Ewige Nacht von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003
unter dem Titel Ikiyö,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Finnlannd / Brüssel / Kongo, 1990 - 2009.
- Juva: WS Bookwell, 2003 unter dem Titel Ikiyö. 479 Seiten.
-
München: dtv, 2005.
Übersetzt von Stefan Moser.
ISBN:
3423244984. 419 Seiten. -
München: dtv, 2006.
Übersetzt von Stefan Moser.
ISBN:
978-3423209397. 416 Seiten.
'Ewige Nacht' ist erschienen als
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In Kürze:
Mehrere Geldtransporte werden ausgeraubt. Nahezu gleichzeitig. In Finnland, in Bremen und in St. Petersburg. Drei Menschen sterben. Die Täter gehen brutal und mit äußerster Präzision vor. Ein Zusammenhang scheint für die Polizei trotz der geografischen Entfernung von Beginn an offensichtlich. Ein Fall für TERA, die international besetzte Anti-Terror-Einheit, die nach den Erfahrungen des 11. September von der EU aufgebaut wurde und ihren Sitz in Brüssel hat.
TERA schickt ihren finnischen Spezialisten Timo Nortamo nach Finnland. Die Ermittlungen führen ihn bald auf die Spur von Ralf Denk, einem ehemals erfolgreichen Molekularanthropologen. Viele Jahre hat Denk in Afrika die Ursprünge des Homo sapiens erforscht, inzwischen ist er ein Ultraradikaler und selbst ernannter Globalisierungsgegner. Zusammen mit Ilgar, einem russischen Experten für biologische Waffen, verfolgt er einen so teuflischen wie größenwahnsinnigen Plan, den Timo Nortamo und seine Kollegen nach und nach aufdecken. Ein atemloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt und führt sie von Europa bis in den Kongo, die ehemalige belgische Kolonie.
Traurige Berühmtheit hat das Ebola-Virus spätestens seit dem Film Outbreak (verfilmt mit Dustin Hoffman) erlangt, in Buchform hat sich jedoch schon Richard Preston in seinem Tatsachenroman »Hot Zone« mit dem Thema damit beschäftigt, in dem er über die Infektion von Laboranten mit dem sog. Marburg-Virus schrieb, das wie Ebola zu den sog. Filoviren gehört. Die Infektion erfolgte damals über Meerkatzen aus Uganda. Doch wo damals der Zufall im Spiel war, greift auch immer öfter der Mensch ein. Höchstwahrscheinlich experimentieren einige Staaten mit biologischen Waffen und verstoßen somit gegen das Abkommen von 1972. Vermutlich haben wir es nur dem Umstand zu verdanken, dass diese so unberechenbar im Einsatz sind, dass sie nicht in größerem Umfang bei Terroranschlägen eingesetzt werden.
Genau mit dieser Angst der Menschen vor Terror-Anschlägen spielt der finnische Autor Ilkka Remes, der seinen Helden Timo Nortamo in den Kampf schickt, die Welt zu retten. Noch bringt niemand die Überfälle auf Geldtransporte mit den Aktivitäten einer Gruppe von militanten Globalisierungsgegnern namens G1 in Verbindung, in der Molekularbiologe Ralf Denk eine größere Rolle spielt. Doch das erbeutete Geld ist nur Nebensache, der Geldtransporter wird benötigt, um eine viel größere Mission zu erfüllen.
Nortamo, der finnische James Bond
Der Finne Timo ist Mitarbeiter der internationalen Anti-Terroreinheit TERA, die ihren Sitz in Brüssel hat. In seiner Abteilung ist er bekannt als der verrückte Finne und daher ist es nicht verwunderlich, dass er selbst Ralf Denk und seiner Partnerin Noora auf die Fähre nach Travemünde folgt. Sein Sohn Aaro begleitet ihn – aus praktischen Gründen, denn der Schulbeginn in Brüssel naht. Ein Fehler, wie sich herausstellt, denn Aaro will selbst ein bisschen Detektiv spielen. Die beiden kommen noch glimpflich davon, doch zunächst hat TERA die Spur der beiden Aktivisten verloren.
Abwechselnd schildert Ilkka Remes die Geschehnisse aus Sicht von Timo Nortamo und Ralf und Noora und dennoch kennt der Leser das Ziel der beiden zunächst nicht. Auch Noora wird erst Stück für Stück von ihrem Partner eingeweiht. Dies erhöht die Spannung jedoch nur zu Beginn und die Häppchentaktik des Autors geht nicht ganz auf, da man bald ahnt, was passieren soll. Vordergründig geht es um Umweltschutz und Kritik an der Globalisierung, aber das wirkliche Motiv des Wissenschaftlers bleibt für längere Zeit im Dunkeln. Leider wird es damit nicht nachvollziehbarer, im Gegenteil, es zeigt, wie gestört manche Menschen sein könn(t)en.
Der Vergleich des Protagonisten Nortamo mit James Bond drängt sich nur aus einem Grund auf: Beide sind Einzelgänger. Und wen es verwundert, dass Timo die Überwachung auf der Fähre im Alleingang übernimmt, schlägt spätestens zu dem Zeitpunkt die Hände über dem Kopf zusammen, wenn er sich ohne Unterstützung und Vorkenntnisse auf den Weg in die Kongo macht, um die Terroristen zu stoppen. Im Gegensatz zum britischen Doppelnullagenten hat der Finne jedoch auch ein Privatleben, auch wenn er seine Familie oft im Stich lassen muss.
Positiv: Remes verknüpft an den meisten Stellen recht gekonnt Unterhaltung und Aufklärung. So bettet er Hintergründe der Kolonialisierung Afrikas, insbesondere des Kongos durch den belgischen König Leopold, in die Geschichte ein. Nur ab und an verfällt er ins Dozieren.
Der Hintergrund ist informativ, aber die Geschichte ist dennoch nur mäßig spannend, auch wenn mit dem Thema Abwehr von Terror-Anschlägen ein Genre bedient wird, das die Leserschaft schon seit Jahren fesselt. Die Rettung in letzter Minute überrascht nicht wirklich, aber das muss sie auch gar nicht.
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| Bio-Fan zu »Ilkka Remes: Ewige Nacht« | 01.09.2008 |
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| Rolf Flückiger zu »Ilkka Remes: Ewige Nacht« | 29.06.2006 |
| Silke Schröder zu »Ilkka Remes: Ewige Nacht« | 07.10.2005 |

