Jungfrauen« 65°

Krimi-Rezension von Michael Matzer

In einer Frauenklinik in einem heruntergekommenen Vorort Bostons schneidet sich die 16-jährige Kathleen Beavier die Pulsadern auf. Sie stammt aus einer reichen Familie, die einen kleinen Palast in Neuengland bewohnt. Kathy kam in die Frauenklinik, um abzutreiben. Sie ist schwanger, aber sie weiß nicht, von wem. Doch eine innere Stimme bringt sie dazu, sich die Adern zu öffnen. Zum Glück wird sie rechtzeitig gefunden. Die innere Stimme – sie stellt sich im Laufe der Geschichte als die des Teufels heraus – ist nicht an Kathy interessiert, außer an ihrer Rolle als Trägerin eines Kindes: Ist es der Sohn des Teufels?

Mit Schrecken vernimmt die katholische Kirche in Gestalt des Papstes, dass auch in Irland eine Jungfrau schwanger geworden ist. Colleen ist erst 14 Jahre alt, sie sieht sich in ihrem Hinterwäldlerdorf in Connemara den Verhöhnungen und Belästigungen ihrer Altersgenossen ausgesetzt. Doch immer, wenn ihr ernste Gefahr droht, tauchen Vögel auf, die sie beschützen. Colleen ist sich sicher, dass sie den Sohn Gottes empfangen hat. Auch sie kann sich nicht erinnern, wie sie schwanger geworden sein soll.

All dies wurde längst prophezeit. Papst Pius eröffnet dem erschütterten Chefermittler der Glaubenskongregation, Pater Rosetti, dass bereits im Jahre 1917 im dritten Wunder von Fatima vorausgesagt wurde, dass dereinst zwei Jungfrauen erscheinen würden, von denen eine den Sohn des Erlösers (=Jesus) und eine den Sohn Satans gebären würde. Kurz davor würde die Welt am Rande des Untergangs stehen. Und in der Tat breiten sich unbekämpfbare Seuchen in allen Weltregionen aus: Das Ende ist offenbar nahe.

Die lebenswichtige Frage, die sich Pater Rosetti nun stellt, ist: Welche der beiden Jungfrauen wird den Erlöser und welche den Teufel gebären? Viel Zeit bleibt nicht, denn beide sind bereits im achten Monat. Schon versammeln sich die von den Medien unterrichteten Menschenmassen zu zehntausenden vor den Kirchen der Welt. Der altersschwache Papst Pius stirbt – ein düsteres Omen.

Rosetti hat ein schweres Amt übernommen. Es wird nicht gerade leichter, als ihn eine offenbar allgegenwärtige, aber unsichtbare Präsenz niederstreckt und ihm grausame Drohungen einflüstert. Doch Rosetti steht nicht allein. Der Kardinal von Boston stellt ihm die Privatdetektivin Anne, eine ehemalige Dominikanernonne, zur Seite. (Wir lesen den Roman aus ihrer Ich-Perspektive.) Und da ist noch der tapfere, männlich-schöne Priester Justin O´Carroll, für den Anne einiges empfindet, den sie aber wegen seines Keuschheitsgelübdes weder seelisch noch körperlich lieben darf. (Nun, das gibt sich.)

Am Tag, als die beiden Jungfrauen zur gleichen Stunde niederkommen sollen, überschlagen sich die Ereignisse. Rosetti weilt mit Justin bei Colleeen in Irland, Anne steht Kathleen in einem Hospital des Vatikans zur Seite. Die Welt der Gläubigen hält den Atem an: Was werden die Geburten bringen? Den Untergang der Welt oder die Erlösung von den wütenden Seuchen?

Ich werde mich hüten, hier irgendwelche Details zu verraten. Auf jeden Fall darf der Leser mit einigen Überraschungen rechnen. Jeder ist selbst schuld, der die letzten Seiten zuerst liest.

Diese Kombination aus »Der Exorzist«, Dean Koontz und Endzeitstimmung mag zunächst die gläubigen Anhänger von Rationalismus und Wissenschaft ein wenig vor den Kopf stoßen. Aber man sollte verschiedene Tatsachen bedenken, bevor man das Buch als Fastfood-Horror verdammt.

Mit dem Papst geht es zu Ende. Mittlerweile 80 Jahre alt und ein Vierteljahrhundert im Amt, ist Johannes Paul II so schwach, dass er an Ostern 2001 nicht mehr sämtliche Aufgaben des Nachfolgers Petri übernehmen konnte. Er selbst erwartet sein baldiges Ableben, wie die Tatsache zeigt, dass er in den letzten Jahren rund 90 Prozent aller seinen Nachfolger wählenden Kardinäle selbst ernannt hat, davon ein Dutzend in den letzten Monaten. Er selbst hat außerdem das dritte Wunder von Fatima und dessen Voraussagen veröffentlichen lassen. Und Sekten in aller Welt erwarten eine Zeitenwende, wenn nicht sogar den Tag des Jüngsten Gerichts.

All dies dürfte nicht nur für amerikanische Leser im sogenannten Bibelgürtel des Mittelwestens von hohem Interesse sein. Patterson stellt auch wissenschaftsgläubige Leser auf die Probe: Welche Erklärungen haben sie parat, falls wirklich schwangere Jungfrauen auftauchen sollten? Durch rationale Erklärungen, auf die vor allem Anne stößt, stellt er diese Leser sogar zufrieden.

Patterson liefert also ein auf den ersten Blick unterhaltsames Garn, das allerdings für viele Leser von Brisanz sein kann. Das Thema steht in einer Reihe mit den Gentechnik-Thema in »Wenn der Wind dich trägt«. Und es ist sicherlich berechtigt, einen Patterson über Kloning zu erwarten. Aber vielleicht lässt sich ja bereits »Wiege des Bösen« als eine Verarbeitung des Themas Kloning betrachten?

Mir persönlich gefallen Pattersons Romane um den Washingtoner Kommissar und Polizeipsychologen Alex Cross besser. Hier gibt es eine Entwicklung des Helden und seiner Familie. Und es gibt immer eine Handlung, die sich mit den besten Thrillern messen kann. Beispiele gefällig? Wenn Mäuse Katzen jagen, Denn zum Küssen sind sie da und Sonne, Mond und Sterne sowie »Pop goes the weasel«. Hier kritisiert Patterson aktuelle Mißstände in der Verbrechensbekämpfung in der amerikanischen Hauptstadt. Und das hat wesentlich mehr Hand und Fuß als eine Story über den Jüngsten Tag.

Ihre Meinung zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

welter wolfgang zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 08.05.2016
hallo liebe patterson lesermir gefallen die alex cross thriller auch besser wie lindsay oder was er sonst noch auf den markt gebracht hat , aaaber wenn ich nicht "die wiege des bösen " und "der tag an dem der wind dich trägt "als erste bücher von ihm gelesen hätte wären alle anderen nicht in meinem bücheregal .super spannend geschrieben,ständige ortswechsel ich habe die bücher nahezu verschlungen .für mich der beste krimiautor seinerzeit .
Petra Nitz zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 13.08.2012
Ich habe das Buch gerade zu Ende gelesen und stand laufend unter Spannung. Habe mich immer geärgert, wenn ich aufhören mußte, da die Arbeit rief. Aber deshalb schreibe ich nicht. Mir fiel in dem Buch auf, daß Papst Benedikt XVI auch eine Rolle spielte. Zwar nur so am Rande, aber immerhin.
Das Buch wurde im Original 2000 herausgegeben und 2001 in Deutscher Erstauflage. Papst Benedikt XVI wurde aber erst 2005 gewählt. Wie kann das sein? Steckt da doch der Teufel im Detail?
caterina zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 30.01.2010
Ich mag Horror bücher besonders Steven King aber James Patterson, seine art zu schreiben ist Spannend, Kribbelnt und Herzklopfen. Er bringt mich dazu mein buch nicht weg zu legen und das ich wenn ich arbeite immer an das buch denken muss wie es weiter geht, echt super.Ich glaube er hat einen neuen Fan! Danke für so viel spass wie ich habe wenn ich jetzt Lese!
Das buch ist sehr gut und es lohnt sich das zu kaufen und mit neugier zu lesen.
Henriette zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 25.11.2009
Anne Fitzgerald, ehemals Nonne der katholischen Kirche, ist jetzt Privatdetektivin. Sie wird von der katholischen Kirche beauftrag, sich um ein 16 – jähriges Mädchen zu kümmern, die jungfräulich schwanger ist. Sie trifft auf Nicholas Rosetti, einem Mitarbeiter des Vatikans. Er weiß von einer Prophezeiung, dass es zwei Jungfrauen geben soll, die schwanger sind. Und tatsächlich gibt es ein Mädchen in Amerika und eines in Irland, beides Jungfrauen und beide sind schwanger. Es stellt sich heraus, dass es in der Prophezeiung heißt, dass es ein Kind Gottes und eines des Teufels ist. Bloß welches ist welches? Woran erkennen und wer kann es erkennen? Und es kommt alles anders als gedacht.

James Patterson hat hier einen sehr außergewöhnlichen Krimi geschaffen. Es geht hier nicht um Mord, sondern ums Mystische, um Glauben.
Der Schreibstil ist wunderbar, fesselnd. Die Geschichte war so spannend, dass ich Schwierigkeiten hatte, das Buch aus der Hand zu legen. Alles in allem finde ich den Thriller sehr gelungen, da es thematisch auch mal etwas anderes war.
Sanne zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 23.03.2009
Ich liebe James Patterson Bücher und kann einfach nicht genug davon kriegen. Jetzt lese ich gerade die Wiege des Bösen und es ist wirklich das erste Buch durch das ich mich durchquälen muss. Aber ich freu mich trotzdem schon auf das nächste Buch "Die 6. Geisel" von ihm, denn das wartet schon auf mich.
Andy zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 28.07.2008
Ich fand das Buch KLASSE !

Ein richtig schön geschriebener Fantasy-Grusel Roman

Würde sehr gerne die Fortsetzung lesen, denn da MUSS ja noch was kommen.

Weiß leider nicht, ob es einen 2. Teil gibt! Kann mir hier vielleicht jemand helfen ?
Kerstin zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 21.04.2008
Der ewige Kampf des Teufels mit Gott und viele Priester und Gläubige, die herausfinden sollen, welche Jungfrau das heilige und welche das teuflische Kind zur Welt bringen wird ... Keine so leichte Aufgabe, aber einer weiß dennoch schon Bescheid. Aber der Teufel mischt auch gerne mit – kurzum, seien Sie gläubig und wünschen Sie sich besser nichts!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Julchn93 zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 21.09.2007
Ich finde das buch richtig interresant genau wie das Buch "der tag an dem der wind dich trägt" ebenfalls von James Patterson. Wie heisst der zweite TeiL? ich würde gerne lesen wie es weitergeht
Tanja zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 23.01.2007
Ich finde dieses Buch absolut faszinierend.. das ende ist ein Wahnsinn.. Ich konnte nicht mehr aufhjören zu lesen. ich las es während einer langen Autofahrt und war binnen 1 1/2 Tagen fertig.... ich kann es nur empfehlen
Carina zu »James Patterson: Die Wiege des Bösen« 11.06.2006
also, ich finde das buch echt klasse! Es ist eigentlich relativ leicht zu verstehen und sooo religiös ist das buch nun auch wieder nicht! aufjedenfall war das buch erste klasse!

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 31.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Wiege des Bösen

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: