Eifel-Schnee von Jacques Berndorf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1996 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Eifel, 1990 - 2009.
Folge 7 der Siggi-Baumeister-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 1996. ISBN: 3-89425-062-3. 244 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2008. Gesprochen von Jacques Berndorf. ISBN: 978-3836801638. 8 CDs.

'Eifel-Schnee' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»Sag mal, Baumeister, was war das für ein Brand heute nacht? « »Es hat zwei junge Leute erwischt. Sieht nach Doppelmord aus. « »Mit anderen Worten, du recherchierst schon? « Rodenstock wirkte gierig. »Nein. Und ich weiß nicht, ob ich einsteigen soll. Erst sind sie getötet worden. Wie, weiß ich nicht. Dann ist ihnen Heroin gespritzt worden. Warum, weiß ich nicht. Dann wurde ihnen die Bude überm Kopf angezündet. Frag mich nicht, was das alles soll. Wenn es einen Oscar für Dämlichkeiten gäbe, müßte dieser Täter eine kriegen.« Am heiligen Abend verbrennen Ole und Betty in einer Feldscheune. Das junge Paar war in jeder Disco der Eifel bekannt und immer gut drauf.

Das meint Krimi-Couch.de: »Brisante Äußerungen zum Thema Drogen«

Weihnachten in der Eifel und den freischaffenden Journalisten Siggi Baumeister erwartet ein Doppelmord hoch drei. Mitten in der Nacht ruft der 10-jährige Schappi bei Baumeister an und erklärt ihm, sein Bruder Ole und dessen Freundin Betty seien tot und würden noch brennen. Im Prinzip wurde das junge Paar gleich dreimal getötet: zuerst wurde ihnen das Genick gebrochen, dann wurden sie mit Heroin vollgepumpt und anschließend wurde ihnen die Scheune, in der sie sich häuslich eingerichtet hatten, über dem Kopf abgefackelt.

Sturmfreie Bude für Baumsteier

Eigentlich wollte Baumeister seine sturmfreie Bude geniessen, denn Freundin Dinah verbringt die Feiertage bei ihren Eltern. Und dann muß er sich mit einem solch unerklärlichen Mord herumschlagen. Er kannte die Ermordeten nicht, aber der kleine Schappi erklärt ihm, sein Bruder wollte sich mit Baumeister treffen. Warum, das weiß er jedoch auch nicht.

Doch sehr schnell merkt er, dass er sich mitten in der Drogenszene befindet und daß seine geliebte Eifel auf diesem Gebiet gar nicht so idyllisch ist wie sie scheint. Berndorf, selber Ex-Alkoholiker, lässt seine Figuren in dieser Geschichte oft als Moralapostel auftreten. Haschisch wird gegenüber dem schlimmen Alkohol verharmlost und nur, wer Heroin spritzt, ist wirklich süchtig. Ein brisantes Thema, das der Autor da angepackt hat, doch in der Verarbeitung liegt er so manches Mal etwas daneben. Das Thema Legalisierung von weichen Drogen ist immer aktuell, doch macht es sich Berndorf teilweise etwas zu einfach.

Die Story zieht weite Kreise. Wo sitzen die Drahtzieher und wer ist in die dunklen Geschäfte verwickelt? Und welche Rolle spielt der zwielichtige Polizist Kremers in dem Fall?

Der Roman lebt von seinem Tempo – wann schlafen Baumeister und Rodenstock?

Wie alle Eifel-Krimis von Berndorf lebt »Eifel-Schnee« von seinem unglaublichen Tempo. Dies müssen auch seine Protagonisten Baumeister und Rodenstock so ab und an mal einsehen, wenn sie dann doch fast gar nicht mehr zum Schlafen kommen. Außergewöhnlich, dass Baumeister die Eifel auch mal verlässt. Hier muß er sogar bis nach Holland, wo der große Drogenboss sitzt. Und auf dieser Reise taucht auch zum ersten Mal Emma auf, die die Eifelkrimi-Fangemeinde von nun an als Rodenstocks Lebensgefährtin begleiten wird.

Der Plot ist trotz seiner globalen Verstrickungen übersichtlich, doch manchmal etwas zu durchsichtig aufgebaut.

Mit Baumeisters Musikgeschmack kann ich mich übrigens weitgehend anfreunden. Das Repertoire seines Erfinders scheint da breit gefächert zu sein. Trotzdem kann es ja mal vorkommen, dass man Rod Stewart »Dancing Mathilda« statt »Waltzing Mathilda« singen lässt. Vielleicht kann der Verlag dies bei der nächsten Ausgabe korrigieren.

Das meinen andere:

»Nun bin ich ganz ratlos. Ich habe plötzlich gar nichts mehr zu meckern. Berndorfs Krimi, mit allem ausgestattet, was einen über die vielen Seiten spannt, ohne daß man schlapp macht, handelt von der Drogenszene in der Provinz, auf dem Lande. Und detailliert und dicht, facettenreich und einleuchtend, wie das beschrieben ist, möchte man nicht viel dagegen halten, dass es so nicht sei. Ich fürchte, Berndorf hat kaum übertrieben.« (Westdeutscher Rundfunk)

»Außer spannender Unterhaltung bietet der Autor ein großes Sittengemälde der Provinz« (Badische Neueste Nachrichten)

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Anji zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 15.09.2008
wie heißt denn der film???
ich möchte mir den gerne ansehen. auch wenn der nicht so gut ist wie das buch.
das ist ja meistens so, und da ich diese bücher und hörbücher und alles so toll finde muss ich diesen film sehen. weiß jemand auch noch wo ich ihn her bekommen kann?
weil ich weiß halt garnichts.
lg anji
WelpeMax zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 20.07.2008
Für mich eindeutig der beste von den ersten vieren! Thema Drogen interessant in einem Krimi verpackt, aber eine Kritik zurecht, die Verharmlosung mancher Drogen, dies geht heutzutage nicht das so darzustellen, aber die 244 Seiten lohnen sich zu lesen, sind eben schön kurzweilig die Bücher! :)
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sonja100 zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 13.07.2008
Wieder kurzweilig und amüsant. Regt aber auch zum Nachdenken über die Zustände in Sachen Drogen an. Ich glaube nicht, dass Berndorf übertrieben hat. Das Drogenproblem ist überall und hat sich seit damals bestimmt nicht verringert.
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Volker zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 24.02.2008
Solide Unteraltung und Einblicke in
die Drogenszene,gewürzt mit dem
üblichen Lokalkolorit.
Manche Zusammenhänge,sowie
Vehaltensweisen einiger Personen
erscheinen nicht 100% logisch,je-
doch lässt sich bei der lockeren,
verhalten humorvollen Schreibweise
Berndorfs leicht darüber hinweg-
sehen.
Recht spannend,kurweilig und irgend-
wie smpathisch.
Vielleicht nicht der beste Eifel-Krimi,
aber ein durchaus Guter !
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Jana zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 22.07.2007
Das Buch "Eifel Schnee" war einer der ersten Eifel Krimis, die ich gelesen habe. Das Buch hat mir so gut gefallen, vor allen Dingen wie Jacques Berndorf die Personen charakterisiert, das ich bis jetzt alle weiteren Eifel Krimis auch gelesen habe. Alle Bücher von Jacques Berndorf sind auf jeden Fall zu empfelen!! Bis dennexD Jana
Marieta zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 30.11.2005
Hallo, ich finde das buch eifel-schnee der gut..ich lese nicht gerne aber der krimi hat mir ma voll gefallen =)
die art die der autor dort einbringt finde ich klasse..das buch ist auch leicht zu verstehen.nur das ende finde ich ein bisschen knapp er hört einfach auf..aber das buch ist echt zu empfehlen =)
bis dann marieta
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Swen Piper zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 11.01.2005
Sicher ist "Eifel-Schnee" nicht der Berndorf´s Meisterwerk. Aber trotz allerhand Klischees und der etwas vorhersehbaren Story gelingt es dem Autor erneut einen überaus spannenden und lesenswerten Kriminalroman zu entwickeln.
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Voldemort zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 11.01.2005
Nachdem ich alle Niederrhein-Krimis von Leenders/Bey/Leenders verschlungen hatte, bin ich in die Eifel gewechselt. Nun weiß ich gar nicht, wo ich mich lieber aufhalte... ;-)

Im Ernst: Die Charaktere sind so leibenswert, dass man eigentlich immer schon nach wenigen Seiten zusammen mit Baumeister und Rodenstock - die beiden schlafen einfach nie - atemlos hinter den Tätern herjagt. Einziges Manko: Die Fälle ähneln sich vom Grundaufbau - am Ende ist es immer eine Beziehungstat.
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Julia zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 19.12.2004
Habe mit den Eifelkrimis erst im Sommer begonnen, habe aber trotzdem schon vier davon gelesen...Eifel-Schnee war der letzte und ich fand wie die anderen sehr gut. Die Figuren in Berndorfs Romanen sind alle sehr authentisch und das finde ich einen sehr faszinierenden Aspekt. Mein Rat, dieses Buch kann man gut in einer nacht lesen.
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Britta zu »Jacques Berndorf: Eifel-Schnee« 18.12.2004
Hi Tanja,

ja, es gibt eine Verfilmung, aber die ist so grottenschlecht, dass sie dem Buch einfach nicht gerecht wird. Der Inhalt ist so stark verändert, dass man nur noch am Namen Siggi Baumeister erkennen kann, dass ein Berndorf Roman verfilmt wurde. Lohnt sich nicht. Bleibt lieber bei den Büchern.

Gruss Britta
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