Der Beschützer von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1999
unter dem Titel Mannen med oxhjärtat,
deutsche Ausgabe erstmals 2003
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Stockholm, 1990 - 2009.
- Stockholm: Norstedt, 1999 unter dem Titel Mannen med oxhjärtat. 268 Seiten.
-
München: Goldmann, 2003.
Übersetzt von Christel Hildebrandt.
ISBN:
3-442-72730-8. 320 Seiten. -
München: btb, 2004.
Übersetzt von Christel Hildebrandt.
ISBN:
3-442-73287-5. 317 Seiten. -
München: btb, 2008.
Übersetzt von Christel Hildebrandt.
ISBN:
978-3-442-73819-9. 317 Seiten.
'Der Beschützer' ist erschienen als
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In Kürze:
Zwei Feuerwehrmänner sind tot – einer angeblich einem obskuren Unfall zum Opfer gefallen, der andere ermordet. Besteht eine Verbindung zwischen den Toten? Hat man es gar mit einem gerissenen Serienmörder zu tun? Schon bald gibt es einen Verdächtigen, doch erst, als es fast schon zu spät ist, erkennen die ermittelnden Beamten, dass man die ganze Zeit auf der falschen Fährte war …Ein ungeheuer raffinierter Kriminalroman, der mit den Erwartungen des Lesers spielt wie die Katze mit der Maus. Der zweite Roman von Schwedens Bestsellerautorin Inger Frimansson, die gleich mit ihrem ersten Thriller »Gute Nacht, mein Geliebter« bei deutschen Krimifans den Durchbruch schaffte.
Inger Frimanssons Bekanntheitsgrad auf dem deutschen Krimimarkt ist noch relativ gering, obwohl ihr Roman Gute Nacht, mein Geliebter mit dem schwedischen Krimipreis ausgezeichnet wurde. Aber vielleicht verhält es sich mit diesem Preis auch nicht anders als mit manch anderen Literaturpreisen: Der Maßstab für die Vergabe hängt eventuell wenig mit der Lesergunst zusammen.
Frimanssons Krimis haben im Gegensatz zu denen ihrer hierzulande bekannteren Landsleute immer wechselnde Protagonisten und kein festes Ermittlerteam. Ihr Roman Der Beschützer läuft nicht nach dem klassischen Schema: Mord – Ermittler sucht Täter ab. Im Gegenteil, im vorliegenden Roman finden überhaupt keine Ermittlungen statt, weder seitens der Polizei, noch seitens einer Privatperson mit dem Willen zur Verbrechensaufklärung. Erstaunlicherweise ist noch nicht einmal bekannt, dass überhaupt ein Verbrechen stattgefunden hat. Nur der Leser weiß bereits von Beginn an, dass es sich bei dem vermeintlichen Unfall bzw. Selbstmord, als der der Tod des Feuerwehrmanns eingestuft wurde, um einen Mord handelt. Hinweise auf den Täter fehlen jedoch gänzlich und für alle anderen Figuren scheint die Welt in Ordnung zu sein bis auf die Tatsache, dass ein Kollege von ihnen seinem Leben mitten in einem Einsatz ein Ende gesetzt haben soll. Dennoch, es lag im Rahmen des Möglichen, da ihn seine Frau gerade verlassen hatte und er in den letzten Tagen so niedergedrückt war.
Parallel zu den wenig weltbewegenden Geschehnissen auf der Wache: Katze muss gerettet werden, hier ein Brand, da ein Brand, wird das Leben eines Mannes geschildert, der nur allzu gern zu den Feuerwehrleuten gehören würde. Franki ist mit den anderen zusammen aufgewachsen und hegte den gleichen Berufswunsch wie seine Jugendfreunde auch, doch obwohl er im Einstellungstest in Sachen Fitness gut abschnitt, bekam er keinen Job bei der Feuerwehr. Nun hängt er oft auf der Wache herum und glaubt, den Job des toten Stefan Almgren übernehmen zu können. Er freundet sich mit der Schwester eines der Feuerwehrleute an, die er ebenfalls noch aus seinen Jugendtagen kennt. Waltraut ist Sängerin und von ihren Wesenszügen ein ganz anderer Mensch als ihr neuer Verehrer. Daher hält sie ihr Verhältnis zunächst auch geheim, weil sie weiß, dass insbesondere ihr Bruder dies nicht gutheißen würde.
Die Figur des Franki wirkt auf den Leser schon fast ein wenig psychopatisch und unsympathisch und so sind die Passagen, die aus Sicht von anderen Personen geschildert werden, etwas eingängiger. Die Autorin verknüpft die Ereignisse leider kaum und ein roter Faden ist ebenfalls nicht zu erkennen. Spannung entsteht so fast keine, außer dass man darauf wartet, dass endlich irgendwer erkennt, dass Stefan Almgren sich nicht das Leben genommen hat, sondern jemand nachgeholfen hat. Die Auflösung erfolgt unmotiviert und zufällig. Alles in allem ist das Buch enttäuschend, obwohl die Story einige gute Ansätze hätte. Aus dem Tod von zwei Feuerwehrleuten könnte man schon eine Menge mehr machen, wie z.B. die Autorin Suzanne Chazin zeigt, die die Gefahr, mit der die Helfer in der Not täglich zu kämpfen haben, wirklich sehr spannend darstellt und gut in eine Krimihandlung einbettet.
Inger Frimansson schreibt in einem annehmbaren Stil, mehr aber auch nicht. Ihre Bücher haben den großen Anspruch, das psychologische Element zu betonen, doch ohne Verdächtige und ohne ein Quäntchen Spannung ist es nahezu unmöglich, den Leser auch nur ansatzweise psychologisch zu fesseln. Der Beschützer ist ein so nichtssagendes Buch, dass noch nicht mal große Ärgernisse darin enthalten sind, die einen das Buch wutschnaubend in die Ecke pfeffern lassen. Es ist schlichtweg überflüssig.
Sabine Reiss, Juli 2007
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| Heaven23 zu »Inger Frimansson: Der Beschützer« | 03.03.2008 |
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