Eifel-Träume von Jacques Berndorf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Eifel, 1990 - 2009.
Folge 15 der Siggi-Baumeister-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2004. ISBN: 3-89425-295-2. 314 Seiten.
  • [Hörbuch] Frankfurt am Main: Lido, 2005. Gesprochen von Claudia Amm & Günter Lamprecht Dietmar Bär. gekürzte szenische Lesung. ISBN: 3-8218-5398-0. 3 CDs.

'Eifel-Träume' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Schwere Turbulenzen in der Eifel: Der Tod der zwölfjährigen Annegret lässt das kleine Städtchen Hildenberg zu einem Hexenkessel werden. Kriminalrat a. D. Rodenstock möchte dem Mordermittler Kischkewitz helfen, der heftig gemobbt wird. Zunächst finden Rodenstock, seine Lebensgefährtin Emma und der Journalist Siggi Baumeister aber nur unliebsame Wahrheiten, die niemand wissen will. Ein Ortsbürgermeister gerät schließlich ins Fadenkreuz der Ermittlungen, gleichzeitig tauchen Gerüchte über schwarze Messen auf – die Sache wird immer unübersichtlicher. Als der Täter schließlich gestellt wird, sind alle sprachlos vor Verwunderung – die Lösung war eigentlich so einfach …

Das meint Krimi-Couch.de: »Berndorf und Baumeister in Höchstform!« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Mittlerweile dürfte sich auch in Gegenden außerhalb der Eifel herumgesprochen haben, dass Berndorfs Eifel-Krimis mit dem Journalisten Siggi Baumeister als Protagonisten absoluten Kult-Status gewonnen haben. Mit »Eifel-Träume« legt der Autor den mittlerweile zwölften Band der Reihe vor, der wie fast immer in Baumeisters Garten beginnt, und der Leser erlebt einen Baumeister, der zunächst mal aus seiner Lethergie erwachen muß, um dann aber zu Höchstform aufzulaufen.

Ein Kindermord ist Gesprächsthema Nummer 1 in der Eifel, und Siggi Baumeister hat noch nichts davon gehört, denn er beteiligt sich zur Zeit nicht am Leben. Dieses für einen Journalisten unwürdige Verhalten ändert sich, als Freund Rodenstock ihm mal wieder die Leviten liest und er gleichzeitig von seinem Hamburger Magazin den Auftrag erhält, eine Story über den Kindermord zu schreiben.

Erstmals kann man die Eifel-Landkarte getrost zur Seite legen, denn als Tatort für das sensible Thema hat Berndorf den fiktiven Ort Hildenstein gewählt, und so muß man nicht wie gewohnt die minutiös geschilderten Fahrwege Baumeisters mit dem Finger auf dem Plan verfolgen. Die 13-jährige Annegret ist nicht wie üblich von der Schule heimgekommen und wird drei Tage später in einem Gebüsch unweit des Elternhauses erschlagen aufgefunden.

Was sich die Polizei im Verlauf der Ermittlungen an Fehlern und Pannen leistet, das geht nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut. Kischkewitz, Leiter der Mordkommission und Freund Baumeisters, wird das Leben schwer gemacht von einem Kollegen, der auf seinen Posten aus ist. Dieser lässt die Leiche abtransportieren, bevor die Spurensicherung da ist, was Kischkewitz zu einem Zornesausbruch veranlasst. Doch nicht nur das: ein Bestattungsunternehmen duscht die Leiche noch säuberlich ab, bevor sie in die Gerichtsmedizin überstellt wird.

Dann verschwindet Annegrets Vater Rainer und es wird vermutet, dass er sich umbringen will. Wie so oft hat Baumeister die richtige Idee und findet den Gesuchten. Er freundet sich sofort mit ihm an und hat dadurch Zugang zu Informationen aus erster Hand. Es wirkt zwar nicht immer ganz glaubhaft, wie schnell Baumeister das Vertrauen der Leute gewinnt, doch setzen wir einfach mal voraus, dass er einen solch einnehmenden Charakter besitzt, dass Rainer und er sofort die besten Freunde sind und Rainer bereits am nächsten Tag bei ihm übernachtet, dass fast jeder sofort mit Informationen herausrückt, die er der Polizei gegenüber verschweigt und daß fast keiner dem Journalisten die Tür vor der Nase zuschlägt, wie man dies im realen Leben erwarten könnte. Deshalb ist Baumeister ja auch eine beliebte Romanfigur. Und als solche entdeckt er natürlich auch immer die Spuren, die die dusseligen Polizeibeamten übersehen haben.

Baumeister findet schnell heraus, dass es einige der Zeugen mit der Wahrheit nicht so genau nahmen. Mütter von Annegrets Mitschülern waren gar nicht zuhause, als ihre Kinder angeblich gleich nach der Schule nach Hause kamen. Auch Annegrets Mutter war zu dieser Zeit gar nicht zuhause und als Annegrets Schultasche unter ihrem Bett gefunden wird, muß man plötzlich von ganz anderen Voraussetzungen ausgehen.

Aber nicht nur beruflich hat Baumeister viel zu tun. Auch sein Privatleben wird mal wieder richtig aufgemischt. Seine Ex-Freundin Vera taucht wieder auf und Tante Anni will sterben. Im letzten Band war es noch jene Tante Anni, die eines Tages plötzlich vor Baumeisters Tür stand, dieses mal ist es eine junge Frau, die behauptet, seine Tochter zu sein.

»Eifel-Träume« ist ohne Frage einer der besten Titel der Serie. Auf jeden Fall ist er der sensibelste und melancholischste. Nie vorher wurde so deutlich, wie viel autobiographische Ereignisse der Autor in seine Krimis hineinpackt.

Gut gelungen die Vermischung von fiktiven Ereignissen mit aktuellem Zeitgeschen. Die Figuren sind wie immer lebensecht. Die nebensächlichen Ereignisse lassen uns oft selbst erkennen. Denn wer hat nicht schon mal sein Faxgerät verdammt, wenn ihm wieder mal ein Angebot über künstliche Pflanzen entgegenflattert?

Der Roman endet überraschend und Baumeister löst den Fall mit einer Bravour, die ihn mehr als Psychologen denn als Journalisten sieht.

Ihre Meinung zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

kai goldbeck zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 17.04.2009
Also nach meiner Meinung und ich betone dies, ist dieser Krimi von allen der schlechteste und langweiligste. Ich habe alle gelesen manche auch 2 mal und ich vermisse hier die bisherige Varianz und Spielerei zwischen Spannung und Beschreibung der Umgebung und Eingeboenen. Ich vermisse den Enthusiasmus und glaube zu merken wie Preute einfach keine Lust auf Eifel hat bzw alles nur stupide runtergeschrieben hat. Ja er sagte es sogar persönlich ganz nebenbei in der Lesung zu seinem Guten Mann in Berlin.
Die Hoffnung soll man nicht augeben, denn in Eifel-Kreuz überzeugte er mich wieder vom Gegenteil.
bio-sam zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 15.09.2008
Das Buch hat mir nicht sehr gut gefallen. Der Siggi Baumeister wirkt gekünstelt und hat wohl immer eine Schubkarre mit allen seinen Tabakpfeifen dabei.
Dass ein zwölfjähriges Mädchen, im nahen Wäldchen, eifrig und freiwillig sexuelle Erfahrungen mit seinen männlichen Schulkameraden macht, entspringt doch eher einer verkorksten Fantasie des Autors.
Unglaubwürdiger Plot und nur auf die Fernsehverfilmung ausgelegt. Es gibt bessere Berndorfs.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
WelpeMax zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 20.07.2008
Ein weiteres starkes Buch um Siggi Baumeister, seine letzten Bücher zeigen das es sich lohnt in einer serie zu bleiben, in der Mitte der Serie fand ich sie schwächer, doch seine letzten drei Bände waren beeindruckend (Wasser,Liebe,Träume) ... wirklich eine zu empfehlende Serie und Kindsmord ist kein leichtes Thema, aber J.B. hat es gut leserlich verpackt, Gratulor!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Metin Alparslan zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 10.07.2005
Also, dieses Buch war das erste, dass ich von dieser Reihe gelesen habe. Der Karakter Sigi Baumeister ist meiner Meinung nach sehr gelungen. DieGeschichte des Buches war fesselnd, obwohl ich mir das Ende fasst gedacht habe. Trotzdem fragt man sich immer ob es andere Möglichkeiten gibt und ob man vieleicht auf der falschen Faehrte ist. Da man immer wieder mit neuen Fakten konfrontiert wird, hat man auch nicht die Möglichkeit einzuschlafen oder manche Teile des Buches zu überspringen. Es ist meiner Meinung nach ein sehr gelungender Krimi und ich würde ihn auf jeden Fall weiter empfehlen. Jetzt habe ich allerdings das Problem mir die 11 Romane vor diesem Band zuzulegen und zu lesen, aber wenn die auch so gut sind ist das wohl zu schaffen. Meine Note 87!
Julia zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 09.02.2005
Ich habe den neusten Eifelkrimi gestern nacht zu Ende gelesen..Danach musste ich das alles erst ein Mal eine Weile sacken lassen. Es ist ein wirklich klasse Buch, fesselnd, spannend und die Personen sind gut und authentisch beschrieben. Dieses Buch war erst mein fünfter und wird sicher nicht der letzte Eifel-Krimi sein....Ein Buch, dass nur zu empfehlen ist.
whitemouse zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 17.11.2004
Berndorfs "Eifel-Träume" ist ohne Frage ein gelungener Krimi; zudem einer der besseren dieser Serie.
Die Geschichte entwickelt sich zunehmend spannender, viele Motive, viele Verdächtige, viel Mißtrauen, viele Lügen, viel falsches Spiel.....Morde, Selbstmorde, Suchtprobleme, sexuelle Neigungen, Alterseinsamkeit, Scheidungskinderproblematik....alles in allem ein bisschen viel vielleicht
Berndorf bleibt seinem bisherigen Stil treu: er wirbt für die Eifel wie ein einschlägiger Reiseführer, beschreibt detailgetreu Landschaften und Menschen (leider oft etwas klischeehaft), durchleuchtet intime Beziehungsgeflechte....
Ein Schuss Lokalpolitik, ein bisschen ländliche Idylle...Mit dem Mord an einem Kind gerät diese heile Welt aus den Fugen.Ein Ereignis, das auch den abgehärteten Journalisten und Exsäufer Baumeister zutiefst aufwühlt, dazu kommen private Probleme....Gut, dass da alte Bekannte und Freunde zur Stelle sind, als Familienersatz, als Sichrheitsnetz, als Ratgeber. Was braucht ein krisengeschüttelter Mann mehr?
Das Ende der Geschichte isT unspektakulär, wenn auch schlüssig und mit einer (zu) kräftigen Prise "alles wird gut" Mentalität gewürzt. Alles in allem ein lesenswerter Krimi;
noch besser, wenn Berndorf nicht so einen detailveliebten Schreibstil hätte, weniger ist manchmal mehr....
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Hans-Joachim Holdefehr zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 16.11.2004
Nach zwei Jahren Pause ermittelt Siggi Baumeister wieder: "Eifel-Träume", der
neue und zwölfte Band der Serie von Jacques Berndorf, ist -­ so komisch dies zunächst klingen mag -­ das mit Abstand
schönste Buch der Reihe. Denn noch nie ist Berndorf sich selbst als Autor so nahe gekommen.
Die eigene Vergangenheit des Michael Preute, seine Alkoholiker-Karriere, die Trennung von seiner Familie, der Abbruch aller alten Beziehungen und der
Neuanfang in der Eifel, all dies spielt in dem stark autobiografisch gefärbten Roman eine große Rolle. Dass Siggi Bau
meister denn ebenfalls auf einmal eine Tochter hat (wovon bislang noch nie die Rede war), wird völlig stimmig Teil der Handlung.
Im eigentlichen Fall geht es um den Mord
an einem Mädchen -­ ein heikles Thema, das auch besondere Sorgfalt beim Schreiben nötig macht, wie Berndorf/Preute selbst weiß. Doch wie er dies tut, wie er Strang für Strang die mühevolle Puzzlearbeit beschreibt,
die zur Ermittlung des Täters führt, wie er menschliche Schicksale (auch sein eigenes) aufdeckt und mit enormem Fin
gerspitzengefühl schildert, wie er überhaupt voller klugem Verständnis für sein Personal ist, das hebt diesen Band aus dem bisherigen Schaffen des
Autors eindeutig hervor.
Als Krimi äußert spannend, als journalistische Arbeit vorbildlich und in menschlicher Hinsicht stellenweise geradezu anrührend, ist dies mit Sicherheit das persönlichste Buch von Berndorf/Preute - und nicht zuletzt deshalb vielleicht das beste bisher.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Manfred H. zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 10.11.2004
Die Themen von Michael sind immer wieder beeindruckend. Ein Kindermord! Ein Thema. das niemanden kalt lässt - und trotzdem wagt sich "Berndorf" an dieses brennend heikle Thema heran. Er recherchiert mit einer Bravour, die nur ein Insider kann. Er bringt aktuelle Zeitgeschehen in sein Buch mit ein. die darauf schliessen lassen. dass er zu den "obersten Bossen" privaten Kontakt hat. Er führt den Leser in eine Welt, die er nur vom Fernsehen kennt. Wie oft erfährt der Tagesschauzuschauer von Kindermorden. Wie oft ist der Zuschauer auch persönlich ergriffen . Aber in dem Moment, wo das Programm auf ein anderes Thema umspringt, macht Berndorf weiter. Hier recherchiert Baumeister, in der Eifel, mit den "eifeler"Besonder-heiten weiss Baumeister, die richtigen Personen zu befragen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Seiner Kombinationsgabe ist es zu verdanken, dass der wahre Täter gefunden und entlarvt wird.Trotz aller privater Schwierigkeiten schafft es Baumeister, die Probleme zwischen Jugendlichen und ihrer Eltern nicht nur in einem fiktiven Dorf in der Eifen darzulegen.Nach vielen " Irrwegen" schafft es Baumeister, den wahren Täter zu finden. Dieser Krimi macht süchtig auf alle weiteren, die hoffentlich noch folgen werden!
Dieter Johannsen zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 09.11.2004
Insgesamt gesehen wieder ein wunderbares Buch! Aber der Autor wird immer etwas schludriger. Er beachtet nicht mehr wie sonst die Details!
Was zum Beispiel ist mit dem Saab - Cabrio??
Er leiht es sich einen Tag nach den Mord des Besitzers von dessen Tochter, und Kischkewitz hat noch nicht einmal nach dem Wagen gesehen!
Es wird nicht abgeklärt, was mit dem Wagen am Morgtag geschah!
Warum ist in dem Handschuhfach eine Schußwaffe?
Bei den Raffkes habe ich schon gravierende Schwächen entdeckt. Leider hat es sich fortgesetzt! Schade!
Dieter Johannsen
Peter Lotz zu »Jacques Berndorf: Eifel-Träume« 05.11.2004
Auch in seinem neusten Eifel Krimi findet der Leser sofort einen Bezug zu Landschaft und Menschen. Es sind die liebevollen Details mit denen Jacques Berndorf seinen Personen ein Gesicht gibt. Wie in jedem seiner Bücher. Was besonders auf Baumeister zutrifft. Die Grenzen zwischen Autobiografie und Fiktion sind so fliessend, dass man beim Lesen das Gefühl hat, Siggi persönlich zu kennen. Auch in Eifel Träume gibt es eigentlich zwei Geschichten. Der Fall an sich und das persönliche Schicksal von Baumeister. Beides so wundervoll miteinander verknüpft, dass man einfach nur immer weiterlesen möchte.Die Eifel ist gross und man wartet gespannt auf weitere Krimis.
Gruss von Peter aus Mainz

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 20.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Eifel-Träume

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: