Nachgefragt – Interviews mit Autoren & Co.

»Grundsätzlich gilt natürlich: Die Schönen und Reichen langweilen mich zu Tode. «

Redakteur Tim König traf den Autor in Hannover und erfuhr mehr über seine Inspiration und Leidenschaft fürs Schreiben und seine politischen Ansichten.

»Ganz normale Menschen, ganz normale Umfelder, ganz normale Realität.«

Kindesmissbrauch, Rockerbanden, Snuff-Movies  Nele Neuhaus greift in ihrem neuen Roman Böser Wolf in die Vollen. Darüber und über ihren kometenhaften Aufstieg am Krimihimmel sprach sie mit Lars Schafft.

»Es ist kein verdammtes Geheimnis mehr.«

Wir trafen den sympathischen, schottischen Autor in seiner Heimatstadt Aberdeen und hatten Gelegenheit zu erfahren, woher er seine Inspirationen nimmt und warum es eher eine Mit- statt Gegeneinander unter den Krimiautoren des Landes gibt.

»Esprit ist aus gutem Grund im Deutschen ein Fremdwort.«

Lars Schafft im Gespräch mit Gisbert Haefs über dreißig Jahre alte Serientypen, eine schräge, deutsche Sichtweise auf die Krimilandschaft und seine Motivation immer das Buch zu schreiben, das er selber gerne lesen möchte, aber nicht kaufen kann.

»Frauen machen heute in der Mafia Karriere und sind in vielen Fällen die wahren Hardliner der Cosa Nostra.«

Claudio Mancini schreibt über die italienische Mafia. Und obwohl es sich bei seinen Romanen und Figuren um Fiktion handelt, haben doch alle fundiert recherchierte, lebendige Vorbilder. Allerdings gibt Mancini zum Thema Mafia zu Bedenken: »Wenn man es so schreibt, wie es ist, glaubt es keiner mehr.«

»Deutsche Krimis kommen nicht an.«

Krimi-Autorin Anne Chaplet  eigentlich Dr. Cora Stephan  im Gespräch mit Silke Wronkowski über das Leben mit zwei Pseudonymen, Stempelliteratur und darüber, welche Rolle Besprechungen im Feuilleton noch haben.

»Und er blickte mich an, und ich konnte sehen, dass er dachte: Die ist komplett unzurechnungsfähig.«

Drei Jahre sind vergangen seit dem letzten Teil der Reihe um Annika Bengtzon. Mit ihrem neuen Roman Weißer Tod kam die Schwedische Autorin auf Lesereise nach Deutschland, wo Redakteur Andreas Kurth Gelegenheit hatte zu erfahren, wie gefährlich man als Schriftsteller bei seiner Recherche lebt.

»Gegen Slaughter und Hayder bin ich ein Waisenkind.«

Geocaching ist eine Art elektronische Schatzsuche. Die Verstecke werden anhand geografischer Koordinaten veröffentlicht und können mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden, in Ursula Poznanskis Fünf sind dies allerdings Leichenteile. Wir trafen die Autorin in Salzburg zum »Cachen« und Plaudern.

»Das Schreiben ist ein einsames Geschäft.«

Leider. Denn eigentlich fände es Marina Heib schon nett, im Café Kaffee und Kuchen zum Schreiben gereicht zu bekommen. Aber sie braucht dafür Ruhe. Und dann kommt sie auch mal auf solche Ideen, wie ihre SoKo für einen klassischen Thriller zu beurlauben.

»Wir sind selbst manchmal überrascht, was für ein Arschloch er ist.«

Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt haben mit Der Mann der kein Mörder war einen vielbeachteten Debütroman vorgelegt. Am Rande der größten Buchmesse Skandinaviens sprach Lars Schafft mit den Autoren über ihren fiesen Protagonisten, schwedische Eigenarten und den zweifelhaften Segen der Familie.

»Ich habe noch nie gesehen, dass Bücher auf diese Weise gefeiert werden!«

Tom Rob Smith liefert mit Agent 6 den Abschluss seiner Leo-Demidow-Trilogie und sprach mit Jürgen Priester über die realen Hintergründen zu seinen Romanen und die Faszination für totalitäre Staatsformen.

Henrike Heiland ist Zoë Beck und Zoë Beck ist & ja wer eigentlich?

Erkältungsgeplagt saßen wir uns auf der Buchmesse gegenüber, plauderten über Verlage und ihre Verkaufszahlen, den dritten Teil des Lexikons des unnützen Wissens und welche Halsschmerztabletten die Besten sind und so verschoben wir das Interview. Wieder fit erzählte uns Zoë Beck etwas zu Schottland, Alkoholismus, Beziehungen und Krisen der unter-schiedlichsten Art. Und natürlich auch, wie es um Zoë Becks Verhältnis zu Henrike Heiland steht.

»Ich schreibe ganz einfach die Art von Büchern, die ich selber gerne lesen würde.«

Sehr zum Leid unseres Redakteurs, der die hübsche Schwedin sicherlich gerne persönlich getroffen hätte, musste Camilla Läckberg aus gesundheitlichen Gründen ihre Lesungen in Deutschland absagen. Im Interview erzählt die Autorin sympathisch und frei von jeglicher Attitüde aus ihrem Leben und über ihre Arbeit.

»Viele Menschen haben eben mehr als nur eine Heimat. Ich finde, das ist ein Geschenk.«

Der sympathische Mittdreißiger, der bereits ein Sachbuch über Al-Qaida verfasst hat, wagt sich mit seinem Debüt an ein Thema, das manch anderer nicht mit der Kneifzange anfassen würde: Terror in Deutschland  sehr real und nicht ganz ungefährlich.

»Wie bringe ich das BKA in die maximale Bredouille?«

Ein vierfaches Debüt im August: Der frischgebackene Autor Jenk Saborowski, dessen Erstling Operation Blackmail letzen Monat erschien, gibt sein erstes Video-Interview und das sogar direkt in der Essener Krimi-Couch-Redaktion. Autor und Chefredakteur Lars Schafft auf der *echten* Krimi-»Couch«.

»Möglicherweise bin ich besessen!«

Mit Der bessere Mensch erscheint dieser Tage bereits der dritte Band der Major-Schäfer-Reihe, und trotzdem sind seine Krimis immer noch ein Geheimtipp. Jörg Kijanski sprach mit dem Autor über die Entstehung seiner Figuren, Wien, Österreich, Deutschland und die Eroberung vom Rest der Welt.

»Manche Figuren laufen mir zu.«

Wieviel Inge Löhnig in Kommissar Dühnfort und Agnes Gaudera steckt, oder wieviel Lisbeth Salander in Vicky Senger und warum ihre Charaktere manchmal regelrecht fordernd sind und manche selbst der Autorin schwer zugänglich bleiben, erfuhr Jörg Kijanski im Interview mit der Münchener Autorin.

»Ich würde gerne mal Geister treffen.«

Colin Cotterill hat mit Briefe an einen Blinden den nunmehr vierten Band rund um den sympatischen Pathologen Dr. Siri vorgestellt. Er sprach mit unserem Redakteur Lutz Vogelsang über seine neue Heimat Thailand, seine Probleme mit den Koventionen des Krimigenres und zeigt sich enttäuscht darüber, dass ihm bis jetzt noch kein Geist begegnet ist.

Lukas Erler, finden Sie Rache politisch korrekt?

Seit letztem Jahr neu im Krimi-Geschäft ist Lukas Erler. Mit Ölspur und Mörderische Fracht liegen schon die beiden ersten Teile seiner Trilogie um den Wissenschaftler Thomas Nyström vor. Jürgen Priester sprach mit ihm über seine Berufung, die Schwierigkeiten als Debütant und natürlich über seine Trilogie.

»Was Stephen Hawking und Muhammad Ali mit seiner Hauptfigur gemein haben«

Sein Serienheld leidet an Parkinson. Warum der Australier Michael Robotham seine Charaktere quält, verriet er Jürgen Priester und plauderte dazu über seinen neuen Roman Todeswunsch.

»Diese Angst, dass jetzt alles verloren geht«

Mechtild Borrmann hat mit Wer das Schweigen bricht kürzlich ihren vierten Roman vorgelegt. »Ein Treffer«, findet Jochen König und bat die Autorin zum Gespräch. Mechtild Borrmann spricht über ihr großes Vorbild George Simenon, ihren Bezug zum Niederrhein und seinen Menschen, und stellt klar, dass sie literarisch auch zukünftig ungern in die Breite gehen würde.

»Ich bin kein Freund von Whodunnits«

Vincent Kliesch, der sich als Comedian bereits einen Namen gemacht hat, hat mit Der Todeszauberer seinen zweiten Roman rund um den genialen Ermittler Julius Kern vorgelegt. Mit Andreas Kurth sprach er über ein Leben zwischen crime und comedy, den Tod als größte menschliche Urangst, und stellt klar, dass der Mörder in seinen Thrillern immer die Hauptperson ist.

Ein Ostfriese auf der Brooklyn Bridge

Klaus-Peter Wolf hat mit Ostfriesenfalle bereits seinem fünften Band aus der Reihe rund um Kommissarin Ann Kathrin Klaasen vorgelegt. Für den Vorgänger hat er den Krimiblitz gewonnen, den Lars Schafft in Ostfriesland persönlich übergab.

»Nietzsche auf dem iPad«

Nietzsche auf dem iPad  hätten Sie das von einem Thriller-Autoren wie Cody McFadyen erwartet? Krimi-Couch-Chefredakteur Lars Schafft traf den US-Amerikaner auf seiner Lesereise in Deutschland und sprach mit ihm über seinen aktuellen Roman Der Menschenmacher.

»Das sehe ich sportlich.«

Frank Nowatzki ist Chef von Pulp Master und verlegt laut FAZ die »außergewöhnlichste Krimireihe des Landes«. Er sprach mit Lars Schafft über die Entstehung des Verlages, den Begriff »Pulp« und warum die Themenauswahl bei gerade einmal drei Veröffentlichungen im Jahr besonders wichtig ist.

»Themenkrimis mit Lokalkolorit«

Armin Gmeiner ist Chef des Gmeiner-Verlags, den er vor fünfundzwanzig Jahren gegründet hat. Er sprach mit Lars Schafft über seine ersten Veröffentlichungen, den momentanen Trend zu Regionalkrimis und verrät, dass der Reiz am Verlegen für ihn darin liegt, auch mal daneben zu liegen.

»Ich will niemanden belehren  aber ich tue es.«

Matti Rönkä ist für seine Buchreihe rund um den Privatermittler Viktor Kärppä mit Krimipreisen überhäuft worden, obwohl es in seinen Büchern eigentlich keine Verbrechen gibt. Er sprach mit Jochen König über Entfernte Verwandte, seine Arbeitsweise und fragt sich, wie lange sein Protagonist wohl noch die Kraft haben wird, weiterzumachen.

»Immer drei Teile: set up, conflict, solution  solides Kochrezept, nicht sonderlich originell, aber äußerst praktisch.«

Jörg Kijanski hatte Gelegenheit dem Autor einige Fragen zu seiner Commissario-Tron-Reihe zu stellen. Auch nach sechs Teilen seines Helden noch nicht überdrüssig, erzählt Nicolas Remin über seine Vorliebe für Venedig und das 19. Jahrhundert und gewährt einen Einblick in seine Art des Recherchierens und Schreibens.

»Ich bin kein Krimiautor mehr.«

James Ellroy spricht mit Jochen König über sein Werk und lässt dabei tief blicken. Der Kultautor, dessen Blut will fließen kürzlich als Taschenbuch erschien, über sein jüngstes Werk, seine Abneigung gegen Rock’n Roll und Fußball, sowie darüber, warum er an der Gegenwart kein Interesse mehr hat.

»Man sieht es eigentlich diesen kleinen Büchern gar nicht an, was da alles an Vorarbeit geleistet werden muss.«

Günther Butkus ist Verleger des Pendragon-Verlags, den er vor dreißig Jahren gegründet hat. Lars Schafft sprach mit ihm darüber, wie man einen Kleinverlag so etabliert, dass er jetzt nicht nur runden Geburtstag, sondern auch einen Deutschen Krimipreis feiern kann.

Bücher als Wale

»Lars Kepler will Stieg Larsson im Himmel Hallo sagen«  das schwedische Autorenduo Alexander und Alexandra Ahndoril klärt uns über die Bedeutung ihres Pseudonyms auf und verrät Details aus dem noch 2011 erscheinenden Nachfolger von Der Hypnotiseur.

American Girl, American Stories

Andreas Kurth sprach mit der amerikanischen Thriller-Autorin Meg Gardiner darüber, warum sie sich im Flachen wohler fühlt als in der Höhe, warum sie niemals einen englischen Landhauskrimi schreiben wird und über ihren aktuellen Roman Die Buße.

Wider das Vergessen

Wolfgang Franßen sprach mit Ernesto Mallo über seinen neuen Krimi Der barfüßige Polizist von der Calle San Martin, die Narben, die die Diktatur in Argentinien hinterlassen hat und warum kein Buch die Welt verändern kann.

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