Bestialisch von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2009
unter dem Titel Blood Brother,
deutsche Ausgabe erstmals 2010
bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - 2009.
- London: HarperCollins, 2009 unter dem Titel Blood Brother. 448 Seiten.
-
Berlin: Ullstein, 2010.
Übersetzt von Bettina Zeller.
ISBN:
978-3-548-28041-7. 377 Seiten.
'Bestialisch' ist erschienen als
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In Kürze:
Detective Carson Ryder wird nach New York beordert, wo eine Psychiaterin auf grausame Weise getötet wurde. Dr. Evangeline Prowse betreute einen psychopathischen Serienmörder, der nun auf der Flucht ist. Carson Ryder verschweigt, dass er den Verdächtigen kennt – es ist sein Bruder Jeremy. Und die neuesten Morde passen nicht in Jeremys Schema. In einem Katz-und-Maus-Spiel versucht er den echten Mörder zu finden und Jeremy zu retten.
Das meint Krimi-Couch.de: »Ideenreiche Fortsetzung der Carson-Ryder-Serie«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Detective Carson Ryder vom Police Department in Mobile, Alabama, staunt nicht schlecht als ihn sein Chef kurzerhand zum Flughafen beordert. Die dort stehende Maschine bringt ihn ins entfernte New York, wo ein neuer Fall ruft. Am Tatort angekommen wartet ein schauriges Verbrechen auf Ryder, denn das Opfer wurde nicht nur enthauptet, sondern der Kopf der Toten ihr auch noch in die aufgeschlitzte Bauchhöhle gelegt. Das Schlimmste für Ryder ist jedoch, dass es sich bei der Ermordeten um Dr. Evangeline Prowse handelt, Leiterin des Alabama Institute of Aberrational Behavior, wo einige der abartigsten Mörder und Psychopathen einsitzen. Ryder und Prowse waren miteinander befreundet seit Prowse den Serienmörder Jeremy Ridgecliff behandelte, der seinen Vater und fünf Frauen brutal ermordete. Nur fünf Menschen kennen Ryders größtes Geheimnis, denn bevor er zur Polizei ging hieß er Charles Ridgecliff und ist Jeremys junger Bruder.
Per Videobotschaft bittet Prowse die Polizei, für den Fall, dass ihr etwas zustoßen sollte, Ryder zu den Ermittlungen hinzuziehen. Die aufstrebende und erfolgreiche Alice Folger, Lieutenant beim NYPD, macht jedoch keinen Hehl daraus, dass ihr die Einmischung vom »Landei« Ryder alles andere als gelegen kommt. Mehr als einmal legt sie ihm nahe, er solle doch einfach wieder verschwinden. Dank des Einsatzes von Detective Sheldon Waltz, der über entsprechende Protektion von höchster Stelle verfügt, bleibt Ryder in New York. Schon wenige Stunden später gibt es ein zweites, ebenfalls kopfloses Opfer und zudem entdecken die Ermittler auf einem Überwachungsvideo vom Flughafen, wie Prowse in New York ankommt; in Begleitung des Serienmörders Jeremy Ridgecliff …
Jack (John Albert) Kerley hat mit Carson Ryder eine höchst interessante Ermittlerfigur geschaffen. Seine Familie wurde von seinem Vater terrorisiert bis eines Tages sein älterer Bruder Jeremy den verhassten Vater ermordete. Die Mutter zog sich bei aufkommender Gewalt immer zurück, so dass sie für Jeremy zur Hassfigur wurde mit der Folge, dass er fünf Frauen ermordete, die Ähnlichkeiten mit seiner Mutter hatten. In den ersten Folgen der Serie jagte Ryder immer wieder Serienmörder und suchte Hilfe bei seinem Bruder, da dieser genau weiß wie Serienmörder ticken. Ein Ermittler, der Serienmörder jagt, obwohl sein eigener Bruder selber einer ist, ist grundsätzlich ja eine originelle Idee, die sich aber irgendwann abnutzt. So ist der vorliegende vierte Fall eine erfreuliche Weiterentwicklung der Reihe, in der es Jeremy irgendwie gelingt, gemeinsam mit Prowse die Anstalt in Alabama zu verlassen.
Ryder erkennt recht bald, dass die neuen Morde, oder besser gesagt die Opfer, nicht in das Muster von Jeremy passen, da die ermordeten Frauen keine Gemeinsamkeiten mit dessen Mutter haben. So muss er notgedrungen den wahren Mörder finden um weiteres Unheil von Jeremy abzuwenden. Gleichzeitig darf natürlich niemand seine Verwandtschaft zu Jeremy entdecken, was zu einigen Komplikationen führt. Detective Waltz ist skeptisch angesichts von Ryders »seherischen Fähigkeiten« und ermittelt das private Umfeld von Jeremy. Als er die Identität von Ryder erkennt, hat er nur ein Problem, er ist nämlich selber persönlich so tief in die aktuellen Ermittlungen verstrickt, dass es zu einer Patt-Situation zwischen den beiden kommt. Am Ende offenbart sich hier der einzige Schwachpunkt dieses ansonsten gelungenen Plots. Die Beziehungen einiger Figuren miteinander sind arg übertrieben, frei nach dem Motto »Da geht noch mehr«. Dessen ungeachtet ist Bestialisch ein lesenswerter Thriller, sofern man sich für das Phänomen Serienmörder interessiert. Spannend und packend schreibt Kerley seine Romane und das Ende des aktuellen Romans – so viel darf verraten werden – schließt eine Fortsetzung erfreulicherweise nicht aus.
Jörg Kijanski, November 2010
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| Milva_CH zu »Jack Kerley: Bestialisch« | 06.06.2011 |
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| Le_Tartar zu »Jack Kerley: Bestialisch« | 27.08.2010 |

