Eifel-Liebe von Jacques Berndorf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2002 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Eifel, 1990 - 2009.
Folge 14 der Siggi-Baumeister-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2002. ISBN: 3-89425-245-6. 318 Seiten.
  • [Hörbuch] Frankfurt am Main: Lido, 2003. Gesprochen von Claudia Amm & Günter Lamprecht Dietmar Bär. gekürzte szenische Lesung. ISBN: 3-8218-5275-5. 3 CDs.

'Eifel-Liebe' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Oma Ohler ist verzweifelt, die Welt um sie herum ist nicht mehr in Ordnung: Ihre Enkelin Anna hat ein Verhältnis mit dem Bauunternehmer Bliesheim und sich einer Clique angeschlossen, die mit Bargeld nur so um sich schmeißt. Annas Ehemann Rolli droht an der Situation kaputt zu gehen. Und jetzt ist auch noch Kinsi verschwunden. Kinsi wohnt im gleichen Dorf wie Oma Ohler, gilt als geistig zurückgeblieben und hät sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Mit dieser Geschichte wendet sich die alte Dame an Siggi Baumeister. Aber Baumeister kann Oma Ohler nicht helfen, schließlich ist er kein Privatdetektiv oder Pfarrer, sondern Journalist. Wenig später wird Kinsi gefunden, erhängt in einer Scheune. Nun wird Baumeister doch neugierig und hört sich um. Einiges ist schon komisch: Die bevorzugte Lektüre des vermeintlich geistig Zurückgebliebenen waren Bücher von Mann, Böll und Grass. Außerdem wollte er in Kürze heiraten – hat sich Kinsi wirklich selbst umgebrach? Dann wird die Leiche von Elvira Klein, ein Mitglied von Annas Clique entdeckt – eindeutig ermordet. Ein Motiv für die Tat ist nicht zu erkennen. Baumeister geht der Spur des Geldes nach – woher stammen die Scheine, die die Clique gemeinnützig unter das Volk brachte? Als auch Anna getötet wird, gibt es endlich Verdächtige: Ehemann Rolli, der es aus Eifersucht getan haben kann, und Bauunternehmer Bliesheim, der entweder eine lästige Geliebte oder eine gefährliche Mitwisserin loswerden wollte. Aber in welchem Zusammenhang stehen die anderen Toten zu diesem Fall? Der Journalist bekommt viel zu tun, und das zu einer Zeit, in der seine Freunde Rodenstock und Emma in den USA unterwegs sind, dafür aber Tante Anni seinen Hof okkupiert. Und Vera? – Vera tritt beim LKA eine neue Stelle an, weit weg von Baumeister . . .

Das meint Krimi-Couch.de: »Es fehlt ein gewisses Salz in der Suppe« 77°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Der Held ist auf der Flucht vor den Bösewichtern, übersieht den Abgrund, stürzt, kracht durch ein Dach – und landet genau auf dem Sofa des (bis dahin noch nicht in Erscheinung getretenen) Mörders.

Normalerweise würde ich jetzt sagen: das war’s dann – ein Buch für die Tonne. Nun ist es aber so, dass ich den Siggi Baumeister, freischaffender Journalist und Protagonist von Berndorfs Eifel-Krimis, mittlerweile schon liebgewonnen habe und dem Autor diese Ausgeburt der Phantasie verzeihe und als göttliches Eingreifen abhake.

Es ist ja auch nicht so, dass damit der Roman abgeschlossen und alles aufgeklärt wäre. Denn Berndorf hat »Eifel-Liebe« so vollgepackt mit Mördern und Verbrechern, dass noch genügend aufzuklären bleibt.

Angefangen hat alles mit Oma Ohler aus Meerfeld, die den Siggi gerne als Privatdetektiv engagieren möchte, weil in der Clique ihrer Enkelin Anna nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Annas Mann, der Rolli, ist völlig am Ende, seit die Anna mit dem reichen Bauunternehmer Bliesheim zusammen ist, der den Rolli sozusagen »aus der Ehe rausgekauft« hat. Und der Kinsi ist jetzt auch noch verschwunden. Doch Baumeister ist kein Detektiv und hat selber genügend Probleme mit seiner Freundin, als daß er sich mit den wirren Gedankengängen einer alten Frau auseinandersetzen möchte.

Doch als Oma Ohler das nächste Mal anruft und ihm erzählt, man habe den Kinsi aufgehängt in der Scheune gefunden, da erwacht die journalistische Spürnase. Kinsi war so etwas wie der Dorftrottel, ein etwas zurückgebliebener Kerl, der bei allen beliebt war und der demnächst heiraten wollte, also überhaupt keinen Grund hatte, sich umzubringen. Baumeister hört sich ein wenig um und besucht Kinsis Verlobte. Dort erfährt er, dass Kinsi völlig anders war, als er sich gegeben hat. Er las anspruchsvolle Literatur und schrieb Gedichte.

Kurze Zeit später findet sich die nächste Leiche: Elvira Klein, ein Mitglied von Anna Clique, wird erschossen aufgefunden. Die Polizei sieht kein Motiv für die Tat. Außerdem ist die Wittlicher Mordkommission unter der Leitung von Baumeisters Freund Kischkewitz völlig überlastet, denn sie haben noch einen weiteren Mord aufzuklären. Ein Förster wurde in einem Wald, für den er gar nicht zuständig ist, vermutlich von einem Profikiller erschossen. Und wenn sich Baumeister auch um diesen Fall kümmert, ahnt der Leser schon, dass da Zusammenhänge bestehen.

Berndorf lässt seine liebenswerten Figuren oft wie aus dem Nichts auftauchen, sie sitzen so wie Tante Anni eines Abends einfach vor der Haustür. Dennoch ist mir bei Berndorf oft ein wenig zu viel »Heile Welt« zwischen den ganzen Morden. Baumeister hat überall Freunde und findet immer Mitstreiter, die ihm helfen. Mal ab und an so einen falschen Freund dazwischen, der unseren Helden auch mal verrät, wäre so ein wenig Salz in der Suppe.

Großen Wert legt der Autor auf die Weiterentwicklung seiner Figuren. Auch, wenn man das Gefühl hat, dass sich Baumeister nie ändert und auch nie altert, so bekommt man bei seinen Beziehungen – diesmal kriselt es mit seiner Freundin Vera – mit, dass er trotz aller Flapsigkeit nach außen hin ein wenig reifer wird. Die Freunde Rodenstock und Emma halten sich zwar in den USA auf, das hindert sie jedoch nicht daran, trotzdem wieder eine tragende Rolle zu übernehmen.

Den größten Spaß in den Eifel-Krimis machen jedoch die Randfiguren. Sympathische aus dem Leben gegriffene Menschen, mitunter leicht überzeichnet, so wie eben jene Tante Anni aus Berlin, so wie Oma Ohler oder der leider nur noch als Leiche auftretende Klinsi, aber auch die nicht ganz so liebenswerten Zeitgenossen wie Bauunternehmer Bliesheim oder die undurchsichtige Gundula Pechter.

Und bei all den Kleinigkeiten, die bereits für genügend Lesevergnügen sorgen, vergisst man ab und an, dass es ja sogar noch einen (oder mehrere) Mörder zu suchen gilt. Obwohl die Handlung spannend genug ist. Man kann die Eifel-Krimis mögen oder nicht, man kann aber auf keinen Fall abstreiten, dass sie sehr unterhaltsam und humorvoll sind.

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detno zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 21.10.2009
Nach der von mir gelesenen Fassung "EIFEL-RALLYE" habe ich die "EIFEL-LIEBE" per MP3-Player gehört. Es handelt sich dabei nicht um ein reines Hörbuch, das (vielleicht sogar noch vom Autoren selbst) vorgetragen wird, sondern um eine "szenische Lesung", die für kurzweilige und spannende Unterhaltung sorgt. Mehrere Stimmen verleihen den einzelnen Figuren Leben. Herausragend ist dabei die Tante Anni, eine pensionierte Kriminalbeamtin aus Berlin, die in der Eifel nicht nur eine neue Wahlheimat findet, sondern mit ihrer "Kodderschnauze" auch an der Auflösung des Falls mithilft.

Humorvoll, eine spannende Geschichte, interessante Randtypen, kurz, ein toller Hörspass.

87°
keine ahnung zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 14.08.2008
eifel liebe war mein erster siggi baumeister krimi und ich fand ihn hammer
genau wie die komplette krimireihe
ich war schon auf zahlreichen lesungen von dem guten alten jaques!
der man ist einfach genial!!!
ich lese schon seit dem ich 13 jahre alt bin die bücher von jaques!
also weiter so jaques ich bin begeistert!!!
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WelpeMax zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 20.07.2008
@ rumble - bee

Das mit der Parodie würde dir auch in anderen Büchern so vorkommen ... die Erzählweise bleibt die gleiche und die Beziehungen der Charaktere wird von Buch zu Buch vertieft ... stimme dir zu das die Fälle manchmal parodienhaft, manch zu konstruiert wirken, doch im groß und Ganzen weiß man was man bekommt und das macht die Serie so schön, für manche hartgesottene ist das zu langweilig, aber ich kann mich auch mit leichter Kost begnügen und mich daran erfreuen! Tante Anni kommt erst in den späteren Büchern zum Einsatz, die wird man in den ersten Büchern kaum finden (soweit ich mich erinner) aber Eifel - Liebe gehört mit Eifel - Wasser zu meinen Favourites innerhalb dieser Reihe!
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rumble-bee zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 06.06.2008
Vieles ist hier schon zu diesem Buch gesagt worden; das ich also nicht wiederzukäuen brauche.
Auch mir sind die stark gehäuften Zufälle aufgefallen; aber ich habe meine eigene Theorie dazu. Meiner Meinung nach ist das Ganze ein als PARODIE angelegter Krimi! Ich habe jedenfalls herzlich gelacht, als Siggi Baumeister im wahrsten Sinne durch einen Unfall einen Mörder entdeckt... einfach nur köstlich!

Dies war mein erster Eifel-Krimi, und daher weiß ich nicht, ob die Nebenfiguren immer so kurz wegkommen. Sie sind zwar alle liebenswert und einfallsreich erdacht, aber von den meisten hätte ich gerne mehr gelesen. Besonders von Tante Anni!

Besonders gut gefallen hat mir die herrlich schnoddrige Sprache und der unglaubliche Wortwitz; das ging ja schon im ersten Absatz los. Und dennoch wirkt es nicht albern, sondern unterstreicht Siggi Baumeisters Charakter. Ein echtes Kunststück!

Dies war garantiert nicht der letzte Eifel-Krimi, den ich gelesen habe.
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c.c.aletsee zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 15.05.2008
hammer buecher.
so bald man in eine geschichte verwickelt ist, kann man gar nicht mehr aufhoeren zu lesen.
und am schluss wird alles so genial aufgeloest, ich bin toootal begeistert;
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aristophanes zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 11.01.2005
Na ja, ein bißchen viel Leichen für die verschlafene Eifel sind das schon. Und die Geschichte funktioniert nicht gerade nach Wahrscheinlichkeitserwägungen. Aber es macht Spaß, sie behaglich zu lesen, besonders Baumeisters hereinschneiende Tante ist eine beeindruckende Figru.
Dr. Mabuse zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 25.04.2004
Ich kenne die drei bereits erschienenen Hörbücher der Eifel Serie (Blues/Wasser/Liebe). Der vorliegende Eifel-Liebe fand ich von der Story her eher mäßig. Erstens kommen zu viele Personen vor, die auch ziemlich undurchsichtig bleiben, zweitens regiert "Kommissar" Zufall doch überdeutlich. Erst stöbert Baumeister per Zufall Rauschgift in einer Hütte auf, entkommt seinen kriminellen Häschern und kracht auf der Flucht durchs Dach des Einzelmörders. Naja. Ansonsten ist das "rundherum" um die Tante, die Eifel und die Oma ganz gelungen. Der Fall allerdings nur in Maßen... leider.
Ingrid Thomas zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 16.03.2004
Habe den Krimi geschenkt bekommen und bin sofort am nächsten Tag losgezogen um mir die restlichen zu besorgen, deren Lektüre auch nicht lange gedauert hat. Als nächstes muss ich nun wohl die Eifel besuchen. Bitte mehr solche Bücher!!!
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Stephan zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 13.02.2004
ich finde das eifel-liebe der beste siggi baumeister krimi ist.ich freue mich schon auf den 12.siggi baumeister krimi.
Markus Home zu »Jacques Berndorf: Eifel-Liebe« 12.02.2004
Wenn die Kinder in "Harry-Potter-Nächten" vor den Buchläden kampieren und auf den neuen Band warten, dann sollten wir es Ihnen gleichtun und uns nachts vor die Buchläden setzen und dem neuen Baumeister entgegenfeiern.

Herr Berndorf, die Fäden der Geschichte um Baumeister, Emma und Rodenstock und die zahllosen Verbrechne in der Eifel sind noch lange nicht zu einem Knoten geendet.

Wir warten auf Neuigkeiten von Siggi Baumeister.
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