Die weiße Katze von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
deutsche Ausgabe erstmals 2004
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Ort & Zeit der Handlung: Irland / Dublin, 1990 - 2009.
- London: Headline, 2004 Dark Eye. 406 Seiten.
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München: Bertelsmann, 2005.
Übersetzt von Birgit Moosmüller.
ISBN:
3-570-00769-3. 416 Seiten. -
München: Goldmann, 2007.
ISBN:
978-3-442-46420-3. 416 Seiten.
'Die weiße Katze' ist erschienen als
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In Kürze:
Mit einem einzigen Schuss streckt ein Serienkiller, der Dublins Öffentlichkeit in Atem hält, seine Opfer nieder. Die Arbeit der Polizei unter Chefermittlerin Grace Fitzgerald geht quälend langsam vorwärts. Als der berühmte Fotograf Felix Berg erschossen aufgefunden wird, bekommt der Fall eine neue Qualität: Saxon, wortkarge Ex-FBI-Agentin mit unkonventionellem Vorleben und Geliebte von Grace Fitzgerald, wurde mit einem Telefonanruf an den Tatort gelockt. Will ihr jemand eine Falle stellen? Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln – nicht unbedingt zur Freude von Grace. Entgegen allen Indizien ist Saxon von einer Beziehung zwischen den Morden überzeugt. Sie begegnet Felix’ Schwester Alice und erahnt das Glück und die Not einer verbotenen Liebe. Grace hält wenig von Saxons Theorien. Doch Saxon lässt sich weder von ihr noch von mysteriösen Drohungen aufhalten. Schließlich macht sie in der letzten Ausstellung mit Berg-Fotografien eine unglaubliche Entdeckung.
...der Marxman geht um. Wer sich umdreht oder lacht, wird vom Marxman umgebracht.
Angelehnt an einen Kinderreim könnte so das Motto des Mörders in Ingrid Blacks neuestem Buch »Die weiße Katze« lauten. Drei Personen sind ihm in Dublin schon zum Opfer gefallen, ein Angestellter im Finanzdistrikt, ein Richter des Obersten Gerichtshofs und ein Politiker des rechten Flügels, alle getötet mit einem Schuß aus einer alten Glock.36. Aus Marksman = Schütze machte die Presse dann sogleich Marxman, als ein Ermittler äußerte, der Täter sei ein Anhänger des marxistischen Kommunismus. Mit dem vierten Opfer wurde diese These jedoch eindeutig widerlegt, er erschoß eine linksradikale Nonne. Nichts deutete auf ein Muster hin, außer dass alle Personen vor einer Tür mit einem einzigen Schuß getötet wurden.
Die Frau ohne Namen
Die ehemalige FBI Agentin Saxon – Vorname unbekannt -, die nun in Dublin lebt, erhält mitten in der Nacht einen mysteriösen Anruf von einem Fotografen namens Felix Berg, der sich mit ihr treffen möchte. Es wolle ihn jemand umbringen. Saxon lässt sich widerwillig darauf ein, nur um am Treffpunkt, einen Leuchtturm außerhalb der Stadt, festzustellen, dass Berg nicht da ist, zumindest nicht lebend. Sie findet seine Leiche am Ufer, getötet mit einem einzigen Schuß. Allerdings beharrt die Polizei nach ihren Untersuchungen darauf, dass es Selbstmord gewesen sei. Saxon jedoch findet sich damit nicht ab und startet ihre eigenen Ermittlungen, nicht zur Freude ihrer Lebensgefährtin Grace Fitzgerald, Chief Superintendent der Dubliner Mordkommission. Felix schien von den Taten des Marxman geradezu besessen zu sein, was wollte er Saxon in der Mordnacht noch mitteilen?
Die Konstellation ist merkwürdig und eigentlich auch nicht nachvollziehbar: Eine Exermittlerin, Ex-FBI-Agentin, Ex-alles, ergo eine Zivilperson (so charakterisiert sie sich selbst) mischt sich in die Ermittlungen der Dubliner Polizei ein. Bei der Personenbeschreibung bedient sich Ingrid Black, übrigens ein Autorenehepaar, bekannter Stereotypen: Saxon ist unnahbar, rastlos, suhlt sich in ihrer Außenseiterrolle, Grace dagegen ist die Powerfrau, durch und durch mit ihrem Beruf verwachsen, toughe Vorgesetzte eines kleinen Männervereins. Die Schwester des Toten ist eine eiskalte, unnahbare Person, der exzentrische Galerist läuft mit einem auffälligen Pelzmantel durch die Welt und lebt auf (zu) großem Fuß. Dennoch bleiben die Personen blaß, inbesondere findet man keinen Zugang zur Protagonistin, was sehr schade ist, obwohl die Geschichte aus ihrer Sicht (in Ich-Form) erzählt wird.
Zuwenig Spannung pro Euro
Wenn ich beim Vorgängerroman »Der siebte Tag« noch die gute Idee lobte, die Ausführung jedoch nur als durchschnittlich empfand, so kann ich im vorliegenden Krimi auch kaum mehr gute Ideen entdecken. Höchstens die Zweifel, die gesät werden, ob nicht Felix Berg der Marxman sei, könnte man noch als recht einfallsreiches und sogar subtiles Vorgehen bezeichnen. Obwohl man wirklich lange herumrätselt, wer hinter den Morden steckt und am Ende ehrlich überrascht wird, ist die Spannung nicht gerade berauschend. Zu zäh zieht sich die Story, das am Ende enthüllte Motiv ist darüber hinaus nicht nachvollziehbar. Vom Stil her ist das Buch dennoch hinreichend gut lesbar.
Auch hier lohnt es sich nicht, das Geld für das Hardcover zu investieren, es bietet zu wenig Spannung pro Euro. Um die Leser hinter dem Ofen hervorzulocken, benötigt man mehr als einen Serienmörder, der sein Unwesen treibt.
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| Lis zu »Ingrid Black: Die weiße Katze« | 24.11.2005 |
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