Schlafende Hunde von Ian Rankin

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 unter dem Titel Saints of the Shadow Bible, deutsche Ausgabe erstmals 2014 bei Manhattan.

  • London: Orion, 2013 unter dem Titel Saints of the Shadow Bible. 464 Seiten.
  • München: Manhattan, 2014. Übersetzt von Conny Lösch. ISBN: 978-3-442-54723-4. 464 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Der Hörverlag, 2014. Gesprochen von Jürgen Tarrach. gekürzte Lesung. 6 CDs.

'Schlafende Hunde' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Schlafende Hunde soll man nicht wecken. Denn dann töten sie.

John Rebus ist zurück im aktiven Polizeidienst. Einziger Wermutstropfen: degradiert zum Detective Sergeant muss er nun seinem ehemaligen Schützling Siobhan Clarke zuarbeiten. Die beiden untersuchen gerade einen Autounfall, als bekannt wird, dass die Staatsanwaltschaft einen 30 Jahre zurückliegenden Fall aus Rebus’ Vergangenheit neu aufrollen will, der ungeheure Sprengkraft entfalten könnte. Damals war Rebus’ Team beschuldigt worden, Beweise in einem Mordfall manipuliert zu haben. Der mutmaßliche Mörder, ein Polizeispitzel, kam ungestraft davon. Mit den internen Ermittlungen beauftragt ist ausgerechnet der hyperkorrekte Malcolm Fox, der Rebus nicht über den Weg traut und doch auf seine Hilfe angewiesen ist. Rebus hat viel zu verlieren. Und er muss sich entscheiden …

Das meint Krimi-Couch.de: »Sünder und Heilige« 88°Treffer

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Was soll man zu Ian Rankin noch sagen? Seit 1987 schreibt er an seiner Reihe um den Polizisten John Rebus aus Edinburgh, vor sieben Jahren hatte er ihn schon in Rente geschickt. Viele hatten es gehofft und manche auch erwartet, der schottische Autor bleibt nicht konsequent und schickt John Rebus degradiert zurück in den aktiven Polizeidienst. Viele alte Bekannte wie Shioban Clarke oder auch seine andere Serienfigur Malcom Fox freuen sich – mehr oder weniger – über Rebus’ Wiederkehr. Überhaupt: Malcom Fox als interner Ermittler gegen seine Kollegen eingeführt, ist er das genaue Gegenteil von John Rebus. Diszipliniert, haarklein bis penibel, einer, mit dem man sich nicht auf ein Pint im Pub treffen mag. Genau diese beiden unterschiedlichen Charaktere führt Rankin in Schlafende Hunde zusammen, eine Art (Mini) Clash of Cultures vor aktuellem Hintergrund.

Als Detective Sergeant hat John Rebus nicht mehr die ganz großen Fälle auf seinem Schreibtisch. Ein Wagen verunglückt außerhalb Edinburghs und eine junge Studentin liegt deshalb im Krankenhaus. Nur ein harmloser Verkehrsunfall? Mitnichten! Dann kommt allerdings Malcom Fox ins Spiel und konfrontiert Rebus mit den „Heiligen der Schattenbibel» – Saints of the Shadow Bible, so der englische Titel. Es geht um die Zeit, als John seinen Dienst angetreten hat und als viele Fälle noch mit justizmäßig fragwürdigen Methoden „gelöst« wurden. Ein vermeintlicher Täter von damals droht nun dieses Lügengebilde zum Einsturz zu bringen, in dem er auspackt. Doch er wird es nicht tun, findet man stattdessen alsbald seine Leiche. Als Täter in Verdacht: Die Heiligen der Schattenbibel. Manches sollte besser unter den Teppich gekehrt bleiben.

Könnte Rebus? Sollte Rebus? Im Unklaren über die Konsequenzen willigt er ein, und arbeitet gemeinsam mit Malcom Fox den Fall auf, immer darauf bedacht sich selbst nicht zu belasten und seine Kollegen von damals aus der Schusslinie zu halten.

Wie weit die Vorkommnisse im Hier und Jetzt mit dem zwanzig Jahre alten Fall zu tun haben, erschließt sich weder Malcom, noch Shioban oder gar John selbst.

Autor Ian Rankin gelingt es auf formidable Art und Weise zwei völlig voneinander unabhängige Straftaten zu einem sehr komplexen Plot – vor dem Hintergrund der schottischen Unabhängigkeitsdebatte, denn auch da gibt es einen Toten – zu verweben, was nicht nur tief in die Vergangenheit zurückreicht, sondern auch in die Gegenwart ausmäandert: Drogen, Kleinkriminelle, Gangster, Banden, Politik.

Von Rankin darf man natürlich nach einem Vierteljahrzehnt erwarten, dass er einen guten Plot zusammenschustert. Und wie ist es ihm diesmal gelungen! Als langjähriger Leser der Serie weiß man um seine Fähigkeiten, so dass man nicht über die Logik der Handlung überrascht ist, sondern sich vor allem darüber freut, dass der Autor John Rebus wieder zurück in den Polizeidienst gehievt hat. Rebus ist ein Unikum, der genau das erfüllt, was man von einem Tartan Noir erwartet: Ein bisschen schmutzig, aber immer ehrlich und echt.

Mit der neuen Figurenkonstellation – allen voran Rebus und Fox – hat Ian Rankin einen Meilenstein geschaffen. Ihn und seine Helden wird es noch lange geben. Wie lange Schottland noch auf die Verbesserung seiner Lebenssituation warten muss, bleibt nach der Yes-or-No-Abstimmung im letzten Monat jedoch fraglich. Rebus zweifelt genau wie die Unterwelt Edinburghs. Solange Malcom Fox allerdings noch die Rechtwinkligkeit seiner Bierdeckel (dabei trinkt er gar kein Bier) überprüfen kann, und der alternde DS Rebus keine Angst und Scheu vor den Kriminellen hat, gibt es Hoffnung im Norden der britischen Inseln – literarisch auf jeden Fall.

Lars Schafft, Oktober 2014

Ihre Meinung zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Maria zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 25.10.2017
Es war mein erster Krimi von Ian Rankin und mit Sicherheit mein letzter. Ich habe mich mühsam durch den Dschungel der vielen Namen gekämpft und in endlosen langweiligen Dialogen den Überblick darüber verloren, wer gerade spricht. Am Ende kann ich nicht mal genau sagen, wie die einzelnen Fälle zusammenhängen, weil ich der Handlung nur noch mit geringem Interesse gefolgt bin. Von Spannung keine Spur.
heinrich zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 18.04.2016
Warum ich für dieses Buch, stellvertretend auch für das vorige, nur 70° gebe?

Ian Rankin ist ein toller Autor und das John Rebus halblegal weiter ermitteln darf, ist toll; aber die Luft ist in den "neuen" Büchern irgendwie raus. Die Brücke zwischen 2007 (1.Serienende) und dem "jetzt" ist nicht gelungen. Als Fan halte ich natürlich bis zum Ende durch...
oldman zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 26.01.2015
Jawoll, Rebus ist zurück und wie. Ein alter und ein neuer Fall werden hier glänzend miteinander verknüpft und - ganz wichtig - vernünftig und logisch aufgelöst. Rebus ist älter geworden, schafft aber zum einen immer noch kriminalistische Lösungswege zu finden und zum anderen fast alle gegen sich aufzubringen. Diese Figur ist schlicht genial. Mit Fox fremdle ich noch ein wenig, vielleicht wird das im nächsten Buch, und das wird es sicher geben, beser. Habe alle Rebus-Bücher gelesen, das sind einige, und es ist erstaunlich wie der Vielschreiber Rankin im Gegensatz zu anderen Autoren sein Niveau beibehält. Freue mich bereits auf den nächsten Rebus und habe Lust bekommen, einmal Edinburgh zu besuchen, wenn dort nur das Wetter nicht immer so scheußlich wäre.
Kblitz zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 20.01.2015
Auch wenn ich noch nicht in Edinburgh war, sind mir alle Orte inzwischen vertraut,da ich alle Rebus Krimis gelesen habe.
Nur wer vorher noch kein Krimi aus der Serie gelesen hat, wird vielleicht mit der Person Rebus, das Verhältnis zu Clarke und auch Fox (sollte man auch mind. 1 Buch gelesen haben)
Besser man fängt mit dem ersten Buch an, das nur als Hinweis.
Die Story tief aus dem Archiv, mit einem noch fast unschuldigen Rebus, hat mich nicht ganz überzeugt, aber doch wieder kurzweilig.
Hoffe er geht nicht schon wieder in Rente, obwohl lange kann es nicht mehr dauern.
manni zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 12.01.2015
"Mädchengrab" und "Schlafende Hunde" habe ich mit Genuss hintereinander weggelesen. Ian Rankin schreibt halt tolle Kriminalromane und die Figur Rebus hat noch lange nicht fertig. Prickelnd ist auch das neue Zusammenspiel mit Fox und Clarke, das hat Witz und einige male mußte ich laut lachen. Das lockert das Geschehen auf, also rundherum eine tolle Sache. Für Neueinsteiger: Shioban Clarke ist eine hübsche Farbige, das wird in den alten Rebus Krimis erklärt, hier aber nicht oder ich habs überlsen. Prächtige 85° !!
dj_bee zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 13.11.2014
Als erstes muss ich gestehen, dass ich noch nie in Edinburgh war und somit das hier schon gelobte Lokalkolorit für mich keinen Beitrag zur Güte des Romans leisten kann. Es gibt einen Unfall, im Anschluss daran mehrere Tote. Im zweiten Handlungsstrang gibt es einen Rückblick auf evtl. nicht immer ganz gesetzeskonforme, im Sinne von Recht und Ordnung aber doch erfolgreiche Polizeiarbeit. Und ja, man erfährt auch, dass es Pro- und Kontra-Stimmen zur Unabhängigkeit Schottlands gibt. Ich bin meistens gewillt Bücher zuende zu lesen. Die Charaktere sind für mich relativ hölzern und oberflächlich gezeichnet. Spannung hat sich bisher noch keine eingestellt, nichts, was mich den nächsten Seiten entgegen fiebern lässt, keine Neugierde wie's wohl weitergeht, eigentlich will ich nur noch, dass es endlich vorbei ist.
Zur Übersetzung: Immer wieder wird eine Zigarette irgendwohin "geschnickt", natürlich kann ich mir vorstellen, was damit gemeint ist. Meine Recherche zeigte mir, dass es sich bei "schnicken" um ein eher lokal gebrauchtes Verb mit mehreren unterschiedlichen Bedeutungen handelt. So ewtas mag in einem Berlinkrimi passend sein, hier hat es meiner Meinung nach nichts verloren. Den bisherigen Tiefpunkt erreicht die Leistung der an sich gut beleumundeten Conny Lösch aber auf Seite 285. Hier torkelt ein betrunkenes Paar aus einer Bar, und jetzt Achtung: "Die Frau machte kurz halt, um ihre hohen Hacken auszuziehen" Was ist denn da passiert? Übersetzt aus dem Englischen von Google? Läuft da erst der Übersetzer drüber und Frau Lösch fliegt dann drüber, ob alles passt? Wäre das Buch meins und ich alleine im Bett gewesen, ich hätte es an die Wand geworfen. So trage ich es, unvollendet, in die Bücherei zurück, froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben.
dj_bee zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 13.11.2014
Als erstes muss ich gestehen, dass ich noch nie in Edinburgh war und somit das hier schon gelobte Lokalkolorit für mich keinen Beitrag zur Güte des Romans leisten kann. Es gibt einen Unfall, im Anschluss daran mehrere Tote. Im zweiten Handlungsstrang gibt es einen Rückblick auf evtl. nicht immer ganz gesetzeskonforme, im Sinne von Recht und Ordnung aber doch erfolgreiche Polizeiarbeit. Und ja, man erfährt auch, dass es Pro- und Kontra-Stimmen zur Unabhängigkeit Schottlands gibt. Ich bin meistens gewillt Bücher zuende zu lesen. Die Charaktere sind für mich relativ hölzern und oberflächlich gezeichnet. Spannung hat sich bisher noch keine eingestellt, nichts, was mich den nächsten Seiten entgegen fiebern lässt, keine Neugierde wie's wohl weitergeht, eigentlich will ich nur noch, dass es endlich vorbei ist.
Zur Übersetzung: Immer wieder wird eine Zigarette irgendwohin "geschnickt", natürlich kann ich mir vorstellen, was damit gemeint ist. Meine Recherche zeigte mir, dass es sich bei "schnicken" um ein eher lokal gebrauchtes Verb mit mehreren unterschiedlichen Bedeutungen handelt. So ewtas mag in einem Berlinkrimi passend sein, hier hat es meiner Meinung nach nichts verloren. Den bisherigen Tiefpunkt erreicht die Leistung der an sich gut beleumundeten Conny Lösch aber auf Seite 285. Hier torkelt ein betrunkenes Paar aus einer Bar, und jetzt Achtung: "Die Frau machte kurz halt, um ihre hohen Hacken auszuziehen" Was ist denn da passiert? Übersetzt aus dem Englischen von Google? Läuft da erst der Übersetzer drüber und Frau Lösch fliegt dann drüber, ob alles passt? Wäre das Buch meins und ich alleine im Bett gewesen, ich hätte es an die Wand geworfen. So trage ich es, unvollendet, in die Bücherei zurück, froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben.
Dieter Niehoff zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 14.09.2014
Für diejenigen Leser, die Edinburgh kennen ist jeder neue Roman von Rankon auch aufgrund des Lokalkolorits interessant. SCHLAFENDE HUNDE beginnt im einer Autofahrt rund um Naturschutzgebiet "Arthur`s Seat". Es gibt mehrmals Szenen ganz unten in der Old Town Richtung Parlament und Schloss.

Immer wieder spielen Staus aufgrund des strittigen Baus der Straßenbahn eine Rolle.
.
Ein Unfall und später auch ein Toter zwingt Rebus und Fox häufig zur Fahrt von der New Town in die abgeschidenen Ecken Richtung Flughafen.

Die OXFORD BAR wird häufig aufgesucht und Rebus trinkt IPA . und nur selten Whisky.

Überhaupt macht es in SCHLAFENDE HUNDE viel Vergnügen, einen Stadtplan Edinburghs (als Lesezeichen) dabei zu haben, denn viel häufiger als in anderen Rebus-Romanen werden Straßennamen und Viertel genannt, selbst in den Südosten der Stadt und an den Strand verschlägt es Fox und Rebus.
Herr Lazaro zu »Ian Rankin: Schlafende Hunde« 31.08.2014
Ian Rankin - Saints of the Shadow Bible

Ein neuer Rebus und gleichzeitig ein neuer Malocm Fox!

Rebus ist wieder offiziell im Dienst der Kripo. Da alle Inspektoren-Stellen besetzt waren, ließ er sich zurücjstufen zum DS, so dass nun Siobhan Clarke seine driekte Vorgesetzte ist.

Malcom Fox bekommt seinen letzten Fall für die "Complaints", um danach wieder in den normalen Kripo-Dienst zurück zu kehren (das hatte ich ja schon in meiner Kommentierung zu "Die Sünden der Gerechten" vermutet). Und genau dieser letzte Fall befasst sich mit einer Gruppe von Polizisten, die vor dreißig Jahren an einer inzwischen aufgelösten Polizeiwache tätig waren und die sich selbst "Saints of the Shadow Bible" nannten. Dies war genau die Truppe, die den Polizeianfänger John Rebus aufnahm, um ihn richtig "ein zu norden", denn diese Polizisten waren allesamt Bad-Cops, die es mit den Gesetzen nicht so genau nahmen, wenn sie jemanden hinter Gitter bringen wollten.
Fox muss unter anderem herausfinden, ob Rebus auch einer der Bad-Guys war, oder noch nicht richtig dazu gehörte.


Rebus dagegen muss sich zunächst mit Routineangelenheiten befassen, wie z.B. ein Verkehrunfall, bei dem die junge Fahrerin auf gerader und übersichtlicher Straße scheints grundlos die Kontrolle über ihren Wagen verliert und verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird. Rebus, inzwischen nur noch Detctive Sergeant und seine direkt Vorgesetzte DI Siobhan Clarke sind als erste Polizisten am Unfallort und finden einigen Merkwürdigkeiten vor, die die Aussagen der Fahrerin zweifelhaft erscheinen lassen. Zudem stellt sich heraus, dass der Freund der Fahrerin der Sohne des schottischen Justizministers ist, der nur kurze Zeit später bei einem Einbruch in seinem Haus (in dessen Nähe sich auch der Unfall abspielte) niedergeschlagen wird und kurz darauf an den Folgen dieser Verletzung stirbt. Damit bekommt Siobhan Clarke ihren ersten Mordfall als verantwortliche Ermittlerin.


Der Vater der Unfallfahrerin wiederum ist ein recht zwielichtiger und offenbar auch zu gewalttätigen Methoden neigender Londoner Geschäftsmann, der sofort nach dem Unfall per Privatjet anreist und dem Rebus nebenbei seine Zweifel am Unfallhergang mitteilt, nämlich dass Rebus vermutet, der Freund der Tochter sei in Wirklichkeit der Unfallfahrer und habe die Tochter des Geschäftsmannes am Unfallort verletzt zurückgelassen ohne Hilfe zu rufen. Kurz darauf passiert der bereits erwähnt Einbruch beim Justizminister, dem Vater des vermuteten Unfallfahrers.


Zwischenzeitlich muss Rebus immer wieder für Malcom Fox zur Verfügung stehen, um als einer der damlas Beteiligtem die Ermittlungen gegen die alte Bad-Cop-Truppe zu unterstützen. Dies ist einer der interessantesten Aspekte des Romans, nämlich inwieweit die beiden, die nicht gerade als Verbündete zusammen arbeiten müssen, einander trauen können, sollen und vor allem wollen.


Dann geschieht ein weiterer Mord, diesmal offenbar im Zusammenhang mit Fox' Ermittlungen. Bei diesen geht es um einen Fall von vor dreißig Jahren, bei dem ein damilger Mörder von der Polizei beschützt wurde (u.a. durch Manipulation von Beweismaterial, fäschen vonAussagen usw.) so dass es zu keine Prozess kam und der Mörder unbehelligt weiter in Freiheit bleiben konnte. In diesem Fall ermittelt Fox mit Rebus Hilfe, aber als sie den noch immer in Freiheit lebenden Mörder für eine Befragung einladen wollen, verschwindet dieser. Stellt sich heraus, dass der ehemalige Leiter der "Saints of the Shadow Bible", Stefan Gilmour, der ebenfalls von Fox befragt wird, mit dem Mörder kurz vor dessen Verschwinden telefoniert hat. Gilmour ist damals aus dem Poizeidienst ausgeschieden und inzwischen ein äußerts erfolgreicher Geschäftsmann, der, wie sich herausstellt, geschäftliche Beziehung zu dem oben erwähnten zwielichtigen Londoner Geschäftsmann unterhält.


Wenige Tage später wird der Verschwundene tot im Union-Canal in einem westlichen Randbezirk von Edinburgh aufgefunden, erschossen und möglicherweise erschossen mit einer Waffe, die jahrelang im Schreibtisch eines der "Saints" gelagert wurde. Stefan Gilmour gerät schnell in Verdacht und weil er zudem eine der bekanntesten Figuren in der Kampagne ist, die für den Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich und der EU wirbt, während der verstorbene Justizminister für den Austritt warb, taucht auch die Vermutung auf, zwischen beiden Fälle gäbe es vielleicht einen Zusammenhang.


In der Zwischenzeit treffen sich Rebus und seine alten Kameraden mehrmals, oder besser, die, die noch am Leben sind. Dabei versuchen sie, Rebus an seine alten Verpflichtungen zu erinnern und bauen massiven Gruppendruck auf, damit Rebus sie einerseits über den Fortgang der Ermittlungen von Fox auf dem laufenden hält und anderseits diese möglichst behindert. ("Du musst wissen auf welcher Seite Du stehts, John, Du stehts doch auf unserer, John? Wir waren doch die Guten!"). Dass Rebus Kontakt zu seine alten Spezies hält wissen auch Fox und Clarke, können sie ihm also trauen?


Rankin lässt so eine überaus interesante Situation entstehen, die vielfältige Spannungen, Misstrauen aber eben auch Kooperation trotz oder wegen der Differenzen zur Folge hat. Dabei ist nicht nur das Thema Korpsgeist und Gruppendruck wichtig, ein Thema, das ja auch hierzulande immer wieder zu Tage tritt, wenn z.B. in einer deutsschen Polizeiwache ein gefesselter Gefangener, der keine Möglichkeit zum Feuermachen hatte, in seiner Zelle verbrennt und die beteiligten Polizisten dies als Selbstmord darstellen. Gerade diese Spannungen, wer kann wem trauen und wer arbietet für oder gegen den Anderen, gerade das macht den besondern Reiz dieses Romans aus.


Neben diesen spannenden psycholgischen Aspekten stimmt diesmal auch die eigentliche Krimihandlung wieder zu 100%, ohne dass Rankin wie im vorigen Roman zu unglaubwürdigen "Abkürzungen" greift, auch die Motive der Beteiligten stellen sich als stimmgíg heraus. Rankin hat hier einen der besseren Rebus- und auch Fox-Romane abgeliefert, sehr lesenswert und meines Erachtens auch deutlich besser als "Mädchengrab".


Übrigens ist dies der erste Rebus seit seit was weiss ich wie vielen, in dem Cafferty nicht auftritt. Aber er hat einen durchaus "hoffnungsvollen" Nachfolger gefunden ...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Schlafende Hunde

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: