Eifel-Feuer von Jacques Berndorf

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Eifel, 1990 - 2009.
Folge 3 der Siggi-Baumeister-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 1997. ISBN: 3-89425-069-0. 313 Seiten.

'Eifel-Feuer' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

General Otmar Ravenstein wird in seinem Landhaus in der Eifel grausam abgeschlachtet. Die Mordkommission muß außen vor bleiben, denn BND, MAD, CIA und der Geheimdienst der NATO übernehmen das Kommando. Weder Nachrichtensperre noch Prügel können Siggi Baumeister von weiteren Recherchen abhalten. Welches schreckliche Geheimnis kostete den General das Leben? Eine tödliche Bedrohung liegt über der Sommeridylle.

Das meint Krimi-Couch.de: »Gelungene Persiflage oder unfreiwillige Komik?« 71°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Kein guter Tag für Siggi Baumeister: Freundin Dinah will sich selbst verwirklichen und zieht ohne Vorwarnung aus der gemeinsamen Wohnung aus. Baumeister macht daraufhin erst mal eine lange Spazierfahrt durch seine geliebte Eifel – natürlich wie immer mit exakter Wegbeschreibung – und will anschließend einem alten Freund in dessen abgelegener Jagdhütte einen Besuch abstatten, dem General Otmar Ravenstein. Den findet er auch dort vor, von Gewehrsalven durchsiebt.

Was sich dann am Tatort abspielt, nachdem Baumeister die Polizei verständigt hat, ist schon wieder so unglaublich, dass es fast realistisch wirkt. Kurz nach der Polizei trifft ein Hubschrauber ein, dem lauter wichtig aussehende Leute entsteigen. Angehörige aller möglichen Geheimdienste, Verfassungsschutz etc. haben sich versammelt, um zu beraten, wie sie den Tod des Generals der Öffentlichkeit verkaufen können. Nachdem eventuell vorhandene Spuren mittlerweile absolut unbrauchbar sind und man sich genügend über Graubrot und geplante abendliche Vergnügungen ausgetauscht hat, beschließt man, den Mord als Unfall darzustellen: der General wurde beim Reinigen seiner (nicht existierenden) Waffe versehentlich getötet.

Strengstes Stillschweigen wird Baumeister verordnet und daß er bloß nicht auf die Idee käme, in dem Fall zu ermitteln, sonst reißt man ihm die Eier ab. Das braucht man Baumeister natürlich nicht zweimal zu sagen. Und das Buch kann natürlich auch nicht bereits nach dem ersten Kapitel zu Ende sein.

Unterstützung erhält Baumister zunächst von Germaine, der Geliebten des Generals und später natürlich auch wieder von seinem alten Mitstreiter Rodenstock und dessen Freundin Emma. Und auf der Suche nach möglichen Motiven für den Mord an einem Logistikexperten der NATO findet Baumeister vor allem immer wieder eines: Leichen.

Am »Eifel-Feuer« scheiden sich die Geister. Gelungene Persiflage auf Geheimdienste und Behörden oder ein abgedrehter Agentenroman mit unfreiwilliger Komik? Da ich bereits mehrere Baumeister-Krimis gelesen habe, tendiere ich eindeutig zu ersterem. Trotz allem zähle ich »Eifel-Feuer« dennoch zu den nicht ganz so gut gelungenen Eifel-Krimis.

Die Charaktere sind etwas farbloser als gewohnt. Dies mag bei den vielen Bürokraten durchaus beabsichtigt sein, soll doch gerade deren Austauschbarkeit symbolisiert werden. Doch auch Baumeisters Mitstreiterinnen Germaine und Marion bleiben weithin blaß. Diese Aussage mag zwar angesichts des ersten Auftretens von Germaine mit der äußerlichen Beschreibung als »kleiner Clown mit rotem Kopftuch und sackähnlichem Pullover in wild fließenden Farbstreifen« paradox erscheinen, doch leider versäumt es der Autor, diese Figur weiter zu vertiefen.

Wenn Berndorf an manchen Stellen reichlich dick aufträgt, so dient das oftmals der Dramaturgie. Dabei muß natürlich nicht immer alles vollkommen realistisch zugehen. Dennoch trüben einige Fakten das ansonsten stimmige Gesamtbild. So lässt der Clan der Geheimdienstleute Baumeister trotz vorheriger übelster Drohungen seelenruhig mit der Kamera in der Hand quer durch den Tatort spazieren und keiner bemerkt, dass er dabei alles »aus der Hüfte heraus« genauestens fotografiert. Und warum man ein Handy unbedingt möglichst weit wegwerfen muß, damit man nicht abgehört oder geortet werden kann, ist mir auch nicht so recht klar geworden. Normalerweise haben diese Geräte einen Knopf zum Ausschalten. Ein richtiger Lapsus ist dem Autor dann unterlaufen, als er einen BMW Boxter kreiert hat. Bei so vielen BMWs – Geheimdienstleute fahren offensichtlich ausschließlich BMW – ist ihm wohl auch ein Boxter zum BMW mutiert.

Natürlich wird man auch bei »Eifel-Feuer« wie immer bei Siggi Baumeister prima unterhalten. Reichlich Spannung, viel Humor und die gewohnte Werbung für die Eifel sorgen dafür, dass es einem nie langweilig wird, denn es ist sicher einer der tempogeladensten und actionreichsten Eifel-Krimis. Und wieder einer, der sehr an Baumeisters gesundheitliche Substanz geht.

Am Schluß geht dann alles wieder recht schnell: Action, Großaufgebot der Polizei, Riesenknall, Happy-End und der Autor vergisst, die letzten Fäden auch noch aufzulösen.

Das meinen andere:

»In der Gegend von Adenau wurde einer der höchsten NATO-Generäle in seinem Jagdhaus gekillt. Siggi Baumeister findet die Leiche – und hat es umgehend mit allen Geheimdiensten von Washington über Bonn bis Brüssel zu tun.« (Rhein-Zeitung)

»Hymnische Schilderungen der Landschaft und witzige Dialoge …machen einen Großteil des Lesevergnügens aus. Die Story selbst ist derart vertrackt und unwahrscheinlich, dass sie sich womöglich genau so abgespielt hat. In Bonn und Umgebung nicht auszuschließen.« (Badische Neueste Nachrichten)

»Ein weiterer vergnüglicher Mittelgebirgsthriller mit politischem Biß.« (Überblick)

Ihre Meinung zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Dieter Wesner zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 21.02.2016
Ist mit marginalen Änderungen das 3. Buch „Der General und das Mädchen“. Schade, da ich bisher alle anderen Bücher hervordrangen gefunden und dieses nach wenigeen Seiten beiseite gelegt habe. Hoffe nicht, das dies noch einmal bei den weiteren Folgen so sein wird, da ich das sehr shade fände. Die Hoffnung stribt zuletzt ;-)
Theo Boer zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 21.08.2009
Als Holländer muss man einen extra guten Grund haben, sich in ausländische Krimis zu vertiefen. Eifel-Müll gefiel mir gut, Eifel-Feuer habe ich leider halbgelesen in das Regal zurückgestellt. Liegt es an mir? (1) Für mich als Familienmensch ist die Abwesendheit von normalen ehelichen Treueverbintnissen (sowohl in Eifel-Müll wie in Eifel-Feuer) des Guten etwas zuviel. Ob dies in den anderen Romanen Berndorfs besser ist? (2) Mir wurde es etwas zu viel, dass bei Baumeister jeder Versuch zu einem Telefongespräch oder Besuch immer gelingt ("Warum sollte ich mich mit Ihnen unterhalten? Ich kenne Sie ja nicht. Na gut. Warum eigentlich nicht?") Dass z.B. die versammelten Geheimdienste am Tag des Mordes Baumeister einfach ungestört herumgehen lassen, hört sich als sehr unwahrscheinlich an.
Aufgeben will ich aber noch nicht!
realsatiriker zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 01.08.2009
Mit Regio Krimis ist das halt so eine Sache.

Mein erster "Berndorf" hat das Feuer für die Eifel und auch für den Rest der Reihe nicht wirklich entfachen können. Der Schreibstil ist mir zu gekünstelt ironisch und daudurch anstrengend zu lesen. Ein bisschen weniger wäre hier durchaus mehr gewesen. Auch die Handlung ist schwer nachzuvollziehen. Man will trotz Privinzialität der Eifel, die bis zum Erbrechen detailliert dargestellt wird, auf der großen Bühne mitspielen. BND, CIA undc Nato geben sich die Klinke in die Hand.

Die Mischung in diesem Buch stimmt einfach nicht wenn Mief die große weite Welt triftt. Und Katzen sind so sensationell dann auch nicht. ;-)
WelpeMax zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 20.07.2008
ja an diesem Buch scheiden sich tatsächlich die Geister, es ist auch diesesmal, aber man hat das Gefühl der Autor hat hier seine Linie verlassen und versucht durch ein Großaufgebot an Action die Ideenlosigeit wettzumachen, vieles wirkt weit hergeholt, so daß man sagen kann das ich mich der wenigen Passagen erfreute die ruhiger waren ... deutlich schlechter als die bisherigen 4 Eifel - Bücher... werde aber weiter die Serie lesen, ich denke bei einer längeren Serie ist immer auch ein schlechteres dabei und dieses Buch ist für mich so ein Fall.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
sonja100 zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 13.07.2008
Geheimdienstsachen sind nicht so ganz mein Fall. Ich glaube, dass hier auch einiges weit hergeholt wurde. Aber der Krimi ist trotzdem recht kurzweilig. Berndorf lässt einen mit seinen Figuren leben. Rodenstock und Baumeister sind nun schon gute Freunde geworden und ich freue mich auf den nächsten Eifel-Krimi.
Schrodo zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 26.05.2008
Herr Berndorf hat in seiner Geheimdienstklamotte mal wieder alle Register gezogen. BND, CIA; Bundswehr, Polizei usw. jeder darf mal und hat seine Finger im Spiel um den Tod des Nato Generals Ravenstein. Die Story ist gut durchdacht, spannend, zwar etwas in die Länge gezogen und das Ende sehr plötzlich.
Bendorf schafft es seine Geheimdienst Protagonisten meistens ziemlich lächerlich wirken zu lassen, (ich hatte das Gefühl die können nicht mal geradeaus Pissen). Sein Held, Siggi Baumeister, kommt aber absolut natürlich rüber (er musste in den Wald, sonst wär`s vor Angst in die Hose gegangen…wie eben im richtigen Leben). Ansonsten finde ich manches (Aktionen der Geheimdienstfuzzies) zu dick aufgetragen, was aber trotzdem nie ins Unglaubwürdige abdriftet. Wer diesen Eifel – Krimi nicht zu ernst nimmt, wird wie ich auch noch weitere lesen!
yachtman zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 10.12.2007
hi
hab das Buch fürn Deutschunterricht gelesen gelesen. Hätte so was warscheinlich sonst nie gemacht, hat mir
aber echt gut gefallen. War total witzig
an manchen Stellen fast grotesk(zB. die
Geheimdienstmenschen)War im Großen und ganzen ganz gut
Frikka zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 22.02.2007
Tja, Eifel-Feuer nochmal gelesen und mir gefiel das Original "Der General und das Mädchen", ohne Emma und Rodenkirchen, ohne Dinah, viel viel besser.

Leider habe ich das Original nicht mehr, würde mich aber freuen, wenn das Original nochmal aufgelegt würde.
Swen Piper zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 25.04.2005
Mit dem fünften Buch, um den sympathischen Journalisten Baumeister mit dem Fable für Kriminalfälle, ist Michael Preute alias Jacques Berndorf sicherlich nicht sein bester Roman gelungen. Zu unglaubwürdig ist die Story, zu hanebüchen die Handlungsweise der Protagonisten. Dass das Buch dennoch einen Spannungsbogen besitzt, spricht für den Autor. Man darf für die Zukunft gespannt sein, ob die Baumeister-Serie nochmals an alte Höhepunkte anzuknüpfen vermag.
S. Gäng zu »Jacques Berndorf: Eifel-Feuer« 25.04.2005
Hallo!

Meine Enttäuschung ist groß, bezieht sich aber aufs HÖRBUCH!
Ich habe die meisten Eifelkrimis gelesen und hatte alle Hörbücher bis auf dieses. Habe es mir nun glücklich gekauft und es ist totaler Mist.
Ich habe diese halb gelesene, leicht untermalte melancholischer Stimmung mit der tollen Musik als etwas ganz besonderes empfunden. Nun höre ich ein Mainstream-Hörspiel, professionell und unemotional mit Swing statt Jazz- alles schön neutral wie alles auf dem Markt!!

Bitte macht das nie wieder!!!!
Ihr Kommentar zu Eifel-Feuer

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: