Sieh nichts Böses von Inge Löhnig

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 bei List.
Folge 9 der Konstantin-Dühnfort-Serie.

  • Berlin: List, 2017. ISBN: 978-3-548-61319-2. 429 Seiten.

'Sieh nichts Böses' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort ist glücklich wie nie zuvor. Gerade ist er mit Gina von der Hochzeitsreise zurückgekehrt, die beiden freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch ein überraschender Fund reißt Dühnfort aus seiner privaten Idylle. An einem nebligen Novembertag spüren Leichensuchhunde bei einer Polizeiübung den halbverwesten Körper einer jungen Frau auf. Neben ihr liegt eine kleine Messingskulptur ein Affe, der seinen Unterleib bedeckt. Seine Bedeutung: Tu nichts Böses. Bei der Toten handelt es sich um eine seit Jahren vermisste Frau. Dühnfort stößt auf einen weiteren ungeklärten Mord und kommt so einem niederträchtigen Rachefeldzug auf die Spur, der noch lange nicht beendet ist.

Ihre Meinung zu »Inge Löhnig: Sieh nichts Böses«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

PMelittaM zu »Inge Löhnig: Sieh nichts Böses« 15.09.2017
Inge Löhnig widmet ihren 8. Dühnfort-Roman dem Thema Familie. Nicht nur die Tote, die während einer Polizeihund-Prüfung gefunden wird, auch viele der weiteren Charaktere stammen aus Familien, die man nicht gerade harmonisch nennen kann. Und auch Dühnfort und Gina, die gerade aus ihren Flitterwochen zurückgekehrt sind, und sich nun auf ihr Baby freuen, haben Probleme: Ginas Schwangerschaft ist nicht so glücklich, wie man es ihr und Dühnfort wünschen würde.

Ich mag die Reihe sehr gerne und habe alle Romane gelesen, mir gefällt vor allem, dass auch das Privatleben des Protagonisten eine relativ große Rolle spielt. Auch Gina kennt man von Anfang an, in einem Roman durfte sie sogar selbst die Hauptrolle übernehmen Man hat als Leser seine ganz eigenen Emotionen den beiden gegenüber. Und als sie, und damit der Leser, nun erfahren, dass es Probleme mit dem Baby geben wird, möchte man am liebsten in den Roman hüpfen und den beiden zur Seite stehen.

Der Autorin gelingt es, dass man auch für die anderen Charaktere Emotionen entwickelt, nicht alle sind positiv, manche wandeln sich, man entwickelt Verständnis, Unglauben und andere Gefühle. Dass das sogar bei Nebenrollen, wie der Hundeführerin Doro Gutsch der Fall ist, zeigt das Können der Autorin. Dadurch entsteht auch Spannung, ich fühlte mich von der ersten Seite an gepackt und konnte den Roman kaum aus der Hand legen.

Mir gefällt, wie der Leser nach und nach verschiedene Charaktere kennenlernt, ohne zunächst zu wissen, wie diese zusammenhängen. Man macht sich so seine Gedanken, aber erst nach und nach erfährt man, wie einzelne Personen und Szenen in Verbindung stehen.

Der Kriminalfall selbst ist interessant und lädt schnell zum Mitraten ein. Die Autorin bietet dem Leser mehrere Fährten, und wer mitdenkt, kann den Fall noch vor den Ermittlern lösen – mir ist das gelungen – ohne, dass es langweilig wird, im Gegenteil, ganz sicher kann man sich ja sowieso erst sein, wenn tatsächlich aufgelöst wird. Die Auflösung ist gelungen, besonders gut gefällt mir, dass es am Ende noch ein kurzes „Was-danach-geschah“ gibt, dass noch einmal diverse Emotionen hervorruft.

„Seine Familie kann man sich nicht aussuchen“, ein wahres Wort, wie man hier einmal mehr sieht. Umso schöner, dass es trotzdem auch versöhnliche Momente gibt, die sind, wie ich meine, auch nötig. Gut gelungen ist auch das Einbeziehen der Affenfiguren (Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen …), wenn da wohl auch stellenweise etwas durcheinander geraten zu sein scheint.

Ich habe den Roman wieder sehr gerne gelesen und freue mich schon auf den nächsten der Reihe, einen hoffentlich spannenden Fall und weitere Einblicke in Dühnforts Privatleben. Dühnfort Fans werden sowieso wieder zugreifen, allen anderen empfehle ich, die Reihe mit Band 1 zu starten.
Malin19 zu »Inge Löhnig: Sieh nichts Böses« 10.09.2017
Gerade aus den Flitterwochen zurück, gibt es schon wieder einen neuen Fall für den werdenden Vater Tino Dühnfort.Ein Polizeihund entdeckt eine schon ziemlich verweste Frauenleiche.Auffällig an diesem Fall ist eine kleine Affenfigur,die in unmittelbarer Nähe gefunden wird.Ihre Bedeutung:Nichts Böses tun.Merkwürdig erscheint auch die Tatsache,das die Tote nicht als vermisst gemeldet wurde.Erst Parallelen zu einem anderen Mordfall ergeben die ersten Anhaltspunkte für das Motiv.
Wie immer steht bei der Tino Dühnfortreihe das Umfeld und die Suche nach dem Motiv im Vordergrund. Die Figur des Tino Dühnfort und seiner Partnerin wird von Buch zu Buch weiter entwickelt, mir gefällt es sehr gut,wenn die Ermittler auch ein Privatleben haben.Sie wirken in ihren Handlungen authentisch. Obwohl ich schon relativ früh auf der richtigen Spur war,wurde es nicht langweilig.Nach einem sehr fesselnden Anfang konnte sich die Spannung über die gesamte Story halten,und zum Ende noch einmal steigern.Verdiente fünf Punkte auch für den tollen Schreibstil,der die Seiten nur so dahin fliegen lässt.
anyways zu »Inge Löhnig: Sieh nichts Böses« 24.08.2017
Shirazu, eine Affenfigur die sich mit beiden Armen den Unterleib bedeckt, ist die eher unbekannte vierte Figur der „drei weisen Affen“. Gefunden wird diese in der Nähe einer Leiche in einem Waldstück nahe Münchens. Die Prüfung der Leichenspürhunde der Polizeihundestaffel steht an und Doro Gutsch und Hütehund Ronja sind dementsprechend aufgeregt. Doro bezweifelt stark das Ronja die Prüfung be- und übersteht, da sie gerade heute wenig Diszipliniertheit an den Tag legt. Doch die ersten Minuten macht Ronja alles richtig, und gerade als Doro erleichtert aufatmet läuft ihr die Hündin davon und findet tatsächlich eine Leiche, die allerdings nicht Teil der Aufgabe war. Die Prüfung wird abgebrochen, da es sich augenscheinlich um ein Gewaltverbrechen handelt, der Fundort abgesperrt und Kommissar Dünfort und sein Team zusammengerufen. Dieser ist es auch, der der Figur einen großen Symbolcharakter einräumt. Doch erst einmal müssen sie die Leiche identifizieren, damit die Ermittlungen anlaufen können.

Inge Löhnig hat es mir am Anfang ihre Krimireihe um den Ermittlern Dünfort und seinem Team nicht leicht gemacht. Ich hatte große Schwierigkeiten Sympathien zu entwickeln. Mittlerweile hat sich das sehr geändert, denn ihre Protagonisten sind schon auffallend normal. Keine drogen- oder alkoholsüchtigen Ermittler mit ungezählten Eheschließungen und Scheidungen. Ihre Akteure sind erfrischend bodenständig und kämpfen dementsprechend, außerhalb ihrer Arbeit, mit dem ganz normalen Alltag.
Ein weiteres Merkmal das recht typisch für die Autorin ist, sind die am Anfang vielen verschiedenen Erzählstränge. Eine solche Vielzahl das man im ersten Moment glaubt, den roten Faden zu verlieren. Dem ist jedoch nicht so, denn die vielen losen Fäden werden sehr geschickt miteinander verbunden.
In „Sieh nichts Böses“ beweist die Autorin wieder ihr ausgezeichnetes Gespür für brisante Themen. Verbrechen die in den eigenen vier Wänden stattfinden, die natürlich vor der Außenwelt versteckt werden. Themen wo gerne mal weggehört und weggesehen wird. Neben dem eigentlichen Kriminalfall zeichnet Inge Löhnig auch ein großes gesellschaftspolitisches Problem, ein Tabuthema weil die Gedanken daran allein erschreckend genug sind, und doch passiert es jede Minute in Deutschland. Gewalt in der Familie. Gewalt ob in verbaler oder nonverbaler Form gegen Partner und Kinder.

Ein flüssiger Schreibstil, perfekte Spannungsbögen und geschickte Irreführungen bei der Tätersuche runden für mich diesen sehr guten Krimi ab.
Edith Sprunck zu »Inge Löhnig: Sieh nichts Böses« 20.08.2017
Ein weiterer beeindruckender Krimi von Inge Löhnig aus der Reihe um Kommissar Dühnford und seine Frau Gina. Zentrales Thema ist häusliche Gewalt, insbesondere Kindesmisshandlung. Dieses bestimmt auch die gesamte Kriminalhandlung.
Sensibel und mit fundiertem Fachwissen wird anhand mehrerer Fälle aufgezeigt, wie Gewalt Kindern gegenüber deren späteres Leben (mit)bestimmt, und zwar je nach Veranlagung und sonstigen Gegebenheiten auf unterschiedliche Weise. Aber immer bleibt eine zerstörerische Komponente zurück, entweder gegen sich selbst oder gegen andere gerichtet.
Das Privatleben des Kommissars wird am Rande weiter entwickelt. Dühnford und seine Frau stehen vor einer schwierigen Entscheidung, die ihr weiteres Leben bestimmen wird. Noch ein Thema um tiefe Emotionen, das mit Sicherheit für die Zukunft weitreichende Folgen für alle haben wird. Man darf hoffen, in weiteren Folgen der Serie mehr davon zu erfahren.
Also insgesamt ein gehaltvoller Krimi, ruhig und besonnen und sehr spannend geschrieben.
Ihr Kommentar zu Sieh nichts Böses

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: